Internationalisierung von Bildung und Veränderung von gesellschaftlichen Prozessen
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Internationalisierung von Bildung und Veränderung von gesellschaftlichen Prozessen

KAAD-Alumnivereine: Beiträge zur zivilgesellschaftlichen Entwicklung in Mittel- und Osteuropa

  1. 144 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Internationalisierung von Bildung und Veränderung von gesellschaftlichen Prozessen

KAAD-Alumnivereine: Beiträge zur zivilgesellschaftlichen Entwicklung in Mittel- und Osteuropa

Über dieses Buch

Der vorliegende Band ist eine Dokumentation der Vorträge der Internationalen Alumnikonferenz des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes (KAAD) "Osteuropa im Wandel: Bildungsinternationalisierung - neue Dimensionen, Perspektiven und Herausforderungen.

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ESSAY: FOLGEN DER KRIMANNEXION UND DES
DONBASSKRIEGS IN DER UKRAINE. NEUE TRENNLINIEN ODER
NEUGESTALTUNG DER GRENZEN EUROPAS?

VIKTOR KOSTIV
Abstract: This essay gives in the beginning a short overview about the history and the development of the area of Crimea. In theme of the second part are the ongoing of the so called “Euromaidan” in 2013 and the results of it. In the third part the authors describe the chronology of the Crimea crisis beginning in 2013. The essay is a report of a person which was very personally involved in this event.
Heute wird gewiss nicht nur Ukrainische und Russische sondern auch gesamt europäische Geschichte geschrieben. Die Ereignisse in Osten der Ukraine beenden die Ruhephase auf dem Europäischen Kontinent nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Die Prozesse auf der Krim und im Donbass, die mit wenig Eigenkraft aber mit starker Unterstützung aus Berlin, Brüssel, Kyiv, Moskau und Washington begonnen haben, werden nunmehr mit viel Eigenkraft ins Ungewisse getrieben.
1 Das Erbe der Kiewer Rus
Damit die Ereignisse heute besser verständlich werden, muss man in die Geschichte zurückschauen, die schon in früheren Zeiten kontrovers war.
Vom 8. Jahrhundert an wurden die ukrainischen Länder zum Zentrum der Rus mit Hauptstadt in Kyiv. 882 eroberte Oleg (Helgi), der skandinavischer Abstammung war, die Macht in Kyiv (882-912) und begann somit die Herrscherdynastie der Rurikiden. Er bestimmte Kyiv als „Mutter aller russischen Städte“. In der Regierungszeit der Fürstin Olga (Helga) 945-965, ihres Sohnes Swjatoslaw 965-972 und Enkels Volodymyr 980-1015 wurde das Gebiet des Kyiver Reichs durch die Eroberung der anderen ostslawischen, baltischen und finn-ugrischen Stämmen wesentlich vergrößert. Es war damals das größte europäische Staatsgebilde mit der Fläche von 1,5 Millionen Quadratkilometer. Die Grenzen der Kyiver Reich im Norden lag in der Gegend der Peipussee, Finnischen Meerbusen, Ladogasee, Onegasse; im Westen am Oberdnister, Karpaten Gebirge, Westlichen Bug, Nemel, Düna; im Süden Sula, Don, Ros, Südlichen Bug; im Osten die Wolga und dessen Nebenfluss Oka. 988 übernahmen, unter der Herrschaft von Volodymyr, die Rusynen das Christentum aus Byzanz, dies bestimmte die Zugehörigkeit und die weitere Entwicklung der ukrainischen Länder.
Der Kyiver Rus erreichte seine Blütezeit im 10 Jahrhundert. Fürst Oleg führte 907 einen erfolgreichen Feldzug gegen Konstantinopel. Um Konstantinopel vor der Plünderung zu bewahren, wurden Kyiv markante Handelsprivilegien zu gestanden. Byzanz war nicht nur der wichtigster Handelspartner für Kyiv, sondern setzte auch den Maßstab an Kultur und Zivilisationsorientierung. 988 übernahm Wolodymyr der Heilige den orthodoxen Glauben von Konstantinopel und taufte in Kyiv an Ufer des Dnipro sein eigenes Volk. Mit vielen Fürstenhäusern Europas pflegten die Kyiver Fürsten dynastische Verbindungen. Es war das wichtigste diplomatische Instrument für das damalige Rus. Ein Beispiel ist die Ehe des französischen König Heinrich I und Anna Yaroslavivna (Tochter des Fürsten Yaroslav von Kiew) in 1051. Aus dieser Ehe wurde Philipp I, der Nachfolger von Heinrich I, geboren. Anna regierte das französische Reich sechs Jahre lang bis Philippe I 16 wurde.
Abb. 1: Kiewer Reich
Jaroslaw der Weise kodifiziere als erster die ostslawische Gesetzgebung. Der Gesetzeskodex hieß Ruska Pravda und regelte das Eigentumsrecht, Handel, Erbschaftsrecht sowie Schuldverhältnisse.
Das Kyiver Reich bestand aus mehreren Teilfürstentümern, deren Fürsten nach dem Seniorats Prinzip zum Großfürsten wurden und für die Regierungsperiode nach Kiew zogen. Die wichtigsten Teilfürstentümer waren Kiew, Galizien-Wolhynien, Turow-Pinsk, Smolensk, Perejaslav, Republik Nowgorod, Smolensk. Die geographische Randlage zum Wilden Feld, wo die Reitervölker wie Petschenegen, Alanen und Kyptschaken durchzogen, führte dazu, dass aus Süden und Südosten das Territorium des Kyiver Rus ständig angegriffen wurde. Dazu kam es noch bei fast bei jedem Frontwechsel zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Fürsten. Dies schwächte ständig die Außengrenze zu den Reitervölkern, was letztendlich zum Zerfall des Kyiver Rus führte. Juri Dolgoruki (der Langhändige) gründete in der bisher unwichtigen Salessje (das Land hinter dem Wald) neue Städte, unter anderem Moskau (1156). Interessant war die Benennung des ersten russischen U-Boots der Borei-Klasse, welches mit 16 Interkontinentalen Atomraketen bestückt ist, nach dem Gründer Moskaus Juri Dolgorukiy (Guttermann, 2013). Sein Sohn Andrej Bogolubski war noch bedeutender. 1169 hat er Kyiv genommen und seine Heimatstadt Wladimir als Hauptstadt der Rus bestimmt. Letztlich beginnend mit 1223 besaßen die Mongolen alle Fürstentümer der Rus nacheinander. Die Mongolische Invasion der Rus dauerte bis zum sogenannten Stehen an der Ugra, bei dem die Mongolen ihre Herrschaft über Rus verloren haben.
Die umkämpften Gebiete im Südosten der Ukraine gehörten nicht zu der Einflusszone des Kyiver Rus, sondern waren eben ein Teil dieses Wilden Feldes.
Es muss wohl die Sehnsucht nach Wiege der russischen Identität sein, dass Putin samt einem Großteil der russischen Elite, beginnend mit Mittelalter und verstärkt mit der Maidanbewegung 2013-2014, ihr Blick auf Kyiv festgenagelt hat.
2 Maidan. Hintergrund und Entwicklung.
Am 21. November 2013, wenige Tage vor dem Vilnius Gipfel der EU beschloss das Ministerkabinett der Ukraine den Prozess der Vorbereitung für den Abschluss des Assoziierungsabkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union auszusetzen.
Als Reaktion auf die Handelsblockade der Ukraine durch Russland hat die ukrainische Regierung die Maßnahmen für tiefere wirtschaftliche Integration mit GUS Staaten eingeleitet. Laut Mykola Azarow wäre es unmöglich die ukrainische Wirtschaft kurzfristig zu modernisieren damit sie mit den europäischen Produzenten konkurrenzfähig wird und es bestehe die Gefahr, das sich die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland verschlechtern (Савицький, 2013). Darüber hinaus hat ukrainisches Parlament die notwendigen europäischen Integrationsgesetze (über die Staatsanwaltschaft, Änderungen der Wahlgesetze und das Gesetz über medizinische Behandlung der Inhaftierten im Ausland) nicht angenommen. Diese Gesetze waren eine Voraussetzung für die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU.
2.1 Forderungen des Euromaidan
Am 24. November 2013 gab es die größte Kundgebung der Opposition, während der Amtszeit von Janukowitsch, mit 150.000 Teilnehmern, die sich auf die gesamte Hauptstraße Chryschtschatyk ausgebreitete. Diese Demonstration hat die Annahme der "Forderungen des Euromaidan" gefordert:
  1. Rücktritt der Regierung von Azarow, wegen Verrats der nationalen Interessen
  2. Das ukrainische Parlament sollte am 27. November (d.h. vor dem Gipfel in Vilnius) eine außerordentliche Sitzung abhalten, um alle notwendigen europäischen Integrationsgesetze anzunehmen, einschließlich des Gesetzes über die Entlassung von Julia Timoschenko. Sollte diese Aufforderung nicht erfüllt werden, sollte das Parlament aufgelöst werden, mit der gleichzeitigen Einleitung neuer Parlamentswahlen.
  3. Der Maidan forderte von Janukowytsch die Entscheidung über die Aussetzung der europäischen Integration der Ukraine außer Kraft zu setzen. Timoschenko sollte freigelassen werden. Sollte Janukowytsch mit der Unterzeichnung des Assoziationsabkommen scheitern, forderte der Maidan seine Amtsenthebung wegen des Verrats der nationalen Interessen.
  4. Außerdem hat sich der Euromaidan an die westlichen Länder gewandt mit der Bitte persönliche Sanktionen gegen Janukowytsch und die Mitglieder seiner Regierung einzuleiten, sowie an die EU mit der Bitte die Tür in die Europa für die Ukraine offen zu lassen und den Assoziierungsvertrag nach dem Machtwechsel in der Ukraine zu unterzeichnen.
Seit 14. Dezember 2013 wurde zur wichtigsten Forderung des Maidan die Rückkehr zur Verfassung vom 2004. Die Wiederherstellung der Verfassung sollte Janukowytsch den Machtmissbrauch verwehren, eine neue Regierung durch das Parlament zu bilden sowie neue Parlamentswahlen aus zu rufen.
2.2 Die Chronologie und Geographie des Euromaidan
Die Aktionen vom 21. bis 23. November 2013 fanden im ganzen Lande ohne jegliche politische Symbolik statt. Im weiteren Verlauf der Proteste haben praktisch alle Parteien, die in Opposition zum Janukowytsch Regime standen, aktiv mitgewirkt. Die folgende chronologische Entwicklung zeugt, dass die Euromaidan Proteste in allen Teilen der Ukraine einen friedlichen und gewaltlosen Anfang hathatten. Nur die unangemessene Reaktion seitens der Staatsorgane hat die Proteste in eine offene Auseinandersetzung der Protestierenden mit der Polizei umgewandelt. In den darauffolgenden Monaten war für die Ukrainer die Nachricht über ruhigen Verlauf der Nacht auf dem Maidan am Morgen mehr wert, als die Morgenzigarette für den Raucher oder Tasse Kaffee für Kaffeegenießer.
21 November 2013
Der erste Euromaidan fing in Kyiv auf dem Unabhängigkeitsplatz an. Dort begannen gegen 22 Uhr sich die Menschen zu sammeln, zum Ende des Tages waren es schon etwa 1.500 Teilnehmer. Zum Maidan kamen Journalisten, Bürgeraktivisten und Oppositionsführer. Sogleich erschienen die Polizei und deren Sondereinheit „Berkut“. Manche Aktivisten gingen zu der Administration des Präsidenten und kehrten später zum Unabhängigkeitsplatz zurück. Die Mensch...

Inhaltsverzeichnis

  1. Rezensenten
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorwort der Herausgeber
  4. Internationalisierung auch in der Berufs- und Erwachsenenbildungsarbeit?: Markus Leimbach
  5. Die Nationale pädagogische Wolodymyr-Hnatjuk-Universität Ternopil als Beispiel der fortschreitenden Integration in den europäischen Hochschulbildungsraum: Viktor Drebet - Nataliya Wyrsta - Nataliya Yashchyk
  6. Eine aktuelle ideologische Konfrontation: die diskursive liberale Demokratie vs. Kultursozialismus: Gheorghe-Ilie Fârte
  7. Nationale und post-nationale, religiöse und säkuläre Inhalte im geisteswissenschaftlichen Bildungskonzept des post-totalitären Raums: Iveta Leitane
  8. Internationalisierung des Hochschulwesens in der Slowakei anhand der Slowakischen agrarwissenschaftlichen Universität: Stanislava Gálová – Ľubomíra Moravcová
  9. Gehört die ganze Ukraine zu Mitteleuropa oder gilt das nur für einige ihrer Regionen?: Vasyl Myronyuk
  10. Essay: Folgen der Krimannexion und des Donbasskriegs in der Ukraine. Neue Trennlinien oder Neugestaltung der Grenzen Europas?: Viktor Kostiv
  11. Immaterialität der menschlichen Seele als ontologische Tatsache: Petro Husak
  12. Osteuropaprogramm des kaad
  13. Impressum