Wissenserwerb in der Schule entwickelt sich vor allem durch wiederholtes Üben, Steuerung und Fehlerkorrektur. Hierfür braucht es kompetente Wissensträger mit Lenkungshandeln. Ein besonderer Glücksfall hierbei wären Lehrer, die Wissen auf einer hohen Motivationsebene vermitteln können: der Lehrer quasi als Motivationsdroge. An erster Stelle steht hierbei das sogenannte "People Management": Auswahl von und Umgang mit Lehrern. Schulen schneiden dann am besten ab, wenn sie im Kollegium systematisch ihre besonders guten und besonders schlechten Lehrer herauszufinden suchen. Lehrer, die besonders schlechte Leistungen zeigen, werden gezielt weiter entwickelt. Lehrer, die besonders gute Leistungen zeigen, werden besonders gefördert und auch belohnt. Diese Form der Managementkompetenz dürfte sich wohl eher auf Privatschulen beschränken: was die Auswahl von Lehrern und Entlohnung von Spitzenleistungen angeht sind staatliche Schulen nicht nur stark eingeschränkt, man spricht auch nicht (offiziell) darüber. Während man für Finnland sagt, dass dort nur eine Auslese der Besten in die Klassenzimmer darf (Schule als Magnet für Job-Eliten), scheint das deutsche Bildungssystem von einem solchen Ideal noch weit entfernt. D.h. das schulische Personalmanagement scheint insgesamt ein Problemfall zu sein.

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Personalbilanz Lesebogen 98 Lehrer trifft Managementkompetenz
Evaluierung von Intangibles
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Information
Thema
BildungThema
Bildung Allgemein1 Lehrer sein ist schwer - improvisiertes Multitasking
Wenig gesellschaftliche Anerkennung und Karrierechancen -
Lerncoach und Sozialbetreuer – Verantwortungsdruck und
Optimierungsmanagement –– Höchstleistung und Schuldzuweisung –
Anspruch und Voraussetzung. Es soll auch Lehrer geben, die ihre
Schüler terrorisieren. Wie viele Schüler aber treiben umgekehrt
ihre Lehrer zur Weißglut. Es gibt gewiss nicht nur schlechte
Schüler, sondern durchaus auch schlechte Lehrer. Anzunehmen, dass
es in einem Lehrerkollegium so viele gute und schlechte Mitarbeiter
gibt, wie in jedem Büro einer Firma ansonsten auch. An
verschiedenen Stellen dieser Ausführungen wird daher immer wieder
einmal ein Blick auf die Lehrerschaft analog zu Vorgesetzten in
einem Unternehmen geworfen. Von Lehrern wird immer mehr abverlangt:
wie von einem Top-Manager eines Unternehmens wird von einem Lehrer
ganzheitliche Optimierung verlangt, der analog zu Produkten
maßgeschneiderte Schulabgänger hervorzubringen habe. Der Lehrer hat
Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf zu tragen, muss dafür
sorgen, dass Schüler mit schlechter Bildungsperspektive nicht noch
weiter abrutschen. Kommt es zu schlechten Leistungen oder sozialem
Fehlverhalten, so sei eben das schlechte Management des Lehrers
daran schuld
Vgl. u.a. Schulerfolg und Intelligenz
http://www.bs4-augsburg.de/schulberatung/Intelligenz_und_Schulerfolg.pdf
Nur haben Lehrer keine starke Lobby, gesellschaftliche
Anerkennung und Karrierechancen sind eher begrenzt. Vor diesem
Hintergrund haben es Lehrer zu tun mit u.a.
Eltern, die ihren Kindern vermitteln, Schule sei Nonsens
Klassen, in die eine zunehmende Heterogenität der Gesellschaft
gespült wird
Forderungen als Ersatzerzieher zu fungieren
Kindern erst einmal die deutsche Sprache zu vermitteln
Erwartungen von Helicopter-Eltern, ihren Kindern den
Karriereteppich auszurollen
Anforderungen, gleichzeitig Lerncoach und Sozialbetreuer zu
sein.
Kurz gesagt: von Lehrern werden permanente Höchstleistungen und
Fähigkeiten im improvisierten Multitasking verlangt, ohne hierfür
entsprechende Voraussetzungen zu schaffen
Hier kommen die manchmal milde belächelten sogenannten „weichen“
Faktoren ins Spiel. So besteht in der Praxis weitgehend Einigkeit
darüber, dass die Managementfragen bezüglich der klassischen
Produktionsfaktoren weitgehend ausgereizt sind. Anders beim
Intellektuellen Kapital, d.h. den „weichen“ selten oder überhaupt
nicht gemessenen Faktoren: hier liegt die Managementzukunft noch
vor uns. Diese Annahmen dürften ebenso auf Verfahren zutreffen, die
in einem Zusammenhang mit Managementkompetenzen im Schulbereich
stehen.
2 Pädagogische Angebotsqualität
Gestaltungselemente – soziale Kompetenzen - Kompensation
sozialer Benachteiligung – Lernstoff anschaulich und verständlich –
Aktivierung und Herausforderung – Motivation und Partizipation.
Eine Wissensvermittlung auf Vorrat von früher reicht heute bei
weitem nicht mehr aus. Information und Wissen haben verschiedene
Aspekte und dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Informationen alleine haben weder einen besonderen Wert noch einen
Zweck an sich. D.h.: nur wenn es gelingt, Daten zu Informationen
und diese zu Wissen zu machen, kann auch der angestrebte
Leistungserfolg gesichert werden.
Steigt die pädagogische Qualität, verbessern sich auch die
Schulnoten. Gestaltungselement für Ganztagsschulen u.a.:
Hausaufgabenbetreuung
Fachbezogene Förderangebote
Arbeitsgemeinschaften
Ungebundene Freizeit/Spiele
Pädagogische Qualitätsziele:
Lernmotivation
Schulfreude
Soziale Fähigkeiten
Kognitive Fähigkeiten
Kompensation soziale Benachteiligung
Vgl. u.a.
http://www.bmbf.de/pubRD/steg_2010.pdf
Soziale Kompetenzen zählen zu den Schlüsselfaktoren im späteren
Erwachsenen- und Berufsleben. Zu den Erfolgsfaktoren für
qualifizierte Lehrangebote zählen:
Motivierungsqualität
Partizipationsmöglichkeit
Aktivierende und herausfordernde Aufgabenstellungen
Nutzung von Vorwissen der Schüler
Auch trockener Stoff wird interessant und spannend gemacht
Das zu Lernende wird anschaulich und verständlich erklärt
Erarbeitung von Lösungen in Gruppen
Es wird auf Ergebnisse Wert gelegt
eigene Meinungen werden gefördert
Wenn über Pisa Druck ausgeübt wird, Erziehungs- und
Bildungsangebote zu eng an den Standards der Wirtschaft
auszurichten, werden die Grenzen zwischen Bildung und Ökonomie
überschritten. Der Funktion des Erziehens werden rein ökonomische
Denkweisen mit Wachstumsideologien und Renditestreben
übergestülpt.
Analyse mit Portfolio-Instrumenten aus der
Personalbilanz-Toolbox:

Größe des Bubbles zeigt die Qualität der
Faktorengruppe an:
Lage des Bubbles im 1. Quadranten oben rechts: die
Faktor-Merkmale Quantität und Systematik sind gut ausgeprägt.
Lage des Bubbles im 2. Quadranten oben links: für das
Faktor-Merkmal Quantität besteht noch Verbesserungspotential.
Lage des Bubbles im 3. Quadranten unten links: für die
Faktor-Merkmale Quantität und Systematik besteht noch
Verbesserungspotential.
Lage des Bubbles im 4. Quadranten unten rechts: für das
Merkmal Systematik besteht noch Verbesserungspotential.

3 Gespür für Grammatik, Syntax und sprachlichen Ausdruck
Lehrer für Latein – ein Relikt nutzloser denn je ?– Musikalität
des Hexameters - Vertreter institutionalisierter Nutzlosigkeit.
Latein ist nach Englisch und Französisch an deutschen Schulen immer
noch die meistgelehrte Sprache. Nur: Latein ist eine tote Sprache
und für nichts mehr nützlich. Das von einem Lateinlehrer
vermittelte Wissen ist kaum noch einen Euro wert. Schüler müssen
nach wie vor Vokabeln und Grammatik pauken, Kommunikationskompetenz
im Zusammenhang mit Latein bleibt ein Fremdwort. Weil Latein immer
mehr an praktischem Berufsnutzen (selbst bei Medizinern und
Juristen) verliert, gerät der Unterricht hierzu immer mehr unter
Rechtfertigungsdruck. Was Wunder auch, da der Begriff Latein
vorwiegend negativ besetzt ist: viele Ehemalige verbinden ihn mit
einer Fülle an negativen Erfahrungen, die sie nicht vergessen
können und die sie ein Leben lang begleiten.
Zumindest im Nachhinein betrachtet muss nicht alles nur negativ
gewesen sein. Mag sein, dass sich die eigentümliche Musikalität des
Hexameters nicht sofort und nicht jedem erschließt. Trotzdem: das
Übersetzen vom Lateinischen ins Deutsche verfeinert da Gespür für
Grammatik, Syntax und sprachlichen Ausdruck und vergrößert überdies
den Wortschatz. Die Schüler müssen sich der Harmonie der Grammatik
fügen: Standpunkte, Meinungen und Kommunikationskompetenzen bringen
sie an dieser Stelle nicht weiter. Ein Lateinlehrer erscheint daher
zwar vielen nutzloser denn je: für ihn aber spricht, dass er einer
der letzten professionellen Vertreter institutionalisierter
Nutzlosigkeit ist und der Lateinunterricht eine „edle Veranstaltung
zur Förderung des Geistes ohne konkreten materiellen Nutzen“ ist.
Der Lateinlehr quasi als sinnvoller Gegentyp zum sogenannten
modernen Lehrer als Kompetenzmanager.
4 Humboldt´sches Bildungsideal und Business Intelligence
Angst vor dem eigenen Urteil – Kontraproduktive Entscheidungsfähigkeit – Ganzheitliches contra selektives Denken – Scheinobjektivität mancher Evaluierungskriterien – Nachhaltigkeit auf dem Prüfst...
Inhaltsverzeichnis
- 1 Lehrer sein ist schwer - improvisiertes Multitasking
- 2 Pädagogische Angebotsqualität
- 3 Gespür für Grammatik, Syntax und sprachlichen Ausdruck
- 4 Humboldt´sches Bildungsideal und Business Intelligence
- 5 Personalbilanzen könnten eine Früherkennung künftiger Chancen und Risiken unterstützen
- 6 SWOT-Analyse Bildung und Schule
- 7 Rohstoff "Wissen"
- 8 Wissen auf hoher Motivationsebene vermitteln können
- 9 Konzept in einem komplexen Wissensumfeld
- 10 Qualifikation und Kompetenz der Lehrenden
- 11 Flexible Handlungskompetenz in der Lerngesellschaft
- 12 Bildungsökonomischer Output
- 13 Bildungskarriere - Eltern als Richtschnur
- 14 E-Learning - Mobiles Lernen - Mikrolernen - Computer- und Web Based Training
- 15 Lehrerevaluation
- 16 Präsenzunterricht, bestimmter Ort, bestimmte Zeit
- 17 Anpassung von Wissen an den Arbeitsmarkt
- 18 Einklang aus Lesen, Schreiben, Rechnen
- 19 Sprachbewusstsein und Dynamik des Lesens
- 20 People Management und Target Setting
- 21 Unterstützung für berufstätige Eltern und Alleinerziehende
- 22 Schulisches Personalmanagement als Problemfall
- 23 Erfolgsfaktor Lehrer - Wissensvermittler im Möglichkeitsraum
- 24 Führungskräfte und Lernbegleiter
- 25 Mangel an mehrdimensionaler Ausrichtung
- 26 Potenziale und Wirkungsbeziehungen
- 27 Die Relationen müssen stimmen
- 28 Managementkompetenz allgemein
- Impressum
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