Wenn Sie das Gefühl haben, dass in unserer modernen Gesellschaft und in vielen Beziehungen etwas nicht stimmt, dass wir unseren Planeten ruinieren, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden, dass zu viel Gewalt und Aggression auftreten, dass es zunehmend schwieriger ist, wirklich glücklich und zufrieden zu sein, dann liegen Sie mit diesem Buch genau richtig. Wir Menschen haben alles erforderliche Potential, um eine menschengerechtere Gesellschaft und eine bessere Zukunft aktiv zu gestalten. Der Psychologe Lothar Röhrig beleuchtet Hintergründe der aktuellen globalen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation, schildert Auswirkungen auf die menschliche Psyche und zeigt auf, was der Einzelne konkret TUN kann, um zufriedener, selbstbestimmter und menschengerechter zu leben.

- 140 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
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Information
Teil 1:
Wo stehen wir heute?
Klimakatastrophe, Überbevölkerung, Massenkonsum – befindet sich die Welt am Rande eines Abgrundes? Um zu begreifen, wo wir eigentlich stehen und wohin die ‚Reise‘ geht, werfe ich zunächst einmal einige Schlaglichter auf das aktuelle Geschehen auf unserem Planeten.
Auf dem Weg in die Katastrophe
Viele Menschen machen sich begründete Sorgen um den Planeten Erde. Etliche Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir einer unausweichlichen Katastrophe entgegengehen. Eine große Zahl Besorgter mahnt unermüdlich immer wieder an, endlich etwas zu verändern. So zeigt beispielsweise der englische Wissenschaftler Stephen Emmott1 auf der Grundlage vieler Daten, dass wir ohne deutliche Verhaltens- und Konsumänderungen dem sicheren Ruin und einem nicht mehr beherrschbaren Untergang entgegengehen.
Führt die Menschheit ihren eigenen Untergang herbei?
Der Planet wird es wahrscheinlich - wie schon in der Vergangenheit - überleben. Der Mensch möglicherweise nicht so ohne weiteres. Gefährlich erscheint mir, dass wir zielsicher auf einen unbekannten Punkt zusteuern, an dem das ganze System auseinanderzubrechen droht. Wann das ist, wissen wir nicht, aber unzweifelhaft wird es diesen Punkt geben. Biologen warnen schon lange, dass die Menschheit ihren eigenen Untergang herbeiführen wird. Wir sind leider darauf programmiert, zunächst an unsere individuellen Interessen zu denken und nicht an die Zukunft der gesamten Menschheit. Wir denken an heute, nicht an morgen. Können wir uns das weiterhin noch erlauben?
Zunahme der Weltbevölkerung
Vor 50 Jahren lebten drei Milliarden Menschen auf der Erde, heute sind es bereits mehr als sieben Milliarden. Prognosen zufolge wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf mindestens 9-10 Milliarden anwachsen. Ende des 21. Jahrhunderts könnten es 28 Milliarden Menschen2 sein. Zurzeit vermehren wir uns täglich um ca. 220 000 Menschen und jährlich um 82 Millionen. Indizien deuten zwar darauf hin, dass sich der Bevölkerungszuwachs aus unterschiedlichsten Gründen, beispielsweise durch Bildung, verlangsamen wird. Dennoch wird die Ernährung aller Menschen - trotz technischer Fortschritte - schon bei einer Weltbevölkerung von 10 Milliarden nicht mehr richtig funktionieren.
Ackerflächen werden durch Klimawandel, Erosion und Vergiftung kontinuierlich verkleinert. Unvorstellbarer Hunger droht in Zukunft. Das werden die betroffenen Menschen vermutlich nicht einfach hinnehmen, sondern Millionen werden aus ihrer Heimat fliehen und dabei notfalls Gewalt anwenden, um ihr Überleben zu sichern. Das heutige „Flüchtlingsproblem“ erscheint dagegen lächerlich unbedeutend. Die wirklichen Konflikte kommen erst noch. Schon jetzt warten 6-10 Millionen Menschen darauf, nach Europa zu fliehen. Man schätzt, dass ungefähr eine Milliarde Menschen sich wünschen, so leben zu können wie wir Europäer3. Was soll aus diesen Wünschen werden?
Abgesehen davon setzt uns die große Bevölkerungsdichte in vielen Regionen der Welt schon heute enormen psychischen Belastungen aus. Wenn Sie in einer Großstadt mit der S-Bahn an einem Tag zur Arbeit fahren, treffen Sie dabei mehr Menschen, als ein Mensch im Mittelalter in seinem ganzen Leben gesehen hat. Die damit verbundene Unruhe, Unsicherheit, Enge, Überforderung und der Stress können Rückzugsgedanken, Distanz, Gleichgültigkeit, oberflächliche Beziehungen, unnötige Aggressionen, ein Anwachsen der Kriminalität und viele andere unerwünschte Effekte verursachen.

Abb. 1: Die Weltbevölkerung wird rasant zunehmen.
Ernährung der Menschen
Die Erde wird aktuell zu ca. 40% agrarwirtschaftlich genutzt. Mehr geht nicht so ohne weiteres. Denn: Der Rest ist entweder bebaut oder landwirtschaftlich kaum nutzbar. Es sind Wüsten, Eis, Gebirge und Regenwälder. Hinzu kommt, dass ein signifikanter Teil der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen durch Klimawandel, Überdüngung, Vergiftung und Erosion ruiniert worden ist. Jährlich gehen durch Versteppung ca. 20 Millionen Hektar fruchtbarer Boden verloren. Zusätzlich versiegeln wir immer mehr Flächen. Resistente Schädlinge sind auf dem Vormarsch. Die nutzbaren Möglichkeiten und Flächen schrumpfen.
Großkonzerne, Geldfonds und einige Staaten kaufen jetzt schon vorsichtshalber riesige Gebiete in Afrika auf. Die Probleme sind also bekannt, werden jedoch nicht großflächig publiziert und wahrgenommen. Auch das Meer mit seiner unglaublichen Artenvielfalt bietet keine ausreichende Hilfe für die Lösung der anstehenden Ernährungsprobleme. Zur Erzeugung einer Tonne Fisch benötigt man ein Vielfaches an natürlichem Futter – noch viel mehr als für Landtiere, die große Mengen an Pflanzen verbrauchen – Pflanzen, die wir auch direkt selbst essen könnten. Der größte Teil der Meere ist leer gefischt und belastet. Die Bestände sind ernsthaft bedroht und Tonnen von Plastikmüll und Gift sammeln sich in gigantischen Müllwirbeln.
Plastikmüll im Meer
Derzeit gelangen jährlich 9 - 12 Millionen Tonnen Plastik ins Meer, mit steigender Tendenz4. Der nordpazifische Plastikwirbel ist mittlerweile größer als Mitteleuropa. Mehrere Schätzungen gehen von 150 Millionen Tonnen Plastik in unseren Meeren aus. Im Jahr 2050 könnte in den Meeren die Menge an Plastik die Gewichtsmenge der Fische übersteigen. Selbst wenn diese Entwicklung jetzt gestoppt würde, müssten wir mehrere Jahrhunderte warten, bis die Zustände sich wieder normalisiert hätten.

Abb. 2: Jährliche Plastikeinbringung ins Meer in Millionen Tonnen
Dabei sind die größeren Plastikteile gar nicht das schlimmste Problem. Viel unbeherrschbarer sind die Mikrostücke, beispielsweise aus Zahnpasta und Kosmetika, die sich in unglaublichen Mengen am Meeresboden ansammeln. Sie sind so klein, dass sie über die nächsten Jahrhunderte durch die Nahrungskette wieder auf unserem Teller landen werden. Es gibt mittlerweile keinen Bereich auf der Welt, an dem kein Mikroplastik auftaucht. Selbst in „reinen Quellen“ finden sich Nano- oder Mikropartikel, sowie in jeder Flasche Mineralwasser. Sie befinden sich in jedem Fisch und letztendlich in all unserer Nahrung. Ca. 80% der Quallen und Vögel haben schon Plastikpartikel im Magen. Viele verhungern deshalb. Keiner weiß genau, was das noch für Folgen hat oder noch haben wird.
Artensterben
Das Artensterben auf unserem Planeten hat ein nie dagewesenes Ausmaß angenommen. Jährlich gehen 11 bis 58 Tausend Arten verloren. Wir sind derzeit Zeugen des sechsten Massensterbens auf diesem Planeten5. Die Umweltkatastrophe, die die Dinosaurier und viele andere Arten ausgerottet hat, war nicht so gravierend wie der moderne Mensch mit seiner Gier und Sorglosigkeit. Wir Menschen lösen größere Katastrophen aus.
Es gibt Gebiete, in denen keine Biene mehr lebt und die Menschen mit der Hand die Bestäubung übernehmen müssen (z.B. in Teilen von China).

Abb. 3: Artensterben in Prozent
Zurzeit sterben ungefähr tausendmal so viele Arten aus, wie sich neue bilden, seit 1975 mehr als 50% insgesamt und 60% aller Wirbeltiere. Die Zahl der Insekten hat sich in den westlichen Ländern um ca. 80% reduziert. Viele Vögel finden nicht mehr ausreichend Nahrung. Ihre Zahl ist ebenfalls um diesen Prozentsatz zurückgegangen.
Verringerung des Regenwaldes
Der dringend benötigte Regenwald nimmt durch Rodung in unglaublicher Geschwindigkeit ab. Man hat eine jährliche Abnahme von ca. 54 000 km2 errechnet. Überwiegend wird abgeholzt, um Weideflächen und Futter für die Rinderzucht zu gewinnen oder Palmöl zu gewinnen. Die unaufhaltbare Abnahme des Regenwaldes verschlechtert unser Klima in nicht abschätzbarer Weise. Das ist seit Jahren bekannt. Doch Rindfleisch ist eben sehr begehrt.

Abb. 4: Verlust des Regenwaldes in Prozent
Massentierhaltung
Bei der Schweinezucht sieht es nicht besser aus. In einigen Gebieten fällt dabei so viel Gülle an, dass sie örtlich nicht mehr verarbeitet werden kann. Dort fängt man an, Gülle mit Tankwagen in andere Gebiete zu verbringen. Insgesamt fällt allein in Deutschland jährlich Gülle und Mist in einer Menge von 309 522 716 m3 an. Das entspricht 100.000 olympischen Schwimmbecken6. Es ist eine unvorstellbare Menge, die zum Teil unsere Brunnen und das Trinkwasser verseucht.
Treibhausgase
Die Erde wird in den nächsten Jahrzehnten um mehr als 2°C an Temperatur zunehmen, meinen viele Wetterexperten. Das lässt sich vermutlich nicht mehr verhindern, weil es ihrer Meinung ...
Inhaltsverzeichnis
- Über den Autor
- Inhaltsverzeichnis
- Herzlich willkommen!
- Teil 1: Wo stehen wir?
- Teil 2: Wenn zu viel nicht mehr genug ist
- Teil 3: Überfordert, ausgebrannt und krank: Was das moderne Leben mit der menschlichen Psyche macht
- Teil 4: Nach welchen Regeln leben wir?
- Teil 5: Praktische Optionen für den Weg in eine menschengerechte, zufriedene und selbstbestimmtere Zukunft
- Teil 6: Verstärkende Gedanken von Zeitgenossen und Literaturtipps
- Verwendete Literatur
- Weitere Informationen
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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