Bildungssparen
  1. 352 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Über dieses Buch

Sparen für die Bildung der Kinder ist nicht nur gesamtgesellschaftlich gesehen eine sinnvolle Altersvorsorge. Bisher wurden Bildung des Nachwuchses und private Vorsorge jedoch voneinander getrennt betrachtet. Das gilt darüber hinaus auch für die vom Einkommen der Eltern abhängige Studienförderung durch das BAföG. Dass alles zusammengehört, verdeutlicht dieses Buch, das die Ergebnisse von zwei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebenen Projekten zusammenfasst und so ein virtuelles "Zukunftskonto" entwickelt, das alle Geldströme miteinander verknüpft.Das Buch zeigt, dass es nicht ausreicht, nach Art der Vermögensbildung für Arbeitnehmer das Sparen zu subventionieren. Sollen gerade die bildungsfernen Schichten erreicht werden, muss die Doppelbelastung durch Altersvorsorge und Bildungssparen abgebaut werden, indem die Sparbeiträge bei Nicht-Gebrauch auch für die Rente im Alter nutzbar sind. Außerdem muss sichergestellt werden, dass das Vermögen der Sparer genauso vor dem Zugriff eventueller Gläubiger geschützt wird wie es bei der Altersvorsorge der Fall ist. Da bildungsferne Schichten auch als Verbraucher häufig in der schwächeren Position sind, muss der Staat dafür sorgen, dass seine Subventionen nicht durch unseriöse Finanzakteure abgeschöpft werden. Im rechtlichen Teil werden daher Verbraucherschutz, Subventions- und Steuerrecht sowie die rechtlichen Bestimmungen der Altersvorsorge so aufeinander abgestimmt, dass diese Ziele erreicht werden können. Ein weiterer Schritt besteht darin, die Nutzung des Angesparten mit einem Multiplikatoreffekt zu versehen, indem Anbieter den Übergang in einen Ausbildungskredit ebenfalls mit abdecken. Der angesparte Betrag hilft, Probleme bei der Rückzahlung zu absorbieren und damit eines der größten Probleme privater Studienfinanzierung angeht: die Überschuldung der ehemaligen Studierenden. Im zweiten Teil wird analysiert, welche Bedarfe es hierfür gibt und wer das Zukunftskonto mit welchen Anreizen zu Bildung, Sparen oder Altersvorsorge wahrscheinlich nutzen wird.

Häufig gestellte Fragen

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Information

Jahr
2015
ISBN drucken
9783732286591
eBook-ISBN:
9783739289090
Auflage
2
Thema
Law

Dritter Teil: Allgemeine Nutzungsanalyse

Die wahrscheinliche Nutzung eines geförderten Zukunftskontos für die Bildung der Kinder bzw. zukünftiger Arbeitnehmer oder Jugendlicher durch private Förderer bestimmt sich aus den objektiven Möglichkeiten der infrage kommenden Gruppen, ihren subjektiven Fähigkeiten, diese Möglichkeiten zu nutzen sowie ihrem Nutzungswillen, der wiederum durch Information, Einstellungen und Wissen bestimmt ist. Daraus ergibt sich für eine Nutzungsprognose ein empirischer Datenbedarf, der sich im Bereich der Aufnahme des Studiums durch eine Vielzahl von Untersuchungen relativ leicht decken lässt. Im Bereich der dualen Bildung und erst recht im Bereich der Fortbildung, wie sie durch die Bildungsurlaubsgesetze der Länder definiert sind, gibt es dagegen kaum Datenmaterial, zumal hier auch die Unterscheidung zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung (Beispiel Führerschein) sehr schwierig ist.
Wir haben uns entsprechend den Vorgaben des Zukunftskontos vor allem auf seine intendierte kompensatorische Bedeutung konzentriert. Es geht also nicht, wie wir auf Grund der kanadischen Erfahrungen mit Recht unterstreichen können, um die möglichst hohe Verbreitung eines staatlich geförderten Sparproduktes. Hier gibt es ausreichende Erfahrungen mit Bausparverträgen, Kapitallebensversicherungen und Riester- und anderen Verträgen der privaten Altersvorsorge. Die Zielgruppe ist daher nicht in erster Linie das, was man im Bankmarketing als Sparbürger bezeichnet, der überschüssiges Einkommen zu platzieren hat. In diesem Segment dürfte eine rein ökonomische Betrachtungsweise zutreffend sein, wonach die Höhe der Förderung und die staatliche Siegelübernahme für Sicherheit und Angemessenheit den Absatzerfolg bestimmen.
Es geht um die weit schwierigere Frage, ob man bei den sog. Kreditbürgern mit negativer Sparquote eine Verhaltensänderung in Bezug auf die Bildungsvorsorge erreichen kann, bei der durch staatlich unterstützte Eigeninitiative sozial kompensatorische Effekte erzielt werden können.
Die Etikettierung dieser Haushalte als Kreditbürger suggeriert dabei, dass es sich um Statuseigenschaften handelt, die kaum der Veränderung offen stehen. Die Nutzungsstatistiken für Sparprodukte werden demgegenüber jedoch deutlich machen, dass die Unterscheidung nicht zutrifft. Auch „Kreditbürger“ sparen unter bestimmten Umständen, auch wenn der Saldo unter Einschluss ihrer Kreditverpflichtungen negativ ist. Dass langfristiges Sparen und kurzfristigere
Kredite durchaus sinnvolle Ergänzungen sein können, wird im Konsumentenkredit immer deutlicher.
Es geht also darum in einem multifaktoriellen Ansatz die vielfältigen Einflüsse auf das potenzielle Sparverhalten deutlich zu machen und sie in Bezug zu setzen zum gesellschaftlichen Gut der Bildung, das einen großen finanziellen wie auch persönlichen Nutzen verspricht. Die vorhandenen Barrieren sind daher nicht absolut, sondern relativ zu dem vorgestellten Sparziel zu sehen. Hier zeigt sich, dass es nicht nur um die Sparanreize und den Sparwillen geht, sondern dass u.U. bereits das Bildungsziel entweder bewusst oder zur Legitimation des Nicht-Sparens oder aus Angst vor Überschuldung nicht angestrebt wird und daher auch Sparangebote hierfür ins Leere gehen müssen.
Abbildung 13: Nutzung des Zukunftskontos

12 Bildungsbedarf

Das Zukunftskonto soll die Bildungsbeteiligung von Personen niedriger sozialer Herkunft, aus einkommensschwachen und/oder bildungsfernen Haushalten erhöhen und so zu mehr Bildungsgerechtigkeit führen. Es soll dies durch eine Verbesserung bei der Teilnahme an Veranstaltungen der Berufsbildung, insbesondere des tertiären Bereichs erreichen. Das Zukunftskonto setzt einen besonderen Bedarf der Bildungsförderung bei Personen niedriger sozialer Herkunft, aus einkommensschwachen und/oder bildungsfernen Haushalten voraus und geht damit von der Richtigkeit folgender Hypothese aus:
H2: Die Bildungsbeteiligung von Personen niedriger sozialer Herkunft, aus einkommensschwachen und/oder bildungsfernen Haushalten ist vergleichsweise geringer als bei den ü...

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Zusammenfassung
  3. Rohentwurf
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. Erster Teil: Das Zukunftskonto als Förderprodukt
  6. Zweiter Teil: Rechtliche Ausgestaltung
  7. Dritter Teil: Allgemeine Nutzungsanalyse
  8. Vierter Teil: Einzelstudien
  9. Literatur- und Quellenverzeichnis
  10. Anhang
  11. Tabellen
  12. Abbildungen
  13. Impressum