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Das Mysterium der Frau Holle
das Märchen, die heiligen Orte, der Mythos, die Botschaft
- 120 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Das Mysterium der Frau Holle
das Märchen, die heiligen Orte, der Mythos, die Botschaft
Über dieses Buch
Wer ist Frau Holle? Eine Betten aufschüttelnde Erzieherin braver Hausfrauen, die Gattin eines germanischen Gottes, eine Jahrtausende alte Göttinnenfigur? Wilfried Richert entschlüsselt das Mysterium der Frau Holle auf neue und umfassende Weise.Dabei werden weitere Fragen geklärt: Was bedeuten die Symbole im Frau-Holle-Märchen? Welche heiligen Frau-Holle-Orte gibt es und was können sie uns sagen? Ein Buch für alle, die wissen wollen, welche überraschenden Botschaften dieses Märchen für unsere aktuellen (Über-)Lebensfragen bereit hält.
Häufig gestellte Fragen
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Information
1. Erste Schritte auf dem Weg zu Frau Holle
Nach einem Jahrhundert der Frauenemanzipation gehört ein Text zu den beliebtesten Geschichten der Deutschen, der das Ideal der braven Hausfrau feiert: das Märchen von Frau Holle. Es steht auf der Märchen-Hitliste weit oben und wurde 2006 sogar zu Deutschlands schönstem Märchen erkoren.
Ein unscheinbares Mädchen aus kleinen Verhältnissen, schön, gehorsam und arbeitsam, gelangt durch Fleiß und gute Haushaltsführung zu Reichtum (vgl. Abb. 1).
Das soll das Vorbild sein, von dem noch im 21.
Jahrhundert den Kindern – vor allem Mädchen – vor dem Schlafengehen erzählt wird? Wie kann das sein?
Denken moderne Eltern nicht darüber nach, was sie ihren Kindern da vorlesen? Oder treibt hier eine romantisch verklärte Heile-Welt-Sehnsucht ihr Unwesen?
Oder aber geht es uns mit dem Frau-Holle-Märchen so wie auf einem Waldspaziergang mit dem Förster? Wir sehen den Weg, die Bäume, das Sonnenlicht. Aber erst, wenn der Förster uns darauf aufmerksam macht, bemerken wir Tierspuren im Unterholz, entdecken einen gut getarnten Reiher am Seeufer, erkennen am Wuchs der Pflanzen die geologischen Besonderheiten des Waldbodens. Wir nehmen plötzlich Dinge wahr, für die wir vorher blind gewesen sind. Birgt das Frau-Holle-Märchen auf vergleichbare Weise Geheimnisvolles, das wir bislang übersehen haben und allenfalls nur erahnen?
Haben wir uns jemals gefragt, wie es möglich sein kann, dass eine Holle, die unter der Erde wohnt, Schnee vom Himmel fallen lassen kann? Ist uns aufgefallen, dass es in diesem Märchen keinen Mann gibt, obwohl doch der Prinz oder der König zur Grundausstattung von Märchen gehört? Welche weiteren blinden Flecken gibt es noch in unserer Holle-Wahrnehmung?
Märchen erzählen nicht nur Geschichten. Ihre Bilder und Symbole enthalten Botschaften aus alter Zeit. Sie holen Erinnerungen aus dem Unbewussten, die über Jahrhunderte wenn nicht gar Jahrtausende von Generation zu Generation überliefert wurden, und schaffen eine Atmosphäre, die Mythen aus grauer Vorzeit in uns zum Klingen bringt. Märchen überliefern Inspirationen, die uns von menschlichen Gesellschaften durch die Eingeweihten früherer Zeiten überliefert wurden.
Was also erzählt uns das Frau-Holle-Märchen wirklich?
„Ein echtes Märchenbild hat immer einen doppelten Boden, unter welchem sich – wie bei allen Geheimfächern – das Wesentliche versteckt.“
(Marcus Kraneburg)
Ich möchte Sie einladen, mit mir auf eine Entdeckungsreise in dieses „Geheimfach“, in den verborgenen Kern des Frau-Holle-Mythos zu gehen. Wir werden erleben, dass trotz der vordergründigen Geschichte eines braven Mädchens, das für seine Tugend großzügig belohnt wird, nichts vom Urwissen in diesem Märchen verloren gegangen ist. Es will nur entdeckt werden. Und Sie werden sehen: der Jahrhunderte alte mythische Kern des Frau-Holle-Märchens hat uns auch und gerade heute Wichtiges zu sagen.
Wie kommen wir dem Frau-Holle-Mythos näher?
Ich habe zwei Zugänge zum Frau-Holle-Mythos genutzt. Zum einen habe ich die einzelnen Bilder des Frau-Holle- Märchens herausgearbeitet und die enthaltenen Symbole so genau wie möglich entschlüsselt und in ihrem Zusammenhang dargestellt. Ich gehe dabei so weit wie möglich über die bisher bekannten Deutungsversuche hinaus und beziehe auch die spirituelle Ebene ein.
Als zweiten Zugang zum Holle-Mythos ergänze ich die Aussagen des Märchens um die Botschaften der heiligen Orte der Frau Holle am Hohen Meißner. Ich beschreibe diese Orte und berichte von den spirituellen Erfahrungen, die meine Frau Ute und ich an diesen Orten seit rund zehn Jahren gemacht haben. Schließlich führe ich beides dann zusammen zu einem neuen umfassenden Verständnis des Frau-Holle-Mythos.
Diesen Frau-Holle-Mythos allein auf eine „streng wissenschaftliche Weise“ verstehen zu wollen, wäre so, als ob man den langen Weg zum Kern des Märchen-Themas und zur Frau Holle auf einem Bein erwandern wollte. Nutzen wir also „beide Beine“: die (kritisch zu betrachtenden) wissenschaftlichen Aussagen zum einen und unsere Intuition, unsere Phantasie, unseren Spürsinn, unsere Resonanz zum anderen.
Fragen wir uns also, was das Frau-Holle-Märchen in uns zum Klingen bringt! Und folgen Sie mir zu den heiligen Orten der Frau Holle und spüren Sie mit mir, was sie uns zu sagen haben.
Ich darf Ihnen schon jetzt verraten, dass wir auf diesem Weg überraschende und neue Antworten auf die Frage finden werden, warum dieses Märchen heute immer noch so beliebt ist, obwohl seine verstaubt anmutende Fassade so gar nicht in unsere Zeit zu passen scheint.
Um den in einem Märchen enthaltenen Mythos entschlüsseln zu können, muss man seine Wahrnehmungsfähigkeiten erweitern. Darum geht es in den folgenden beiden Kapiteln.
Da die Brüder Grimm das Holle-Thema in ihrem Sinn stark bearbeitet haben, nehme ich Sie dann mit auf einen kurzen Ausflug in die Welt der Brüder Grimm, um ihnen hinter die Kulissen schauen zu können.
Auf diese Weise erfahren Sie, von welchen Überlegungen ich bei der Entschlüsselung des Frau-Holle-Märchens ausgegangen bin.
Im Anschluss an die Entschlüsselung der Symbolik des Märchens stellt sich die Frage, wen oder was die Frau Holle darstellt. Die heiligen Orte der Frau Holle am Hohen Meissner in Nordhessen geben uns dazu auf spirituellem Wege erste Hinweise, über die ich im 6.
Kapitel berichte.
Anschließend gehe ich der Frage nach, wie der Frau-Holle-Mythos in Form der Verehrung der Großen Göttin über Jahrhunderte seinen Weg bis in die heutige Zeit finden konnte. Abschließend fasse ich zusammen, welche konkreten Antworten das Frau-Holle-Märchen auf ewig aktuelle (Über-)Lebensfragen gibt und auf welche Weise Frau Holle heute unter uns lebendig ist.
2. Frau Holle und die Wissenschaft
Das Wesentliche einer nicht-intellektuellen Überlieferung, wie sie Märchen, Mythen und Symbole darstellen, können wir auf rein intellektuellem Weg nicht erkennen. Märchen bedienen sich einer symbolischen Sprache, in der durch die Schilderungen der Außenwelt religiöse und philosophische Ideen und Erfahrungen der Seele ausgedrückt werden.
Oft sind die in verschiedenen Kulturen gebrauchten Symbole einander ähnlich, weil sie auf Sinneswahrnehmungen und emotionale Erfahrungen zurückgehen, die den Menschen aller Kulturen gemeinsam sind (vgl. Erich Fromm: Märchen, Mythen, Träume). So gibt es universale Symbole wie Feuer, Wasser, Erde, Luft, die alle Menschen verstehen, weil sie elementare Gefühle repräsentieren.
Je nach Erfahrungshintergrund können aber durchaus unterschiedliche Aspekte im Vordergrund stehen, so kann Feuer als Symbol sowohl für das Wärmende als auch das Vernichtende stehen. Bezogen auf das Frau-Holle-Märchen heißt dies, dass der Backofen und das Brot zum Beispiel nicht wörtlich zu verstehen sind, sondern als Symbol für etwas ganz anders stehen.
Logisch lässt sich nicht erschließen, warum Goldmarie dem Backofen mitten auf einer blühenden Wiese begegnet. Ein Sinn ergibt sich nur über die Entschlüsselung des Backofens als Symbol im Rahmen des erzählten Zusammenhangs. Dazu sind Phantasie und Vorstellungsvermögen erforderlich. Mit einer rein realistischen, rationalen Herangehensweise wäre ein Sinn nicht zu erkennen.
Dass Symbole gerade auch in unserer so rationalen Welt (oftmals unbewusste) Wirkungen auf uns haben, beweisen uns die Marketing-Fachleute jeden Tag aufs Neue. Ein Krokodil auf einem Pullover, ein Jaguar oder ein Stern auf der Motorhaube, welche Botschaften übermitteln uns diese Symbole über ihre Besitzer, was bedeuten solche Symbole für uns? Auch dass wir uns z. B. bei der Begrüßung die Hand geben, ist eine (unbewusste) symbolische Handlung. Sie zeigt unserem Gegenüber, dass wir unbewaffnet sind und ihm offen begegnen wollen.
Da sich Märchen einer symbolhaften Sprache bedienen, gilt für sie Ähnliches wie für die heiligen Schriften der Religionen. „Das heilige Buch (…) ist ein Kryptogramm, wie man das nennt, ein Buch der Symbole. Es sagt uns, dass wir die Wirklichkeit nicht einfach so verstehen können. Wenn wir das versuchen, entschwindet sie am Horizont. (…) Der Koran lässt das Offensichtliche aus, und das fordert vom Leser eine gewisse Arbeit. Genau wie die großen Kunstwerke. Und die Idee, die dahinter steckt, ist, dass man mit dieser Arbeit in neue Bereiche des Bewusstseins vordringt, Bereiche, in die man niemals käme, wenn man sein Wissen als Babykost zu sich nähme.“ (Anthony McCarten in: Englischer Harem).
Dies gilt nicht nur für die heiligen Bücher der Menschheit, sondern auch für die Kunst. „Der Wert eines Gemäldes gründet nicht in der Qualität der Leinwand und der Farben, sondern die materiellen Bestandteile des Bildes sind lediglich Träger und Vermittler einer Idee eines inneren Bildes des Künstlers. Leinwand und Farbe ermöglichen dabei die Sichtbarwerdung des sonst Unsichtbaren und sind so physischer Ausdruck eines metaphysischen Inhaltes.“
(Dethlefsen/Dahlke: Krankheit als Weg, S. 16)
Der bolivianische Schamane Chamalú schreibt z. B. zu den vielen Theorien über die Bauwerke der Inka in Südamerika: „Der moderne Mensch wird niemals im Stande sein, die Konstruktion der großen Tempel, Monumente und anderen majestätischen Gebäude der Anden zu verstehen, solange er dickköpfig darauf besteht, seinen Verstand als Instrument zu benutzen, nicht-verstandesmäßiges Wissen zu verstehen.“
Für den überwiegenden Teil der wissenschaftlichen Theorien der Vergangenheit gilt, das es heute widerlegte Theorien sind. Einen besonders unrühmlichen Höhepunkt kann man in der „wissenschaftlichen“ Erklärung sehen, dass „die relative Kleinheit des Frauenhirns zum Teil von ihrer körperlichen Unterlegenheit und zum Teil von ihrer geistigen Unterlegenheit (gegenüber dem Manne, W.R.) herrührt.“ (Heinrich Zankl). Diese Erkenntnis passte nur zu gut in die gesellschaftlichen und politischen Überzeugungen der Herren in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts, übrigens: der Zeitgenossen der Brüder Grimm. Auch Archäologie und Geschichtswissenschaften liefern viele Beispiele für peinliche Irrtümer, z. B. die Interpretation der steinzeitlichen „Venus“-Figurinen als Handschmeichler für Männer, Schliemanns „Schatz des Priamos“, die Pippinsche Schenkung, Marco Polos China-Reisen.
Darüber hinaus werden wissenschaftliche Erkenntnisse oft genug verschwiegen, wenn sie einen Bruch mit der traditionellen Lehrmeinung bedeuten oder die Karriere des Wissenschaftlers gefährden. Der Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen erfordert also Vorsicht und einen kritischen Blick. Die Behauptung, etwas sei „streng wissenschaftlich erwiesen“, ist also nicht von vornherein ein Qualitätsmerkmal.
Dem Frau-Holle-Mythos kann man allein auf „streng wissenschaftliche Weise“, durch sachliche, nüchterne Auswertung der Quellen auf der Grundlage nachweisbarer Tatsachen nicht allzu nahe kommen.
Diese rein verstandesmäßige Vorgehensweise beschränkt sich auf das vordergründig Sichtbare, auf das Berechenbare und statistisch Auswertbare. Wo kämen wir hin, wenn wir behaupteten, alles, was nicht wissenschaftlich erklärt werden kann, existiere nicht?
Dennoch beziehe ich in meine Überlegungen zum Frau-Holle-Mythos natürlich auch die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse ein. Aber damit lässt sich nur ein Teil des Frau-Holle-Mythos erklären. Wir müssen darüber hinaus gehen, denn auch hier gilt: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ (Aristoteles)
Unser Märchen von Frau Holle ist also ein Text der Symbole und Ausdruck eines metaphysischen Inhaltes. Und den heiligen Orten der Frau Holle kommen wir nur näher, wenn wir über die archäologischen Befunde hinaus zu ihnen in Resonanz gehen. Wenn ich im Verlauf der ...
Inhaltsverzeichnis
- Das Buch
- Der Autor
- Widmung
- Inhaltsverzeichnis
- 1. Erste Schritte auf dem Weg zu Frau Holle
- 2. Frau Holle und die Wissenschaft
- 3. Frau Holle und unsere Wahrnehmung
- 4. Frau Holle und die Brüder Grimm
- 5. Das Frau-Holle-Märchen als mythisches Rätsel
- 6. Frau Holle und ihre heiligen Orte
- 7. Frau Holle als allumfassende Göttin
- 8. Frau Holle im Hier und Jetzt
- Gebet an die Schöpferin des Universums
- Danksagung
- Kontakt
- Bibliografie
- Impressum