
- 179 Seiten
- German
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eBook - ePub
Hüter des Friedens
Über dieses Buch
Das Werk "Hüter des Friedens" ist ein 1929 veröffentlichter Afrikaroman von Edgar Wallace. Der Originaltitel lautet "The Keepers Of The King's Peace".Richard Horatio Edgar Wallace (* 1. April 1875 in Greenwich, London; † 10. Februar 1932 in Hollywood, Kalifornien) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Wallace gehört zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.
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Information
Das Wasser der Verrücktheit
Unerwartete Vorfälle ereigneten sich häufig in dem Gebiet, das Distriktsgouverneur Sanders verwaltete. So ging Bones eines Tages ans Ufer, um die »Post abzuholen«. Das geschah gewöhnlich in der Weise, daß er den Postsack in Empfang nahm, der in weitem Bogen aus einem auf den Wellen tanzenden Boot ans Land geworfen wurde. Diesmal war er erstaunt, als er sah, daß das Boot zum Ufer fuhr und nicht nur die Post, sondern auch einen Fremden samt seinem Gepäck absetzte.
Er war glattrasiert, untersetzt, trug einen tadellosen weißen Anzug und begrüßte Bones mit einem freundlichen Nicken.
»Morgen«, sagte er, »ich habe Ihnen die Post mitgebracht.«
Bones streckte die Hand aus und nahm den Postbeutel ohne Anzeichen großer Begeisterung entgegen.
»Ist Sanders in der Residenz?«
»Mr. Sanders ist nicht anwesend«, erwiderte Bones reserviert.
Der andere lachte. »Zeigen Sie mir den Weg«, sagte er barsch. Bones betrachtete ihn von oben bis unten. »Entschuldigen Sie, mein netter alter Herr, habe ich die Ehre, mit dem Herrn Kriegsminister zu sprechen?«
»Nein«, erwiderte der Fremde überrascht. »Wie kommen Sie auf diese Idee?«
»Weil er der einzige Mensch ist, der nicht das kleine Wörtchen ›bitte‹ seinen Aufforderungen mir gegenüber hinzuzufügen brauchte«, sagte Bones mit steigendem Ärger.
Der Mann wollte sich vor Lachen ausschütten.
»Entschuldigen Sie. Bitte, zeigen Sie mir den Weg.«
»Folgen Sie mir, Sir.«
Sanders war nicht in der Residenz. Er inspizierte gerade die von eingeborenen Schmieden reparierte Kesselanlage der »Zaire«.
Der Fremde nahm sich ohne Einladung oder Aufforderung einen Stuhl auf der Veranda, setzte sich und schaute sich dreist um. Patricia Hamilton saß am andern Ende und las ein Buch. Sie hatte nur einen Augenblick aufgesehen und sich über den neuen Ankömmling gewundert.
»Ein verflucht hübsches Mädel«, sagte der Fremde und steckte sich eine Zigarette an.
»Wie meinen Sie?« fragte Bones.
»Ein verflucht hübsches Mädel!«
»Und Sie sind ein verflucht ruppiger Mensch! Ich habe bis jetzt nur zu dieser Tatsache geschwiegen.«
Der Mann blickte schnell auf. »Was sind Sie eigentlich hier?« fragte er. »Ein Schreiber oder so etwas Ähnliches?«
Bones blieb ganz ruhig. »O nein«, sagte er mit der liebenswürdigsten Stimme. »Ich bin ein Offizier der König-Haussa hier, Rang: Leutnant. Meine Aufgabe ist es, die Eingeborenen hier an Ordnung und Gesetz zu gewöhnen und die zivilisierten Schweine mit hervorragender Musik zu unterhalten. Wollen Sie ein Stück auf dem Grammophon hören?«
Der Fremde runzelte die Stirn. Aber in diesem Augenblick erschien Sanders.
Der Ankömmling zog die Brieftasche heraus und entnahm ihr ein Schreiben und eine Karte.
»Guten Morgen, Mr. Sanders. Mein Name ist Corklan – P.T. Corklan von der Firma Corklan, Besset & Lyon.«
»So?« erwiderte Sanders.
»Ich habe einen Brief für Sie.«
Sanders nahm ihn in Empfang, öffnete und las ihn. Er trug die saubere Unterschrift eines Unterstaatssekretärs, zeigte den schön geprägten Briefkopf des Auswärtigen Amtes und empfahl Mr. P.T. Corklan dem Distriktsgouverneur Sanders mit der Bitte, den Überbringer ohne Behinderung durch die Gebiete am Großen Strom reisen und ihm jegliche Unterstützung zukommen zu lassen, die mit dem Dienst zu vereinbaren war, damit er seine Studien über Zuckergewinnung aus der süßen Kartoffel fördern könne.
»Das hätten Sie zur Zentralverwaltung mitnehmen sollen. Es muß die Unterschrift des Gouverneurs tragen.«
»Diesen Brief habe ich«, entgegnete der Mann kurz.
»Und wenn Ihnen die Unterschrift eines Staatssekretärs nicht genügt, dann werde ich sofort nach England zurückfahren und mich persönlich an ihn wenden.«
»Meinetwegen können Sie sich auch an den Teufel persönlich wenden! Sie reisen jedenfalls nicht eher in das Innere, bis ich von meinem Vorgesetzten telegrafisch Anweisung dazu erhalten habe. Bones, nehmen Sie den Herrn mit zu Ihrem Quartier. Ihre Leute sollen für ihn tun, was in ihren Kräften steht.«
Damit drehte er sich kurz um und ging ins Haus.
»Sie werden noch darüber hören«, sagte Mr. Corklan.
»Hier hinaus, mein lieber alter Pilgersmann!«
»Wer trägt mein Gepäck?«
»Ihr Name ist mir entfallen, aber wenn Sie einmal auf Ihrer Visitenkarte nachschauen, dann finden Sie den netten Namen des Gepäckträgers dort sehr deutlich verzeichnet.«
Sanders berichtete über den Vorfall in seinem knappen, energischen Stil und sandte ein Telegramm von hundert Worten an die Zentralverwaltung.
Zufällig war der Gouverneur auf einem kurzen Jagdausflug, deshalb antwortete sein Sekretär.
Zentralverwaltung an Sanders – Duplikat des Empfehlungsschreibens hier. Lassen Sie Corklan auf eigene Gefahr reisen. Warnen Sie vor Gefahren.
»Sie können es ihm mitteilen«, sagte Sanders zu Bones. »Er kann sofort losziehen, je eher, desto besser.«
Bones überbrachte die Botschaft Mr. Corklan, der auf dem Bett seines Gastgebers saß. Der ganze Boden war mit Zigarettenasche bedeckt. Aber das Schlimmste war in Bones' Augen die große Flasche Whisky, die der Mann aus einem seiner Koffer genommen hatte. Obendrein hatte er sich selbst aus Bones' Schrank ein Glas geholt.
»Dann kann ich also heute abend schon fort? Die Sache wäre also in Ordnung. Wie komme ich denn am besten ins Innere?«
Bones war schon in das Stadium gekommen, in dem er sich nicht über die Menschen ärgerte, sondern sich sogar für die Situation interessierte.
»Wie denken Sie sich denn Ihre Reise?« fragte er neugierig.
»Haben Sie denn keinen Dampfer für mich? Hat Sanders kein Regierungsboot?«
»Verzeihen Sie, wenn mir etwas schwach wird!« Bones ließ sich in einen Stuhl fallen.
»Nun, wie kann ich denn fortkommen?«
»Können Sie gut schwimmen?« fragte Bones unschuldig.
»Hören Sie doch einmal zu. Sie sind doch ein netter Kerl – ich mag Sie.«
»Das tut mir aber leid.«
»Ich mag Sie wirklich«, wiederholte Mr. Corklan. »Sie könnten mir doch ein wenig helfen.«
»Das werde ich wahrscheinlich nicht tun«, sagte Bones.
»Aber erklären Sie mir nur ruhig die Sache, mein lieber alter Abenteurer.«
»Da haben Sie recht, das bin ich.« Corklan biß das Ende einer neuen Zigarre ab und steckte sie mit dem glühenden Rest der alten in Brand. »Ich bin überall in der Welt herumgekommen und habe mich mit verschiedenen Dingen befaßt. Ich habe nun die Möglichkeit, ein Vermögen zu gewinnen. In diesem Lande gibt es einen Stamm, den man die N'gombi nennt. Sie leben in einem wunderbaren Gebiet, in dem viel Gummi wächst. Und ich habe gehört, daß sie unheimliche Mengen von Elfenbein und geheime Gummivorräte vergraben haben.«
Es war eine Tatsache – Bones war überrascht, daß der Fremde davon wußte –, daß die N'gombi sehr sparsame, vorsichtige und geizige Leute waren und ihre wohlverborgenen Schätze von Elefantenzähnen hüteten. Seit Hunderten von Jahren trieben sie mit Elfenbein und Gummi Handel, und jedes einzelne Dorf besaß seine geheime Vorratskammer. Die Regierung hatte seit langem versucht, die N'gombi zu überreden, ihren Reichtum in staatlichen Gewahrsam zu geben, denn derart kostbare Vorräte bedeuten früher oder später Krieg. Der Stamm lebte im Innern der großen Wälder – das Wort N'gombi heißt soviel wie »innen«. In ihren Wäldern gab es viele Elefanten und Gummibäume.
»Sie sind ja das reinste Informationsbüro«, sagte Bones bewundernd. »Aber was hat denn dies mit Ihren wissenschaftlichen Untersuchungen der süßen Kartoffel zu tun?«
Der Mann rauchte eine Weile schweigend, dann nahm er eine große Karte aus seiner Tasche. Bones war wieder erstaunt, denn es war die amtliche Geheimkarte.
Mr. Corklan verfolgte den großen Strom mit seinem dicken Zeigefinger.
»Von hier erstreckt sich das N'gombi-Land, von dem östlichen Ufer des Isisi-Flusses ab. Dies ist alles Wald, und ungefähr alle zehn Quadratmeter findet man einen Gummibaum.«
»Ich habe sie noch nicht gezählt, aber ich will Ihre Angabe gelten lassen.«
»Was hat aber dies hier zu bedeuten?« Mr. Corklan zeigte auf eine gewundene Linie von Strichen und Pünktchen, die an dem Einfluß des Isisi in den Großen Strom begann und sich in vielen kleinen Windungen fünfhundert Meilen hinzog, bis sie den Sigifluß traf, der durch spanisches Gebiet floß. »Was ist das?«
»Das scheinen die Fußspuren des großen Vogels Roch zu sein, der mit den Augen bellt und nur von Buttertoast und Eisenzeug lebt.«
»Ich will Ihnen sagen, was es ist.« Mr. Corklan schaute Bones vielsagend an. »Dies ist einer jener geheimen Ströme, die man immer in diesen ›nassen‹ Ländern antrifft. Die Eingeborenen können einem viel davon erzählen. Aber man findet sie niemals. Es sind Flüsse, die in vielen Jahren nur einmal mit Wasser gefüllt sind, wenn der Große Strom Hochwasser hat und es andauernd heftig regnet. Nun hat man mir in dem spanischen Gebiet erzählt, daß die Mündung des geheimen Stromes Wasser führt.« Er stieß Bones nachdrücklich ans Knie.
»In dem spanischen Gebiet erzählt man allerhand Märchen«, erwiderte Bones höflich. »Dort sagen Ihnen die Leute alles, was Ihnen angenehm sein kann, wenn Sie ihnen nur das nötige Silbergeld in die Hand drücken.«
»Wie steht es denn mit dem Teil des geheimen Stromes, der auf Ihrem Gebiet liegt?« fragte Mr. Corklan, der Bones' Abneigung, über diesen Gegenstand zu sprechen, ganz übersah.
»Das werden Sie ja selbst herausbekommen – ich möchte Sie nicht gern vorher schon entmutigen.«
»Wie komme ich denn nun aber ins Innere?« fragte Mr. Corklan nach einer Pause.
»Sie können ein Kanu mieten und im Lande leben, wenn Sie sich nicht Konserven und Nahrungsmittel mitgebracht haben.«
Der Mann lachte. »Selbstverständlich habe ich keine Vorräte mitgebracht. Ich will Ihnen einmal etwas zeigen. Sie sind ein netter Kerl.«
Er öffnete seinen Koffer und ...
Inhaltsverzeichnis
- Bones, Sanders und noch jemand
- Bones ändert seine Religion
- Der mächtige Ju-ju
- Bones und die drahtlose Telegrafie
- Der Arzt
- Bones gründet eine Dynastie
- Der Tierbändiger
- Das Söldnerheer
- Das Wasser der Verrücktheit
- Von Auge zu Auge
- Der verhüllte König
- Fußnoten
- Impressum