Die Auswirkung von Führungsstilen auf die Performanz von multinationalen Firmennetzwerken
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Die Auswirkung von Führungsstilen auf die Performanz von multinationalen Firmennetzwerken

Eine Studie mit Organisationen der Größenordnungen kleinerer und mittlerer Unternehmungen (KMU) bis zum multinationalen Großkonzernfirmennetzwerk (Konzern)

  1. 196 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Die Auswirkung von Führungsstilen auf die Performanz von multinationalen Firmennetzwerken

Eine Studie mit Organisationen der Größenordnungen kleinerer und mittlerer Unternehmungen (KMU) bis zum multinationalen Großkonzernfirmennetzwerk (Konzern)

Über dieses Buch

Die grenzüberschreitende, internationale Geschäftstätigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Erschließen neuer Märkte und die Verlagerung von Produktionsstätten an ökonomisch vorteilhaftere Standorte sind nur zwei von vielen Gründen, die Unternehmenstätigkeit ins Ausland auszuweiten. Ein Großteil dieser internationalen Geschäftstätigkeit geht heute von multinationalen Unternehmen aus, die aus ihrem multinationalen Netzwerk deutliche Wettbewerbsvorteile generieren. Dies setzt allerdings eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Netzwerkteilen voraus, um das gemeinsame Unternehmensziel - die Steigerung der Unternehmensleistung - effektiv verfolgen zu können. Die Koordination des Netzwerkes und die gemeinsame Zielerreichung sind daher zentrale Führungsaufgaben, die im interkulturellen Kontext mit grundsätzlich anderen Anforderungen verbunden sind als im Heimatunternehmen. Führung im internationalen Kontext bedeutet die Bewältigung komplexer Herausforderungen, die sich aus der kulturellen Diversität ergeben. Leistung basiert auf Zufriedenheit, das bedeutet, Mitarbeiter, die mit ihrer Aufgabe nicht zufrieden sind, sind entsprechend wenig motiviert, sich für die Erreichung der Unternehmensziele zu engagieren. Die interdependenten Leistungs-erwartungen von Unternehmen und Mitarbeitern bilden die Basis der Führung, die im internationalen Netzwerk mit verschiedenen Verhaltensmustern, Denkweisen und Wertvorstellungen konfrontiert wird, auf die im Unternehmenssinne reagiert werden muss. Damit entscheidet letztlich das Führungsverhalten bzw. der Führungsstil darüber, ob ein multinationales Unternehmensnetzwerk seinem Leistungsanspruch gerecht werden kann oder nicht. Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Führungsstile zu analysieren und hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Unternehmensperformance im interkulturellen Kontext zu untersuchen. Dafür werden zunächst die Charakteristika multinationaler Unternehmen und Netzwerke, ihre Strategien und Organisationsstruktur analysiert. Daran anschließend werden der Begriff der Führung erläutert und verschiedene Führungsstile und Führungsverhaltensweisen vorgestellt. In Kapitel vier werden die wichtigsten Führungsstiltheorien dargestellt, bevor in Kapitel fünf und sechs schließlich die Interdependenzen zwischen Führung im interkulturellen Kontext und Unternehmensperformance thematisiert werden.

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Information

Jahr
2017
ISBN drucken
9783743152465
eBook-ISBN:
9783743157392

1 Einleitung

Die grenzüberschreitende, internationale Geschäftstätigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Erschließen neuer Märkte und die Verlagerung von Produktionsstätten an ökonomisch vorteilhaftere Standorte sind nur zwei von vielen Gründen, die Unternehmenstätigkeit ins Ausland auszuweiten. Ein Großteil dieser internationalen Geschäftstätigkeit geht heute von multinationalen Unternehmen aus, die aus ihrem multinationalen Netzwerk deutliche Wettbewerbsvorteile generieren. Dies setzt allerdings eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Netzwerkteilen voraus, um das gemeinsame Unternehmensziel – die Steigerung der Unternehmensleistung – effektiv verfolgen zu können. Die Koordination des Netzwerkes und die gemeinsame Zielerreichung sind daher zentrale Führungsaufgaben, die im interkulturellen Kontext mit grundsätzlich anderen Anforderungen verbunden sind als im Heimatunternehmen. Führung im internationalen Kontext bedeutet die Bewältigung komplexer Herausforderungen, die sich aus der kulturellen Diversität ergeben. Leistung basiert auf Zufriedenheit, das bedeutet, Mitarbeiter, die mit ihrer Aufgabe nicht zufrieden sind, sind entsprechend wenig motiviert, sich für die Erreichung der Unternehmensziele zu engagieren. Die interdependenten Leistungs-erwartungen von Unternehmen und Mitarbeitern bilden die Basis der Führung, die im internationalen Netzwerk mit verschiedenen Verhaltensmustern, Denkweisen und Wertvorstellungen konfrontiert wird, auf die im Unternehmenssinne reagiert werden muss. Damit entscheidet letztlich das Führungsverhalten bzw. der Führungsstil darüber, ob ein multinationales Unternehmensnetzwerk seinem Leistungsanspruch gerecht werden kann oder nicht. Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Führungsstile zu analysieren und hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Unternehmensperformance im interkulturellen Kontext zu untersuchen. Dafür werden zunächst die Charakteristika multinationaler Unternehmen und Netzwerke, ihre Strategien und Organisationsstruktur analysiert. Daran anschließend werden der Begriff der Führung erläutert und verschiedene Führungsstile und Führungsverhaltensweisen vorgestellt. In Kapitel vier werden die wichtigsten Führungsstiltheorien dargestellt, bevor in Kapitel fünf und sechs schließlich die Interdependenzen zwischen Führung im interkulturellen Kontext und Unternehmensperformance thematisiert werden.

2 Multinationale Unternehmen und Netzwerke

2.1 Begriffsdefinition multinationales Unternehmen

Der Begriff des multinationalen Unternehmens1 erfährt in der Fachliteratur eine Vielzahl von Definitionsansätzen, so dass eine allgemeingültige Definition kaum möglich ist. Voraussetzungen für die Einstufung als multinationales Unternehmen sind die „grenzüberschreitende Tätigkeit“2 und die „polyzentrische Prägung“3. Das bedeutet, ein multinationales Unternehmen ist international tätig und hat mindestens eine Tochtergesellschaft, Zweigniederlassung oder Betriebsstätte im Ausland. Die Geschäftstätigkeit wird dabei in der Regel vom Mutterkonzern aus gesteuert. Die Motive für die multinationale bzw. internationale Geschäftstätigkeit können sowohl gesamtwirtschaftlich als auch individuell begründet sein.4 In der Regel nutzen diese Unternehmen Standortvorteile und „günstige Bezugsquellen für Rohstoffe“5, um ihre Unternehmensziele zu verwirklichen und die Unternehmensleistung insgesamt zu erhöhen. Vorteile der multinationalen Tätigkeit ergeben sich insbesondere aus der Umgehung von Handelshemmnissen, günstigen umwelt- und lohnpolitischen Standards und der Ausschöpfung internationalen Humankapitals und internationaler Finanzierungsquellen.6 Im Gegenzug liefern sie dem Gastland unter Umständen neue Technologien und schaffen Arbeitsplätze.7 Der sich daraus ergebende und im Zuge der Globalisierung zunehmende ökonomische Einfluss der multinationalen Unternehmen in den Gastländern wird allerdings durchaus kritisch gesehen, da sie infolgedessen ihren Absatz- und Beschaffungsmarkt beherrschen.8

2.2 Globalisierungsstrategien multinationaler Unternehmen

Nicht zuletzt aufgrund der verbesserten Techniken der Informationsverarbeitung und der Telekommunikation ist die Zahl international tätiger Unternehmen deutlich gestiegen. Die erleichterten Rahmenbedingungen ermöglichen globale Interaktion und Vernetzung und damit Expansionsmöglichkeiten auf allen Kontinenten.9 Unternehmen können mit den verschiedensten Geschäftssystemen und –strategien weltweit tätig werden und strategische Allianzen eingehen.10 Globalisierung bedeutet in diesen Fällen die Konzentration von Entscheidungskompetenzen und Wertschöpfungsaktivitäten, um Größenvorteile zu erzielen.11 Häufig „wachsen“ international agierende Unternehmen durch Übernahmen, so dass sie dann, nach Wortmann, über mehrere „Stammsitze in unterschiedlichen Heimatländern“ verfügen, die sie als Basis für Zentralisierungs-prozesse nutzen können.12 Neben der Errichtung von Produktionsniederlassungen, der „höchsten Form der Internationalisierung“, gewinnen auch strategische Allianzen, Joint Ventures und internationale Dienstleistungsunternehmen zunehmend an Bedeutung.13 Das heißt, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zunehmend von einem effizienten Technologie-, Personal- und Servicemanagement bestimmt wird. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass immer dynamischere Veränderungen der Umweltbedingungen und kürzer werdende Produktlebenszyklen eine immer schnellere Reaktionsfähigkeit voraussetzen, die nur durch flexible und zeitlich befristete internationale Engagements erzielt werden kann, anstatt durch „schwerfällige und kapitalintensive Produktionsgesellschaften“.14 Dabei beschränkt sich die internationale Unternehmenstätigkeit nicht nur auf große Konzerne – auch kleine und mittlere Unternehmen agieren zunehmend multinational, wobei diese Investitionen in benachbarten Ländern sowie Netzwerke und Joint Ventures mit ausländischen Partnern präferieren, da ihnen höhere Informationskosten entstehen und Finanzierungen schwieriger sind als bei Großkonzernen.15
Zusammenfassend lassen sich, nach Koopmann und Franzmeyer, die Globalisierungsstrategien multinationaler Unternehmen in vier Kategorien unterteilen:
  • Ressourcenstrategien
  • Marktstrategien
  • Effizienzstrategien und
  • Wertstrategien.16
Die Erschließung von Rohstoffquellen zur Sicherung der Versorgung mit natürlichen Ressourcen, Sicherung und Ausweitung des Absatzes im Ausland, Kostensenkung durch Produktionsverlagerung ins Ausland und die Steigerung des Unternehmenswertes durch die Nutzung ausländischer Ressourcen, speziell Wissensquellen, stehen demnach im Fokus der multinationalen Strategie.17 Für die erfolgreiche Verfolgung dieser Strategie ist sowohl eine größtmögliche Anpassung an die lokalen Gegebenheiten notwendig als auch ein hohes Maß an Dezentralisierung, so dass die Tochter-gesellschaften im Ausland weitgehend autonom und unabhängig von der Mutter-gesellschaft agieren können.18 Dies setzt allerdings die Überwindung kultureller Grenzen voraus, die im Rahmen der interkulturellen Geschäftsabwicklung schnell evident werden, also in erster Linie sprachliche Barrieren und konträre oder differierende Wertvorstellungen, wie sie sich beispielsweise in der Interaktion zwischen europäischen und asiatischen Geschäftspartner zeigen.19 Multinationale Unternehmen müssen also über eine gute Anpassungsfähigkeit verfügen, um sich international durchsetzen zu können. In diesem „Spannungsfeld zwischen Globalisierung und Lokalisierung“ müssen die multinationalen Unternehmen, nach Wald, sowohl globale als auch multilokale Strategien verfolgen, deren Zielsetzungen sich eigentlich a...

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweise
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. 1. Einleitung
  4. 2. Multinationale Unternehmen und Netzwerke
  5. 3. Grundlagen der Unternehmensführung
  6. 4. Führungsstil und Führungsverhalten
  7. 5. Führungsstiltheorien
  8. 6. Interkulturelle Führung
  9. 7. Führung und Perfomance-Management in multinationalen Netzwerken
  10. 8. Lösungsansätze ausgewählter Führungsprobleme in der aktuellen Wirtschaftskrise
  11. 9. Schlussbetrachtung
  12. Literaturverzeichnis
  13. Impressum