Die ReiheDie achtzigbändige Reihe "Die Götter der Germanen" stellt die Gottheiten und jeden Aspekt der Religion der Germanen anhand der schriftlichen Überlieferung und der archäologischen Funde detailliert dar.Dabei werden zu jeder Gottheit und zu jedem Thema außer den germanischen Quellen auch die Zusammenhänge zu den anderen indogermanischen Religionen dargestellt und, wenn möglich, deren Wurzeln in der Jungsteinzeit und Altsteinzeit.Das BuchWie in allen frühen Kulturen mit einem mythologischen Weltbild hat auch bei den Germanen die Magie eine große Rolle gespielt.Es gab als Grundlage den Atem und die Erweckung der Kundalini sowie die Kenntnis der vier "alten Chakren", also Wurzelchakra, Herzchakra, Scheitelchakra und Drittes Auge. Zu diesen Grundlagen gehören weiterhin die Telepathie, die Intuition, die Symbole und die Verankerung dieser Symbole in der Mythologie - diese Elemente waren auch Teil des Galdrs und des Seidrs.Bei einem kriegerischen Volk wie den Germanen fehlt natürlich auch nicht die Kampfmagie, der Fessel-Zauber und der Fessellösungs-Zauber, das Ritual zum Stumpf-machen der Schwerter der Feinde und als Gegenmittel der "Anti-stumpf-Zauber", und ebensowenig das Anstreben von Unverwundbarkeit und Unsichtbarkeit. Der größte Schadenszauber war der Nid - ein Todesfluch, der von seiner Symbolik her eine inszenierte Bestattung des Verfluchten gewesen ist. Friedenszauber spielen hingegen eine eher untergeordnete Rolle...Der Nebelzauber diente zum einen dazu, den Feinden die Orientierung zu rauben, und zum anderen dazu, sich selber zu verbergen.Wie bei Seefahrern nicht anderes zu erwarten, gibt es sehr viele Varianten des Windzaubers und auch allgemein der Wetterzauber.Die damalige Holzbauweise hat zur Entwicklung von Sprüchen zum Löschen von Bränden geführt.Die Fruchtbarkeitszauber und die Wohlstandszauber stammen aus dem bäuerlichen Bereich - an den Liebeszaubern haben hingegen alle Interesse gehabt...Das Verstehen der Vogelsprache ist schließlich vor allem ein mythologisches Motiv gewesen - allerdings ein sehr beliebtes.

- 608 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
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Information
D Formen der Magie – schadend
XV Schadenszauber
XV 1. Schadenszauber in der germanischen Überlieferung
Schadenszauber und Liebeszauber sind die beiden Arten des Zaubers, die fast weltweit verbreitet sind.
XV 1. a) Grettir-Saga
„Hüte Dich vor Zauberei, denn es gibt nur wenige Dinge, die mächtiger als die Künste der Alten (Magie) sind!“
XV 1. b) Die jüngere Version der Huldar-Saga
Da wandte sich Audi an die junge Völva Hleidr, welche in den schwedischen Tal-Landen wohnte und nach einigen eine Tochter des Riesen Svadi und einer Schwedin war, und sie richtet in seinem Auftrag einen Zauber gegen Domaldi an.
XV 1. c) Heimskringla
Vanlande, Swedges Sohn, folgte auf seinen Vater und herrschte über den Uppsala-Bereich. Er war ein großer Krieger und zog in den verschiedensten Ländern weit umher.
Einst nahm er in Finnland bei Snae dem Alten Winterquartier und erhielt dessen Tochter Driva zur Frau. Im Frühjahr ließ er Drifa jedoch zurück und obwohl er versprach, innerhalb von drei Jahren zurückzukehren, kam er nicht in zehn Jahren zurück.
Da sandte Driva der Zauberin Huld eine Botschaft und sandte ihren Sohn Visbur den sie von Vanlande empfangen hatte, nach Schweden. Driva belohnte die Zauber-Frau Huld dafür, daß sie entweder Vanland nach Finnland holen oder ihn töten sollte.
Als diese Zauberei vonstatten ging, war Vanlande in Uppsala und es überkam ihn ein großes Verlangen, nach Finnland zu gehen, doch seine Freunde und Ratgeber rieten ihm davon ab und sagten, daß sich in seinem Bedürfnis, nach Finnland zu gehen, nur die Zauberkunst der Finnen offenbare.
Da wurde er sehr müde und legte sich zum Schlafen nieder, aber nachdem er ein wenig geschlafen hatte, schrie er auf und sagte, daß die Maar auf ihm herum trampeln würde. Seine Männer eilten zu ihm, um ihm zu helfen, aber wenn sie seinen Kopf hielten, trampelte sie auf seinen Beinen, und wenn sie seine Beine hielten, drückte sie auf seinen Kopf – und das war sein Tod.
Die Schweden nahmen seinen Leib und verbrannten ihn an einem Fluß, der Skytaa genannt wurde, und errichteten dort einen stehenden Stein über ihm.
So sang Thjodolf:
Und Vanlande wurde in seiner Todesstunde
von der Macht der Tochter der Grimhild,
von dieser Zauber-Frau zu dem Ort gezerrt,
an dem die Männer Odin von Angesicht zu Angesicht begegnen.
Den zu Tode getrampelten Leib
trug sein treues Gefolge zum Ufer der Skytaa
und verbrannten ihn dort mit schweren Herzen,
den guten Anführer, der von Zauberkünsten getötet worden war.
XV 1. d) Die Saga über die Siedler von Eyre
Das „Reiten einer Person“ ist ein Schadenszauber. Das „Reiten“ bezieht sich normalerweise auf die Astralreise, bei der der Stab, der ursprünglich diese Fähigkeit symbolisiert hat, zu einem „Flug-Gerät“ („Hexenbesen“) geworden ist. Das „Reiten“ scheint in diesem magischen Fachbegriff soviel wie „magischer Angriff“ zu bedeuten.
An einem Tag zu Beginn jenes Winters, in dem Snorri das erste Mal in dem Haus Heilighügel wohnte, geschah es, daß Gunnlaug Thorbiornson zusammen mit Odd Katlason nach Mewlithe fuhr.
Gunnlaug und Geirrid sprachen lange zusammen an diesem Tag und als der Abend schon weit vorangeschritten war, sagte Geirrid zu Gunnlaug: „Ich hätte es lieber, wenn du nicht an diesem Abend heimgehst, denn es werden viele Zauber-Reiter unterwegs sein und oft verbergen sich die Üblen in einer schönen Haut – und wenn ich Dich so anschaue, dann scheint mir, daß nicht allzuviel Glück mit Dir ist.“
Gunnlaug antwortete: „Es wird wohl keine Gefahr für mich bestehen,“ sagte er, „da wir zu zweit sind.“
Sie sagte: „Odds Hilfe wird kein Vorteil für Dich sein und ich fürchte, daß Du für Deinen Eigensinn bezahlen wirst.“
Danach gingen sie hinaus, Gunnlaug und Odd, und liefen, bis sie nach Holt kamen. Katla war bereits in ihrem Bett. Sie bat Odd, Gunnlaug zu bitten, da zu bleiben.
Er sagte, daß er ihn schon gebeten hatte,“ aber er will noch heim.“
„Dann laß ihn ziehen, so wie er sich sein Schicksal formen will,“ sagte sie.
Gunnlaug kam an dem Abend nicht heim und die Leute sprachen darüber, daß sie ihn suchen sollten, aber sie hatten mit ihrer Suche keinen Erfolg.
Aber in der Nacht, als Thorbiorn hinausblickte, fand er seinen Sohn Gunnlaug vor der Tür – dort lag er völlig bewußtlos.
Da wurde er hineingebracht und es wurden ihm seine Kleider ausgezogen – er war ganz schwarz und blau rings um die Schultern und sein Fleisch hatte sich von seinen Knochen gelöst.
Er lag den ganzen Winter über krank von seinen Verletzungen darnieder und es gab ein großes Gerede über diese Krankheit, die ihn befallen hatte.
Odd Katlason erzählte überall herum, daß Geirrid ihn geritten haben mußte, denn er sagte, daß sie sich an dem Abend mit sehr unfreundlichen Worten verabschiedet hätten. Und die meisten Männer glaubten, daß es genau so geschehen sei.
Dies geschah kurz vor den Versammlungs-Tagen. Daher ritt Thorbiorn nach Mewlithe und beschuldigte Geirrid in dieses Sache, daß sie eine Nachtreiterin sei und Gunnlaugs Wunden verursacht habe.
Der Fall kam auf das Thorsness-Thing und Snorri der Priester führte den Fall für seinen Schwager Thorbiorn; Arnkell der Priester verteidigte in dem Fall seine Schwester Geirrid; und eine Gemeinschaft von zwölf Richter sollte das Urteil in dieser Sache fällen. Aber keiner der beiden, Snorri oder Arnkel, wurde wegen ihrer Verwandtschaft mit der Angeklagten und dem Kläger als Zeugen-tauglich erachtet.
Da berief man den Helgi, den Priester von Tempelgarth, der der Vater des Biorn war, der wiederum der Vater des Gest war, der der Vater des Shald-Ref war, um das Urteil der zwölf Männer zu verkünden.
Arnkel der Priester ging in den Versammlungs-Kreis und legte einen Eid auf den Tempel-Ring ab, daß Geirrid nicht die Verletzungen des Gunnlaug verursacht hatte; Thorarin und mit ihm weitere zehn Männer legten einen Eid ab, und dann verkündete Helgi das Urteil über Geirrid. Und die Klage des Thorbiorn und des Snorri hatte keinen Erfolg, was ihnen zur Schande gereichte.
XV 1. e) Zusammenfassung
Schadenszauber wurden als sehr mächtig angesehen. Sie wurden anscheinend nur von Frauen ausgeübt. Die Ausführen von Kampfzauber und Schutzzauber wird hingegen von Männern und Frauen berichtet.
XV 2. Schadenszauber
in der indogermanischen Überlieferung
XV 2. a) Hethiter
Über solche Schadenszauber ist nur sehr wenig bekannt – was keinesfalls bedeutet, daß es sie nicht gegeben hat.
Lediglich von den Hethitern gibt es zu dieser Art von Magie ein reichhaltige Überlieferung – was daran liegt, daß in diese Zauber das Königshaus verwickelt gewesen ist …
In der Magie benutzte man im Hethiterreich die allgemein üblichen Methoden der Analogie und der Assoziation. So tötete man z.B. bei einem Schadenszauber eine Schlange und gab ihr vorher den Namen des Feindes (Herstellung der Analogie), den man töten wollte.
Man...
Inhaltsverzeichnis
- Bücher von Harry Eilenstein
- Die Themen der einzelnen Bände der Reihe „Die Götter der Germanen“
- Inhaltsverzeichnis
- A Allgemein
- B Grundlagen der Magie
- C Formen der Magie – fördernd
- D Formen der Magie – schadend
- E Formen der Magie – neutral
- F Phänomene der Magie
- G Symbole in der Magie
- Themenverzeichnis
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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