Immobilien sind reale Werte und können als Teil des öffentlichen Raums auch von allen wahrgenommen werden. Deshalb unterliegen sie, im Gegensatz zu anderen Kapitalanlagen, einem ästhetischen Empfinden. Doch wie groß ist die monetäre Bedeutung des Stils? Die Antworten förderten Bemerkenswertes zutage. So besteht bei fast allen Befragten ein Bedürfnis nach Stil, wobei die individuellen Präferenzen kaum voneinander abweichen. Aber die Bereitschaft, für Stil zu bezahlen, ist unterschiedlich.

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Der Wert stilgeprägter Architektur
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Information
IV. Empirische Ergebnisse
IV.1 Ist Stil ein irrelevanter Faktor?
Betrachten wir zunächst die oben aufgeworfene Frage, ob Stil einen irrelevanten Faktor darstellt. Dann hätten die Probanden bei den Auswahlentscheidungen überwiegend die Auswahl „ist mir egal“ treffen müssen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Bei 7.200 Auswahlentscheidungen (100 Probanden x 72 Entscheidungen) lehnten die Probanden die Antwort „Stil ist mir egal“ in der Perspektive „im Gebäude“ in 97,4%, in der Perspektive „am Gebäude“ in 96,8% und in der Perspektive des Gebäudekontextes in 96,1% aller Entscheidungsfälle ab. Dabei gibt es keine einzige Person, die sich nicht wenigstens in der Mehrzahl der Entscheidungsfälle für einen bestimmten Stil entschied.
Im Folgenden wird betrachtet, inwiefern die Präferenz von Gestaltungsreichtum von persönlichen Faktoren abhängt:
- Einkommen – Es wurden nach dem persönlichen Nettoeinkommen drei Einkommensgruppen gebildet (< 900 Euro, 900 – 1500 Euro, > 1500 Euro). Es stellte sich heraus, dass die Präferenz von Gestaltungsreichtum in allen Einkommensschichten hochsignifikant ist (p<0,000). Zwischen den Einkommensgruppen konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Dieses Ergebnis ist insofern interessant, als man auf Basis von Bedürfnisrangfolgen (z.B. Maslows Bedürfnispyramide) auf geringere Stilpräferenzen bei unteren Einkommensgruppen hätte schließen können. Dies ist aber nicht der Fall.
- Alter – Es wurden drei Altersgruppen gebildet (25 – 40 Jahre, 40 – 55 Jahre und > 55 Jahre). Wie beim Einkommen stellte sich heraus, dass die Stilpräferenz in allen Gruppen hochsignifikant ist (p<0,000) und keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen bestehen (p<0,05).
- Geschlecht – Auch in Bezug auf das Geschlecht ließen sich keine signifikanten Unterschiede in der Stilpräferenz erkennen.
- Bildungsabschluss – Die Probanden wurden nach ihren höchsten Bildungsabschlüssen getrennt untersucht. Es wurde zwischen Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur und Hochschulabschluss unterschieden. Wie zuvor ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.
- Weitere Segmentierungen – Unter den Probanden befanden sich auch drei Obdachlose. Auch diese wiesen keine andere Stilpräferenz auf als die übrigen Befragten. Weiter befanden sich unter den Probanden fünf Personen, die beruflich aus der Immobilienbranche stammten (Architekten, Bauingenieure). Diese Personen wiesen keine statistisch signifikant anderen Präferenzen als der Rest der Probanden auf. Schließlich wurden zusätzlich zu den 100 Befragten noch fünf Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren befragt. Auch diese Kinder lehnten die Variante „Stil ist mir egal“ signifikant häufig ab. Es ergab sich eine leicht, aber insignifikante verringerte Präferenz für gestaltungsreichere Varianten.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein Bedürfnis nach „mehr“ Stil, d.h. nach gestaltungsreichen, ästhetischen Bauelementen besteht und in allen betrachteten Teilgruppen signifikant vorhanden ist. Das Bedürfnis nach Stil ist bei allen Menschen mit ganz wenigen Ausnahmen ähnlich stark ausgeprägt und scheint ein wesensinvariantes Merkmal zu sein.
IV.2 Welche Stilvarianten werden bevorzugt?
Im Folgenden wird gezeigt, wie die ästhetischen Lösungen aussehen, welche die Menschen präferieren. Dabei ist zu beachten, dass in der Untersuchung nicht die absolut besten Lösungen gesucht werden konnten, sondern nur Stilvarianten, die relativ zu anderen präferiert werden. Leider reicht der verfügbare Platz nicht aus, alle betrachteten Stilelemente hier vorzustellen. Die vollständige Liste kann der oben genannten Untersuchung entnommen werden.
IV.2.1 Perspektive „im Gebäude“
Für die Perspektive „im Gebäude“ werden im Folgenden beispielhaft ein Durchgangsrahmen und eine Fenstergestaltung aus Innensicht diskutiert. Die beiden Bildzeilen der Abb. 2 zeigen die zur Auswahl gestellten Varianten. Die Zahlenangaben geben den Prozentsatz der Befragten an, der sich für die darüber abgebildete Variante entschieden hat.
Deutlich zu erkennen ist an beiden Fällen, dass sich die Probanden den gestaltungsreicheren Stilvarianten zuwenden. Bei dem Durchgangsrahmen wählen 46% der Probanden Variante B, 38% Variante D und 14% Variante C. Nur 1% wählt die gestaltungslose bzw. -arme Variante A. Auf diese Variante...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- I. Einführung
- II. Stand der Literatur
- III. Vorgehensweise
- IV. Empirische Ergebnisse
- V. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
- Bildnachweis
- Die Autoren
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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