Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf bekleidete über vier Jahrzehnte hohe Positionen in der Oberlausitz und am sächsischen Hof. Er erlebte den Aufstieg des Kurfürstentums Sachsen zum Königreich, die Niederlage an der Seite Napoleons und die Einführung bedeutender Reformen. Als Anton der Gütige die erste sächsische Verfassung unterschrieb, war es Nostitz, der sie gegenzeichnete. Bekannt geworden ist er aber vor allem als ein Humanist, der sich um die Linderung der Armut im Land und die Förderung von Wissenschaft und Kunst große Verdienste erwarb. Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf gehörte zu den Wegbereitern eines elitären Vereinswesens in Dresden, wo sich der Adel und das aufstrebende Bürgertum näherkommen konnten. Auch als Dichter besaß er einen guten Namen. Großen Anteil am gesellschaftlichen Fortschritt hatten seinerzeit die Freimaurer. Nostitz zählte in Bautzen und Dresden zu ihren führenden Vertretern.

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Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf
Über dieses Buch
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9783739225432
Auflage
2Leben und Wirken
Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf wurde am 21. April 1765 in See bei Niesky geboren. Er verlor früh seinen Vater. Seine Mutter und sein Stiefvater Wedig Christoph von Kayserling, die 1770 geheiratet hatten, ließen ihn von August Wilhelm Hauswald privat unterrichten und schickten ihn noch vor dem 16. Geburtstag auf die Universität Leipzig, wo er Rechts- und Staatswissenschaften studierte. Besonders der Philosoph Ernst Platner gehörte zu seinen Förderern. In Leipzig schloss sich Nostitz Studentenvereinen an, in denen die Dichtkunst gepflegt wurde. Nach seinem Examen erhielt er eine Anstellung als Auditor am Oberhofgericht, 1785 ging er als Finanzrat nach Dresden.
1789 übernahm Nostitz die Verwaltung der Familiengüter in der Oberlausitz. Das Rittergut Oppach hatte er in 4. Generation von seinem Vater geerbt, Doberschau nach seiner Heirat erworben. Moholz, See (1791) und das Bautzener Burglehnhaus (1793) verkaufte er. Nostitz wirkte in der Oberlausitz als Gerichtsbeisitzer, war Mitglied der Kriminal-Kassen-Deputation und Beisitzer des landständischen Waisenamtes. 1792 wurde er zum Landesältesten des Kreises Bautzen gewählt, ab 1804 leitete er die Provinzverwaltung auf der Ortenburg als Oberamtshauptmann. In Zittau gründete Nostitz nach dem Vorbild von Ludwig Gedike in Leipzig die erste Bürgerschule. Besonderes Augenmerk widmete er sozialen Belangen. Seit 1793 war er Ritter des St. Johanniter-Maltheser-Ordens. Auf seinem Gut Oppach stiftete Nostitz 1794 ein Armenhaus und 1799 ein Armeninstitut. Seine Überlegungen beschrieb er in „Versuch über Armenversorgungsanstalten in Dörfern“ (1801). Lange vor dem von seinem Sohn Julius Gottlob von Nostitz und Jänkendorf mitverantworteten Gesetz zu „Ablösungen und Gemeinheitsteilungen“ erließ er Frondienste gegen kleine Geldzahlungen. Der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz, der er seit 1790 angehörte, stand Nost...
Inhaltsverzeichnis
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- Leben und Wirken
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