Die Veroneser Familien Montague und Capulet sind verfeindet. Als sich die Dienerschaft der Familien in den engen Gassen Veronas begegnet, kommt es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, die erst durch ein Machtwort des Fürsten beendet wird. Trotz der Familienfehde nimmt Romeo, ein Sohn des Hauses Montague, an einem Maskenball im Hause Capulet teil. Dort verliebt er sich auf den ersten Blick unsterblich in Julia, eine Tochter der Capulets. Beide spüren sofort eine große Nähe und Vertrautheit. Gleich am nächsten Tag setzen sie ihren spontan gefassten Entschluss zur Heirat um. Sie werden von Bruder Lorenzo, einem Franziskanermönch getraut, der sich von der Heirat eine Aussöhnung der verfeindeten Familien erhofft. Doch wie sich zeigt, hat das junge Paar die größten Hürden noch vor sich.Den Stoff für »Romeo und Julia« aus dem Jahr 1597 bezieht William Shakespeare (1564-1616) aus italienischen Novellen seiner Zeit sowie aus Arthur Brookes »The Tragicall Historye of Romeus and Iuliet« von 1562. Die teils mehrmonatige Handlung seiner Quellenvorlagen komprimiert Shakespeare in »Romeo und Julia« auf vier Tage und vier Nächte. Die dichte Handlung erzeugt den Eindruck eines unausweichlichen, schicksalhaften Geschehens.Gemeinsam mit »Hamlet« ist »Romeo und Julia« das bekannteste und meistgespielte Stück von Shakespeare. Die Grundkonstellation des zwischen zwei Familien stehenden Liebespaares wurde von anderen Autoren immer wieder in andere Zeiten und Umgebungen übertragen.

- 126 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
Dritter Aufzug
Erste Szene
EIN ÖFFENTLICHER PLATZ
Mercutio, Benvolio, Page und Bediente
BENVOLIO
Ich bitt’ dich, Freund, laß uns nach Hause gehn!
Der Tag ist heiß, die Capulets sind draußen,
Und treffen wir, so gibt es sicher Zank:
Denn bei der Hitze tobt das tolle Blut.
MERCUTIO
Du bist mir so ein Zeisig, der, sobald er die Schwelle eines Wirtshauses betritt, mit dem Degen auf den Tisch schlägt und ausruft: »Gebe Gott, daß ich dich nicht nötig habe!« und wenn ihm das zweite Glas im Kopfe spukt, so zieht er gegen den Kellner, wo er es freilich nicht nötig hätte.
BENVOLIO
Bin ich so ein Zeisig?
MERCUTIO
Ja, ja! Du bist in deinem Zorn ein so hitziger Bursch, als einer in ganz Italien; eben so ungestüm in deinem Zorn, und eben so zornig in deinem Ungestüm.
BENVOLIO
Nun, was weiter?
MERCUTIO
Ei, wenn es euer zwei gäbe, so hätten wir bald gar keinen, sie brächten sich unter einander um. Du! Wahrhaftig, du zankst mit einem, weil er ein Haar mehr oder weniger im Barte hat wie du. Du zankst mit einem, der Nüsse knackt, aus keinem andern Grunde, als weil du nußbraune Augen hast. Dein Kopf ist so voll Zänkereien, wie ein Ei voll Dotter, und doch ist dir der Kopf für dein Zanken schon dotterweich geschlagen. Du hast mit einem angebunden, der auf der Straße hustete, weil er deinen Hund aufgeweckt, der in der Sonne schlief. Hast du nicht mit einem Schneider Händel gehabt, weil er sein neues Wams vor Ostern trug? Mit einem andern, weil er neue Schuhe mit einem alten Bande zuschnürte? Und doch willst du mich über Zänkereien hofmeistern!
BENVOLIO
Ja, wenn ich so leicht zankte wie du, so würde niemand eine Leibrente auf meinen Kopf nur für anderthalb Stunden kaufen wollen.
MERCUTIO
Auf deinen Kopf? O Tropf!
(Tybalt und andre kommen)
BENVOLIO
Bei meinem Kopf! Da kommen die Capulets.
MERCUTIO
Bei meiner Sohle! Mich kümmert’s nicht.
TYBALT (zu seinen Leuten)
Schließt euch mir an, ich will mit ihnen reden. – Guten Tag, ihr Herren! Ein Wort mit euer einem!
MERCUTIO
Nur ein Wort mit einem von uns? Gebt noch was zu: laßt es ein Wort und einen Schlag sein! Tybalt: Dazu werdet Ihr mich bereit genug finden, wenn Ihr mir Anlaß gebt. Mercutio: Könntet Ihr ihn nicht nehmen, ohne daß wir ihn gäben?
TYBALT
Mercutio, du harmonierst mit Romeo.
MERCUTIO
Harmonierst? Was? Machst du uns zu Musikanten?
Wenn du uns zu Musikanten machen willst, so sollst du auch nichts als Dissonanzen zu hören kriegen. Hier ist mein Fiedelbogen; wart’! der soll euch tanzen lehren. Alle Wetter! Über das Harmonieren!
BENVOLIO
Wir reden...
Inhaltsverzeichnis
- Titelseite
- Personen
- Erster Aufzug
- Zweiter Aufzug
- Dritter Aufzug
- Vierter Aufzug
- Fünfter Aufzug
- Impressum
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