Das hat man davon - Mit der ersten Bauchrednerpuppe fing der Ärger an!
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Das hat man davon - Mit der ersten Bauchrednerpuppe fing der Ärger an!

Erziehung von Handpuppen, Kindern und Jugendlichen

  1. 120 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Das hat man davon - Mit der ersten Bauchrednerpuppe fing der Ärger an!

Erziehung von Handpuppen, Kindern und Jugendlichen

Über dieses Buch

"Das hat man davon - Mit der ersten Bauchrednerpuppe fing der Ärger an!"- beschreibt lustige Anekdoten aus einem täglichen Bauchredner- und pädagogischem Therapeuten Leben. Dem Leser wird sozusagen durch die Puppenaugen die Erziehung der eigenen Kinder näher gebracht. Lustige und heikle Themen verpackt mit viel Witz und einem durchaus ernsten pädagogischen Ansatz geben dem Leser das Gefühl von "das kenne ich doch". Auch hält Eberle mit Lösungsvorschlägen nicht hinter dem Berg, so dass für die Realität in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen für jeden etwas dabei ist. Für das Buch benötigt man Humor und muss sich auf bzw. in die Welt eines Bauchredners einlassen.

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Information

Jahr
2019
ISBN drucken
9783743194540
eBook-ISBN:
9783748177630

„Daaas“ Handy

Ich bin ja nur froh, dass Crisu noch nicht auf die Idee, ja ich sage extra noch nicht, kam, ein Handy besitzen zu wollen. Gut was will denn eine Bauchrednerpuppe, die 150 Jahre alt ist mit einem Handy? – Genauso gut könnte ich fragen, was will ein 6-jähriger Junge mit einem Handy in der ersten Klasse?
Aus erzieherischer Sicht sollte ich vielleicht mal drüber nachdenken ihm doch ein Handy aufzuschwatzen. Dann kann ich ihn sozusagen anfüttern, ihn heiß auf das Handy machen, um es dann, wenn immer ich will, es wieder wegzunehmen, verbunden mit dem Hinweis auf die Erfüllung der Pflichten. Das klingt doch nach einem Plan – oder – nicht!
Warum nicht? Das würde doch wunderbar funktionieren, so wie es bei vielen Eltern mit Teens doch auch klappt. Handyverbot über Nacht, einen oder mehrere Tage unter Verschluss – aus basta, du hast dich nicht an meine Anordnungen gehalten – zack ist das Ding weg.
Ich glaube ja, das funktioniert nicht, schon gar nicht bei einem Drachen. Der würde doch eisenhart wie er ist, einfach in einen Laden gehen um sich ein Prepaid Handy zu holen und ich würde es sicherlich gar nicht mitbekommen. Wahrscheinlicher wäre jedoch, dass er plötzlich und wie aus heiterem Himmel, freundlich, nett, zuvorkommend und liebenswert ist. Nach Hausarbeiten fragt, die er erledigen könne und sogar den Müll rausbringt. Sie werden staunen wozu eine Bauchrednerpuppe alles in der Lage ist, um das Handy wieder zurückzubekommen.
Aber Stopp – er hat ja gar keines – noch nicht, ja wie lange noch? Die Entwicklung geht ja auch an den kleinsten Kindern nicht vorbei.
Kindergartenalter wäre ja schon fast zu spät um auf die technischen Entwicklungen hinzuarbeiten. Frühe Bildung nennen Experten das und statten gleich mal vorneweg Kindergärten mit PCs aus und den passenden Spielen und Lernprogrammen drauf. Die Prospekte sind bunt und schreiend grell in Neonfarben aufgemacht und verraten dem ewig miesen Nörgler und Anti-Technik-Menschen, wie sehr unser Leben durch diese enorme Erfindung erleichtert wird.
Was interessiert es dann schon, wenn Neurowissenschaftler den mahnenden Finger der Vernunft heben und gar belegen können, welche Auswirkungen dies auf unsere Gehirne und vor allem die Kindergehirne hat; wenn sogar diejenigen mitspielen, die eigentlich wissen, was unsere Kinder am besten benötigen – die Erzieher/innen, die seit Jahren die richtigen und guten Grundlagen vermittelt haben.
Für mich als Puppenvater ist klar – kein Handy und schon gar nicht für den Crisu – Punkt.
Auf der anderen Seite, ja, könnte es gar nicht schlecht sein, denn dann erlebe ich ja, sozusagen am eigenen Leib, wie er mich austricksen würde und das könnte ich dann in meinen Erziehungs- und Beratungstipps für meine Eltern einbringen. Eines bin ich mir ja absolut sicher, ein 150-jähriger Drache hat da weit mehr drauf als ein 14-Jähriger aus dem 21. Jahrhundert.
Mal überlegen, wie würde das in etwa aussehen? Sicherlich ähnlich, wenn es darum geht, dass er auf den Fahrten zu Auftritten in seiner eigenen Tasche fahren muss und er doch lieber vorne sitzen will. Noch besser ist sein Verhalten, wenn ich, anstelle von ihm, das Mikrofon bekomme, das kann er ja gar nicht verkraften. Letzens meinte er ja sogar ganz zynisch: „Wer von uns beiden ist eigentlich derjenige, über den die Leute lachen?“ – Ich, daraufhin und das konnte ich mir tatsächlich nicht nehmen lassen, gab zum Besten: “Na Du, natürlich – mit mir lachen die Leute - über Dich!“
Das hat dann auch etwas gedauert, bis er das so richtig kapiert hat. Ein langsamer, aber immer grimmiger werdende Blick traf mich und ein, für einen Drachen eher zurückhaltendes Schnauben, zeigte doch seine, sagen wir mal angespannte Stimmungslage.
Verglichen mit manchen Erziehungsansätzen bei Kindern und Jugendlichen sind zynische Bemerkungen auch nicht immer sehr hilfreich und führen doch unweigerlich zu negativen Reaktionen, die man dann wiederrum und ggf., weil man es kann, entsprechend sanktioniert. Bei einer Bauchrednerpuppe ist das nicht ganz anders, außer für das Publikum, welches genau so etwas als Reaktion erwartet. In der Comedy bringt es die Menschen zum Lachen, verglichen mit der Erziehung daheim würde es aber eher zum Eklat zwischen den Parteien führen.
Gerne und zum wiederholten Male – sagte ich ja schon „Handy“ nein. Da muss man auch irgendwie mal hart bleiben, es kann ja nicht angehen, dass man ständig bei jedem Quengeln gleich nachgibt. Damit ich mit meiner Haltung nicht so ganz alleine bin, fragte ich das Internet, was es denn so denkt und welche Meinungen es denn so gäbe, bezogen auf Drachen und Handys.
So tippte ich bei Google folgende Frage ein: „Handy für Handpuppen“ und bekam, wen hätte es gewundert, keine direkte Antwort – ABER – mein Blick wurde von einer anderen Überschrift gefangen genommen, die da lautete: „sind Handys die neuen Handpuppen?“
Bitte was? Einmal den Beitrag geöffnet wurde mir klar um was es dem Schreiber ging. Er bezog sich auf sein intensives Nutzungsverhalten und seinen Umgang mit den modernen Geräten und warf die Frage auf, ob es gegebenenfalls ein Ersatz für sein früheres Kindheitsspiel mit Puppen darstellen würde. Interessant dachte ich, das muss ich doch gleich mal mit dem Crisu besprechen, denn es würde ja im weitesten Sinne auch um „sein“ Handy gehen.
Inspiriert und immer noch mit dem Gedanken, der bekommt kein Handy, sprach ich ihn an und erzählte ihm, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Handy lediglich ein kindlicher Ersatz für den eigentlichen Umgang mit Kinderspielzeug wäre.
„Jo, do hosd du Recht damit. Des sieht ma jo an dia. Du redest mid Bubbnn und schbuist aa no mid ihna.“
Wie ich das hasse, aber das war ein klares 1:0 für ihn. Jetzt nur keine Schwäche zeigen und auf gar keinen Fall nachgeben, in der eigenen Haltung meine ich.
Ich machte es also kurz und sagte: „siehst Du und deshalb bekommst Du kein Handy!“
„Woasst Du eigentle wos Homosapeans - sapeans bedeitet?“, wollte er wissen. „Klar weiß ich das - das ist der Mensch, der besonders weise und klug ist. Man könnte auch sagen, dass ist der heutige Mensch.“
„Woasst Du aa wa davoa war?“ – „Aber natürlich der Homosapiens, der Mensch der auch schon klug war und als Vorläufer des Homosapiens sapiens galt.“
„Jo und woasst aa wa do davoa war?“ – „Hm das müsste eigentlich der homo erectus gewesen sein.“
„und des war da Mensch, da aufrecht gengan konnte“ – „Genau, aber der noch keine Sprache hatte. Sag mal aber warum willst Du das denn alles wissen?“
Jetzt wurde es spannend, vor allem wenn man bedenkt, dass Crisu ein unheimlich schlauer Kerl ist, der es auch hervorragend versteht, eine ausgefeilte Verwirrungstechnik anzuwenden, um seine Ziele zu erreichen. Wie gut nur, dass ich das kenne und unmittelbar dagegenwirken kann. Das ist übrigens ohnehin das ganz große Geheimnis in der Erziehung. Immer einen Schritt voraus sein.
„des werst scho glei segn, zuavoa mog i no wos wissn. Hom de aa mid bubbnn geschbuit?“ – „Du das weiß ich nicht – vielleicht ist es anzunehmen“. „Hmmm, wie hom de si weiderentwickelt?“ – „Ich denke durch Evolution, durch ausprobieren und herausfinden wie Dinge funktionieren.“ – „Ah, des woite i grod wissn“.
Ok, dachte ich mir, schaden kann es ja nicht, etwas über Evolution zu erfahren. Aber warum nur wollte er wissen ob der Vorläufer des heutigen Menschen mit Puppen gespielt hat. Das dies gar nicht die relevante Frage war, wurde mir sofort klar, als er mit der nächsten Frage kam.
„‘etz vastehe i’s. Wenn de Evolution so funktioniad, dass da Mensch duach Ausprobian si entwickelt hod, wos waarad aus am homoerectus grod gewoadn, wenn’s grod solche Menschn wia di gegem häd?“ – „Bitte – was?“
„Koa Handys, koan Foatschritt, Du dadsd heid no in so oana Höhle sitzn und di darüba wundern, dass de Sonn auf- und unta gäd. Jo schau moi, do sitzt ea und frogt si, jo wos is denn des, de gejbe kugl. Wartn Kugl, des kennst du jo ned. Wos is denn des Ding, welchs ausschaut wia a Kaas und ganz hell leichdet?
2:0 und Game over – knapp eine Woche später war das Handy nebst Vertrag mit superschnellem Netz auch schon geliefert worden. Beruhigt habe ich mich mit der Erkenntnis, dass man doch tatsächlich sich dem Fortschritt nicht in den Weg stellen kann und darf. Dass dabei meine Haltung und meine Authentizität auf der Strecke blieben, ist scheinbar ein zu kalkulierendes Risiko der Erziehung im 21. Jahrhundert geworden. Was wurde aus – kein Handy für Crisu. Nun hat er eines und im Nachhinein betrachtet, mit sehr schlauen Tricks bekommen. Aber mal ganz ehrlich, ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Widmung
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorwort
  4. Crisu – Raue Töne
  5. Kleidung kaufen
  6. „Daaas“ Handy
  7. Facebook & Co
  8. Ich mach was ich will
  9. Alkohol und Drogen
  10. Ängste
  11. Nachbetrachtung
  12. Hinweise
  13. Über den Autor
  14. Impressum

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