Das von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn ausgerichtete Fachsymposium »Retail Innovation Days« versammelt regelmäßig Experten und Praktiker aus der Branche, um neue Entwicklungen im Handel zu präsentieren und zu diskutieren. Der vorliegende Band fasst die Kernaussagen ausgewählter Vorträge der Symposien der Jahre 2016 und 2017 zusammen und ist in der Schriftenreihe Handelsmanagement der DHBW Heilbronn veröffentlicht.

eBook - ePub
»Retail Innovation Days« der DHBW Heilbronn
Kernaussagen der Fachsymposien
- 108 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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»Retail Innovation Days« der DHBW Heilbronn
Kernaussagen der Fachsymposien
Über dieses Buch
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Information
1 Analysen und Studien der Handelsbranche

Prof. Dr. Ludwig Hierl
DHBW Heilbronn

Prof. Dr. Oliver Janz
DHBW Heilbronn

Prof. Dr. Carsten Kortum (l.)
Prof. Dr. Stephan Rüschen (r.)
DHBW Heilbronn

Frank Rehme
gvmteam – Die Ergebnismanufaktur

Prof. Dr. Ralph Scheubrein
DHBW Heilbronn

Hendrik Walter
OC&C Strategy Consultants
1.1 Hierl, L. M.: Mobile Payment – Zentrales Element der Customer Journey
Prof. Dr. Ludwig M. Hierl
xing.com/profile/Ludwig_Hierl
DHBW Heilbronn – Professor für Externes Rechnungswesen
prof-hierl.de
Video des Vortrags am 28. März 2017 auf YouTube
Wie ein einleitender Test im Plenum bestätigte, hat das Mobiltelefon in unserem Alltag eine zentrale Bedeutung erlangt. Es gibt zwischenzeitlich für nahezu alle Problemstellungen eine Lösungsapplikation. Lediglich bei der Zahlungsabwicklung von Einkäufen im stationären Handel konnte sich das Smartphone bislang nicht etablieren. Lösungen wie Yapital, MyWallet, smartpass oder zuletzt mpass sind bereits gescheitert. Aktuell funktionale Lösungen von beispielsweise boon und PAYBACK scheinen nun (endlich) den Weg in die Zahlungszukunft zu bereiten. Als Brückentechnologie können dabei Person-to-Person-Zahlungsapplikationen wie z.B. PayPal oder Kwitt (Sparkassen) dienen.
Weil es am POS bewährte Alternativen gibt, sollte Mobile Payment nicht auf eine reine Zahlungsfunktionalität reduziert werden. In Verbindung mit beispielsweise Loyalty-Programmen können sich für alle Beteiligten umsetzungsrelevante Vorteile ergeben. Während Kunden damit unter anderem auf kartenüberfüllte Geldbörsen verzichten können, erhalten Händler detailliertere Informationen über ihre Kunden.
Das Mobiltelefon ist zudem als ständiger Begleiter an jeder Stelle in die Customer Journey eingebettet. Kunden können damit im Grundsatz jederzeit und von überall Kaufvorgänge abschließen. Gemäß Studienergebnissen des HDE werden bereits heute zahlreiche Einkäufe im stationären Ladengeschäft über das Mobiltelefon getätigt.
Als wesentliche Treiber für Mobile Payment erachtet Professor Hierl unter anderem die steigenden Gebühren für das Bargeldhandling sowie die Verpflichtung zur elektronischen Belegausgabe ab dem 01.01.2020. Für Händler wird daher angeregt, das Mobiltelefon bereits heute in eine umfassende Mobilitäts- und Digitalisierungsstrategie zu integrieren.
Die Ergebnisse des im Januar 2017 bei 261 stationären POS von 119 Unternehmensgruppen durchgeführten Praxistests sind in dem im Verlag Springer Gabler unter der Herausgeberschaft von Professor Hierl erscheinenden Fachbuch Mobile Payment verfügbar (ISBN 9783658141172).

1.2 Janz, O.: Ergebnisse einer empirischen Studie zu Click&Collect im Bekleidungseinzelhandel
Prof. Dr. Oliver Janz
linkedin.com/in/oliver-janz-78a0b612
DHBW Heilbronn – Studiengangsleiter BWL-Handel und Fashion Management
heilbronn.dhbw.de
Video des Vortrags am 7. April 2016 auf YouTube
Unter dem Stichwort „Omni-Channel“ werden aktuell diverse Konzepte zur Vernetzung von Online- und Offline-Vertriebskanälen diskutiert. Von besonderer Bedeutung hierbei ist Click&Collect, d.h. die Online-Bestellung und anschließende Abholung der Ware im stationären Ladengeschäft. In der Modebranche beschäftigen sich derzeit zahlreiche Anbieter mit der Einführung und dem Ausbau von Click&Collect (z.B. Hugo Boss, Tom Tailor und Deichmann). Aufgrund dieser hohen Aktualität wurde eine empirische Untersuchung mit 116 Testkäufen bei 29 Modenunternehmen durchgeführt, um den momentanen Implementierungsstand zu ermitteln.
Die Untersuchung umfasst den ganzen Kaufprozess, von der Bestellung im Online-Shop über die Abholung bis zur Retoure und Bezahlung im Laden. Hierbei unterscheiden sich die Prozessschritte der Anprobe, Bedienung und Beratung im Falle von Click&Collect nicht vom klassischen Einkauf. Bei diesen zentralen Prozessschritten in der Filiale wurden vor allem drei Problemfelder identifiziert: Hilfestellung durch das Verkaufspersonal, positive Wahrnehmung des Erstkontakts mit dem Verkaufspersonal sowie das Anregen von Zusatzkäufen im Verkaufsgespräch.
Es zeigte sich, dass Click&Collect im deutschen Bekleidungseinzelhandel sehr unterschiedlich umgesetzt wird. Zusammenfassend gaben 40% der Probanden an, dass sie nicht mehr beabsichtigen, bei dem jeweiligen Unternehmen per Click&Collect einzukaufen. Gründe hierfür sind in der Regel nicht die online durchgeführten Prozessschritte, sondern die Umsetzung in der Filiale: neben den oben darstellen Punkten hinsichtlich des Verkaufspersonals, insbesondere die Retourenabwicklung in der Filiale.
Weitere Ergebnisse der vorgestellten empirischen Untersuchung sind in der Schriftenreihe „Handelsmanagement“ der DHBW Heilbronn als Band 2 unter dem Titel „Click & Collect im Bekleidungseinzelhandel – Paketshop oder Omni-Channel-Erlebniseinkauf“ (ISBN 9783741291579) veröffentlicht.

1.3 Janz, O.: Innovativer Mittelstand
Prof. Dr. Oliver Janz
linkedin.com/in/oliver-janz-78a0b612
DHBW Heilbronn – Studiengangsleiter BWL-Handel und Fashion Management
heilbronn.dhbw.de
Video des Vortrags am 29. März 2017 auf YouTube
In diesem Vortrag steht die Frage nach den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für kleinere und mittelgroße Handelsunternehmen im Vordergrund. Der Handlungsbedarf ist in diesem Branchensegment besonders hoch: nicht-filialisierte Einzelhändler verzeichneten im Jahr 2015 gegenüber dem Jahr 2000 einen um 44% geringeren Umsatz und eine Trendwende dieser Entwicklung zeichnet sich nicht ab. Untersuchungen zum Kaufverhalten zeigen - insbesondere unter der jüngeren Bevölkerungsschicht - eine deutliche Verlagerung in Richtung Online-Handel. Dieser Entwicklung setzen Handelsunternehmen aber häufig unverändert lediglich ihre klassischen Stärken wie z.B. eine persönliche Beratung entgegen.
Viele kleinere und mittelgroße Handelsunternehmen scheuen die Einstiegshürden in den Online-Handel. Neben den sicherlich vorhandenen technischen Hürden handelt es sich aber auch um Fragen des Selbstverständnisses als Händler mit Verkaufsraum und direktem Kundenkontakt oder Fragen der Zusammenarbeit mit der als Bedrohung empfundenen Online-Konkurrenz. Um Waren auch online anzubieten besteht die Möglichkeit des Aufsetzens eines eigenen Online-Shops und/oder der Teilnahme an einem Online-Marktplatz. Interessante Beispiele kleinerer Handelsunternehmen, die auf ihren Nischenmärkten auch mit teilweise in technischer Hinsicht nicht sehr elaborierten Online-Shops wirtschaftlich erfolgreich sind, wären Backparadies Kissel (Brotspezialitäten), Greenality (fair gehandelte, nachhaltig produzierte Bekleidung) und Pfeifen Heinrichs (Tabakwaren). Bei der Teilnahme an einem Online-Marktplatz entfallen gegenüber einem eigenen Online-Shop manche der technischen Herausforderungen. Wie bei der Standortwahl im filialbasierten Handel sind auch bei Online-Marktplätzen die „A-Lagen“ besonders attraktiv: für Konsumgüter besitzen Amazon und eBay eine herausragende Stellung; es existierenden aber alleine in Europa über 300 weitere Online-Handelsplattformen.
Eine der wesentlichen Stärken des filialbasierten Handels ist die Persönlichkeit des Verkaufspersonals. Eine Möglichkeit, diese Stärke auch im Online-Handel auszuspielen, setzt Saks Fifth Avenue ein: eine Kundenberaterin erstellt für ihre Stammkundinnen jeweils einen individuellen Online-Shop mit einem an die Kundin angepassten Produktsortiment. Eine andere Möglichkeit bietet „GoInStore“: ein Verkaufsberater setzt eine Brille mit Videokamera auf und kann so virtuell gemeinsam „mit“ dem Kunden auf der tatsächlichen Verkaufsfläche nach geeigneten Produkten suchen.

1.4 Kortum, C./Rüschen, S.: Betriebsformen im Lebenszyklus
Prof. Dr. Carsten Kortum
xing.com/profile/Carsten_Kortum
Prof. Dr. Stephan Rüschen
linkedin.com/in/prof-dr-stephan-r%C3%BCschen-83230124
DHBW Heilbronn – Studiengangsleiter BWL-Handel
heilbronn.dhbw.de
Video des Vortrags am 28. März 2017 auf YouTube
Prof. Dr. Carsten Kortum und Prof. Dr. Stephan Rüschen diskutierten...
Inhaltsverzeichnis
- Hinweise
- Grußwort
- Vorwort
- Unternehmensverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- 1. Analysen und Studien der Handelsbranche
- 2. Best Practice von Handelsunternehmen
- 3. Innovative Produkte und Dienstleistungen für Handelsunternehmen
- 4. Start-up Unternehmen
- Über die DHBW Heilbronn
- Professorinnen und Professoren der DHBW Heilbronn, Studienrichtung BWL-Handel
- Über den Verein „Freunde der DHBW Heilbronn e.V.“
- Über den Alumniverein der DHBW Heilbronn
- Weitere Informationen
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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