Griechische Mythologie für Anfänger
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Griechische Mythologie für Anfänger

Gesamtausgabe

  1. 236 Seiten
  2. German
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Griechische Mythologie für Anfänger

Gesamtausgabe

Über dieses Buch

Wie viele Liebschaften hatte Göttervater Zeus?Wer waren die Olympier?Was hat Odysseus mit der Odyssee zu tun?Hat Achilleus wirklich Troja erobert?Wer entführte Iphigenie nach Tauris?Woher hat die Argonautenfahrt ihren Namen?Wer entdeckte Mykene und Knossos?Die Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie in der vorliegenden Gesamtausgabe der "Griechischen Mythologie für Anfänger", die auf humorvolle Weise aus dem Leben der Götter und Helden erzählt. Sie werden in die Abenteuer der Argonautenfahrt, des Trojanischen Krieges und der Odyssee entführt, um am Ende von den Palastkulturen, aus der Zeit der Götter und Helden, zu erfahren.

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Information

Jahr
2016
ISBN drucken
9783741293481
eBook-ISBN:
9783743155817
Die Helden

Achilleus

Er war der strahlendste, großartigste, hervorragenste, wunderbarste und schönste Held aller Helden. Die Sonne am Himmel der Heroen der griechischen Mythologie. Genug gebauchpinselt. Wer denkt nicht sofort an Brad Pitt, wenn er den Namen Achilleus hört? Ein Hollywoodstar, der dem Helden in einem zweitklassigen Film ein Gesicht gab und einer Generation einimpfte, Achilleus hätte Troja mit erobert. Mitnichten. Er kam nicht einmal durch das Stadttor. Aber alles der Reihe nach.
Achilleus war ein Sohn des Peleus und der Meeresnymphe Thetis. Damit hatte er die Eintrittskarte zur erlauchten Riege der Halbgötter. Sein Vater Peleus war einer der Gefährten Iasons bei der berühmten Argonautenfahrt. Er hatte die Thetis nur deshalb heiraten können, weil der Meeresnymphe prophezeit wurde, das ihr Sohn stärker als sein Vater werden würde. Dies ließ natürlich die Eitelkeit der Götter nicht zu und so kam ein Mensch zum Zuge. Bei der Hochzeit der beiden wurde die Göttin der Zwietracht, Eris, nicht eingeladen. Darüber erbost, kam sie trotzdem, stiftete Streit zwischen drei Göttinnen und ging wieder ihres Weges. Dieser Streit wurde zum Ursprung des Trojanischen Krieges, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Klein-Achilleus wurde geboren und seine Mutter hatte natürlich Angst um ihn. Sie nahm den Kleinen, tauchte ihn in den Styx, einen der Flüsse der Unterwelt, damit ihr Nachwuchs unverwundbar würde. Da der Sohnemann noch nicht schwimmen konnte, hielt sie ihn an der Ferse fest, die damit zur einzig verwundbaren Stelle des Helden wurde. Als Achilleus heranwuchs, schickten ihn seine Eltern zum Kentauren Chiron, der ihn erzog und ihm alles Wesentliche beibrachte. Nun war Achilleus bereit, seiner Bestimmung entgegenzugehen – als Held der Griechen im Trojanischen Krieg.
Thetis, die zu Recht Angst um ihn hatte, erinnerte sich an eine alte Prophezeiung, wonach ihr Sohn sterben würde, wenn er denn gegen Troja ziehe. Der Seher Kalchas hingegen prophezeite den Achäern, dass ein Sieg ohne Achilleus unmöglich sein würde. Eine typische Patt-Situation. Die Meeresnymphe brachte ihren Sohn zu König Lykomedes von Skyros, verkleidete ihn als Mädchen und versteckte ihn unter den Töchtern des Königs. Was nun? Die Griechen brauchten den Helden und der war wie vom Erdboden verschluckt. Der Seher Kalchas verriet den Achäern den Aufenthaltsort und so wurde Odysseus, den man den „Listenreichen“ nannte, nach Skyros geschickt, um Achilleus zu suchen. Der hatte sich zwischenzeitlich in Deidameia, eine der Töchter des Lykomedes, verliebt und mit ihr heimlich einen Sohn gezeugt. Aber dies war nur eine Zwischenepisode. Odysseus, König von Ithaka und Diomedes, König von Argos, kamen nach Skyros und der „Listenreiche“ verkleidete sich als Kaufmann. Er legte den Töchtern des Königs wertvolle Kleider und Waffen vor. Achilleus griff als einziger zu Schwert und Schild und wurde dadurch entlarvt. Nun machte er sich mit seinem Freund Patroklos und dem Stamm der Myrmidonen auf, um gegen Troja zu ziehen.
Der Meeresnymphe Thetis blieb nichts anderes übrig, als ihrem Sohn eine letzte Warnung mit auf den Weg zu geben. Er solle um keinen Preis als erster die Küste Trojas betreten, da er sonst auch als erster sterben würde. Dieses eine mal hielt sich Achilleus an diesen Rat und so starb ein anderer an seiner Stelle. Gleich am Anfang des Krieges tötete der Held den Kyknos, einen Sohn des Poseidon, der auf der Seite der Trojaner kämpfte. Ansonsten passierte in den ersten Jahren nicht viel Erwähnenswertes. Die Griechen lagerten am Strand, die Trojaner in ihrer Stadt und Achilleus ging ein wenig auf Beutefahrt. Bei der Eroberung der Stadt Lyrnessos bekam er die schöne Briseis als Sklavin, während sein Chef Agamemnon Chryseis, die Tochter eines Apollonpriesters, erhielt. An dieser Stelle beginnt Homers Ilias.
Nach diesem Frauenraub hatten die Achäer kein Glück mehr in der Schlacht, die Pest befiel das Lager und auch ansonsten ging alles Mögliche schief. Der Seher Kalchas ging der Sache auf den Grund und verkündete, der Gott Apollon sein sauer auf Agamemnon, weil dieser die Chryseis geraubt hatte. Der Heerführer musste seine Beute wieder freilassen und nahm stattdessen dem Helden Achilleus die Sklavin weg. Dass dieser darüber zornig wurde, verwundert nicht. Achilleus zog sich schmollend in sein Zelt zurück und wollte nicht mehr kämpfen. Die Griechen erlitten eine Niederlage nach der anderen und so nahm Patroklos die Rüstung und Waffen des Achilleus und zog in die Schlacht. Da die Trojaner dachten, Achilleus würde wieder an der Schlacht teilnehmen, wendete sich das Blatt. Aber Patroklos wurde übermütig, griff den trojanischen Prinzen Hektor an und wurde getötet. Jetzt wurde Achilleus erst richtig sauer, aber nun auf die Trojaner. Er erhielt neue Waffen, die extra vom Götterschmied Hephaistos geschmiedet worden waren und zog erneut in den Kampf. Der Held traf auf Prinz Hektor, kämpfte mit ihm und siegte. Den toten Hektor schleifte er mit seinem Streitwagen dreimal rund um Troja, auch keine feine Art. Nachdem er den Leichnam des Hektor auch noch um das Grabmal der Patroklos geschleift hatte, packte er die Leiche erst einmal unter sein Bett. König Priamos von Troja kam nun eines Nachts heimlich zu Achilleus und bat um die Leiche seines Sohnes, die er auch erhielt. Thetis hatte ihrem Sohn vorher gesagt, dass die Götter diese Leichenschändung nicht gutheißen würden.
Achilleus kämpfte weiter und tötete noch einige trojanische Helden, so die Amazone Penthesilia, die eine Tochter des Kriegsgottes Ares war und den Sohn der Göttin Eos, Memnon. Aber alles findet einmal sein Ende, so auch das Leben des Achilleus. Bereits seine Mutter Thetis hatte ihm einen frühen Tod an den Mauern Trojas vorausgesagt. So kam, was kommen musste. Bei einer Schlacht vor den Toren der Stadt schoss Paris, ein weiterer Sohn König Priamos’ (und zwar der mit dem Apfel und der Helena), einen Pfeil auf Achilleus. Der Gott Apollon, der die verwundbare Stelle des Helden kannte, lenkte das Geschoss in die Ferse und so fand der achäische Held seinen Tod.

Agamemnon

Ein äußerst zwiespältiger griechischer Held, denn schließlich war er ein direkter Nachfahre des Tantalos, der in der Unterwelt mit diversen Qualen gestraft war. Hätte sein Vorfahre nicht angefangen, die Götter zu nerven und ihnen sogar seinen eigenen Sohn als Speise auftragen lassen, wäre alles vielleicht noch gut ausgegangen. So aber verfluchten die Götter die gesamte Sippe des Tantalos, auf dass immer einer der Familie zum Mörder und selbst auch kein gutes Ende nehmen würde. Agamemnon tötete den ersten Mann seiner späteren Ehefrau Klytaimnestra und war auch ansonsten nicht abgeneigt, arrogant und egoistisch zu sein. Als nun die Griechen zur Eroberung Trojas absegeln wollten, wurden sie durch widrige Winde daran gehindert und der ganze Trojanische Krieg hätte vorbei sein können, bevor er angefangen hatte. Agamemnon hingegen hörte auf einen Hellseher, - (wahrscheinlich las er auch Horoskope im Mykener Tagblatt) – und wollte seine schöne Tochter Iphigenie der Göttin Artemis opfern. Die war nämlich die Urheberin des Sturmes, weil der Held eine ihrer Hirschkühe gejagt hatte. Aber die Olympierin hatte Mitleid und entführte das unglückliche Opfer nach Tauris, um ihr Leben zu retten und Goethe die Möglichkeit zu geben, sein Stück „Iphigenie auf Tauris“ zu schreiben. Jedenfalls konnten die Griechen nun endlich nach Troja segeln, wo Agamemnon als Oberbefehlshaber zur Höchstform auflaufen konnte. So stahl er die Kriegstrophäe seines Heldenkollegen Achilleus und nahm nach der Eroberung der Stadt auch die Seherin Kassandra in seine Heimat Mykene mit. Kaum zu Hause angekommen wurde er zwar freundlich empfangen, aber prompt von seiner Frau und deren Liebhaber im Bad erdolcht. Der Fluch der Tantaliden war wieder einmal in Erfüllung gegangen, aber damit hatte es noch kein Ende. Agamemnons Sohn Orestes floh aus Mykene und ging erst Jahre später zum Orakel von Delphi, um dort die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Das Orakel riet ihm zur Rache und so kehrte er nach Mykene zurück, tötete seine Mutter Klytaimnestra und deren Liebhaber Aigisthos und übernahm selbst die Herrschaft. Die Götter ließen den Muttermord aber nicht ungesühnt und so wurde Orestes im gesegneten Alter von neunzig Jahren von einer Schlange gebissen und starb. Das war’s.
(Das Löwentor in Agamemnons Palast in Mykene. Heute eine Touristenattraktion)

Ajax der Große

Ajax der Telamonier, König von Salamis, soll ein riesenhafter Mensch gewesen sein, der körperlich größte unter den Helden Griechenlands. Kraftvoll und stark wurde er nur noch von Achilleus übertroffen und so nimmt er in der Ilias auch eine hervorragende Stellung ein. Als Achilleus nämlich schmollte und nicht mehr kämpfen wollte, die Trojaner langsam die Oberhand gewannen, bestimmten die Griechen den großen Ajax dazu, seine Kräfte mit Hektor dem Trojaner zu messen. Die beiden verabredeten sich zu einer wüsten Schlägerei, damals Zweikampf genannt, und prügelten den ganzen Tag aufeinander ein. Sicherlich kann man sich eine interessantere Beschäftigung vorstellen und auch die beiden Kämpfer kamen irgendwann auf die Idee, dass dieser Zweikampf nicht viel brachte, weil ihn einfach keiner gewann. Zu dieser Erkenntnis brachte sie jedoch nicht die Vernunft, sondern nur die einbrechende Dunkelheit. So versicherten sich Ajax und Hektor ihrer gegenseitigen Hochachtung und gingen ihrer Wege.
Wie uns Homer in seinem unvergleichlichen Epos berichtet, nahm Achilleus nach Beendigung seiner Schmollerei wieder am Kampf teil und wurde vom Trojanerprinzen Paris mit einem Pfeilschuss in die Ferse getötet. Wir denken lieber nicht darüber nach, wie man an einem Fersenschuss sterben kann und erinnern uns lieber an die Achillesferse, die dadurch ihren Namen bekam. Der große Ajax beschützte nun den Helden Menelaos, König von Sparta, damit der Leichnam des Achilleus vom Schlachtfeld geholt werden konnte. Nachdem die Griechen nun wieder in ihrem Lager angekommen waren, erinnerte man sich des schönen Brauches der Leichenfledderei und Ajax und Odysseus (der mit dem Pferd) hielten ein Rededuell ab, um die Rüstung des Toten zu bekommen. Da Odysseus ein begnadeter Redner war, gewann er das Duell mit Leichtigkeit und nun war es am großen Ajax, zu schmollen. Nachts wachte er auf, bekam Hals über Kopf die Raserei und tötete die Schafherde des Odysseus. Man kann sich nur wundern, was so Helden alles als Reiseproviant mit in die Schlacht nehmen. Einen besonders großen Schafbock hielt der Telamonier für seinen Konkurrenten und erschlug ihn. Daraufhin erwachte er von seiner Raserei, erkannte seine Tierquälerei, stürzte sich in sein Schwert und die Griechen verloren einen Helden. Konsequent war er immerhin.
Als Schmankerl am Rande sei erwähnt, dass ein bekannter niederländischer Fußballverein aus Amsterdam seinen Namen von ebenjenem Ajax herleitet. Warum ist mir ein Rätsel und es haben sich auch noch nie Fußballer dieses Vereins nach einer Niederlage über die Schafe des Nachbarn hergemacht oder sich in ein Schwert gestürzt.
(Ajax der Große tötet die Herde des Odysseus)

Ajax der Kleine

Wo es einen großen Ajax gibt, ist auch der Kleine nicht weit. Ajax, genannt der Lokrer, war wie sein großer Namensvetter einer der griechischen Kämpfer vor Troja. Nach dem Fall der Stadt hatte er nichts anderes zu tun, als die Seherin Kassandra in einem Tempel der Athene zu vergewaltigen. Die Göttin war darüber not amused und beschwerte sich bitterlich bei Zeus. Der wiederum nahm einen seiner neuen Donnerkeile aus dem Regal und überließ ihn der Athene, die damit das Schiff des Lokrers auf der Heimfahrt versenkte. Ajax der Kleine ließ sich dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen und ruderte mit den Händen weiter. Der Meeresgott Poseidon hatte Mitleid mit Ajax und schleuderte ihn mit einer gewaltigen Welle auf das Land auf einen Felsen, sozusagen ein Minitsunami zur Rettung schiffbrüchiger Trojaveteranen. Der kleine Ajax hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als auf dem Felsen herumzutanzen und zu prahlen, dass die Götter ihm nichts anhaben könnten. Hätte er mal den Mund gehalten. Poseidon war darüber so erbost, dass er mit seinem Dreizack auf den Felsen schlug und ihn so spaltete, dass die Hälfte, auf der Ajax dummerweise immer noch stand, ins Meer fiel und der kleine Ajax mit ihm. Doppelt genäht hält bekanntlich besser und so schleuderte Poseidon frei nach dieser Devise noch einen Hügel hinterher. Was lernen wir daraus: Ärgere die Götter nie ohne Not. Das bringt nicht das Leben, sondern den Tod.
(Poseidon stürzt Ajax den Lokrer, Bild von Bonaventura Genelli 1798 – 1868)

Daidalos und Ikaros

Daidalos war eine äußerst zwiespältige Person. Aber der Reihe nach. Athen reklamierte den genialen Erfinder, Baumeister und Ingenieur für sich und gab ihm gleich einen attischen König zum Großvater. Dabei spricht der Name bereits Bände, denn Daidalos bedeutet „der Kunstfertige“. Und genau dies war er – aber er sollte bald Konkurrenz bekommen, denn sein Neffe Talos (nach anderen Quellen auch Perdix) kam zu ihm in die Lehre und schon bald stellte sich heraus, das dieser seinen Onkel überflügeln könnte. Er erfand so brauchbare Dinge wie den Zirkel und die Säge. Letztere schaute er sich von den Rückengräten eines Fisches ab. Man sieht, Plagiate gab es schon früher und wenn es nur von der Natur abgeschaut war. Daidalos wurde jedenfalls eifersüchtig auf seinen Neffen und entfernte ihn kurz und schmerzvoll, indem er ihn den Berg der Akropolis herunterstieß. Die Athener fanden das nicht so witzig und verbannten den Meister aus ihrer Stadt. Die Schutzgöttin Athene hingegen rettete das Leben des Talos, indem sie ihn in ein Rebhuhn verwandelte. Dieser Boden- und Heckenbewohner trägt seitdem den Namen des Talos (oder Perdix – wir erinnern uns), denn in vielen romanischen Sprachen heißt Rebhuhn Perdix, so im Lateinischen und Französischen.
Daidalos floh übers Meer nach Kreta und fand gleich eine neue Anstellung als Haus- und Hofkonstrukteur des hiesigen Königs Minos. Dieser hatte gerade vom Gott Poseidon einen wunderschönen weißen Stier geschenkt bekommen, mit der Anweisung, das Tierchen bei nächster Gelegenheit dem Gott zu opfern. Ein Geschenk, das man nicht behalten durfte. Minos war sauer und opferte nicht. Einem Gott einen Wunsch abzuschlagen ist eine sehr gefährliche Angelegenheit und der Tag der Revanche kam schnell. Minos spielte mit dem Gedanken die Tochter des Sonnengottes Helios zu ehelichen. Pasiphae, so hieß die Jungfrau kam, verliebte sich – nein, nicht in Minos – in den weißen Stier und wollte unbedingt ... Hier schweigen wir stilvoll und erwähnen nur noch, dass der geniale Daidalos ein Gestell aus Holz konstruierte, damit die Jungfrau und der Stier ... sie verstehen schon. Das Ergebnis des Techtelmechtel kam neun Monate später zur Welt und bekam den netten Namen Minotaurus (Minos Stier). Das Wesen, halb Mensch, halb Stier, würde man heute als schwer erziehbar bezeichnen und sollte aus diesem Grund eine eigene Wohnstatt erhalten. Auch hier kamen die Kunstfertigkeiten des Daidalos gerade recht, denn er entwarf und baute das berühmte Labyrinth.
König Minos, der unbedingt den Zweck des Labyrinths geheim halten wollte, sperrte den Erfinder mitsamt seinem Sohn Ikaros in einen Turm. Ob bei Wasser und Brot ist nicht überliefert. Als König von Kreta überwachte Minos natürlich alle Seewege und da Kreta eine Insel ist, gab es keine andere Möglichkeit zur Flucht – die Flugzeuge waren schließlich noch nicht erfunden. Frei nach dem Motto „dem Ingeniör ist nix zu schwör“ fiel dem Daidalos alsbald eine Lösung ein, wie er mit seinem Sohn diesem Dilemma entkommen konnte. Aus Vogelfedern und Bienenwachs fertigte er Flügel und Vater und Sohn erhoben sich in die Lüfte, den Minos staunend zurücklassend. Daidalos warnte seinen Sohn vor den Strahlen der Sonne, aber dieser musste ja das Verbotene tun und nahe an die Sonne fliegen. Es kam, was kommen musste. Das Wachs an den Flügeln schmolz und Ikaros stürzte ins Meer, das heute seinen Namen trägt...

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweise
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Die Götter
  4. Die Helden
  5. Der Trojanische Krieg
  6. Die Seefahrer
  7. Die Palastkulturen
  8. Über das Buch
  9. Impressum

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