Für ein StartUp-Unternehmen geht es nicht zuletzt um Erlangung von Wettbewerbsvorsprüngen durch Wissensvorsprünge und Identifizierung von Intellektuellem Kapital mit Wissensbilanzen. Grundsätzlich vorteilhaft ist die Erfassung des Intellektuellen Kapitals (Wissen, Kreativität u.a.) vor allem deshalb, weil übliche Bilanzen nur die finanzielle und materielle Vergangenheit widerspiegeln. Geschäftserfolge werden immer weniger von einsamen Einzelkämpfern und Tüftlern/Genies erreicht. Erfolgversprechender sind Kooperationen zwischen Individuen, die mit unterschiedlichen Erfahrungen und komplementären Denkweisen ausgestattet sind. Im Hinblick auf intellektuelles Kapital kommt es darauf an, komplementäres Knowhow und unterschiedliche Kernkompetenzen gemeinsam zu entwickeln und intelligent zu verknüpfen (Partner in Wertschöpfungs-(Beziehungs-)netzen). Der Umgang mit Wissen und intellektuellem Kapital spielt dabei eine Schlüsselrolle. Typische Einflussfaktoren für Beziehungskapital sind: Beziehungen zu Kunden und Lieferanten pflegen, Verbands- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben, Investors Relations, externes Knowhow integrieren, u.a. Beim Beziehungsmanagement geht es darum, kontinuierlichen Kontakt mit Interessengruppen zu pflegen, um frühzeitig auf kritische Themen aufmerksam zu werden oder bei Problemfällen in einen Diskurs einzutreten.

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Personalbilanz Lesebogen 56 StartUp und Beziehungsfaktoren
Kommunikation und Kooperation
- 30 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
1 Strategisches Beziehungsmanagement
Schlüsselkunden definieren sich u.a. durch Bereitschaft zu
gemeinsamen Pilotprojekten: in abgegrenzten Projekten kann der
StartUp den Kunden zu verstärkten Integrationsbemühungen
motivieren, indem er seine eigene Leistungsbereitschaft unter
Beweis stellt. Er gewinnt entscheidende Zeitvorteile
gegenüber der Konkurrenz im Wettbewerb um die Partnerschaft mit dem
Kunden. Bei einem hohen Integrations- und Synergiepotenzial suchen
die Kunden bewusst nach Kooperationen mit Zulieferern.
Outsourcingstrategien und Partnerschaften werden sollten nur mit
Lieferanten mit ausreichendem Leistungsvermögen eingegangen werden.
Systemlieferanten werden dementsprechend kritisch bewertet und
ausgewählt. Die Lieferanten müssen sich auch umfassend in die
Qualitätsstrategie des Kunden einbinden lassen. Um im Wettbewerb
für langfristige Partnerschaften bestehen zu können, sind nicht nur
die Leistungen auf den Kunden abzustimmen. Ein strategisches
Key Account Management muss hier die Grundsteine für eine
erfolgreiche langfristige Zusammenarbeit legen. Beide
Paertner agieren als eine strategische Allianz, um
Wettbewerbsvorteile im Systemwettbewerb zu realisieren. Überspringt
ein Anbieter die Hürden der Selektion nicht, wird er gegenüber
seinen Wettbewerbern zurückgedrängt. Kostenvorteile rücken für den
Kunden in den Vordergrund. Andere Firmen gehen noch einen Schritt
weiter, indem sie die Zusammenarbeit mit Drittfirmen intensivieren
und diese Einkaufsaktivitäten in ein separates Unternehmen
ausgliedern. Dieses vertritt dann mehrere Unternehmen und sorgt
aufgrund des großen Einkaufsvolumens für möglichst gute
Konditionen.
Die einzelnen Schritte zur Konzentration des Einkaufs: Pooling
der verschiedenen Einkaufsaktivitäten in der Firma, Kooperation mit
Drittfirmen um größere Beschaffungsmengen zu erreichen, Auslagern
des Einkaufs in eine separate Organisationseinheit. Um dieses Ziel
zu erreichen, müssen aber noch viele Berührungsängste abgebaut und
diverse Probleme gelöst werden. Gefragt ist partnerschaftliches
Handeln: Zielvorgaben müssen gemeinsam erreicht werden.
Parallel dazu verändert sich das Anforderungsprofil für den
Einkauf: vermehrt wird interdisziplinäres Denken verlangt. Die
globale Beschaffung, die heute geringere Wertschöpfung im eigenen
Unternehmen sowie die verkürzten Produktlebenszyklen verlangen eine
engere Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten. Dabei müssen
vorab Berührungsängste abgebaut und durch den Aufbau einer
gemeinsamen Vertrauensbasis ersetzt werden. Im Management-Cockpit
werden Bezugsgrößen benötigt, die anzeigen, ob etwas als eher
besser oder ehr schlechter anzusehen ist. Herzstück einer
Wissensbilanz ist dabei die Zielverknüpfung über sämtliche
Unternehmensbereiche hinweg. Denn sollen Strategien umsetzbar sein,
müssen sie auch transparent kommuniziert werden können.
2 Qualität des Geschäftsmodells
Jeder Gründer befindet sich in der klassischen Situation eines
Entscheiders und der Entscheidungsfindung. So kann beispielsweise
eine gute Geschäftsidee zum Scheitern verurteilt sein, wenn die
Entscheidungsstärken eines Gründers nicht dazu ausreichen, sie in
die Praxis umzusetzen. Ein Gründer mag über noch so viele Stärken
verfügen, ohne eine gute Geschäftsidee ist er aber aufgeschmissen.
Wenn man beide Kriterien, nämlich Qualität der Geschäftsidee und
Entscheidungsstärken miteinander verknüpft, so dürften die beiden
folgenden Verbindungpaare zu Ergebnissen mit der größten
Wahrscheinlichkeit führen (Bewertungsstufen: outstandig, good,
average und poor) :
A: Qualität der Geschäftsidee: outstanding,
Entscheidungsstärken: outstanding, Wahrscheinliches Ergebnis:
Erfolg
B: Qualität der Geschäftsidee: poor,
Entscheidungsstärken: poor, Wahrscheinliches Ergebnis:
Misserfolg, Scheitern
Fragezeichen ergeben sich bei den beiden anderen
Kombinationen:
C: Qualität der Geschäftsidee: outstanding,
Entscheidungsstärken: poor, Wahrscheinliches Ergebnis?
D: Qualität der Geschäftsidee: poor,
Entscheidungsstärken: outstanding, Wahrscheinliches
Ergebnis?
Im Hinblick auf Entscheidungsstärken des Gründers,
gegebenenfalls unterstützt durch eine gezielte Anwendung von
Entscheidungstechniken wäre vor allem die Kombination C:
Qualität der Geschäftsidee: outstanding, Entscheidungsstärken:
poor, Wahrscheinliches Ergebnis: ? von großem
Interesse. Damit soll nicht behauptet oder unterstellt
werden, ein Gründer sei trotz hervorragender Geschäftsidee für
deren Umsetzung ungeeignet. Dem würde schon widersprechen, dass er
zum Entwickeln einer hervorragenden Geschäftsidee fähig war. Es
soll daher vielmehr angenommen werden, dass der Entscheider über
eine Reihe von guten Qualitäten verfügt, diese aber erst so richtig
zum Tragen kommen und Wirkung entfalten können, wenn im späteren
Geschäftsleben die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Denn
trotz sonstiger Qualitäten beispielsweise eines Gründers
könnten diese zunichte gemacht werden, wenn schwerwiegende
Fehlentscheidungen getroffen werden . Es sollte daher versucht
werden, sich mit einigen grundsätzlichen Entscheidungssituationen
und -problemen zu beschäftigen. Dabei sollten
Entscheidungstechniken nicht isoliert sondern immer nur mit ihren
Verbindungen zu individuellen Personen des StartUp gesehen
werden.
3 Marktrealitäten und Reaktionszeiten
Marketingprozesse sind durch ein hohes Maß an Komplexität gekennzeichnet. Die Gestaltung der einzelnen Prozesse muss daran gemessen werden, inwieweit sie dazu beitragen können, relevante Markt-, Kunden- und Ressourcenpotenziale auszuschöpfen. Die Gefahr, das Unternehmen an den Marktrealitäten vorbei zu steuern besteht immer dann, wenn die Reaktionszeiten zu lang und das Informationsinstrumentarium zu sehr auf die Fortschreibung der Vergangenheit statt auf die Beherrschung der Zukunft ausgerichtet ist. Ein StartUp sollte daher die Instrumente immer so ausrichten, dass sie ein Gleichgewicht zwischen einerseits dem Denkbaren und andererseits dem Machbaren herstellen. In der heutigen Wirtschaftswelt ist die Entwicklung und Analyse von Voraussagen und Plänen von vi...
Inhaltsverzeichnis
- 1 Strategisches Beziehungsmanagement
- 2 Qualität des Geschäftsmodells
- 3 Marktrealitäten und Reaktionszeiten
- 4 Auch nichtfinanzielle Werttreiber verbuchen
- 5 Marktveränderungen: Sensibilität wahren - Trägheit vermeiden
- 6 Individuelle Marktfaktoren ordnen
- 7 Beziehungskapital BK1 - Kunden-, Lieferantenbeziehungen
- 8 Beziehungskapital BK2 - Kommunikationsbeziehungen
- 9 Beziehungskapital BK3 - Kompetenznetzwerke
- 10 Beziehungskapital BK4 - Logistikleistungen
- 11 Grundsätzliches zur Bewertungsmethodik
- 12 Beispielbewertung Kunden-, Lieferantenbeziehungen
- 13 Beispielbewertung Kommunikationsbeziehungen
- 14 Beispielbewertung Kompetenznetzwerkbeziehungen
- 15 Beispielbewertung Logistikleistungen
- 16 Beziehungsfaktoren Profile
- 17 Erweiterte Quantität-, Qualität-, Systematikportfolios
- 18 StartUp - Gesamtbewertungen auf einen Blick
- 19 Checkliste Beziehungsmanagement
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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