Metamorphose
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Metamorphose

Hochsensibel gesund leben

  1. 252 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
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Metamorphose

Hochsensibel gesund leben

Über dieses Buch

In diesem Buch erzähle ich dir meine ganz persönliche Geschichte. Ich möchte dich mit diesem Buch inspirieren und dich dazu ermutigen, dich auf die Suche zu machen, dich selbst zu finden, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen und es deinen persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben anzupassen.Ich berichte dir in diesem Buch nicht nur von mir, sondern gebe dir auch genau die nützlichen Hilfsmittel, Denkanstöße und Techniken an die Hand, die mir als hochsensibler Mensch auf meinem Weg in ein authentisches Leben geholfen haben und es heute immer noch tun.Ich bin mir sicher, dass auch das ein oder andere nützliche Tool für dich dabei sein wird, um dich auf deinem ganz persönlichen Weg zu unterstützen.Die Inhalte des Buches: - Meine persönliche Geschichte- Erzählungen aus meiner Kindheit, Schulzeit und dem Erwachsenenalter- Meine ganz persönlichen Erkenntnisse als HSP (hochsensible Person) aus diesen verschiedenen Lebensabschnitten- Tagebuch meiner Selbstfindungsreise 2017 auf dem Jakobsweg Westfalen- Alle Erkenntnisse und wichtigen Techniken, die mir auf meinem Weg zu mehr Authentizität, Lebensfreude und Gelassenheit geholfen haben- einfache und praktische Tipps für deinen Alltag als HSP, die du direkt in dein Leben integrieren kannst- Darunter: Achtsamkeit, Abgrenzung, authentische Entscheidungen treffen, Selbstliebe, Umgang mit schwierigen Gefühlen/Emotionen, bekannte Reiz- > Reaktionsmuster verändern, achtsame Kommunikation uvm.

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Information

Jahr
2019
ISBN drucken
9783743167001
eBook-ISBN:
9783749415786

TEIL I - MEINE
GESCHICHTE

KAPITEL 1 - DAS LICHT
DER WELT

„Jede noch so lange Reise beginnt
mit dem ersten Schritt.“

„Plöpp“, da war ich. Klein, winzig, nackt und doch ein ganz schöner Wonneproppen. Keine Chance auch nur daran zu denken, einen einzigen Schritt zu machen, aber ich hatte immerhin schon mal das Licht dieser Welt erblickt und es gewagt, mein sicheres Nest - sprich den Bauch meiner Mama - zu verlassen. Auch wenn ich dafür etwas länger gebraucht hatte, als ursprünglich erwartet. Anscheinend fühlte ich mich darin so wohl und sicher, dass ich zunächst gar nicht herauskommen wollte und direkt ein paar Tage zu spät auf die Welt kam. Nun war ich aber endlich da, aber es wurde mir bald klar, warum ich eigentlich lieber noch ein paar Tage gewartet hätte. Es waren so viele Leute hier, dabei war es doch vor ein paar Minuten noch so ruhig und wohlig angenehm in Mamas Bauch. Damals war es schon so und auch heute genieße ich es immer noch sehr, allein und für mich zu sein, vor allem, nachdem ich unter Leuten war. So behütet und sicher es war, hieß es nun: „Auf ins Leben!“ Ganz schön brutal, da bleibt einem auch schonmal vor lauter Aufregung die Luft weg. „Klatsch!“, bekam ich aus heiterem Himmel ordentlich einen auf den Allerwertesten verpasst, und siehe da: Es geht doch mit dem Atmen... und dem Schreien. Das tat ich nach anfänglichem Schweigen und Atemverweigerung seit diesem Popoklatscher für ungefähr ein halbes Jahr nahezu ununterbrochen - sehr zur Freude meiner Eltern. Jedoch waren erstmal alle erleichtert, dass ich mich bester Gesundheit erfreute, und so konnte das Abenteuer des Lebens für mich beginnen.
Was soll ich sagen, wirklich klare und frische Erinnerungen habe ich an mein Dasein als kleines, hilfloses Baby nicht mehr. Jedoch kommt mir immer noch eine Situation in den Sinn, in der ich mich in einem Glaskasten befinde und viele Menschen mich anschauen. Dann werde ich aus dem Brutkasten genommen und herumgereicht, ich kenne diese Leute gar nicht und alle gucken mich an, jeder will einen Blick auf mich werfen, mich mal anfassen und auf dem Arm halten. Was bin ich bloß für ein sonderbares Geschöpf? Was wollen die alle von mir? Mir ist das alles zu viel und ich fange erstmal ordentlich an zu schreien. Irgendwie muss ich diesen schaulustigen Gaffern ja schließlich entkommen. Ich will endlich wieder meine Ruhe haben, am liebsten ganz warm und nah bei meiner Mama. Und siehe da, der Plan scheint aufzugehen, man reicht mich wieder zurück zu meiner Mama, endlich in Sicherheit und zurück an der Basis. Ab diesem Tag wurde ich dann tatsächlich nicht mehr „durchgereicht“, wie meine Eltern mir berichteten, als ich bereits erwachsen war. Die Bekannten und Verwandten konnten mich zwar anschauen, aber vorerst nicht auf den Arm nehmen geschweige denn mir in die Backe kneifen oder ähnliches. Was für eine Erleichterung. Später sollte ich feststellen, dass diese Leute keine Fremden waren, sondern zum Großteil mein engster Familienkreis: Omas, Opas, Tanten, Onkel und was weiß ich nicht was. Zu viel Nähe mag ich heute immer noch nicht, das hat sich in all den Jahren nicht geändert. So richtig nah an mich ran lasse ich nur ganz wenige, enge Vertraute.
So war ich also in diese Welt gekommen, im Krankenhaus wurde ich willkommen geheißen und gepflegt. Nach diesem kurzen Aufenthalt im Brutkasten kam es dann noch zu einer ungeplanten Verwechslung mit einem anderen Baby, die weitere Schreiattacken bei mir und einen Beinahe-Nervenzusammenbruch bei meiner Mutter verursachte und dadurch glücklicherweise auffiel.
Da schaute ich plötzlich einer wildfremden Frau in die Augen und dachte mir wohl: „Ok, wer ist das jetzt? Entweder liegt hier eine Verwechslung vor oder ich träume...“
Ich fing natürlich umgehend an zu schreien. Zum Glück bemerkte auch meine Mama sofort, dass sie ein fremdes Kind im Arm hielt und weigerte sich, auch nach beschwichtigenden Worten der Stationsschwester, dieses zu behalten: „Das ist doch ihres, aber sicher ist das ihr Junge!“ „Das ist nicht meiner, ich erkenne doch wohl mein eigenes Kind!“ Und siehe da, es war tatsächlich eine Verwechslung gewesen, die natürlich daraufhin unverzüglich korrigiert wurde. So war ich Gott sei Dank wieder bei Mama und unser Familiengespann machte sich daraufhin mit mir, also dem richtigen Baby, auf den Weg in die eigenen vier Wände.

KAPITEL 2 - DIE
JUNGEN JAHRE

„Zuhause ist dort, wo unser Herz
ist.“

Da war ich also nun in meinem (vorläufig) neuen Zuhause. Schön war es hier, ich hatte es gemütlich in meinem kleinen Kinderbett. Aber ich war eben noch ein Baby und alleine ziemlich hilflos und aufgeschmissen. Zum Glück waren da ja noch meine Eltern, die sich so liebevoll um mich kümmerten. Das haben sie ihr ganzes Leben lang, bis zum heutigen Tag immer getan. Sie waren immer für mich da und haben mich immer unterstützt, egal wie speziell und heikel die Situation, in die ich mich gebracht hatte, auch war. Dafür möchte ich ihnen auch auf diesem Wege noch einmal von ganzem Herzen danken.
So beschäftige ich mich also während meines ersten Lebensjahres hauptsächlich mit Dingen wie essen, trinken, schreien und kläglichen Versuchen, aufrecht zu sitzen, zu krabbeln und auf zwei Beinen zu stehen. Ich übte und übte, und siehe da, nach und nach gelang mir das Laufen immer besser. Ich konnte auch schon etwas mehr als herumschreien, um auf mich aufmerksam zu machen. So langsam entwickelte ich einen richtigen Wortschatz, Mama und Papa waren auf jeden Fall schon drin.
Eine Szene aus meiner Babyzeit habe ich heute noch ganz genau im Sinn:
Ich, Mama und Papa sind im Urlaub, zu der Zeit hatte ich natürlich keine Ahnung wo. Laut Erzählungen meiner Eltern waren wir in Damp an der Nordsee. Ich erinnere mich, wie ich in meinem Kinderwagen liege. Das Verdeck war leicht geschlossen und alles war eigentlich in Ordnung, bis dann ein Mann, wild herumfuchtelnd und laut umherrufend in meinem Blickfeld erschien. Diesen Mann erkannte ich als meinen Vater, verstand aber nicht, warum sich dieser sonst so ruhige und sanftmütige Mensch auf einmal so seltsam verhielt. Er schrie herum, rannte um meinen Kinderwagen und wurschtelte wild mit seinen Armen umher, immer wieder direkt vor meiner Nase. Ich dachte wohl, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Darum fing ich gewohnter Weise wieder an zu schreien. Schließlich schrie mein Vater ja auch und anscheinend hatte er sogar vor irgendetwas Angst. Klar, dass mir als kleiner Stoppen da auch die Luft wegblieb und ich mit dem Schlimmsten rechnete. Einige Jahre später stellte sich dann heraus, was die Ursache für das seltsame Verhalten meines Papas gewesen war: Wir waren auf einem Spaziergang über einen Staudamm gelaufen, wo es vor Fliegen, Mücken und anderem fliegenden Getier nur so wimmelte. Aus Angst, dass mich eines dieser fliegenden Ungeheuer angreifen, stechen oder mir auch nur einen Millimeter zu nahe kommen könnte, ergriff mein Vater die Initiative und versuchte mich in einem erbitterten Kampf - eins gegen zwanzigtausend - zu verteidigen. Bis auf’s Blut, er kam nicht ungestochen davon. Ich hingegen überstand diese Fliegerattacke tatsächlich unbescholten, jedoch sollte ich doch einen anderen bleibenden Schaden davontragen: Bis heute habe ich panische Angst vor allem, was so auf dieser schönen Erde herumschwirrt.
Meine Eltern haben schon immer gut auf mich aufgepasst. Passend dazu fällt mir noch eine Geschichte aus Kindheitstagen ein. Diesmal waren wir im Urlaub. Mama, Papa und ich - natürlich wieder einmal völlig hilflos im Kinderwagen liegend. Da laufen meine Eltern also wieder einmal durch die Pampa mit mir, irgendwo im nirgendwo, einen einsamen, unbefestigten Feldweg entlang. Rundherum nur Gras, Blumen, Bäume... Natur pur. Das Wetter herrlich, sonnig, keine Wolke am Himmel, nicht zu warm und nicht zu kalt. „Perfekt!“ denke ich mir wahrscheinlich und freue mich meines (noch sehr) jungen Lebens. Plötzlich höre ich irgendjemanden laut rufen. Die eh schon ruckelige Kinderwagenfahrt wird plötzlich zum gesundheitsschädlichen Geschwindigkeitswahnsinn. Ich komme mir vor wie auf einer Buckelpiste bei der Skiabfahrt. Nun kann ich auch endlich einordnen, wer da so lauthals ruft: Wie sollte es auch anders sein, es ist mein Vater. Zum Glück verstehe ich nicht was er sagt, sonst würde ich mir wahrscheinlich glatt in die Windeln machen. Wie meine Mutter mir Jahre später berichtete schrie er wohl so etwas wie: „Schnell, Beeilung! Komm hierher über den Zaun! Schnell, der Bulle kommt!“
Dass er da nicht etwa von einem Polizisten, sondern von einem leibhaftigen, mehrere Tonnen schweren Zuchtbullen sprach, wusste ich zum Glück damals nicht. Meine Eltern hatten sich auf ein Feld verirrt, wo Kühe und Bullen frei umherliefen, und hatten es nicht einmal bemerkt. Mein Papa hat es ja dann doch erkannt, gerade noch rechtzeitig, um sich mit einem rekordverdächtigen Sprint hinter einem Holzzaun, über den er auch noch behände hinübersprang, in Sicherheit zu bringen. Und nun feuerte er lauthals meine Mutter an, endlich ins Ziel - hinter den sicheren Holzzaun - zu kommen. Gar nicht so leicht mit einem sperrigen Kinderwagen auf einem buckligen Feldweg. Meine Mutter gab ihr Bestes, der Bulle wetzte mittlerweile etwas schnelleren Tempos hinter uns her. So ergab sich folgendes Bild: Mein schreiender Papa hinter dem Zaun, meine um ihr und mein Leben rennende Mutter mit dem Kinderwagen, in dem ich lag, und ein immer näher kommender riesiger Bulle, der anscheinend Gefallen daran gefunden hatte, uns in diese groteske Situation gebracht zu haben. Gott sei Dank hatten wir genügend Vorsprung vor diesem riesigen Ungetüm, so dass wir es gerade noch rechtzeitig zum Zaun schafften. Mein Papa half dann sogar meiner Mama dabei, den Kinderwagen über eben diesen hinüberzuheben. Auch meine Mama konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. So waren wir alle drei dem vermeintlichen Tod durch Aufspießen nochmal von der Schippe gesprungen. Der Haussegen hing nach diesem Erlebnis jedoch einige Tage schief, meine Mutter und mein Vater hatten nach diesem Vorfall wohl einiges zu besprechen.
So denn hatte ich abermals einen Familienurlaub überlebt. Mittlerweile war ich wieder zuhause.
Ich hatte es mittlerweile hinbekommen, auf meinen eigenen zwei Beinen zu stehen und sogar zu laufen. Das Gehfrei war mittlerweile ausrangiert. Ich fuhr stattdessen gern Rutsch- und Tretauto und vor allem Dreirad. So wie auch an diesem einen Tag, wo ich vor der Haustüre auf meinem dreirädrigen Gefährt zum Start bereit stand. Der Wohnungseingang lag etwas höher gelegen und ungefähr sieben Stufen trennten mich so vom ebenerdigen Garagenhof. Ich stand also oben vor der Tür vor dem siebenstufigen Abgrund und wartete auf meinen Vater, der drinnen noch seine Sachen zusammensuchte. Auch brachte er die Stange mit, die man hinten am Dreirad in eine Halterung stecken konnte um es zu schieben. Da war nun also mein Papa inklusive Dreirad-Stange, die er wie zuvor beschrieben in die dafür vorgesehene Halterung führte. Normalerweise rastete dann so ein kleines gefedertes Knöpfchen ein und es macht „Klick“. Es sitzt dann alles bombenfest. So war es allerdings diesmal nicht, zu allem Übel blieb dieser Fauxpas von uns beiden völlig unbemerkt. So kam es dann, dass mein Vater mich wie immer an der Stange die Treppen langsam hinunter schieben wollte, eben weil ich das so mochte - dieses Stufe-für-Stufe heruntergleiten bis ganz unten, auf den Boden der Tatsachen. Diesmal war ich etwas schneller unten gelandet als all die etlichen Male zuvor. Schon an der ersten Stufe löste sich die Stange aus der Halterung und los ging die wilde Fahrt. Ich dachte mein letztes Stündlein hätte geschlagen. So rauschte ich in spektakulärer Manier die übrigen Stufen hinunter und machte, nachdem ich ordentlich durchgerüttelt worden war, zudem noch einen Satz über den Lenker, um dann brutal mit meinem Kopf - um genauer zu sein mit meiner Oberlippe - auf dem harten Asphalt aufzusetzen. Ich fing natürlich sofort an zu weinen und schaute die Treppe hinauf zu meinem kreidebleich gewordenen Vater, der ungläubig auf mich herabschaute - immer noch mit der Schiebestange des Dreirads in der Hand.
Nachdem er dort noch einige Sekunden in Schockstarre verweilte, kam er zu mir hinunter geeilt und nahm mich auf dem Arm zurück mit in unsere Wohnung, wo er dann erstmal meine Wunde an der Oberlippe verarztete und mich tröstete.
Meine Mama war zu diesem Zeitpunkt noch unterwegs. Als sie am Abend wiederkam hatte ich den Schock bereits einigermaßen verdaut. Der Vater hatte den Plan, das geschehene Missgeschick vor meiner Mama zu verstecken, da er ansonsten mit einem aufziehenden Unwetter rechnete. Der Plan an sich war verständlich, jedoch aufgrund meiner wie bei einer allergischen Reaktion angeschwollenen und zudem auch blutigen Oberlippe jedoch völlig realitätsfern. Als meine Mama mich sah erschrak sie und fragte natürlich sofort was passiert sei. Da erzählte ich ihr alles haargenau, während mein Vater abermals kreidebleich wurde und sich meine Geschichte mit anhörte. Daraufhin musste sich dann mein Vater eine Geschichte von meiner Mutter anhören, was mir leid tat. Auch hier besaß ich bereits - ohne es zu wissen - ein hohes Maß an Empathie, da ich genau nachempfinden konnte, wie es meinem Vater wohl gerade gehen musste. Ich empfand tiefes Mitgefühl und zugleich wollte ich am liebsten das Passierte ungeschehen machen. Das Gute an all dem Durcheinander war, dass seit diesem Tag immer doppelt und dreifach geprüft wurde, ob die Dreiradstange auch wirklich bombenfest saß. Das herunter geschoben werden der Stufen war seit diesem Tag natürlich ebenfalls Geschichte.
Das waren also ein paar prägende und rückblickend sogar amüsante Erlebnisse aus frühester Kindheit, an die sich meine Eltern und zum Teil sogar ich selbst noch erinnern können.
So ging es dann kurz vor meinem ersten Auftritt im Kindergarten noch in eine neue Wohnung. Wir zogen von einer Mietwohnung in Herten-Disteln in eine Eigentumswohnung in Herten-Langenbochum um, wo dann auch mein Kindergarten sein sollte.
So kam es dann also, dass ich und meine Eltern in einer neuen Wohnung landeten. Es war ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen mit insgesamt 16 Parteien. Da kam keine Langeweile auf. Da ich ein recht aktives Kind war, kam es durchaus vor, dass ich wie wild durch die Bude sprang, wenn ich meine „dollen fünf Minuten“ hatte - die ich übrigens heute auch immer noch habe. Dies hatte und hat höchstwahrscheinlich auch mit meiner Hochsensibilität und meiner daraus resultierenden schnelleren Überreizung zu tun. Ich musste dann einfach in irgendeiner Form Dampf ablassen. Dies blieb von den Nachbarn nicht unbemerkt. Es klingelte bei uns an der Wohnungstür. Es war eine Nachbarin, die behauptete, sie würde die Gläser bei sich in der Vitrine klirren hören, und das, obwohl sie eine Etage tiefer und auf der komplett anderen Seite des Mehrfamilienhauses ihre Wohnung hatte. Ich solle mich doch mal etwas ruhiger verhalten. Und da war es zum bewussten ersten Mal, dieses: „Du bist falsch, du bist so nicht richtig. Du bist zu wild. Mach doch mal was anderes. So verhält man sich nicht.“ Dieses Gefühl von „ich bin nicht normal/ich bin nicht richtig/ich bin anders“ sollte mich auf meinen weiteren Weg stetig begleiten und später doch das ein oder andere Problem verursachen. Nachdem ich mich einigermaßen eingelebt hatte, was ebenfalls Zeit benötigte, ging es dann also für mich kopfüber hinein in das Abenteuer Kindergarten. Die ersten Tage dort waren der blanke Horror für mich. Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber meine Kindergärtnerin und meine Mutter erzählten mir später, dass ich in der ersten Woche einfach nur irgendwo herum saß oder stand und mir anschaute, was die anderen Kinder dort alles so machten. Die anderen spielten, liefen herum, tobten, unterhielten sich und ich saß oder stand einfach nur da, völlig überwältigt von dem regen Treiben und der Lautstärke in der Kindergartengruppe. Ich wusste wohl gar nicht wirklich, wie mir geschah. Ich fand Kindergarten also doof. Zumindest in dieser Anfangszeit war es so. In den darauf folgenden Wochen wurde ich mit der Situation und auch mit den anderen Kindern immer vertrauter, so dass ich langsam sogar ein wenig Gefallen an dem ganzen Spektakel gefunden hatte. Ich kam mit anderen Kindern in Kontakt und konnte sogar meine eigene Kreativität entdecken und ausleben. Viele der anderen Kinder erwarteten mich nach einiger Zeit am Morgen bereits, um von mir zu erfahren, was heute so kreatives auf dem Plan stand. Ich hatte fast jeden Morgen eine neue Idee mitgebracht: Mal war es ein Hubschrauber, den wir zusammen aus Pappe und Papier basteln wollten, mal waren es Musikinstrumente, die wir aus Bastelzeug erstellten und dann sogar eine Band zusammen formten, mal waren es Spiele, die wir draußen spielten, und mal hatte ich die Idee eine Bande zu formen, in der wir dann irgendwelche Pläne ausheckten. Es war jedoch trotzdem so, dass ich im Kindergarten insgesamt ein sehr ruhiges und artiges Kind war. Ich hörte immer gut auf das, was die Kindergärtnerinnen mir sagten und wusste laut deren Aussage auch mich sehr gut zu benehmen. Meine Mutter war über diese Aussage sehr verwundert. Hatte sie doch festgestellt, dass ich, wenn ich aus dem Kindergarten kam und sie mich abholte, ihr erstmal die Turnschlappen, die wir im Kindergarten tragen mussten, um die Ohren feue...

Inhaltsverzeichnis

  1. Motto
  2. Widmung
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Vorwort
  5. Teil I - Meine Geschichte
  6. Teil II - Tipps für deinen Alltag / Techniken, die sich auf meinem Weg bewährt haben
  7. Abschied
  8. Impressum

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