"Information ist, was man braucht zu handeln" (Peter F. Drucker), d.h. gerade jetzt, wo die Möglichkeiten der Informationsgewinnung beträchtlich gestiegen sind, müssen sich die Führungskräfte verstärkt auf die produktive Nutzung des Rohstoffes "Information" als für ihren geschäftlichen Erfolg ausschlaggebendes Arbeitsmittel einstellen. Sehr wahrscheinlich ist: was die Verlässlichkeit freihändiger Ahnungen und Schätzungen anbelangt, scheinen mathematische Verfahren der Wahrscheinlichkeitsrechnung eher im Vorteil und überlegen zu sein. Nüchternes Kalkül ist manchmal besser als Erfahrungswissen: umgekehrt kann auch eine kalt kalkulierte Wahrscheinlichkeitsrechnung in die Irre führen, wenn hierbei zugrunde gelegte empirische Parameter falsch gesetzt wurden. Philosophisch betrachtet könnte man Wahrscheinlichkeit auch als den Grad des Glaubens an die Wahrheit definieren: es gibt auch so etwas wie ein beobachtungsabhängige subjektive Wahrscheinlichkeit. Eines jedoch ist sicher und nicht nur wahrscheinlich: es gibt immer nur ein begrenztes Wissen über die Zukunft. Eine kleine Lücke in der menschlichen Ausmessung durch Daten versucht man noch zu schließen: nämlich die der genauen Daten über unser Gefühlsleben. Für manche dieser Datenjäger und –sammler scheint es ein unerträglicher Gedanke zu sein, dass man bei der Erfassung von Emotionen und Gefühlswelten immer noch Unsicherheiten einkalkulieren muss. Der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft hängt auch davon ab, ob auch die nichttechnischen Bedingungen erfolgreich beherrscht werden können. D.h. auch mit dem Wandel zur Informationsgesellschaft verbundene mögliche Problemfelder wie beispielsweise die Gefahren der Verwechslung virtueller Realität mit Realität oder die der Informationsüberflutung müssen ernst genommen werden.

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Personalbilanz Lesebogen 50 Big Data und das rollende Computerauto
Wissen und Ökonomie
- 28 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
1 Informationen über alles und jeden
James Bond ade: hinter dem Überwachten steht heute wohl kaum
noch ein realer Spion. Denn: jeder wird überwacht. Aber: nicht
deshalb, weil er etwa so interessant wäre. Sondern: weil es genug
Speicherkapazitäten gibt, um diese mit Informationen über jeden
anfüllen zu können. Für irgendwas oder irgendwie: könnte es ja
einmal zu gebrauchen sein. Gefangen im Netz: es gibt wohl
keine Möglichkeit, vernetzte Rechenleistungen in einer Welt so zu
betreiben, dass hierüber keine Daten anfallen. Niemand wäre bereit
auf den (vermeintlichen) Komfort von Internet und vernetztem
Rechnen zu verzichten. Konsequenz: jeder Einzelne ist jenen
ausgeliefert, die alle diese anonymisierten und aggregierten
(Meta-)Daten auslesen und verknüpfen.
Wird auch unser Auto zu einer Datenkrake ? Immer mehr wird auch
das Auto zum Computer, längst gehört es zum Internet der Dinge. Auf
der einen Seite schützt die Digitaltechnologie beispielsweise vor
Gefahren wie Aquaplanung, Sekundenschlaf oder Beulen beim
Einparken. Auf der anderen Seite werden auch hier wieder alle
möglichen Daten abgesaugt. Denn neue Autos verfügen heute bereits
über Bordcomputer und ein ausgebautes internes Netzwerk
Was alles möglich ist zeigt ein Hacker-Angriff, digital in ein
Auto einzubrechen: Studenten in China soll es gelungen sein,
Sicherheitsbarrieren einen Elektroautos zu durchbrechen, Türen und
Schiebedach bei voller Fahrt zu öffnen, Lampen einzuschalten und
Hupen zu betätigen. Für eine Einflussnahme von außen bieten sich
als Einfallstore für Angriffe vor allem Sensoren für
Fahrassistenzsysteme an: zentrale Fahrfunktionen wie Bremsen, Gas
geben und Lenken könnten vielleicht folgen. Manipulationen und
Kontrollverluste solcher Art (bei voller Fahrt) sind ein Albtraum:
Cyber-Angriffe auf rollende Computer-Autos.
2 Wissensmanagement im Datenozean
Datenschnipsel und Wert – Möglichkeitsraum in Datenform –
Intellektuelles Kapital und Wissensbilanz. Wissen ist das
wertvollste Kapital. Rohmaterialien, Produktions-, Geschäfts- und
Vermarktungsprozesse sind notfalls schnell verfügbar. Was im
Gegensatz hierzu nicht schnell verfügbar gemacht werden kann, sind
Wissen, Fähigkeiten, Qualifikationen, Erfahrungen, Motivation u.a.
von Personen. Was geschieht mit Intellektuellem Kapital in der
neuen Welt der Smart-Telefone, Wischfinger und ZAP-Blicke ?: wer
ist in dieser Welt wie und warum intelligent ?
Klar scheint: der vollständige Verzicht auf digitale
Kommunikationsmittel ist für viele (alle ?) unverzichtbar geworden:
der Download der Zukunft geht unvermindert weiter. Datensammler
saugen ab, was sie nur irgendwie in die Leitungen bekommen:
Privatsphären schrumpfen, verschwinden vielleicht ganz. Jeder
Datenschnipsel, und sei er noch so klein, wird aufgesogen: auch
wenn Bedeutung oder Wert noch gar nicht abzuschätzen
sind.
Wer ist mit seinem Smart-Telefon aber schon smart genug, um aus
dieser Nummer wieder raus zu kommen ? Es braucht nach wie vor
Intellektuelles Kapital, um erkennen zu können, was sich im
Möglichkeitsraum bereits in Datenform abgelagert hat. Denn Daten
sind noch keine Informationen: und auch diese sind zunächst erst
nur Samenkapseln, aus denen Wissen gewonnen und wachsen kann. Ein
umfassendes Wissensmanagement trägt - beispielsweise mit
Instrumenten der Wissensbilanz - dazu bei, die Wirkungen des
Intellektuellen Kapitals als Hebelkraft zu nutzen.
3 Datenreich, aber zu oft informationsarm ?
Information ist nicht immer unbedingt das, was auf den Schreibtisch der Entscheider gelangt. Als Information gilt immer nur das, was Entscheider brauchen, um handeln zu können: die aus dem Datenverarbeitungssystem gewonnenen Informationen stellen oft nur wenige Prozent des geschäftsspezifischen Wissens dar. Vielleicht ist es kein Zufall, dass eine Finanz- und Wirtschaftskrise ausgerechnet im Zeitalter des Internets stattfindet. D.h. dem Zeitalter der unbegrenzten Daten- und Informationsfülle, dem Zeitalter der weltweit möglichen Daten- und Informationsabrufe. Die Fähigkeiten, Daten und Informationen zu Wissen verarbeiten zu können, haben mit der weltweiten Vernetzung offenbar nicht immer Schritt halten können. Im Gegenteil: An manchen Stellen scheint der Blick für das Wesentliche verlorengegangen zu sein. Für einen Betrachter stellt sich manchmal die Frage, ob alle Informationen letztlich zu Wissen geformt werden und ob dieses Wissen allen bekannten Anforderungen genügen kann ?
An dieser Stelle könnte man jetzt leicht ins Stocken geraten: welches Wissen ist gemeint ? was ist und bedeutet überhaupt Wissen ? welches Wissen wird gebraucht ? wie kann Wissen dorthin gebracht werden, wo es gebraucht wird ? in welcher Form kann Wissen gelagert und übertragen werden ?
Durch die technischen Möglichkeiten begünstigt wird ein oft zu hoher Detaillierungsgrad verfolgt, der die personellen Informationskapazitäten überbeansprucht und damit Lernprozesse und Kreativität hemmt. Dies führt zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass auch eine menschlich machbare Verwertbarkeit der Datenflut gewährleistet sein muss. Denn Datenmüll, ungenaue oder inkonsistente Daten werden auch immer nur falsche Informationen liefern. Diese wiederum würden mehr oder weniger zwangsläufig falsche Entscheidungen verursachen. Von einer Informationsverarbeitung in diesem Sinne wird deshalb besonders die Entwicklung von Filter- und Selektionsfunktionen zu erwarten sein, damit die Zunahme der Informationsschwemme nicht zu isolierter Kompliziertheit, sondern statt dessen zu entscheidungsrelevanten Informationen führt.
Währe...
Inhaltsverzeichnis
- 1 Informationen über alles und jeden
- 2 Wissensmanagement im Datenozean
- 3 Datenreich, aber zu oft informationsarm ?
- 4 Selbstbehauptung gegen Big Data
- 5 Im Spannungsfeld der Rollenverteilung
- 6 Wissensmanagement am Stellhebel der Zukunftsfähigkeit
- 7 Kooperationsmanagement und Informationsfluss
- 8 Wertschöpfungsfaktor Wissen
- 9 Wissensmanagement - garbage in und garbage out
- 10 Potenzial der "Kopf"schätze
- 11 Business Intelligence Analysen
- 12 Risikowissen mit Sensitivität
- 13 Strategien und Kennzahlen-Maschinisten
- 14 Key Performance Indikator und Intangibles
- 15 Dreifach hält besser
- 16 Prinzip Ampel
- 17 Wust der Irrelevanz
- 18 Transparent kommunizieren - effizient umsetzen
- 19 Wissensmanagement der Wahrscheinlichkeiten
- 20 Exkurs - Arbeitsweise Personalbilanz
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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