Dies ist der Start der neuen Publikationsreihe der Detlefsen-Gesellschaft. Immer wieder tauchen in privaten Sammlungen und aus Nachlässen Quellen zur Geschichte der holsteinischen Elbmarschen auf. Leider werden diese nicht immer den Archiven zur Verfügung gestellt. Für die Forschung sind diese daher nicht zu nutzen. Nicht selten verschwinden diese bedeutsamen Archivalien nach dem Tod der Besitzer im Müll. Um sie für die Forschung nutzbar zu machen, werden diese Funde publiziert und innerhalb dieser Reihe der Öffentlichkeit in loser Reihenfolge zur Verfügung gestellt.Band 1: Ernst Schröder: Erinnerungen an den Feldzug der Schleswig-Holsteiner gegen die Dänen im Jahre 1849.

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Quellen zur Geschichte der Holsteinischen Elbmarschen
Band 1
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Quellen zur Geschichte der Holsteinischen Elbmarschen
Band 1
Über dieses Buch
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Information
Erinnerungen an den Feldzug
der Schleswig-Holsteiner gegen
die Dänen im Jahre 1849
Ernst Schröder
Glückstadt, nct. December 1851.
Einleitend bemerke ich, daß ich im August des Jahres 1848, in Rendsburg als Einjährig freiwilliger bei dem neu formirten 10ten Schleswig-Holsteinischen Infanterie Bataillon eintrat, der 4ten Compagnie des Bataillons4 zugetheilt ward und bis zur Auflösung unserer Armee, im Januar 1851 ununterbrochen stets in derselben Compagnie in Dienst stand. Unser Bataillon ward von Rendsburg sofort nach Glückstadt verlegt zur Ausbildung, später nach Elmshorn, wo wir bis zum Ausrücken ins Feld blieben.
Flensburg, 19. März 1849
Endlich habe ich Zeit und Gelegenheit Euch einige Mittheilungen über mich zukommen zu lassen. - Es geht mir Gott sei Dank: gut. An das Tragen des ziemlich schweren Gepäcks habe ich mich schon so gewöhnt, daß ich nicht sehr ermüdet mehr davon werde. Ich habe es bis auf einen Tag, an welchem für die ganze Compagnie das Gepäck auf Wagen kam, immer getragen. Meine Kameraden haben sich darüber gewundert, umsomehr, als verschiedene große, starke, an schwere körperliche Arbeit gewöhnte Leute der Compagnie, ihr Gepäck auf die Bagagewagen haben abgeben müssen.
Am Sonntag, den 11. März, marschirten wir aus Elmshorn, unserem bisherigen uns so lieb gewordenen Garnisonsorte. Eine große Menge Menschen begleitete uns, von denen Manche mit Thränen in den Augen uns den Abschiedsgruß zuwinkten. Wir marschirten am ersten Tage nach einem kleinen Dorf bei Hörnerkirchen, von wo aus wir wieder in kleineren Abtheilungen nach verschiedenen Dörfern und Höfen detachirt wurden. Ich ward mit dem Lieutenant Herrn v. Below und 24 Mann auf einem Gehöft einquartiert und verlebte den Nachmittag im Zimmer dieses liebenswürdigen Offiziers, der mir Zeitungen und Cigarren, auch Wein, verabreichte, höchst gemüthlich. /: Lieutenant v. Below fiel leider beim Sturm auf Friedrichstadt :/5 Ein bequemes Nachtlager ließ der Leutnant mir in seinem Zimmer zurecht machen und Ihr könnt denken, wie glücklich ich mich fühlte.
Am 12ten marschirten wir nach Hennstedt, wo ich schlechtes Quartier und schlechte Verpflegung hatte.
Am 13ten gings nach Lundstädt. Hier hatten wir einen Rasttag, der zur Instandsetzung unserer Sachen /: Waffen, Uniform u.s.w. :/ benutzt ward. Am 15ten machten wir einen größeren Marsch, 4½ Meilen6, nach Norby und rückten Mittags 12 Uhr in Rendsburg ein, wo wir Hirschfänger und Schanzzeug ausgeliefert erhielten. Am 16ten langten wir in dem so patriotisch gesinnten Schleswig an. Ich sah nur wenig von der Stadt, weil ich vom Marschiren zu müde geworden war. Mein Quartier bei einem Schlachtermeister war ein recht gutes. - Am 17ten marschirten wir nach Schmedeby, einem 5 Minuten von der Chaussee gelegenen Dorfe, ärmliche Verhältnisse. Mein Wirth klagte über die viele Einquartierung im letzten Jahr. Der sogenannte Pesel /: das Staatszimmer :/ war zum Speisesaal eingerichtet. Das Mittagsessen bestand aus einer fürchterlich schmeckenden Suppe, mit harten Klößen. Sonderbarerweise hatte unsere Compagnie in all den verschiedenen Quartieren der Dörfer ganz dieselbe Suppe erhalten, welche mit dem Namen „ ….eerensuppe „ belegt ward. Nachmittags wurde ein an der Chaussee belegenes Wirthshaus, in dem wir uns restaurirten, von mehreren von uns besucht. Gestern, also am 18ten März, rückten wir, Mittags 11 Uhr, hier in Flensburg ein. Das Musikkorps des 9ten Bataillons empfing uns dicht vor der Stadt, was einen günstigen kameradschaftlichen Eindruck auf uns machte. Unser Bataillon ward im Norden der Stadt einquartiert, wo bekanntlich fast nur dänisch gesinnte wohnen. Mein Quartier ist bei einem Seegelmacher Maak, einem dänisch gesinnten Mann. In den letzten Tagen haben wir unsere Hirschfänger, ohne die niemand ausgehen soll, schleifen müssen. Heute haben wir Rasttag. Es herrscht hier ein bewegtes militairisches Leben. Das 5te, 6te, 7te und 8te Bataillon, auch das 4te Jägercorps sind im Laufe des Tages hier durchmarschiert. Das 9te Bataillon ist heute Morgen nach Apenrade abmarschirt, wohin wir Morgen folgen sollen. -
Apenrade, 24. März 1849
Schreibutensilien und Zeit zum Schreiben haben wir nicht oft: Jetzt bin in der glücklichen Lage, Beides zu besitzen, daher einige Zeilen.
Am 20ten sind wir hier eingerückt. Den Marsch von Flensburg nach hier, /: 3¾ Meilen7 Chaussee:/ legten wir verhältnißmäßig geschwind zurück. Apenrade ist eine kleine niedlich gelegene Stadt, mit fast nur deutsch gesinnten Einwohnern, die ungemein freundlich und zuvorkommend gegen uns Soldaten sind. Mein Quartier, mit unserm Feldwebel Locht und 2 Unteroffizieren unserer Compagnie, ist bei einem alten deutschen Kaufmann Jensen. Eine alte brave Haushälterin sorgt für sehr gute Verpflegung. Von Mittwoch bis Donnerstag hatte ich Wachdienst. - In diesen Tagen ward ein Offizier in der preußischen Gardeuniform ein Hauptmann von Brauchitsch zu unserm Compagniechef ernannt. - Heute Morgen, am Jahrestage unserer Erhebung also, hatten wir große Parade zur Feier des Tages, gemeinschaftlich mit dem 9ten Bataillon Herr Oberstlieutenant v. Zastrow8, der uns vorgestern mittheilte, daß er zum Commandeur der Avantgarde9, bestehend aus dem 1ten und 2ten Jägercorps, dem 9ten und 10ten /: also unserem :/ Bataillon, der 3ten, 6ten Batterie und der 2ten Schwadron Dragoner, ernannt sei, hielt eine kräftige, patriotische Rede. Daß auch unser Bataillon der Avantgarde zugetheilt sei, verursachte allgemeine freudige Stimmung. Wir hoffen um so eher an den Feind heran zu kommen. - Es arbeiten täglich Mannschaften an den Colonnenwagen, Brücken, u.s.w. - Heute Morgen hörten wir 8 – 12 Kanonenschüsse, wahrscheinlich von dänischen herrührend, von denen man 5 hier in der Nähe gestern gesehen haben will. - Seit einigen Tagen empfangen wir Naturalverpflegung /: Fleisch, Speck, Erbsen u.s.w. :/ Wir Unteroffiziere besorgen die Vertheilung in unserer Corporalschaft, was uns vielen Scherz macht. - Von Politik wissen wir so gut wie Nichts. Ist schon deutsches Militair in Holstein eingerückt? Man sagt hier, es sei in unserm Hauptquartier die Nachricht eingetroffen, alle Friedensunterhandlungen seien abgebrochen. Vorwärts zum Kampf denn und mit Gottes Hülfe zum Sieg!
Apenrade, 29. März 1849
Ihr seht, daß wir noch immer in Apenrade liegen und ich kann nur sagen, wir sind gern hier, obgleich ich seit Gestern bei einem ächten Dänen einquartiert bin. Das Quartier ist trotzdem gut. Ich habe mit unserm Feldwebel ein gemeinschaftliches Zimmer, mit einer famosen Aussicht aufs Meer hinaus. Zu unserm Aerger haben wir freilich seit Kurzem eine dänische Corvette vor Augen, von unserm Zimmer aus deutlich sichtlich. Heute heißt es nun wieder, der Waffe...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Einleitung
- Erinnerungen an den Feldzug der Schleswig-Holsteiner gegen die Dänen im Jahre 1849
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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