In dem Buch wird aufgezeigt, dass die essenziellen Aussagen der verschiedenen spirituellen Wege übereinstimmen. Es geht um existenzielle Fragen wie: Wer sind wir?, Glück, Leid, Karma, Meditation, spirituelles Erwachen, Sinn und Ziel des Lebens.

- 96 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
X - Erleuchtung/Erwachen/Bodhi/Moksha
„Das Zur-Ruhe-Kommen der geistigen Vorgänge erreicht man durch Übung (abhyasa) und Loslassen (vairagya)“-Sutra I,12 bei Patanjali. Das kann man auf Gedanken, Gefühle und Wünsche beziehen, betreffs der Meditation ist dann das Meditationsobjekt gemeint. „Dann ruht der Sehende in seiner Wesensidentität“-I,3. „Alle anderen inneren Zustände sind bestimmt durch Identifikation mit den geistigen Vorgängen“-I,4. „Wenn der Geist von Eindrücken der Erinnerung völlig gereinigt ist, wird er entleert von seiner eigenen Form, und es leuchtet nur die Wirklichkeit allein. Diese Betrachtung wird eine von Denken freie (nirvitarka) genannt“-I,44. Im Buddhismus ist mit „Sehen, wie die Dinge sind“ dasselbe gemeint. Wenn man von Analysieren, Vergleichen und Bewerten befreit ist, sieht man die Dinge existentiell. Ursache für die verblendete Sicht sind die Kleshas: „Nichtwissen, Ichverhaftung, Begierde, Hass und Selbsterhaltungstrieb. Das Nichtwissen ist der Nährboden der anderen vier. Nichtwissen (avidya) hält das Vergängliche für unvergänglich, das Unreine für rein, das Leidvolle für Freude und das Nicht-Selbst für das Selbst“-II,3-5. Avidya (fehlende Erkenntnis des Selbst) kann nicht durch Denken, sondern nur durch Meditation aufgelöst werden. „Die geistigen Vorgänge, die von ihnen (den Kleshas) hervorgerufen werden, sind durch Meditation aufzulösen“-II,11. „Die Verbindung des Bewusstseins mit dem Betrachtungsgegenstand ist Konzentration (dharana)“-III,1. „Meditation (dhyana) ist der ununterbrochene Strom des Geistes hin zum Objekt“-III,2. „In der Versenkung (samadhi) ist man der eigenen Identität entblößt“-III,3. Dann gibt es keine Trennung zwischen Subjekt und Objekt mehr. Die Vollendung des spirituellen Weges ist bei Patanjali Freiheit (kaivalyam). „Der innere Mensch (purusha) ruht in seiner Wesensidentität, dem reinen Bewusstsein“-IV-34.
Erwachen bedeutet, dass man vorher geträumt hat. Maya (Täuschung) bedeutet, dass die Wahrheit hinter einem Schleier verborgen ist. Der Schleier ist die Sichtweise der Träumenden: Trennung. Ein Erwachter erfährt alles als Eins. Das ist kein philosophisches Konzept, sondern eine Erfahrung (Ein Geschmack).
Kleiner Exkurs, wie alles vielleicht zu erklären ist. Am Anfang ist bewusste Leerheit (nicht Nichts!). Im formlosen Grund/Brahman regt sich der Wunsch nach Erfahrung. Aus der „Null“ entsteht die „Eins“/ Ishvara/Schöpfergott (nicht getrennt von der Schöpfung, sondern immanent). Aus der „Eins“ entsteht die Dualität (Plus und Minus). Daraus entstehen die zahllosen Manifestationen. Damit das Schauspiel funktioniert, erfahren sich die Manifestationen als getrennte Individualwesen in Körpern. Allein Ishvara wird durch Maya nicht getäuscht. Für die zahllosen Wesen bleibt die Freiheit der Wahl. Das Urproblem ist das Gefühl der Trennung. Grenzenloser Geist begrenzt sich auf einen Körper und glaubt, nur dieser Körper zu sein. Der Schauspieler verliert sich in seiner Rolle. So wird ein Traum zum Albtraum. Durch Identifikation mit Körper und Gedanken (inklusiver kollektiver Denkmuster) entsteht Leid. Dauerhaftes Glück ist nicht möglich. Andrerseits ist das die lange Leine (Rückfahrkarte), durch die keiner dauerhaft verloren geht. Das Gleichnis vom „Verlorenen Sohn“ und das Märchen „Hans im Glück“ thematisieren das.
Unio mystica hebt die Trennung auf. Die Vielheit wird als Manifestation des Einen gesehen, hinter dem noch das Namenlose ist. In Indien spricht man nicht von Unio, sondern von a-dvaita (Nicht Zwei), um auf den Seinsgrund hinzuweisen.
Attribute des erwachten Bewusstseins sind immerwährende Freude/ Glückseligkeit und grenzenlose Liebe. Sie sind Zustände und unabhängig von äußeren Gegebenheiten.
Das Reine Bewusstsein muss nicht geschaffen werden. Es ist nur nötig, „dass die Wolken sich auflösen, damit die Sonne sichtbar wird“ oder „dass der Spiegel gereinigt wird.“ „Licht vertreibt die Dunkelheit.“
Die Reinigung erfordert Mühe, das Erwachen ist mühelos.
Erwachen ist dauerhaft und geht nie mehr verloren. Ist es nicht dauerhaft, war es nur ein kurzer Blick auf die Wahrheit und kein Erwachen.
Es ist vollständig. Der „Fingerhut Erleuchtung“ ist eine Mär.
Ethik ist in allen spirituellen Traditionen das Fundament. Sie führt aber nicht zum Erwachen. Meditation/Stille ist der einzige Weg. Analyse löst nicht tiefe Knoten. Siddhis/Wunder sind Beiwerk. Wer in ihnen das Ziel sieht, befindet sich in einer Sackgasse. Die durch Jesus gewirkten Wunder sind nicht symbolisch zu verstehen. Dann wäre die Bibel ein Märchenbuch. Auch heute gibt es bei Verwirklichten Vorkommnisse, die nicht zu erklären sind.
Es gibt nur ein Bewusstsein. Telepathie u.a. sind anders nicht erklärbar.
Nicht Wünschen, nicht Handeln ist für „Träumende“ nicht zu verstehen. Ein Erwachter ist eins mit allen/Einem. Was sollte er sich wünschen? Dauerhaftes „Glücklich wunschlos“ sollte man nicht mit vorübergehendem „Wunschlos glücklich“ verwechseln.
Jeder hat das Potenzial zur Erleuchtung in sich. Motivation ist unabdingbar. „Aufgrund einer schwachen oder starken Intensität ergeben sich Unterschiede in der Versenkung“-I,22.
Zusammenfassung: Nach innen Gehen → Zentrieren → Zulassen → Loslassen → Stille → EINS/LEER SEIN. Statt der Identifikation mit Inhalten des Geistes das Erfahren Reinen Bewusstseins. Es geht nicht darum, das Kämpfen mit Bekämpfen zu beenden. Finde den Zustand in dir, wo es nie ein Kämpfen gab. „Hans im Glück“ kann jeder werden, der bereit ist zur Umkehr/Heimkehr in das göttliche Sein.
Zitate: Bhagavad Gita, Shankara, Yogananda, Marshall Govindan, Thirumindaram, Robert Adams, Nisargadatta, Upanishaden, Der Yoga der höchsten Identität, Das göttliche Bewusstsein, Tulku Urgyen, Namkhai Norbu, Karima Sen Gupta, Meister Eckhart, Das Geheimnis vom Wiedererkennen des Selbst, Bibel, Seraphim von Sarov, Ramana Maharshi, Henri Le Saux, Osho, Thomas Evangelium, Gisela Zuniga, Ein Kurs in Wundern, Ole Nydahl .
Du musst dir letztendlich über diese gewaltige Lehre klar werden: Alle Geschöpfe sind zwar dem Anschein nach getrennt, aber wahrhaft nur eines; alle Wesen gehen von der Gottheit aus und sind in der Gottheit vereint. Wer dies wirklich erfasst, wird die Gottheit und erlangt dadurch Befreiung.
Das wahre Selbst (der Atman) hat, wie ich schon sagte, weder Anfang noch Ende. Es übersteigt die Prakriti. Obwohl es im Feld (dem Körper) wohnt, handelt dieser Kenner des Feldes nicht. Daher bleibt er unberührt von den Früchten des Handelns und unbefleckt von gutem oder schlechtem Karma. Dieses wahre innere Selbst ist tatsächlich geheimnisvoll, Arjuna. Es ist subtiler als das Subtilste. Wie Wasser, wenn es Dampf (also in seinem subtilen Zustand) ist, sich durch seine Umgebung nicht verschmutzen lässt, wird der Atman niemals befleckt, obwohl er in jedem Geschöpf wohnt.
Wisse schließlich, Arjuna, dass das Ziel darin besteht, sich nicht in die Welt zu verstricken, sondern die Welt zu gebrauchen, um zur Göttlichkeit zu gelangen. Gebrauche dein Auge der Weisheit, deine Intuitionsgabe dazu, zwischen dem Feld und dem Kenner zu unterscheiden. Dann kannst du dich wirklich vom Feld, von der Fesselung an das Weltliche, frei machen und zu mir, dem höchsten Ziel, gelangen.
Dieses SELBST wird nie geboren, noch kann es je vergehen; noch kann es, da es einmal besteht, wieder aufhören zu sein. Es kennt keine Geburt, ist ewig, unwandelbar und stets das Gleiche (unberührt vom üblichen Ablauf zeitlicher Vorgänge). Es wird nicht vernichtet, wenn der Körper getötet wird. So wie ein Mensch seine zerschlissene Kleidung ablegt und ein neues Gewand anlegt, so verlässt auch die im Körper eingeschlossene Seele ihre zerfallene körperliche Wohnung und betritt eine andere, neue. Keine Waffe kann die Seele durchbohren; kein Feuer kann sie verbrennen; es kann kein Wasser sie nässen; noch kann sie im Winde verdorren. Die Seele ist unteilbar; sie kann nicht verbrannt, durchnässt und ausgetrocknet werden. Die Seele ist unwandelbar, alldurchdringend, ewig ruhig und fest gegründet - sie bleibt sich ewig gleich.
Bhagavad Gita
Das Wesen des höchsten Selbst ist sehr fein gewebt, und kann nicht durch sinnesgebundene Gedanken erreicht werden. Daher muss der Mind erst durch Meditation in einen subtilen, höchst empfänglichen Zustand versetzt werden.
Wie Gold seine Verunreinigungen in der Hitze des Feuers abgibt, so verliert der Mind durch die Meditation seine Trübungen, die Sattva, Rajas und Tamas verursacht haben. Durch ständige Übung erlangst du die höchste Stufe der Meditation, in der sich der Mind mit Brahman, dem Einen ohne ein Zweites, verbindet.
Gegenstand der Suche ist das Reine Bewusstsein, wo die Einzelseele und die Absolute Wirklichkeit eine untrennbare Einheit sind. In dieser Hinsicht stimmen alle Upanishaden überein.
Sobald die Sinne beherrscht sind, hört die Ruhelosigkeit der Gedanken von selbst auf. Dann stellt sich der Zustand der Reinheit ein, und daraus erwächst die Stille. Wenn das Gemüt still ist, wird die Erlösung möglich, auf keine andere Art.
Unwissende halten den grob- und feinstofflichen Körper, der von Natur aus unbehaglich und mühselig ist, für das Selbst. Sie haben die Glückseligkeit der eigenen innersten Seele vergessen und suchen Glück und Freude in dem, was Schmerz und Leid bereitet.
Erlösung als Verweilen im reinen ununterbrochenen Bewusstsein des Selbst kann weder durch Taten noch durch Worte verwirklicht werden. Wer ständig im Selbst verwurzelt ist, möge - um Erlösung zu erlangen - den Sinn von 'ich' und 'mein' als Begrenzungen des Bewusstseins vollends ausrotten.
Sobald der Sucher Gott erfährt, sprengt er alle Fesseln. Wenn alle Fesseln in Gestalt von Unwissenheit, Egoismus, Zu- und Abneigungen sowie der Identifikation mit dem Nicht-Selbst zerstört sind, gibt es keine Geburt und keinen Tod mehr.
Shankara
Unwissenheit ist die größte Sünde, weil sie das Göttliche SELBST verdunkelt und das begrenzte Ego- oder Körperbewusstsein erzeugt - die Wurzel des menschlichen Leidens. Wenn der Mensch sich während eines genügend langen Zeitraums nicht mehr mit seinen Gedanken und Wahrnehmungen identifiziert hat, ohne dabei in einen leeren oder bewusstlosen Zustand zu verfallen, erkennt er durch seine unverfälschte reine Intuition sein wahres SELBST. Deshalb kann man nur durch die Ruhe tiefer Meditation das Egobewusstsein überwinden.
Paramahansa Yogananda
Die Unkenntnis der eigenen wahren Identität-des ewigen Selbst, der Seelekann nicht durch einen Wechsel der Lebensanschauung beseitigt werden. Sie löst sich nur schrittweise auf, während man sein Bewusstsein erweitert und wiederholt in den Samadhi-Zustand eintritt. Im Samadhi werden wir uns dessen bewusst, was in uns bewusst ist. „Das höchste Selbst erstrahlt in ungestörter Ruhe." (Yoga Sutra 1.47)
Marshall Govindan
Sie sehen nicht den Schatz, der alles übertrifft, und suchen nach vergänglichen Schätzen. Suchten sie im Inneren, in ihren schmelzenden Herzen, so fänden sie den Schatz, der todlos ist.
Thirumindaram
Ihr seid eine vollkommene Widerspiegelung des GEISTES und werdet es immer sein. Einst wart ihr GEIST, nun aber lebt ihr in der Vorstellung, ein sterbliches Wesen zu sein. Wenn ihr meditiert und immer gut handelt, um Gott Freude zu machen, werdet ihr euch jedoch eurer vergessenen Geistnatur erinnern und im göttlichen Bewusstseinszustand ewig neuer Glückseligkeit leben. Vergesst den Albdruck eurer jetzigen Begrenzungen. Wenn ihr euch des Unendlichen sicher seid, wenn ihr wisst, dass Gott euch beschützt, dann ruht ihr geborgen im Schoße der Unsterblichkeit - auch wenn die Natur euren Körper zerstört. So wie das Meer zur Welle und die Welle zum Meer wird, so ist es auch mit euch. Sagt euch immer:»Der GEIST ist zu meinem Ich geworden und ich bin GEIST.« Erwacht aus dem Traum menschlicher Unzulänglichkeit und erkennt, dass ihr eins mit Gott seid.
Paramahansa Yogananda
SELBST
VERWIRKLICHUNG
Nichts in diesem Universum
wird dir sagen können, was du bist.
Es ist jenseits von Worten und Gedanken.
Mit deinem begrenzten Verstand
wirst du nie verstehen, wer du bist.
Also versuche es gar nicht erst.
Es funktioniert umgekehrt.
Wenn du wirklich aufhörst, darüber nachzudenken
oder wissen zu wollen, wer du bist,
wenn du aufhörst zu analysieren
und mit dem Versuch aufhörst, es herauszuf...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- I - Wer bin ich?
- II - Leid
- III - Glück
- IV - Gewitter
- V - Wahr-nehmung
- VI - Karma und Wiedergeburt
- VII - Nahtoderfahrungen
- VIII - Meditation
- IX - Eins im Geist
- X - Erleuchtung
- XI - Kosmisches Bewusstsein
- XII - Poetischer Nachklang
- XIII - Transpersonal
- XIV - Jenseits der Stille
- Quellen
- Autor
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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