
- 88 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Herbert-Werner MühlrothVON FALSCHEN MYTHENSurreale Texte
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Information
GESCHICHTE DES UNTIERS
Die Geschichte fängt an mit: Es war einmal ein kleines Tier, das nicht essen wollte. Seine Mutter kaufte ihm einen Trichter und so wuchs das Tierchen auf, während es mit Fressen vollgestopft wurde. Angebunden an den Freßtrichter wuchs das Tier im Flug und es wurde sehr groß. Es kränkelte später immer noch in der Erinnerung an den Trichter, aber eines Tages war es ausgewachsen und starrte in die Welt hinein.
- Ich will jetzt wissen, was für ein Tier ich bin. Deshalb ziehe ich in die weite weite Welt hinaus. Da fängt wieder eine neue Geschichte an. Also lassen wir die erste Geschichte und beginnen noch einmal von vorn. Es war einmal ein großes Tier, das in der weitenweiten Welt lebte. Es lebte unter einem blauen Himmel, der sein Dach war und trug die Beine einen halben Meter über dem Boden, besonders dort, wo die dämlichen Hunde hingeschissen hatten, aber auch dort, wo der Dampf der furzenden Eulen, die ihren Minervaflug täglich übten, ihren Kot in Büchern plazierten. So war das Tier gezwungen, immer große Schritte zu machen und manchen schien es, als ob es schweben oder fliegen würde, da es den Erdboden immer nur leicht berührte.
Eines Tages erfuhr es, was es für ein Tier war. Es war ein Untier. Jetzt wußte es, was es war. Wie aber damit umgehen.
- Ich werde mir ein anderes Untier suchen, eins, das mir gleicht, mit dem ich mich in eine Höhle zurückziehen kann, sagte es sich, denn es spürte, daß der blaue Himmel sich verdunklte und daß seine Sorge, einmal in der Luft hängenzubleiben, immer größer wurde.
- Aber wo finde ich denn ein Untier, wo doch hier überall nur Tiere herumkreuchen, die überall ihren Kot verstreuen und, nachdem sie sich daran sattgerochen haben, sich aus dem Staub machen.
Es mußte einfach noch eine Geschichte kommen, es war ihm klar, und es träumte vom Beginn einer wunderbaren Geschichte.
Dies ist der Traum des Untiers. Es ist die eigentliche Geschichte, die sich vergebens hinter den anderen zu verbergen versuchte. Schließlich mußte das Untier sich selbst diese Geschichte erzählen.
- Es sei, sagte das Untier. Fangen wir also an: Es war einmal ein kleinesgroßes Untier, das unter Tieren lebte. Nein. Das ist zu hausbacken. Die Tiere erzählen sich immer die gleiche Geschichte in Millionen Variationen. Warum sollte ich so erzählen, daß die Tiere denken können, es wäre ein Teil ihrer eigenen Geschichte. Die ich zwar erlebt, aber die den Tieren nur zur Ergötzung dient.
- Weil das so üblich ist, rief plötzlich eine Stimme aus dem Hintergrund.
Ein Donnergrollen, Rrrummms. Pock. Ein Regentropfen fiel auf die Nase des Untiers.
- Das ist der Gottesbeweis, heureka, sagte sich das Untier. Aber es zweifelte sogleich wieder daran. Das war bestimmt wieder der Riese da oben, der sein Wasser nicht halten kann. Wieder so eine störende Interferenz.
- Laß es auf sich beruhen. Selbst Riesen können dich nicht mehr stören. Also, sagte es sich, es ist doch so, daß immer nur Untiere für Tiere ihre Geschichten aufgeschrieben haben. Die Tiere fanden das geil und fühlten sich in ihrem Urteil über die Untiere immer wieder bestätigt. Wie viele Untiere haben es versucht den Tieren Vernunft (das war für es die glückliche Wissenschaft des Unglücks) beizubringen. Sinnlos, zwecklos. Warum nun sollte das Untier es den anderen gleichtun. Vielleicht – und es stellte sich vor, vor einem Auditorium von Tieren zu stehen, die alle begierig waren, die Geschichte des Untiers kennenzulernen (Es war wahrlich nur eine Phantasie des Untiers) - gelingt es ihm den Tieren zu vermitteln, daß Untiere auch nur eine Art von Tieren sind. Das ist zwar nicht originell, aber er beugte sich dabei dem Diktat der Macht des Faktischen. Der Versuch ist es wert.
- Nun gut, also, hm, hm, dies ist nun meine Geschichte, verehrte Damen und Herren, die ich Ihnen erzählen wollte. Es ist eine kleine und alltägliche Geschichte. Besonders ist sie bloß, um es in aller Bescheidenheit zu sagen, weil ich, das Untier, sie erlebt habe.
Und das Untier setzte sich an seinen Schreibtisch und fing an seine Geschichte niederzuschreiben.
Es war einmal ein Untier, das nicht mehr unter Tieren leben wollte (und konnte) und daher wollte es sich ein Untier suchen oder zumindest ein Tier, das sichtbare Kennzeichen eines Untieres trägt.
Das Untier suchte lange und ergebnislos. Es waren immer nur Tiere, die ihm begegneten. Kaum eines hatte das Zeug zum Untier, will heißen, kaum eines war willens ein Untier zu sein. Alle wollten nur Tiere sein, alle wollten leben wie die Tiere. Das Untier übersprang seine sämtlichen Versuche ein anderes Untier zu finden, weil sie ergebnislos geblieben sind. Es blieb bei seinem letzten Versuch stehen, denn dieser, - das war seine Geschichte.
Sie begann dann, als er schon nicht mehr an an die Existenz eines anderen Untieres an geglaubt hatte, bescheiden geworden war und jeden untierischen Zug an den Tieren mit besonderer Feierlichkeit begrüßte und förderte. Es gab natürlich ein paar Untiere auch in seiner Welt. Aber das Untier suchte natürlich etwas ganz Bestimmtes: Es wollte sich paaren mit einem anderen Untier, ja, paaren mit einem Untier und da spielte das Geschlecht eine Rolle. Seines Geschlechtes gab es wohl, ich vergaß es zu erwähnen, einige Untiere, mit denen zusammen er den Mond anheulte, wenn er in den blutbedeckten Ozean fiel, aber er konnte sich bloß nicht mit ihnen paaren. Er fühlte, daß er ein solches Untier brauchte, mit dem er sich paaren konnte. Na ja, paaren. Die Tiere nannten es “die Liebe”. Ja, aber von Tieren braucht man sich nichts vormachen lassen. Es wußte inzwischen genau, was sie damit meinten. Sie schossen den Mond ab und als er unten lag, bepinkelten sie ihn. Nein, sowas wollte es nicht, es war ihm zuviel geworden. Paaren war ehrlicher, fand es und ...
Inhaltsverzeichnis
- Motto
- Inhaltsverzeichnis
- Nur ich war wirklich
- Von falschen Mythen
- Endzeitlose
- Ein gutes Bier ist gut geung genug, um dich zu trösten
- Im Eimer
- Sommerrand
- Trauerruß
- Du und die Bilder und das Getöse
- Chrysantheme
- Nichts mehr zu sagen
- Blökende Schafe
- Geschichte des Untiers
- Die Welt hinter den Stäben
- Impressum