Das aus dem Sabskrit stammende Wort Jataka bedeutet Geburtsgeschichte und ist eine moralisch lehrreiche Geschichte und eine ErzĂ€hlung aus dem Leben des historischen Buddha, Siddhartha Gautama. Buddha selbst hat die Jataka bewusst eingesetzt, um bei seinen Zuhörern das VerstĂ€ndnis fĂŒr seine Lehre zu fördern und die wichtigen Konzepte beispielsweise des Karma und des ewigen Kreislaufes der Wiedergeburten zu vermitteln. Der ethisch-moralische Wertekanon des Jatakam hat, ungeachtet der vorhandenen sprachlichen und kulturellen Barrieren seinen bleibenden Wert. Insbesondere in einer sich zunehmend globalisierenden Welt, in der ein entfesselter Raubtierkapitalismus die Menschen zunehmend ihren archaischen spirituellen und religiösen Traditionen entrĂŒckt und entfremdet. Nicht zuletzt der jungen Generation, deren Wertekodex und soziales Koordinatensystem in den prĂ€genden Jahren zunehmend materialistisch ausgerichtet wird, mögen die ErzĂ€hlungen als entschleunigtes spirituelles Biotop dienen und die eine oder andere Entscheidungshilfe bereithalten. Der Buddhismus ist keine Religion, sondern stellt den Leitfaden fĂŒr eine persönliche Erlösungslehre zur VerfĂŒgung. Was jeder einzelne daraus macht, liegt in seinem persönlichen Ermessen und seiner ureigenen Verantwortung. Es sind insgesamt 547 Reinkarnations-Geschichten ĂŒberliefert. Der Autor legt hier Band 2 seiner Serie vor, in dem er die Jatakas 26-50 in chronologischer Reihenfolge und verstĂ€ndlicher Prosa nacherzĂ€hlt und mit hilfreichen Kommentaren ergĂ€nzt. Weitere BĂ€nde sind geplant und werden in loser Reihenfolge publiziert.

eBook - ePub
DAS JATAKAM. Die 547 Wiedergeburten des historischen Buddha
Band 2: Von schlauen Krebsen, nackten Asketen, Branntweinpanschern und einem schlemmenden Mönch
- 145 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Ăber iOS und Android verfĂŒgbar
eBook - ePub
DAS JATAKAM. Die 547 Wiedergeburten des historischen Buddha
Band 2: Von schlauen Krebsen, nackten Asketen, Branntweinpanschern und einem schlemmenden Mönch
Ăber dieses Buch
375,005 Studierende vertrauen auf uns
Zugang zu ĂŒber 1 Million Titeln zu einem fairen monatlichen Preis.
Mit unseren Lerntools kannst du noch effizienter lernen.
Information
Thema
Theologie & ReligionThema
Religion31 Kulavaka-Jataka: Die ErzÀhlung von den kleinen Vögeln
Dies erzĂ€hlte der Meister, da er im Jetavana-Tempel weilte mit Bezug auf einen Mönch, der Wasser getrunken hatte, ohne es vorher durchgeseiht zu haben. Von Savatthi[1] aus waren zwei befreundete junge Mönche auf Wanderschaft gegangen und hatten einige Zeit an einem Ort, wo es ihnen gefiel, verweilt. SchlieĂlich beschlossen sie jedoch, wieder zum Meister in den Jetavana-Tempel zurĂŒckzukehren. Einer der beiden Mönche besaĂ einen Seiher[2], der andere nicht. Und die beiden tranken, nachdem sie gemeinsam das Wasser durchgeseiht hatten. Eines Tages nun bekamen sie Streit. Der Besitzer des Seihers gab dem anderen den Seiher nicht, sondern trank, nachdem er nur fĂŒr sich das Wasser durchgeseiht hatte. Da aber der andere keinen Seiher hatte und seinen Durst nicht lĂ€nger unterdrĂŒcken konnte, trank er das Wasser, ohne es vorher durchgeseiht zu haben.
Als die beiden den Jetavana erreicht hatten, verehrten sie den Meister und setzten sich nieder. Der Meister begrĂŒĂte sie mit herzlichen Worten und fragte:
âWoher kommt ihrâ?
âHerr, wir weilten einige Zeit im Land Kosala in einem Dorf. Von dort gingen wir wieder weg und kamen hierher, um Euch zu sehenâ.
âSeid ihr denn eintrĂ€chtig gewandertâ?
Da antwortete der, der keinen Seiher gehabt hatte:
âEr, Meister, hat unterwegs mit mir Streit angefangen und mir den Seiher nicht gegebenâ.
Der andere sagte:
âEr, Meister, hat das Wasser nicht durchgeseiht und es wissentlich mit den kleinen Tierchen getrunkenâ.
âIst es wahr, Mönch, dass Du wissentlich das Wasser samt den kleinen Tierchen darin getrunken hastâ?
âJa, Herr, ich habe das Wasser undurchgeseiht getrunken, weil ich so groĂen Durst hatteâ.
âMönch, in frĂŒherer Zeit haben die Weisen, welche in der Stadt der Götter herrschten, als sie im Kampfe besiegt, ĂŒber die Wellen des Meeres flohen, gedacht: âWir wollen keine lebenden Wesen tötenâ und so auf groĂen Ruhm verzichtet, indem sie den Garula[3]-Jungen das Leben schenkten und ihre Wagen herumdrehtenâ.
Und nach diesen Worten erzĂ€hlte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit. Einst wurde im Reich Magadha der Bodhisattva, wie der, der jetzt Sakka[4] ist, in seiner letzten Existenz im Dorf Macalagama als Sohn einer bedeutenden Familie wiedergeboren. Und am Tag der Namengebung erhielt er den Namen Prinz[5] Magha. Als er herangewachsen war, nannte man ihn den jungen Brahmanen Magha. Darauf fĂŒhrten ihm seine Eltern ein junges MĂ€dchen von gleichem Rang als Frau zu. Und mit Söhnen und Töchtern gesegnet war er als groĂzĂŒgiger Spender bekannt und beachtete stets die fĂŒnf Gebote des tugendhaften Lebenswandels. In dem Dorfe lebten dreiĂig Familien und die dreiĂig FamilienoberhĂ€upter kamen regelmĂ€Ăig in der Mitte des Dorfes zusammen und besprachen und regelten dort die Angelegenheiten der Dorfgemeinschaft.

Eines Tages, wĂ€hrend einer neuerlichen Zusammenkunft, scharrte der Bodhisattva an der Stelle, wo er stand, den Schmutz mit den FĂŒssen weg. Als er damit fertig war, kam ein anderer hinzu und stellte sich just auf den gerade bereiteten Platz. Darauf machte sich der Bodhisattva einen andern Platz zurecht, aber es kam wieder ein anderer und nahm diesen Platz ein. So machte der Bodhisattva einen um den anderen, kurz fĂŒr jeden einen sauberen Stehplatz. SpĂ€ter lieĂ er an diesem Versammlungsort den alten Pavillon abreiĂen und baute dort sogar ein Haus. Er lieĂ er BĂ€nke und einen Topf mit Wasser darin aufstellen. Zu dieser Zeit teilten die dreiĂig Familien die Bestrebungen des Bodhisattva. Nachdem dieser sie die fĂŒnf Gebote des tugendhaften Lebenswandels gelehrt hatte, befleiĂigten sich alle fortan bestĂ€ndig guter Taten. So standen sie in aller FrĂŒhe auf, nahmen Beile, Ăxte und Keulen und machten sich bei den groĂen Kreuzwegen an die Arbeit. Mit den Keulen wurden im Wege liegende Steine zertrĂŒmmert und weggeschafft und BĂ€ume, welche die Achsen der Wagen behinderten, wurden gefĂ€llt. Die Löcher auf den StraĂen wurden mit Steinen und gestampfter Erde gefĂŒllt, zu beiden Seiten KanĂ€le und Lotusteiche ausgehoben, um die alljĂ€hrlichen Ăberschwemmungen wĂ€hrend der Regenzeit einzudĂ€mmen. Den BedĂŒrftigen half man beim Bau eines Hauses, den Mönchen wurde fleiĂig gespendet und es herrschte allgemeine Harmonie und ein sittliches Miteinander. So nimmt es kaum Wunder, das sĂ€mtliche Dorfbewohner den Unterweisungen des Bodhisattva folgten und die Regeln und Gebote beachteten.
Aber der Dorfvorsteher dachte: âFrĂŒher, wenn diese Leute Branntwein tranken und DiebstĂ€hle, RaubĂŒberfĂ€lle, Morde und Ă€hnliche Greuel ausfĂŒhrten, mehrte ich durch die TopfmĂŒnzen[6] und durch die auferlegten GeldbuĂen mein Vermögen. Jetzt aber begehen sie wegen der Gebote des jungen Brahmanen Magha keinerlei Schandtaten mehr und verhalten sich stets tugendhaft. Wenn ich nun nichts mehr an ihnen verdienen kann, dann sollen sie mir dies bĂŒĂenâ. Und voll Zorn ging er zum König hin und log diesen frech an:
âMein Herr, viele RĂ€uber verwĂŒsten stĂ€ndig mein Dorf und verĂŒben noch viel schlimmere Schandtatenâ.
âGehe und bringe sie herâ.
Da ging er heim, brachte alle in seine Gewalt, fesselte sie und fĂŒhrte sie vor den König:
âHerr, das sind die RĂ€uber und Verbrecherâ.
Der König untersuchte den Vorfall nicht weiter sondern befahl auf der Stelle:
âLasst sie von den Elefanten zu Tode trampelnâ.
Da zwang man die UnglĂŒcklichen, sich alle im Hof des Königspalastes auf den Boden zu legen und brachte einen Elefanten herbei. Der Bodhisattva aber ermahnte die Gefangenen:
âDenkt an die Gebote und haltet euch daran, auch jetzt in der Stunde gröĂter Not. Beweist selbst dem Verleumder, aber auch dem König und seinen Elefanten, nicht zuletzt aber euch selbst, das ihr von nobler Gesinnung und friedlicher Natur seidâ.
Und das taten sie. Nun wurde ein Elefant herbeigefĂŒhrt, um die am Boden Liegenden zu zertreten. Der aber weigerte sich, sondern er stieĂ mit seinem RĂŒssel einen lauten Trompetenschrei aus und rannte davon. Man brachte einen anderen und wieder einen andern Elefanten, aber alle liefen davon. Da dachte der König: âSie werden eine Medizin bei sich haben, welche die Elefanten abschrecktâ, und sprach:
âDurchsucht sieâ!
Als aber die Palastwachen bei der Untersuchung nichts fanden, sagten sie:
âSie haben nichts, Herrâ.
Darauf sprach der König weiter:
âDann werden sie wohl einen Zauberspruch kennen, den sie aufsagen. Also, fragt sie, ob sie einen gegen Elefanten wirksamen Zauberspruch kennenâ.
Nun sprach der Bodhisattva:
âJa König, wir haben einen Zauberspruchâ.
Da lieà der König sie alle zu sich kommen und sp...
Inhaltsverzeichnis
- DAS JATAKAM. Die 547 Wiedergeburten des historischen Buddha
- Avant-propos
- 26 Mahilamukha-Jataka: Die ErzÀhlung vom Elefanten Mahilamukha
- 27 Abhinha-Jataka: Die ErzÀhlung vom wiederholten Sehen
- 28 Nandivisala-Jataka: Die ErzÀhlung von Nandivisala
- 29 Kanha-Jataka: Die ErzÀhlung von dem Schwarzen
- 30 Munika-Jataka: Die ErzÀhlung vom Eber Munika
- 31 Kulavaka-Jataka: Die ErzÀhlung von den kleinen Vögeln
- 32 Nacca-Jataka: Die ErzÀhlung vom Tanz
- 33 Sammodamana-Jataka: Die ErzÀhlung von der Eintracht
- 34 Maccha-Jataka: Die ErzÀhlung vom Fisch
- 35 Vattaka-Jataka: Die ErzÀhlung von der Wachtel
- 36 Sakuna-Jataka: Die ErzÀhlung vom Vogel
- 37 Tittira-Jataka: Die ErzÀhlung vom Rebhuhn
- 38 Baka-Jataka: Die ErzÀhlung vom Kranich
- 39 Nanda-Jataka: Die ErzÀhlung von Nanda
- 40 Khadirangara-Jataka: Die ErzÀhlung von der Akazienkohlengrube
- 41 Losaka-Jataka: Die ErzÀhlung von Losaka
- 42 Kapota-Jataka: Die ErzÀhlung von der Taube
- 43 Veluka-Jataka: Die ErzÀhlung von Veluka
- 44 Makasa-Jataka: Die ErzĂ€hlung von der MĂŒcke
- 45 Rohini-Jataka: Die ErzÀhlung von Rohini
- 46 Aramadusaka-Jataka: Die ErzÀhlung vom Gartenzerstörer
- 47 Varuni-Jataka: Die ErzÀhlung vom Branntwein
- 48 Vedabbha-Jataka: Die ErzÀhlung vom Vedabbha-Zauberspruch
- 49 Nakkhatta-Jataka: Die ErzÀhlung von der Konstellation
- 50 Dummedha-Jataka: Die ErzÀhlung von den Toren
- Weitere Publikationen des Autors
- VorankĂŒndigung
- Der Autor stellt sich vor
- Impressum
HĂ€ufig gestellte Fragen
Ja, du kannst dein Abo jederzeit ĂŒber den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kĂŒndigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kĂŒndigen kannst
Nein, BĂŒcher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung auĂerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch BĂŒcher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Erfahre, wie du BĂŒcher herunterladen kannst, um sie offline zu lesen
Perlego bietet zwei AboplÀne an: Elementar und Erweitert
- Elementar ist ideal fĂŒr Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschĂ€ftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit ĂŒber 800.000 vertrauenswĂŒrdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. EnthĂ€lt unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme fĂŒr die Funktion âVorlesenâ.
- Pro: Perfekt fĂŒr fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollstĂ€ndigen, uneingeschrĂ€nkten Zugang benötigen. Schalte ĂŒber 1,4 Millionen BĂŒcher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Wir sind ein Online-Lehrbuch-Abo, bei dem du fĂŒr weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhĂ€ltst. Mit ĂŒber 1 Million BĂŒchern zu ĂŒber 990 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Erfahre mehr ĂŒber unsere Mission
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nĂ€chsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Erfahre mehr ĂŒber die Funktion âVorlesenâ
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-GerĂ€ten nutzen, damit du jederzeit und ĂŒberall lesen kannst â sogar offline. Perfekt fĂŒr den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir GerĂ€te, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch Ă€ltere Versionen ausgefĂŒhrt werden, nicht unterstĂŒtzen können. Mehr ĂŒber die Verwendung der App erfahren
Bitte beachte, dass wir GerĂ€te, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch Ă€ltere Versionen ausgefĂŒhrt werden, nicht unterstĂŒtzen können. Mehr ĂŒber die Verwendung der App erfahren
Ja, du hast Zugang zu DAS JATAKAM. Die 547 Wiedergeburten des historischen Buddha von Peter M. Hirsekorn im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten BĂŒchern aus Theologie & Religion & Religion. Aus unserem Katalog stehen dir ĂŒber 1 Million BĂŒcher zur VerfĂŒgung.