Europäische Trägerraketen 2
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Europäische Trägerraketen 2

Ariane 5, 6 und Vega

  1. 396 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Europäische Trägerraketen 2

Ariane 5, 6 und Vega

Über dieses Buch

Der zweite Band über die Trägerraketenentwicklung in Europa behandelt die Ariane 5 und die Vega. Er schließt an das erste Buch des Autors, "Europäische Trägerraketen 1" an. In den Kapiteln werden die Entwicklungsgeschichte und Technik der Ariane 5G, Ariane 5 Evolution und der Vega behandelt. Die Technologie der Stufen und Antriebe wird detailliert besprochen und durch eine Einführung in die Triebwerkstechnologien ergänzt. 170 Fotos, Diagramme und Grafiken verdeutlichen die Angaben, und über 120 Tabellen nehmen die technischen Daten auf. Nicht vergessen wurden der Einsatz der Träger und die politischen Hintergründe für die Entwicklung. Abgerundet wird das Buch durch zahlreiche Fotos der Träger, Stufen und Triebwerke. Weitere Kapitel behandeln die Pläne der ESA für die Weiterentwicklung der Ariane 5 sowie die Studien zur Nutzlaststeigerung der Vega. Ein eigener Abschnitt ist den Bodenanlagen für die beiden Träger im Raumfahrtzentrum CSG in Französisch-Guyana gewidmet.Erweitert wurde in der zweiten Auflage das Kapitel über die Vega und die Ariane 6.

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Die Vega

Abbildung 92: Die Vega
In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich ein neuer Markt für kleine Satelliten, typischerweise mit einer Masse von 400 – 1.000 kg. Das Iridium-System bestand aus Satelliten von nur 725 kg Gewicht. Davon wurden aber 93 Stück in mittelhohe Umlaufbahnen gestartet. Auch zahlreiche Forschungssatelliten wurden kleiner und spezialisierter. Während die USA und Russland diese Nutzlasten mit zu Trägerraketen umgebauten ausgemusterten Interkontinentalraketen starteten, musste Europa auf ausländische Träger zurückgreifen.
Sowohl die alte Ariane 4, wie auch die neue Ariane 5 waren zu groß für diese Nutzlasten. Deshalb wurde in Italien nach einer Lösung gesucht. Italien wollte einen europäischen Träger im selben Segment entwickeln, wobei die Kosten relativ überschaubar sein sollten.
Marktprognosen, die von der italienischen Weltraumagentur ASI (Agenzia Spaziale Italiana) in Auftrag gegeben wurden, gingen 1999 von einem Markt von 35 – 80 Starts zwischen 2002 und 2011 aus. Dies wären bis zu acht Starts pro Jahr. Genug, um die Entwicklung einer eigenen Trägerrakete zu rechtfertigen, zumal diese Vorhersagen damals noch eher als konservativ angesehen wurden. Dies führte zu einer ersten Studie für die Vega, da sich die ESA 1998 noch nicht für den ASI-Vorschlag erwärmen konnte. Drei Jahre späte wurde die Vorentwicklung genehmigt. Als die Entwicklung im Jahre 2003 beschlossen wurde, waren die der Pioniere Iridium in Finanznöten, weitere Systeme waren nicht gefolgt. So wandelte sich die Vega schon vor dem Erststart von einem Träger, der in einem neuen Segment kommerziell erfolgreich sein sollte, zu einem institutionellen Träger, vorrangig für ESA-Nutzlasten. Die Begründung für die Entwicklung war nun die Sicherung des autonomen Zugangs in den Weltraum. Dies war auch dreißig Jahre vorher die Triebfeder für die Ariane 1 Entwicklung gewesen.
Da Europa seit einigen Jahren vermehrt kleine bis mittelgroße Forschungssatelliten in den erdnahen Orbit startet, das neue Programm für die Erdbeobachtung und Überwachung der Umwelt mit der Bezeichnung „Sentinel“-Satelliten vorsieht, die kompatibel mit der Vega sind, dürfte die Vega ein bis zweimal pro Jahr eingesetzt werden – nicht die erstrebte hohe Startrate, aber durchaus eine respektable bei kleinen Trägerraketen.
Der Name Vega ist eine Abkürzung der italienischen Projektbezeichnung (Vettore Europeo di Generazione Avanzata: europäischer Träger der fortgeschrittenen Generation). Es ist das zweite Mal, dass dieser Name aufgegriffen wird. „Vega“ war auch ein „heißer“ Kandidat für den Namen der L3S (Lanceur 3ième Génération Substitution – Ersatzträgerrakete der dritten Generation). Unter diesem Akronym fungierte das Konzept der Ariane 1. Es war es der häufigste Vorschlag, der bei der Beratung der Delegation aufkam, die am 1.8.1973 über die Verwirklichung der L3S beschloss. Sie sollte auch einen Namen für die neue Trägerrakete vorschlagen. Damals gab es einen sehr profanen Grund, warum Vega nicht gewählt wurde. Der für Frankreich zuständige Minister für „Industrielle Entwicklung und Wissenschaft“, Jean Charbonnel, befürchtete eine Verwechslungsgefahr mit einer zu dieser Zeit in Frankreich populären Biersorte. Daher lehnte Charbonnel den Vorschlag ab.
Die Vega ist auch der zweithellste Stern auf der Nordhalbkugel und Hauptstern des Sternbilds Leier. Der Name leitet sich vom arabischen Ausdruck ع قاولار سنلا, an-nasr al-wāqiʿ ab, was in Übersetzung „herabstoßender (Adler)“ bedeutet. Die Vega ist 25,3 Lichtjahre von der Sonne entfernt und einer der sonnennächsten Sterne. Sie wurde als Referenzpunkt für die photometrische Helligkeitsskala gewählt. Eine Analogie zur Rakete ist ihr „jugendliches“ Alter. Sie ist 386 bis 572 Millionen Jahre alt, was für einen Hauptreihenstern sehr jung ist. So ist unsere Sonne rund 4.800 Millionen Jahre alt und befindet sich gerade in der Mitte des Sternenlebens.
Wahrscheinlicher ist allerdings, das der Name gewählt wurde, weil er in vielen europäischen Sprachen einfach aussprechbar ist, gut klingt und bekannt ist. Wie „Ariane“ ist Vega ein Mädchenname, wenn auch nicht sehr populär. Häufiger findet man Vega als Nachname, vor allem in Skandinavien.
Abbildung 93: Vega im Querschnitt © der Grafik: Michel Van

Vorgeschichte

Ideen für eine kleine europäische Trägerrakete gab es schon lange. Die Ursprünge der Vega gehen auf ein nationales Projekt der italienischen Raumfahrtbehörde ASI aus dem Jahr 1990 zurück. Italien entwickelte die Feststoffbooster für die Ariane 3 und 4. 1986 schlug die Universität R...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. Ariane 5G
  4. Die Technik der Ariane 5
  5. Das Ariane 5 Evolution Programm
  6. Ariane 5 ME
  7. Die Vega
  8. Ariane 6
  9. Das Centre Spatial Guyanais
  10. Abkürzungsverzeichnis
  11. Impressum