
- 92 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Lesestunde
Über dieses Buch
"Lesestunde" enthält Kurzgeschichten und Märchen, gemischt mit Gedichten und Haiku, die den Leser in entspannter Atmosphäre in eine andere Welt eintauchen lassen.
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Information
Das Dach der Welt
Konrad, ein gutaussehender Mann mittleren Alters, stand am Bahnhof und wartete ungeduldig auf den Zug, der ihn an den Flughafen bringen sollte. Er hatte Verspätung, schon eine halbe Stunde. Das kannte man ja bei der Bahn. Nie waren sie pünktlich. Und er musste doch das Flugzeug noch erreichen, das ihn an sein Ziel bringen sollte. Lange genug hatte er auf dieses Ereignis hin gewartet. Er hatte sich einer Gruppe von Bergsteigern angeschlossen, die in Tibet den 5.406 m hohen Satsam La Pass in der Nähe des heiligen Berges Kailash besteigen wollten. Und da er ein begeisterter Bergkletterer war, kam ihm das Angebot eines befreundeten, gleichgesinnten Ehepaares gerade recht. Die Gruppe traf sich am Flughafen, da sie aus der ganzen Bundesrepublik anreisten. Konrad war sonst die Ruhe in Person. Das konnten auch seine Studenten bestätigen. Er war Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und unterrichtete seine Schüler in „Malerei“. Er war dort sehr beliebt, weil er immer ein offenes Ohr für seine Studenten hatte, wenn sie einmal mit Problemen, ob privat oder schulischer Natur, an ihn herantraten. Er strahlte ein Charisma aus, dem man sich kaum entziehen konnte. Und nun stand er hier am Bahnhof, wartete und trat ungeduldig von einem Bein aufs andere. Als ein Bahnbediensteter an ihm vorbeieilte, hielt er ihn an und sagte: „Guten Tag, junger Mann. Darf ich sie etwas fragen?“ Der schaute ihn entgeistert an und mit verneinendem Kopfschütteln wollte er schon an ihm vorbeilaufen. Doch Konrad, der niemals aufgab, hielt ihn am Ärmel fest und sagte nochmals: „Darf ich sie etwas fragen?“ „Was ist denn so wichtig, dass sie mich aufhalten?“, fragte der junge Mann zurück. „Ich will ja nur von ihnen wissen, wann der Zug nach Frankfurt/Flughafen hier eintrifft. Sie müssen wissen, dass ich meinen Flug unbedingt erreichen muss.“ Der Bahnbedienstete zog die Schultern hoch, was so viel bedeutete wie „weiß ich nicht.“ „Können sie bitte einmal nachfragen? Ich kann mich ja schlecht von hier fortbegeben, falls er wider Erwarten gleich hier einlaufen sollte!“ Mit Murren eilte der Bedienstete von dannen und nach einigen Minuten kam er doch tatsächlich zurück und meinte: „Es hat unterwegs eine kleine Panne gegeben und ihr Zug musste umgeleitet werden. Er wird wohl jeden Augenblick eintreffen.“ „Vielen Dank für ihre Bemühungen“, erwiderte Konrad und schaute auf seine Taschenuhr. Diese war ein Erbstück seines Großvaters und er achtete sehr darauf, dass sie keinen Schaden nahm. Obwohl sie eigentlich nicht mehr in die heutige, moderne Zeit passte, war er sehr stolz, so etwas Antikes zu besitzen. Er war ansonsten ein sehr aufgeschlossener, moderner Mensch. Aber etwas Nostalgie war ihm doch zu Eigen. In seinem Haus hatte er einen Raum, den er sein privates Museum nannte.
Dort lagerten fein säuberlich geordnet alte Vinyl-Schalplatten von 1950 bis zu dem Zeitpunkt, wo diese kleinen CDs erschienen. Ein alter Plattenspieler stand daneben und ab und zu hörte er sich diese alten Schlager noch einmal an. In einem anderen Regal befanden sich jede Menge Bücher. Wenn man genau hinschaute, sah man, dass es nur Kriminalromane waren. Von allen möglichen Schriftstellern. Alte Romane, aus der Neuzeit. Er wusste eigentlich nicht, wie viele es inzwischen waren. Bei Gelegenheit würde er sie wohl katalogisieren müssen. Dann hatte er den Überblick und konnte sich wieder neueren Exemplaren widmen. Kaum jemand wusste von seinem Faible und so sollte es auch bleiben. Das hier war seine Welt, in die er sich zurückziehen konnte, wenn der Alltag ihn einmal gewaltig in den Klauen hatte. Dann suchte er sich eine passende LP und ein Buch heraus und tauchte ab, weit weg von dem hektischen Leben. So konnte er wieder neue Kraft sammeln.
Ganz in Gedanken versunken stand er auf dem Bahnsteig und sah den Zug näherkommen. Er schnappte sich seinen Koffer, den Rucksack hatte er nicht abgelegt und eilte den anderen Mitreisenden hinterher. Die Zugabteile waren schon fast bis auf den letzten Platz besetzt. Aber in weiser Voraussicht hatte Konrad bei der Buchung einen Platz reservieren lassen. Den musste er nun suchen. Das war gar nicht so einfach, voll bepackt wie er war und überall standen Menschen im Weg. „Können sie mich bitte vorbeilassen!“, sagte er. „Sie sehen doch, dass alle Sitzplätze belegt sind! Wozu dann diese Hektik?“, wurde er von einer Dame mittleren Alters angemotzt. „Entschuldigen sie, meine Dame, wenn ich sie gestört haben sollte. Aber ich habe in diesem Abteil einen Sitzplatz reserviert und dafür bezahlt. Den suche ich nun, ob sie wollen oder nicht. Einen schönen Tag noch!“, und damit rauschte er an ihr vorbei. „Pfff, so ein Lackaffe!“, murmelte die Dame und tat ganz beleidigt. Nach langem Suchen fand Konrad seinen Platz und setzte sich sichtlich erleichtert hin. Das Gepäck stellte er neben sich, weil alle Möglichkeiten einer Aufbewahrung ausgeschöpft waren. „Müssen sie ihr Gepäck hier abstellen? Man kommt ja kaum vorbei!“, wurde er von einem Mann angepöbelt. Konrad erwiderte nichts, sondern dachte nur: „Meine Güte, was sind die Menschen hier schlecht gelaunt. Aber ich lasse mir meine gute Laune nicht verderben. Ich freue mich auf meine Reise und hoffe, dass die Gruppe, der ich mich anschließe, besser drauf ist.“
Nach einer Stunde traf der Zug in Frankfurt/Flughafen ein. Er hatte noch genügend Zeit, bis das Flugzeug startete. So erledigte er erstmal die nötigen Formalitäten, gab sein Gepäck auf und begab sich auf die Suche nach dem befreundeten Ehepaar. Aber er konnte sie nicht finden und so ließ er sie über Lautsprecher ausrufen. Nach zehn Minuten erschienen die beiden und sie begrüßten Konrad aufs Herzlichste. „Hallo lieber Konrad. Wir, das heißt auch der Rest der Gruppe, warten schon eine geraume Zeit auf dich. Wo warst du nur? Wir hatten doch vereinbart, uns so früh wie möglich zu treffen.“ „Entschuldigt bitte!“, erwiderte Konrad. „Aber der Zug hatte Verspätung. Ich bin heilfroh, dass ich es geschafft habe, jetzt hier zu sein! Also lasst uns zu den anderen gehen.“ Als sie die Gruppe erreichten, war Konrad doch angenehm überrascht. Er war Fremden gegenüber immer etwas skeptisch. Aber diese Menschen waren ihm auf Anhieb sympathisch. Und das war gut so, denn sie waren ja immerhin vier Wochen zusammen unterwegs. Da musste schon alles stimmen, sonst war das Ganze von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie saßen noch einige Zeit zusammen und fragten sich, wie wohl die Reise verlaufen würde. Sie waren alle bis aufs Äußerste angespannt und konnten es kaum erwarten das Abenteuer zu starten. Wie Kinder, die sich auf Weihnachten freuten, so erging es den Erwachsenen.
Als der Flug nach Lhasa aufgerufen wurde, eilten sie durch das Gateway ins Flugzeug, nahmen ihre Plätze ein und warteten mit einem Kribbeln im Bauch auf den Abflug. Der Kapitän begrüßte alle Passagiere aufs Herzlichste. Die Stewardess bat sie mit einem Lächeln, beim Abflug die Gurte anzulegen und wünschte allen einen guten Flug. Den hatten sie auch. Das Wetter war optimal, kein einziges Lüftchen regte sich und der Airbus glitt sanft am Himmel entlang. In Konrads Tasche befand sich ein Buch, welches er immer bei sich trug. Es war das Buch der Bücher, die Bibel. Und obwohl er keiner Kirche angehörte glaubte er an die Existenz Gottes. Die Bibel faszinierte ihn und er fand für jede Lebenslage die entsprechenden tröstenden und heilenden Worte. Das Buch lag aufgeschlagen auf seinem Schoß und er las aus dem Psalter: „Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?“ Das machte ihn zuversichtlich und er schaute gelassen auf die nächsten Wochen, die vor ihnen lagen.
Als sie nach gut 20 Stunden in Lhasa eintrafen, waren Konrad und die anderen der Gruppe doch ziemlich mitgenommen. Mit einem Shuttlebus wurden die Touristen in ihre Hotels gefahren. Dort konnten sie sich von den Strapazen der Reise noch etwas erholen. Am darauffolgenden Tag ging es dann weiter zu den angestrebten Zielen. Für Konrad und die Gruppe zum Heiligen Berg. Die Reise mit den kleinen Lastwagen war abenteuerlich und sehr beschwerlich. Aber das hatten sie ja alle vorher gewusst, dass diese Tour kein Zuckerschlecken werden würde. Am Ziel erwarteten sie die Träger, die sie bei der Bergbesteigung begleiteten. Konrad stand mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen am Fuße des Berges und freute sich auf den Anstieg. Er wusste, dass es sehr anstrengend werden würde. Die Luft war sehr dünn hier und je weiter man nach oben kam, fiel das Atmen immer schwerer. Aber die Anstrengung lohnte sich. Am Ende stand die Erkenntnis, etwas ganz Außergewöhnliches erreicht zu haben. Die Gruppe der Bergsteiger bestand aus 15 Personen, 7 Frauen und 8 Männern. Dazu kamen 6 Träger mit den Packeseln. Es war ein sehr schwieriger Aufstieg, aber keiner der Teilnehmer gab auf. Sie erreichten in der 2. Woche den Gipfel des Satsam La Pass, total erschöpft, aber glücklich und zufrieden. Der Abstieg verlief schneller als erwartet und als sie am Fuße des Berges angelangt waren, wartete schon eine andere Gruppe, die den mühsamen Weg noch vor sich hatte. Hier begegnete Konrad der Liebe seines Lebens. Es traf ihn wie einen Blitz. So etwas hatte er noch nie erlebt. Sie war sehr zierlich, hatte langes dunkelbraunes Haar, das ihr in Locken auf die Schultern fiel. Ihre Haut schimmerte wie Goldpuder in der Sonne und ihre Augen, ja ihre Augen, die so blau wie ein See glänzten, sahen ihn an, so dass er von einem Augenblick zum anderen dahin schmolz. Er ging auf sie zu und mit einem kleinen Kopfnicken sprach er sie an: „Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Konrad Langenfeld. Ich komme aus Deutschland und habe mit dieser Gruppe hier (er zeigte mit dem rechten Arm auf die Bergsteigergruppe) den 5.406 m hohen Berg dort bezwungen. Ihnen steht der Anstieg noch bevor. Darf ich sie vorher noch einladen, mein Gast zu sein? Ich könnte ihnen, meine Liebe, noch einige Verhaltensmaßregeln mit auf ...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Motto
- Kindheitsträume
- Die kleine Elfe
- Maientanz der Elfen
- Das Mädchen aus dem Eismeer
- Sturmnacht
- Des Seemanns Schicksal
- Das Dach der Welt
- Der Berg ruft
- Die sprudelnde Quelle
- Die Sage vom versunkenen Schloss
- Das Gold der Eifel
- Wanderer (Haiku)
- Die blaue Blume
- Maienzeit
- Schneeglöckchen
- Lavendel
- Erinnerungen
- Der weiße Hirsch
- Auf der Pirsch
- Ich, der Rattenfänger
- Über Grenzen hinaus
- Neuanfang
- Die karierte Reisetasche
- Visionen
- Danksagung
- Impressum