Im Kanton Bern gibt es eine große Anzahl von Erdwerken, die durchschnittlich vor 1000 Jahren und mehr erbaut worden sind. Leider sind, genau wie im Falle der Grabstätten aus der mitteleuropäischen Eisenzeit, über die ich bereits ein Buch veröffentlicht habe, die zahlreichen Fundstätten größtenteils in Vergessenheit geraten und bei der zeitgenössischen Bevölkerung daher kaum mehr bekannt. Ziel der vorliegenden Publikation ist es daher, die Existenz der Erdwerke wieder in Erinnerung zu rufen und dazu zu animieren, diesen zum Beispiel im Rahmen eines Spaziergangs oder einer Wanderung einen Besuch abzustatten. Lehrpersonen von Sekundar- und Fachmittelschulen sowie von Gymnasien möchte ich animieren, auf der Grundlage dieses Buches die Geschichte des Früh- und Hochmittelalters im Großraum Bern zu thematisieren: Durch Exkursionen zu den nahe gelegenen Erdwerken unserer Vorfahren kann der Geschichtsunterricht direkt im Gelände und damit sehr anschaulich durchgeführt werden. Die Aufzählung der Erdwerke erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da sie einerseits geografisch nicht exakt begrenzt ist ('Region Bern') und ich andererseits überzeugt bin, dass weitere Erdwerke ihrer Entdeckung harren.Bei der Umschreibung der einzelnen Fundstellen werden zu einem großen Teil Ausschnitte aus Publikationen zitiert, die älter als 100 Jahre alt und deswegen nicht ohne Weiteres zugänglich sind. Ausgewählte Stellen aus Publikationen über Erdwerke und Burgstellen ohne Mauerreste weisen die Interessierten auf weiterführende Literatur hin, wo detaillierte Informationen in Wort und Bild zu finden sind. So eröffnet sich der/dem Lesenden in diesem Buch eine Welt, die durchschnittlich rund 1000 Jahre alt, zu einem guten Teil sogar noch älter ist.

- 164 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
1. Niederhünigen


Abb.1 Die Lage der Burgstelle Alt Hünigen im Gelände. Das Schattenrelief lässt die Erhebung im Gelände deutlich erkennen.
„Der um 1957 teilweise eingeebnete, ovale Burghügel (ca. 13 bis 18 x 46 m grosses Plateau, ohne Mauerspuren) besitzt auf der Ost-Langseite eine moderne Rampe und an seinem Südwestende geringe Grabenreste. Es handelt sich ursprünglich um eine mittelalterliche Wasserburg im «Hünigen-Moos», nördlich des Schlosses (16.–18. Jh.). Sie befand sich urkundlich im Besitz der Senn von Münsingen und brannte um 1554 ab.“ [1]
[1] Fundberichte ADB 2007, S. 36

Abb. 2 Die Burgstelle mit den darauf wachsenden Bäumen hebt sich deutlich vom Umgelände ab. Ansicht von der Nordseite. (Foto: H. Moll)
2. Oberbalm


Abb. 3 Die Position der Erdburg auf dem Tschuggen, Gemeinde Oberbalm. Das Schattenrelief zeigt die dreieckige Form des Burgplateaus.
„Zu allen diesen militärischen Vorkehren zur Verteidigung des Üchtlandes gegen die Angriffe von Westen müssen wir noch die Fliehburgen oder Refugien (…), dem Tschuggen bei Oberbalm, auf einer Höhe von 989 m, dem höchsten Punkte des Amtsbezirks Bern, (…) zählen.“ [2]
[2] Heimatkunde: das Üchtland und die Alamannengrenze, in: Pionier: Organ der schweizerischen permanenten Schulausstellung in Bern, Band 41, S. 29 (1920)
„Auf bewaldeter Anhöhe westlich Niedermuhlern, nördlich vom Hof Tschuggen. Erdwerk (Holzburg) mit Wall und Graben auf der Ostseite.“ [3]
[3] Swisstopo, Burgenkarte der Schweiz – West, Objektbeschreibung, S. 43 (2007)

Abb. 4 Der Tschuggen, auf dem sich das Erdwerk befindet, bietet eine herrliche Aussicht auf die Berner und Freiburger Alpen. (Foto: H. Moll)

Abb.5 Der östliche Zugang zum Burghügel, am einstigen Halsgraben. (Foto: H. Moll)

Abb. 6 Das Burgplateau erhebt sich in seinem höchsten Punkt auf 987 Metern über Meer. (Foto: H. Moll)

Abb. 7 Blick auf die südwestliche Ecke der dreieckigen Erdburg. (Foto: H. Moll)
3. Oberburg
3.1. Bachhole


Abb.8 Die Position des Erdwerks „Bachhole“ auf dem Gemeindegebiet von Oberburg. Mit dem 3D-Schattenrelief ist die rundliche Form der Anlage und der südwestlich vorgelagerte Graben gut zu erkennen.
„Unbestimmte Wehranlage bei Bachholen am Weg im Luterbachtal, einem Übergang vom Aare- ins Emmental, Erdwerk im Waldbrueder. Die namengebende hochma. Burg auf der Rothöchi, die "obere Burg" - im Gegensatz zur unteren in Burgdorf -, war vermutlich die Stammburg eines kyburgischen Ministerialengeschlechts; in Frage kämen die im 13. Jh. bezeugten Herren von O. oder die 1241-1402 erw. Herren von Rohrmoos.“ [4]
[4] Dubler Anne-Marie, Oberburg, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Band 9, S. 315 (2010)
3.2. Rothöhe


Abb. 9 Die Position der Burgstelle „Rothöhe“ auf dem Gemeindegebiet von Oberburg. Das 3D-Schattenrelief zeigt die deutliche Erhebung des von Norden nach Süden verlaufenden Hügelzugs.
„Auf der Rothöchi am Eingang ins Krauchthal. Sitz eines kyburgischen Ministerialen. Burgstelle durch das 1973 abgebrannte Hotel Rothöhe überbaut.“ [5]
[5] Swisstopo, Burgenkarte der Schweiz – West, Objektbesch...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltverzeichnis
- Hinweise
- Abkürzungen
- Literatur, Quellenangaben
- Ausschnitte aus topographischen Karten und Darstellungen mit 3D-Reliefschattierung
- 1. Niederhünigen
- 2. Oberbalm
- 3. Oberburg
- 4. Oberdiessbach - Aeschlen
- 5. Oppligen
- 6. Pieterlen
- 7. Plateau de Diesse
- 8. Radelfingen – Oltigen
- 9. Rapperswil
- 10. Roggwil
- 11. Rohrbach
- 12. Rüderswil
- 13. Rüeggisberg
- 14. Rüti bei Büren
- 15. Rütschelen
- 16. Safnern
- 17. Schüpfen – Schwanden
- 18. Schwarzenburg
- 19. Seeberg - Hermiswil
- 20. Seedorf
- 21. Signau
- 22. Spiez
- 23. Studen
- 24. Sumiswald
- 25. Thörigen
- 26. Trachselwald
- 27. Uebeschi
- 28. Twann-Tüscherz
- 29. Ursenbach
- 30. Vinelz
- 31. Wald
- 32. Walkringen
- 33. Wileroltigen
- 34. Wimmis
- 35. Wohlen
- 36. Wynigen
- 37. Zäziwil
- 38. Zwieselberg
- Literaturverzeichnis
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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