
- 172 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Wegzehrung, das ist nicht nur das Pausenbrot auf den Wanderungen, sondern es sind insbesondere die Erlebnisse auf den Wegen des Lebens.Haibun (japanisch für possenhafte Schilderung) ist eine Mischform der japanischen Literatur. Die Überschrift kann Anspielungen enthalten. Die Skizzierung eines Erlebnisses wird erweitert durch Anklänge an Dichter oder philosophische Gedanken. Das Haiku, das Kürzestgedicht mit zwei offenen Bildern, soll nicht erklären, sondern weitere Aspekte aufwerfen.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Mühle
Das Großgmainer Freilichtmuseum. Eine enorme Fläche mit hundert Häusern aus den Landesteilen, viele mit Blumen geschmückt. Bauernhöfe, Handwerkerhäuser, Gasthaus, Krämerei, Schuster, Brauerei, E-Werk, Dorfschule, Schmiede, Mühlen, Sägewerk, Kapellen, Almhütten. Viele Gebrauchsgegenstände. Eine Traktorenschau und zahlreiche Handwerkerausstellungen. Mit der Schmalspurbahn gleiten wir durch diese kleine große Welt. Ein historisches Haus wird Stein für Stein wieder aufgebaut, die Maurer stehen oben auf dem Gerüst. Ein kleiner Junge will auch hoch hinaus.
Hufeisenschmied
er erzählt von der Rauheit
seines Lebens
Kristall
Günstiges Wetter für den Untersberg. Von Großgmain zu den Vierkaser-Almen. Über das Rauheck der mühsame Aufstieg. Kalksteinfelsen mit ihren eiszeitlichen Rundungen. Rast in der canyonartigen Mittagsscharte. Auf dem steilen Thomas-Eder-Steig Info-Tafeln über die Untersberger Mandln und die wilde Jagd. Der Untersberg als Kraftort!
An der Schellenberger Eishöhle. Jeder bekommt eine Karbidlampe, wir steigen nach unten, die Temperatur beträgt 1 Grad. Bewegtes Licht auf die tropfsteinförmigen Eiswände, eisige Höhlungen, Eisorgeln, Eismandln und wulstige Eis-Ungeheuer.
Der Führer erzählt über die Höhlenkammern als Sterbeorte der Dohlen. Innehalten. Ganz in der Nähe liegt die längste und tiefste Höhle Deutschlands, die Riesending-Höhle, die Forschern vorbehalten bleibt. Nachmittagsspaziergang zur Toni-Lenz-Hütte und Aufbruch zum Zeppezauerhaus. Große Dämmerung mit Blick auf Salzburg. Unruhige Nacht.
Grillenkonzert
wir teilen den Atem
des Alls
wir teilen den Atem
des Alls
Hauch
Durchwachsener Schlaf. Über den Reitersteig nach Glanegg hinunter und mit dem Bus nach Höglwörth. Angeblich ein alter Mithraskultort. Das Augustiner-Kloster aus dem 12. Jahrhundert auf der Halbinsel. Die Ruhe des Sees mit Seerosen, ein paar Federn und Schwänen. Ein ruhiger Rundgang. Spaziergänger, Fahrradfahrer. Besuch des Innenhofs und der hellen Kirche. Alle drei Jahre wird das Grab Jesu nachgebaut.
Gebete
Flüsterstimmen
ein Ganzes
Beim Klosterwirt trafen sich früher ein paar Dichterfreunde in der Gartenlaube. Beim Betreten des Biergartens denke ich an die alten Freunde. Der Pavillon steht nicht mehr. Nach der Rast schwimmen wir eine große Runde im See.
Abendmond
der Flügelschlag des Schwans
unterbricht die heilige Wandlung
Ähnlichkeit
Teisendorf, im Jahr 700 gegründet, eine Marktgemeinde mit einer historischen Marktstraße. Der bekannte Autor, Kabarettist und Dichter Josef Brustmann stammt von hier. Eines Tages werde ich ein Gedicht sein, du hängst es an die Wand, der Wind trägt es fort, das ist das Leben, so ein zusammengefasstes Gedicht von ihm. Vor kurzem starb hier der Mundartdichter Karl Robel. Die Theres und die Zens können gut schießen, doch im Schützenverein haben die Männer die Hosen an, schreibt er in einem Gedicht.
Wir wandern ein Stück aufwärts. Oberhalb des Dorfes im Wald eine Kapelle, in der durch ein rundes Deckenfenster die Sonnenstrahlen auf die Muttergottes treffen. Im hellblauen Gewand steht sie mit dem Jesuskind auf einem Gesteinsbrocken. Umrahmt von bunten Plastikblumen. Die Urmutter der religiösen Menschen. Die Gewandfarbe teilt sie mit Isis. Die ihr entgegen gebrachte Verehrung mit den Fruchtbarkeitsgöttinnen. Sie ist älter als Jesus, Tausende von Jahren.
Glockengeläut
in der Nische beugt sich
eine Blume
in der Nische beugt sich
eine Blume
Staub
Am frühen Abend in Neukirchen am Fuß des Teisenbergs. Über dem Dorf ist ein Kohlenmeiler aus 45 Ster Buchen- und Fichtenholz errichtet. In knapp zwei Wochen, so lesen wir, wird er vom Köhlerliesl entzündet und danach von den Köhlern bewacht. In vier Wochen wird der Meiler geöffnet und die Kohle geerntet. Das Köhlerfest wird gefeiert. Um den Meiler herum versammelt sich die Festgemeinschaft im traditionellen Gewand und singt und spielt ihre Köhlerlieder. Die große Vergangenheit der Holzkohle! Ehrfurcht vor dem alten Handwerk!
Grillfeuer
die neue Nachbarin
weint
die neue Nachbarin
weint
Geschmack
Wanderung auf den Teisenberg. Kulinarische Rast auf der Stoißer Alm. Für den Kaiserschmarrn einen Schöpflöffel Butterschmalz, einen Schöpflöffel Teig. Am Geländer die aufgereihten Mountainbikes. Auf der Bank an der Hauswand sonnen sich die Menschen. Wir hatten vorhin einen Streit. Einatmen, Ausatmen, unter den Füßen Wurzeln, über dem Kopf der Himmel. Schweigsamer Aufbruch zum Frillensee.
Verlöschende Taschenlampe
im Vorratskeller
ein Feuersalamander
im Vorratskeller
ein Feuersalamander
Schillern
Auf breiten Wegen meditatives Bachplätschern. Schautafeln und Lehrstationen laden zum Innehalten und Spielen ein. Der Frillensee liegt ruhig im Tal. Er ist der kälteste See in Mitteleuropa. Wir finden im Geäst ein paar Käfer: einen Vierbindigen Schmalbock und einen beeindruckenden Schneiderbock, der dem schädlichen Asiatischen Laubholzbock ähnlich sieht. Doch es ist keiner nach der Auskunft des Forstamtes. Auf dem Steg am Seeufer landen blaue Segellibellen mit pulsierenden Hinterleibern.
Fortgang der Zeit
ich schreibe für eine kurze
Reflexion
Biegsam
Der Weg führt am See vorbei und steigt leicht an. Hinter uns erste Donnerschläge. Über das Bayerische Stiegel steigen wir zur Steiner Alm hinab, die von Wald umgeben ist. Heftiger Regen setzt ein. Der Weg ist von den Kühen ausgetreten und steht voller Pfützen. Sturmwind! Wir rennen. Auf der Bank am Haus schützt uns das Dach. Ein dicker Wasserstrahl schießt aus der Rinne in die Regentonne. Am Vordach baumelt neben zwei Schusterpalmen ein anmutiges Mobilee aus Schwemmholz. Wilde Üppigkeit der Natur. In der kleinen Hütte wärmen wir uns auf. Mit den Tischnachbarinnen, die mit einem jungen Spanier unterwegs sind, reden wir und genießen den Marillenschnaps.
Zweige knacken
in der Waldnacht die Gedanken
eines Jägers
Perlen
Der feuchte Wald dampft Wolken aus. Die Sennerin treibt die Kühe auf die steile Weide. Auf dem Weg zum Hochstaufen langer, gerader Anstieg über noch feuchte Kalksteinstufen. Vorsicht ist geboten! Rechts die Geröllfelder hinunter und zum Mittelstaufen hoch. Die Sonne kommt durch. Da! Das Reichenhaller Haus! Die höchstgelegene Hütte des Chiemgaus. Ankommensfreude! Eine Seismometerstation zeichnet Erdbeben auf. Herrliche Suppe und der Ausblick auf Chiemsee und Salzburg. Ein paar Dohlen. Der Wirt erzählt von der Legende über die steinernen Jäger, die die Christen verhöhnt haben. An der Staufenkapelle dieses schier übernatürliche Weiß! Das Altarbild zeigt die Verklärung Christi. Wir wandeln auf dem Gipfelweg und genießen die abendliche Ruhe mit den anderen Hausgästen auf diesem Himmelsthron. Am Chiemsee versinkt die Sonne.
Sternklare Nacht
unsere Heiligsprechung
durch das Bergmassiv
Blind
Dichter Frühnebel, von der Morgensonne beleuchtet! Nach dem Frühstück weicht er allmählich, und wir nehmen Abschied vom Gipfel. Steiniger Pfad durch Geröll und kleine Schneefelder zum Mittelstaufen. Einsamkeit und Angst empfinde ich. Mein Magen ist flau, mir wird schwindelig. Kleine Pausen. Gleichmäßig weiter zum Zennokopf und zum Zwiesel. Der Frillensee liegt tief unter uns. Wieder zieht Nebel auf, also rasch weiter. Mulden und Bergkiefern auf dem Abstieg zur Zwieselalm. Bad Reichenhall liegt inmitten blassgrüner Wellen. Nach ausgiebiger Pause abwärts über zahllose Steinstufen nach Jochberg. Ein jüngeres Paar nimmt uns im Autor nach Schneizlreuth mit.
Gipfeleintrag
drei farbige Steine
fürs Vatergrab

Zwei Seiten
Lange geschlafen und gefrühstückt. Auf der Terrasse des Gasthauses genießen wir die Sonne und lesen. Immer wieder die schönen hiesigen Gedichte. Blick auf die umliegenden Berge.
Mit einem anderen Gast sprechen wir über die Integration von Flüchtlingen, über die Fremdheit anderer Religionen, des Islam und des Judentums. Dass es weniger auf die jeweilige Gottheit ankommt, als auf die religiösen Lieder und Handlungen, die die eigene Gruppe zusammen hält und die Fremdheit der anderen ausmacht.
Sprachenvielfalt und -verwirrung sind weitere Themen. Auch Babylon. Neun biblische Verse nur, aber welch eindringliche Geschichte! Neun Tore. Eines das Marduk-Tor. Marduk, der Hauptgott von Babylon, spaltete die Göttermutter Tiamat. Aus ihren Teilen formte er Himmel und Erde. Die alte matriarchalische und die neue patriarchalische Kultur, könnte man meinen. Das Ischtar-Tor. Ischtar war die wichtigste Babylonische Göttin.
Funkstörung
der Blick des Syrers
geht ins Leere
der Blick des Syrers
geht ins Leere

Rosa
Entlang des Weißbachs in die bewaldete Weißbachschlucht. Wie Jona im Bauch des Wales, empfinde ich. Über Treppen und Stege, an Gumpen vorbei und durch das zunehmende Rauschen der Wasserfälle. Der wuchtige Gletschergarten lässt noch ein...
Inhaltsverzeichnis
- Hinweise
- Inhaltsverzeichnis
- Anreise
- Im Dorf I
- Richtung Chiemsee
- Chiemgauer Berge
- Im Dorf II
- Salzburg
- Zu den Berchtesgadener Alpen
- Im Dorf III
- Heimreise
- Impressum