
- 80 Seiten
- German
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Dieser Band enthält die Tagebücher der sächsischen Infanterie-Offiziere Carl Traugott Kändler ''Journal der Campagne von Österreich und Ungarn in den Jahren 1809 bis 1810'' (Fähnrich im Regiment Cerrini) und George Carl von Bose ''Tagebuch während des Feldzuges an der Donau 1809'' (Capitän im Regiment Leib-Grenadier-Garde).
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Information
Carl Kändler
Journal der Campagne von Österreich und Ungarn in
den Jahren 1809 bis 1810

Abb. 03 Eintragungen vom 25. – 30.04.1809
Monat Februar 1809
Stand-Quartier Guben
d. 28ten – brach das Regiment der eingegangenen Ordre gemäß schleunigst auf. Das 1ste Bataillon marschierte bis Timmersdorf über Forst.
Monat März 1809
d. 1sten – bis nach Witgenau
d. 2ten – bis nach Königsbrück
d. 3ten – rückten wir, nachdem sich das 2te Bataillon mit und vereinigt hatte, in die Kantonierung bei Dresden. Hier trafen wir fast schon alle Regimenter an, welche in marschfertigen Stand gesetzt werden sollten. Das Regiment bekam 6 Dörfer in der Gegend von Loschwitz angewiesen.
d. 25ten – hatte, von den in 2 Divisionen und 4 Brigaden eingeteilten und im Ganzen 14.000 Mann starken mobilen Truppen-Korps unter Kommando des General-Leutnants v.Zezschwitz, die 2te Division vor Sr. Durchlaucht den Prinzen von Ponto-Corvo, Revue.
Monat April 1809
d. 13ten – bezog die Brigade Lecoq ein Lager zwischen Moritzburg und Reichenbach, und 2 bis 3 Regimenter der 1sten Division bezogen die von uns bisher inne gehabten Kantonierungsquartiere.
d. 15ten – wurde das Lager wieder abgebrochen und beide Divisionen sowie auch die Kavallerie und Artillerie marschierten in die Gegend von Meißen.
d. 16ten Rast – die 1ste Division setzte sich einen Marsch vorwärts
d. 17ten – gingen wir bis über Döbeln
d. 18ten – über Waldheim, Geringswalde, Rochlitz bis über Geithain
d. 19ten – passierten wir Frohburg, mussten jedoch vor selbigen Halt machen, woselbst sich so dann das ganze Korps versammelte und einige Stunden biwakierte; die Ursache hiervon war eine österreichische Kolonne, welche sich eingegangener Nachrichten zu Folge an der Grenze hatte sehen lassen. Wir marschierten hierauf noch denselben Tag bis Altenburg.
d. 20ten – gingen wir durch Gera
d. 21ten – durch Roda, bis in die Gegend von Jena
d. 22ten – durch Jena und über den berühmten Schneckenberg bis Kapellendorf und Vierzehnheiligen. Die schwere Equipage der Regimenter blieb von heute an zurück.
d. 23ten – durch Weimar und Revue vor der herzoglichen Familie vorbei bis nach Ulla, wo wir
d. 24ten – Rast hatten; alle sächs. Offiziere waren heute vom Herzog zur Tafel geladen.
d. 25ten – bis in die Gegend von Erfurt, ließen selbiges jedoch rechts liegen und gingen bis Eichsleben
d. 26ten – veränderten wir unsere Marsch-Direktion links seitwärts nach Kranichfeld im Gothaischen, indem der Prinz die zuverlässige Nachricht eines erfochtenen Sieges bei Ingolstadt über die Armee der Erzherzogs Carl erhalten hatte
d. 27ten – über Rudolstadt bis in die Gegend von Saalfeld
d. 28ten – nach Schleiz
d. 29ten – nach Dobertitz
d. 30ten – durch Plauen bis Körbitz. Heute hatten die Husaren und eine Patrouille von Albrecht Dragoner das 1ste Gefecht mit einer Ulanen-Patrouille; wir verloren einige Tote, mehrere wurden blessiert, unter anderem der Rittmeister Bellmont und Leutnant Seld von die Husaren
Monat Mai 1809
d. 1sten – bis Hof. Von heute an wurde mit aller militärischer Vorsicht und nach der gegebenen Schlachtordnung mit sämtlicher Artillerie und Kavallerie marschiert.
Sämtliche Schützen von Korps machten Seiten-Patrouillen in der linken Flanke der Divisionen, nach der Böhmischen Grenze zu
d. 2ten – über Schwarzbach an der Saale im Bayreuthischen, Kirchenlamitz und Marktleuthen bis nach Wunsiedel, woselbst das Hauptquartier war und die ganze 2te Division lag; aus Mangel an Raum musste nicht nur ein großer Teil biwakieren, sondern es wurden auch noch in alle Kirchen und Spitäler Mannschaften gelegt.
d. 3ten – gingen wir über die Bayerische Grenze in die Ober-Pfalz bis nach Kemnath
d. 4ten – durch Pressat in die Gegend von Weiden
d. 5ten – über Luhe, am Fluss gleichen Namens bis Pfrumt in die Gegend von Neuburg, die Hälfte der Infanterie musste auch hier biwakieren.
d. 6ten – über Neuburg bis Schwarzhofen, ehe wir jedoch einquartiert wurden, musste die 2te Division sich vor der Stadt versammeln, indem ein Östreichisches Streifkorps von 4.000 Mann sich in unserer Nähe hatte blicken lassen; da sich selbige aber zurückgezogen, bezogen wir sodann die gemachten Quartiere.
d. 7ten – über Neuburg bis in die Gegend von Retz
d. 8ten – über Stamsrieth in die Gegend von Cham; von heute an wurden die Schützen von jeder Brigade in ein Bataillon formiert.
d. 9ten – über Cham und Ascha bis 1 Stunde vor Straubingen
d. 10ten – hatte das ganze Korps dicht vor Straubingen Rendezvous und marschierte sodann, nachdem wir die Donau passiert hatten, durch Straubingen bis Steinkirchen in der Gegend von Osterhofen.
d. 11ten – über Blüttlingen, passierten hier die Isar und hatten sodann am jenseitigen Ufer Divisions-Rendezvous
d. 12ten – über Blütingen und Vilshofen in einer außerordentlich schönen und fruchtbaren Gegend längs den Ufern der Donau bis Alchertingen; in allen diesen Orten trafen wir übrigens schon eine Menge französische Blessierte an.

Abb. 04 Gegend um Retz, Cham, Straubing und Passau
d. 13ten – Rast
d. 14ten – über Schloss Ottenburg und Kloster Fürstenzelle bis Passau. Hiertrafen wir verschiedene Abteilungen von Alliierten und eine Menge Equipage und Munitions-Wagen der großen Armee an. Die Stadt hatte hier und da Schaden gelitten, die so genannte Innstadt war völlig niedergebrannt. Wir gingen hier über den Inn und heute noch über die Österreichische Grenze bis in das Dorf Engelhollingen, wo aber keine Seele mehr anzutreffen war
d. 15ten – über Münzkirchen, Willibald bis vor Peuerbach nach Alsing.
d. 16ten – Rast
d. 17ten – über Waizenkirchen, Eferding /: hier war das Rendezvous der 2ten Division :/ bis Kloster Wilhering, an der Donau dem Städtchen Ottensheim gegenüber; allein kaum waren wir ¼ Stunde hier angekommen, als auf einmal der Befehl vom Prinzen kam, eiligst bis Linz zu marschieren, um noch zu der vor einer Stunde angenommenen Affaire zu kommen.
Als wir Abends 6 Uhr in Linz ankamen und die Donau passierten, war die 1ste Österreichische Kolonne unter Kommando des General Kollowrat schon geschlagen und eben engagierte sich die 2te Kolonne mit dem größten Teil der 1sten Division des sächs. Korps, zu deren Unterstützung wir vorrückten. Die Affaire dauerte bis gegen 12 Uhr, wo sich alsdann die Österreicher unter Verlust vieler Toter, Verwundeter und Gefangener zurückziehen mussten. Ihre inne gehabte, sehr vorteilhafte Position wurde diese Nacht noch mit unseren Vorposten besetzt.
Das feindliche Korps wurde, mit Kavallerie und Artillerie, auf 7 bis 8.000 Mann geschätzt; wir waren inklusiver der Württembergischen Truppen circa 5.000 Mann stark.
Der Verlust der Österreicher in diesem Gefecht wird auf 1.000 bis 1.200 Mann angegeben. Unter den Gefangenen befand sich 1 Oberster, 2 Majors und mehrere Subalterne; auch wurden 7 Kanons erbeutet. Der Verlust unserer Seite war unbedeutend und bestand in ca. 10 Toten und 50 Blessierten und Gefangenen; der Leutnant Köckritz vom Regiment Dyherrn wurde gefangen, blessiert wurden der Rittmeister Heinze, Rittmeister Probsthayn und Leutnant Selchow vom Husaren Regiment.
d. 18ten – nahm das Sächs. Korps eine neue Position ein; die Brigade Lecoq hatte den rechten Flügel und lehnte sich mit selbigen an die Donau; die Schützen hatten die äußersten Vorposten und sämtliche Grenadier-Bataillons standen in Linz
d. 20ten – bekam das 2te Bataillon Cerrini Ord...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Carl Kändler - Journal der Campagne von Österreich und Ungarn in den Jahren 1809 bis 1810
- George von Bose – Tagebuch während des Feldzugs an der Donau 1809
- Verzeichnis der im Text genannten sächsischen Offiziere
- Quellen
- Weitere Informationen
- Impressum