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Die Dinge schreien
Gedichte
- 36 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
Die hier vorliegende Sammlung vereint erstmals Kanehls frühe Gedichte, die von 1913 bis 1915 verstreut erschienen sind und nicht in einem der zu Lebzeiten publizierten Gedichtbände abgedruckt wurden. Der Titel folgt einer Verlagsankündigung aus den 1920er Jahren: "Die Dinge schreien. Gedichte vor Krieg und Hunger." Die Publikation war damals geplant, ist aber nie erschienen. Die Herausgeber möchten dies mit dieser Ausgabe nachholen.
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Information
AUFLAUF
Schrei eines Überfahrenen.
Aufruhr. Platz da! Polizist.
Gewaltig behäbig, langsam und wichtig.
Buch aus der Brieftasche. Bleistift. Was ist?
Wer hat Schuld? Der hat Schuld! Nicht alle durcheinander.
Bitte, Herr Schutzmann, ick hab‘s jesehn.
Wie heißt du, mein Junge? Wo wohnst du, und wie ...
Jehn se doch weiter un bleibn se hier nich stehn!
Wat is denn hier los? – Achtung Dampfwalze!
Eener iberfahren, quer iber de Brust.
Nich so drängeln! Ruhe! Stille biste, sag ick,
det du nich ooch noch dir melden tust.
Radfahrer klingeln. Wie? Willy Haase?
Herr Wachtmeester, wat dut een Arzt ooch wohl not?
Du schwindelst doch ooch nicht, mein Junge, wie?
– Schutzmann, Herr Schutzmann – der röchelt – is dot –!
KANALBRÜCKE
Dunstäugig schauen die Ufer
und schweigend sich an.
Wasser voll Dreck und Öl.
Schleppdampfer. Kahn und Kahn.
Menschen glotzen nach unten.
Gedränge. Lärmen. Gestank.
Automobile und Droschken
stehn das Geländer entlang.
Auf dem Dunkeln schwimmt ein Nacktes.
Blinder mit Streichhölzern. Blumenverkäuferin.
Männer ziehen eine Leiche
in ihr Boot, geschwollen, grün.
TRAUM VOM SOMMER
Der Himmel ist so wolkenblank.
Das Meer ist blau und Glas.
Und Segelkutter huschen hin,
wie weiße Mädchen,
die mit braunen Knaben
sich jagen.
Nun hält das Spiel,
die Winde stehn.
Und durch den leeren Raum
fällt alle Sonne brodelnd über uns.
Wir brennen.
In eurer Städte Krematorium
veraschen unsre Leiber.
Wir möchten immer nackt sein
und im Meere liegen.
GLUTHITZE
Auf den Straßen weicht der Asphalt
und klebt an Hufen und Rädern,
alles strömt zur Volksschwimmanstalt,
die Herrschaften sind in den Bädern.
In den Trambahnen stickt man vor Schweißgeruch.
Am Tage schläft man. Nachts im Café
kriegt man nicht Speiseeis genug
und leidet ewig an Diarrhö.
Durch dünne Blusen lugen Frauenbrüste
Müde und schlaffe, straffe und junge.
Nackt hängen die Maurer im Gerüste,
den Hunden leckt die trockene Zunge.
Man ist zu keiner Arbeit bereit,
die Pferde fallen vor den Rädern,
die Dirnen haben schlechte Zeit:
die Herrschaften sind in den Bädern.
SAUWETTER
Viel zu hoch gehobne Röcke.
Fett und magrer Waden viele,
vollgeferkelte vom Drecke
spritzender Automobile.
Damen die, ich weiß warum,
ihren Schirm vergessen haben.
Herren die, Gott weiß wie dumm,
einen anzubieten ...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- KAPITEL I
- KAPITEL II
- KAPITEL III
- KAPITEL IV
- QUELLENVERZEICHNIS
- Über den Autor
- Impressum