Das alles wundert mich sehr
eBook - ePub

Das alles wundert mich sehr

Gedichte, Erster Teil

  1. 260 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Das alles wundert mich sehr

Gedichte, Erster Teil

Über dieses Buch

Der dritte Band der "Texte aus dem Nachlass" versammelt etwa 140 Gedichte in fünf thematisch geordneten Kapiteln.Seit seiner Lebensmitte hat Dietrich Koller gedichtet. Dabei handelt es sich zum wenigsten um Gebrauchstexte im Zusammenhang seiner pastoralen Tätigkeit oder Gelegenheitsgedichte für Familienangehörige und Freunde. Viel öfter finden Selbstreflexionen, Erfahrungen im Pfarrberuf, Wahrnehmungen im persönlichen und politischen, im sozialen und kulturellen Umfeld eine sprachliche und gedankliche Verdichtungen. Dietrich Koller hat schon zu Lebzeiten vielfach Gedichte in Vorträge und Predigten eingebaut oder als selbständige Texte weitergegeben oder verschenkt. Den größten Teil dessen, was als sein poetisches Tagebuch bezeichnet werden kann, hat er aber bis zu seinem Lebensende in seinem Computer aufbewahrt. Sie werden hier erstmals veröffentlicht.

Häufig gestellte Fragen

Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst.
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Weitere Informationen hier.
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
  • Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
  • Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Beide Abopläne sind mit monatlichen, halbjährlichen oder jährlichen Abrechnungszyklen verfügbar.
Wir sind ein Online-Abodienst für Lehrbücher, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 1.000 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Weitere Informationen hier.
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Weitere Informationen hier.
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Ja, du hast Zugang zu Das alles wundert mich sehr von Dietrich Koller, Matthias Rost im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten Büchern aus Literatur & Poesie. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.

Information

Jahr
2014
ISBN drucken
9783738609301
eBook-ISBN:
9783738664751
Auflage
1
Thema
Poesie

Alles und jeder steht auf des Messers Schneide

REFLEXIONEN DES POLITISCHEN

IN DER STADT

In der Stadt
kotzen sie auf den Bürgersteig
und geigen sie Beethovens Romanze
meditieren sie in Gewölben
und rauben sie die Tasche der Oma
werfen sie nachts die Baustellenklos um
und forschen sie nach den Namen der Auschwitzopfer
arbeitet das Landesamt für Denkmalpflege
und sprayen sie ihr ichichich über die gotischen Fenster
lärmen sie vor der Bar der 250 Whiskysorten
und strömen sie in die Nacht der Museen
geben sie Asylanten Deutschunterricht
und treten sie Afrikanern in den Bauch
sparen sie sich krank durch Schließung ihres Theaters
und buckeln vor jedem Investor der Großindustrie
renovieren die Eltern selber
die städtischen Spielplätze und Sandkästen
- mehr für die kackenden Hunde
als für die immer weniger werdenden Kinder
gefrieren sie tausend Embryonen ein
und sterben sie anonym tapfer im Altersheim
werben sie großformatig mit Sex für Mercedes
und auch für Brot für die Welt
putzt der Zivi der Greisin den Po
und schießt der Gymnasiast die besten Lehrer nieder
boomen die Läden für jede esoterische Ware
und fürchten sich Muslime in ihrer Wohnzimmermosche
wollen auch Pfarrer spirituell
ein bißchen mehr Erfahrung haben
ohne den Anspruch auf Weihnachtsgeld preis zu geben
geht das Stadtoberhaupt sonntags zur Messe
und kassiert seine Partei Schmiergelder der Wirtschaft.
gibt es das alles beim einen Nachbarn so, beim andern so
gibt es aber alles Gutböse oder Bösgute
auch in Personalunion.
Alles und jeder steht auf des Messers Schneide –
wann und wohin wird es kippen
oder wird nichts kippen und nichts geschnitten
und bleibt alles seit alters und ewig in Gleichzeitigkeit
oder neigt sich doch einiges nach vorwärts
in einen schleichenden Fortschritt des Niedergangs
oder neigt sich der Fortschritt zurück
in den Kosmos einer universalen Geschwisterlichkeit?
Nein, solche Klärungen duldet die Spaßgesellschaft nicht.
Wer also wird überleben?
Es lehrt uns die Erfahrung: nicht die Moralisten,
wohl aber die Märtyrer und die Verlierer.
Glückwunsch denen, die wissen, dass sie arm dran sind
denn ihnen erscheint die kommende Stadt.

MORGEN KOMMEN ANDERE

morgen kommen andere
die machen es besser
die tragen keine samthandschuhe
sondern lederne
sie verbieten zum beispiel autos
nur motorräder sind erlaubt
glaubt nicht für alle
nur für sie selber
wir haben zu fuß zu gehen
und wir gehen zu fuß
wir gehen gern
wir gehen viel
der zwang hat gutes
wir müssen jetzt
was wir immer wollten
und nie taten
wir sind überhaupt im vorteil
wir sehen mehr
mit 120 sachen sieht man wenig
wir hören mehr
die auspuffphonzahl ist nicht unser stolz
wir weichen aus
wir verbeugen uns
wir grüßen höflich.
Aber übermorgen
wenn sie es merken
und sie uns zwingen
ihre krafträder zu besteigen
und sie gehen zu fuß
weh uns
wenn wir ihnen gehorchen
und weh uns
wenn wir sie über den haufen fahren.

ES VERWIRREN MICH DIE LEUTE

Es verwirren mich die Leute
die überall klare Grenzen sehen.
Einsam wird man durch die vielen Führer
die in ihren Lagern zum Sammeln blasen
und an der Schärfe ihrer Meinung ihre Bedeutung fühlen.
Es verwundern mich die freiwilligen Helden
die Hochberühmten
die auf den Barrikaden
ihrer Notwendigkeiten bluten
die mir sagen
ich sei ein Träumer und
verstünde nichts vom Durchblick der Propheten.
Nur im Wald ist Wahrheit
sagt man zu mir
entscheide dich
und die andern sagen
du mußt in die Stadt untertauchen
und die dritten rufen Ja
aber gehe sogleich in den Tempel.
Und wie ich mir auch die Augen reibe
ich sehe Hochhäuser
unter den Wipf...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Zur Tat des Wortes schreiten: Poetische Selbstauskünfte
  3. Nun esse niemand mehr von dieser süßen Beere: Gedichte Aus Dietfurt
  4. Alles und jeder steht auf des Messers Schneide: Reflexionen Des Politischen
  5. Ich weiß eine Stadt auf dem Berge: Legenden Und Visionen
  6. Die Wahrheit sucht sich selbst ihr Herz: Von Menschen Und Göttern
  7. EDITORISCHE NOTIZEN
  8. Impressum