Europas Seewege am SternhimmelDr. Kai Helge Wirth ist sich nach 35 Jahren Forschung sicher: Isaac Newton hatte recht: Die Sternbilder wurden, wie griechische Autoren uns berichten von den Argonauten an den Himmel projiziert, um den Seefahrern die Orientierung auf den Weltmeeren zu erleichtern. Hat sich der ehemalige Sternenglobus bis in unsere Zeit erhalten? Dr. Kai Helge Wirth glaubt, ihn entschlüsselt zu haben. Dies ist der zweite Band zum Atlas in den Sternen (erster Band: Der Ursprung der Sternzeichen). Es ist Dr. Kai Helge Wirth gelungen, weitere zugehörige Sternbilder zu identifizieren. artandscience.de

- 176 Seiten
- German
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Sternbilder, Seewege am Himmel
Über dieses Buch
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Information
Altamira – neue Methoden =
neue Erkenntnisse
Der Wert der professionellen werkimmanenten
anschauungsdynamischen Analyse von Artefakten
an einem Beispiel
Zunächst hier eine Skizze, die die Lage der Tiere und Bildgegenstände zeigt. Noch sehen Sie es nicht oder? Jedenfalls haben es alle Forscher vorher nicht gesehen.
Als Antwort auf die Frage hier ein Auszug aus dem Buch „Altamira“33 , in welchem die erstaunliche Präzision und ungeahnte überlegene Kompositionsqualitäten im ästhetischen Ausdruck der Kunst der Steinzeit bewiesen werden konnte: „In der nachfolgenden Untersuchung werde ich zeigen, dass dem großen Deckenbild in Altamira ein konsequentes, in sich schlüssiges und stringent aussageträchtiges System immanent ist. Zuvor will ich jedoch auf jene Aspekte eingehen, die bisher dagegen sprachen, ein solches System anzunehmen bzw. es auch nur in Erwägung zu ziehen.
Bei der Betrachtung der in sich (wie wir sehen werden) so vollendet durchkomponierten, ästhetisches Bezugsdenken erkennen lassenden Tierfigurationen hätte nach Max Raphael eigentlich von vorneherein den Gedanken ausschließen müssen, dass diese Künstler zwar in sich vollendet durchgestaltete Tiergestalten zu schaffen vermochten, nicht aber in der Lage gewesen sein sollten, ein Beziehungsdenken auch über die Einzelfiguren hinaus zu zeigen und auszubilden. Raphael hat 1945 auf diesen Widerspruch hingewiesen und zum Ausdruck gebracht, dass Künstler aller Zeiten, aber besonders auf dem hohen Darstellungsniveau der Maler von Altamira stets nicht nur in der Lage, sondern auch willens sind, kompositorische Beziehungskonstellationen hervorzubringen, und er beharrte darauf, dass dies für Altamira gelte …




… Gehen wir zunächst den kompositorischen Maßnahmen der Figurierungen nach, die sich uns beim exemplarischen Beispiel „einer“ Tierdarstellung im Deckenfresko von Altamira zeigen.
Das Arrangement der Tierfiguren
Auf dem vierzehn Meter langen Feld unter der Decke des Raumes sind insgesamt 29 Tiere, 25 annähernd vollständig, zumeist in Lebensgröße dargestellt worden. Einige erscheinen außerdem durch Köpfe, Hörner usw. nur angedeutet. Die Figuren zeigen sich verhältnismäßig eng zueinander gedrängt. Die Tiere bilden eine farbig kompakte Gruppe und erwecken den Eindruck, sich auf der Stelle zu bewegen. Die Malerei ist bemüht, Unebenheiten der Decke – „Buckel“ und Erhebungen – zu nutzen, um die Tiere nach Möglichkeit hierdurch noch plastischer erscheinen zu lassen, wobei es auch die Malerei selbst auf plastische Wirkung anlegt.
Das dicht an dicht ausgerastetes Feld bietet sich dem Blick äußerlich zunächst als Streuung vieler Teilbestände dar, die sich allerdings zur Mitte hin zusammenballt. Aus dem Gesamtkomplex lösen sich zu drei Seiten hin einige Tiere. Die vierte Seite zeigt sich dadurch gekennzeichnet, dass sie sich kontinuierlich geradlinig abgrenzt. Keines der dargestellten Tiere zeigt nach dieser Seite hin seine Beine oder den Unterkörper. Es wurde annähernd eine allgemeine Ausrichtung von unten nach oben und von oben nach unten vorgenommen und durchgehalten. Damit erwies sich eine Unterscheidung von „oben“ und „unten“ und es ließ sich, wie wir erkennen, zugleich der Blickwinkel feststellen, der dem Gesamtbild gegenüber eingenommen werden soll!
Die mittlere Ballungszone der Tieransammlung, welche sich an den soeben beschriebenen oberen waagerechten Abschluss des Bildfeldes anschmiegt, lässt sich als gedrängtes Feld besonderer Dichte halbkreisförmig eingrenzen. Daraus ergibt sich eine doppelte Konsequenz. Zunächst hat der Halbkreis eine genau bestimmbare Mitte, sodann zeigt sich, dass diese Mitte mit der Mitte der waagerechten oberen Grenzlinie identisch ist und damit den Ansatzpunkt für eine senkrechte Symmetrieachse deutlich macht.
Das Zentrum dieser Halbkreisform korrespondiert mit der Symmetrieachse, der waagerechten, oberen Grenzlinie. Dieses Ordnungsmuster bindet die zunächst verstreut erscheinenden Tiergestalten. Im Zentrum dieser Ordnungsfigur, also im oberen Schnittpunkt von waagerechter und senkrechter Symmetrieachse an exponierter Stelle erscheint ein riesiges Tiergesicht, das sich von allen anderen Bildsetzungen durch Größe, Gestalt und Lage unterscheidet, also überragende Bedeutung beansprucht. Die umgebenden Tiergestalten wurden, wie sich jetzt ebenfalls zeigt, in zwei Halbkreisen übereinander um das „Tiergesicht“ herumgruppiert – dicht daran sitzt ein Halbkreis von drei tiefer angeordneten Tieren und darunter ein weiterer Kreis von sechs Tieren. Wieder wirkt die erkannte Symmetrie als Bindungsfaktor. Jetzt gewinnen in diesem Sinne auch jene Tiere Bedeutung, welche rechts und links aus dem Gesamtgefüge der mittleren Ballung heraustreten. Sie bilden nämlich hier wie dort eine Dreiergruppe erwachsener Tiere, die sich jeweils kreisförmig zeigt, links ist ein kleines Jungtier hinzugefügt. Zwischen die Halbkreisanordnungen der Mitte und die der Kreisorganisation an den Grenzen rechts wie links, schiebt sich, nun erkennbar, je eine diagonal verlaufende gerade Kompositionsfigur, die wiederum aus je drei Figuren gebildet ist. Damit erweisen sich alle vollständig oder annähernd vollständig dargestellten, gewichtigen Tierdarstellungen als in ein symmetrisch durchgliederndes, ordnendes, ja bannendes System einbezogen, was bisher erstaunlicherweise nicht erkannt worden ist.
Ergänzt wird das noch durch zwei besondere Tierdarstellungen im Gefüge des Ganzen: Einmal durch das große, monumentale Tiergesicht in der oberen Mitte und sodann rechts, wie links – in die flankierenden, kleinen Kreise jeweils einbezogen – die Darstellung je eines Wildschweins in symmetrischer Ausrichtung auf die Mitte.
Diese Einsicht in die Systematik einer symmetrischen Bildstruktur hat für die Betrachtung und Bewertung der Deckenmalerei von Altamira folgende Konsequenz:
- Der Künstler, die Gruppe oder auch die Künstlerinnen haben eine Gesamtkonzeption zugrunde gelegt.
- Die Gesamtkonzeption zeigt ein alles dominierendes, übergeordnetes Zentrum.
- Diese Konzeption ist trotz der dichten Fülle an Darstellungsmaterial durchgehalten worden.
- Dies geschieht, obwohl die Einzelbestände in freiem künstlerischem Vortrag gestalthafte Individualität aufweisen und auch jeweils für sich bestehen könnten.
- Die Einzelsetzungen halten sich im Gesamtkonzept – zeigen aber dennoch gewisse Abweichungen innerhalb derselben.
- Als das symmetrische Gefüge beherrschende, ja, sie herausfordernde Zentralfigur, erscheint das monumentale Tiergesicht.
- Es hat als solches nicht nur formale, syntaktische, sondern auch beherrschende, inhaltliche, semantische Bedeutung.
- Die von hierher wirkende Ordnungsgestalt teilt das Feld der Tiere darunter symmetrisch in zwei unterschiedliche aber gleichgewichtige Zonen.
- Es ergibt sich übrigens, verfolgt man die beschriebene Durchgliederung des Bildganzen, dass alle erkannten, geometrisch formierten Teilgruppen jeweils – drei – groß ins Bild gesetzte Tiere umfassen: Erster Halbkreis oben (drei), zweiter Halbkreis darunter (zweimal drei, je rechts und links), rechte Diagonale (drei), linke Diagonale (drei), linke Außengruppe in Kreiszuordnung (drei), rechte Außengruppe (drei).
- Das durchgehaltene Zahlenschema bestätigt das auch in der geometrischen Gliederung hervortretende Bedürfnis des Künstlers nach systematischer Ordnung des Ganzen.
Im Ganzen ergibt sich:
- Die Bildsymmetrie scheidet von Aufwand und charakteristischer Gestimmtheit her zwei jeweils unterschiedene Milieus der Bildseiten: rechts – Erschrecken und Verenden, links – unbeschwerte Normalität und junges Leben.
- Das zentrale Gesicht ist durch seine Position besonders herausgehoben, wirkt dominant, beherrschend, dämonisch.
- Es schaut nach rechts, teilt sich nach dorthin mit.
- Die Gesamtstruktur des Bildes unterscheidet zwischen einem Bereich des Lebens und des Sterbens, wie wir noch sehen werden.
- Das Tiergesicht hat offenbar eine Funktion in diesem Geschehen. Der Einbruch des Todes steht mit der Zuwendung des Gesichts in Verbindung.
- Der Gesamtzusammenhang gibt ein Gleichnis für die existentielle Situation der Lebewesen.
- Das Bild erweist sich als ein Sinnbild, es bezieht sich auf ein allgemeines, das Einzelwesen übersteigendes ...
Inhaltsverzeichnis
- Motto
- Inhaltsverzeichnis
- Hinweise
- Der Kern ist ganz einfach erzählt
- Zur Herkunft unserer Sternbilder
- Vorgeschichtlicher 3-D Atlas im Sternbildhimmel
- Altamira – neue Methoden = neue Erkenntnisse
- Resümee Conclusio
- Literatur
- Weitere Bücher zu den Themen
- Impressum
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