Dreizehn Jahre sind vergangen, seit der letzte Band der "Engerser Geschichten" erschienen ist. Dabei gibt es doch so viele Ereignisse aus unserem Ort, die, verstreut in vielen Archiven, alten Zeitungen und Erinnerungen unserer Bürgerinnen und Bürger existieren, die auch das heutige Interesse finden. Sie sind ein Stück unserer Identität. Sie zeugen aber auch von der reichen historischen Vergangenheit von Engers, das zu den ältesten Ansiedlungen rechts des Rheins zählt.Unsere Verpflichtung heute muss es sein, dieses wertvolle Erbe zu bewahren und zu hegen, damit auch unsere Nachfahren sich hier wohlfühlen und gleichermaßen handeln.

- 112 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
Die große Feuersbrunst in Engers im Jahre 1778
Otto Bach, Twistringen-Heiligenloh
Am 14. August 1778 entstand auf dem Gehöft des Peter Mölbert in der Klippergasse ein Feuer, das sich schnell ausbreitete und mehr als die Hälfte des Orts umfasste. Alle Häuser östlich der Schlossstraße, darunter die Kirche und das Pfarrhaus – insgesamt 65 Häuser, 64 Stallungen und 35 ½ Scheunen – wurden ein Raub der Flammen. Der Gesamtwert der abgebrannten Gebäude wurde mit 19 065 Talern angegeben.
Die Obdachlosen wurden provisorisch im Schloss untergebracht und dort auch einen Monat lang auf kurfürstliche Kosten mit Nahrung versorgt. Auch der Pastor und die Schule konnten dort fürs Erste unterkommen. Zur Linderung der größten Not übergab der Kurfürst den Pastoren 360 Taler, eine Brandkollekte im Bistum Trier erbrachte weitere 2300 Taler. Außerdem wurden Bauholz und Kalk zur kostenlosen Verteilung an die Aufbauwilligen bereitgestellt.
Der Wiederaufbau des Ortes wurde mit einer übersichtlicheren Anlage des Straßennetzes verbunden. Auch wurde jetzt ein Marktplatz in der Nähe des Schlosshofes eingeplant. Hier wurde 1783 das neue Pfarramt (später Apotheke) bezogen, in das man auch die Schule aufnahm.
Von 1783 bis 1785 wurde auch die Kirche neu errichtet. Wegen Geldmangels verzichtete man auf einen Kirchturm und begnügte sich mit einem Dachreiter. Das Leben begann sich wieder zu normalisieren. Über die Struktur des Ortes gibt eine Beschreibung aus dem Jahre 1786 Auskunft, aus der wir einiges in Stichworten wiedergeben wollen:
Einwohner: 560
Häuser: 108
Stallungen: 107
Scheunen: 55
Ackerland: gut, unterhalb des Ortes häufig von Überschwemmungen des Rheins beeinträchtigt, durch den Bau des Dammes etwas geschützt
Wiesen: reichlich unterhalb des Ortes bis an die Neuwieder Grenze
Weinbau: Weingärten mit gutem rotem Wein, vereinzelt auch Weißwein
Wald: großer Gemeindewald bei Stromberg, eine Schenkung des Kurfürsten Kuno
Fischerei: frei, nur der Salmfang wird verpachtet
Nahrung der Untertanen: Acker- und Weingartenbau, Verkauf der Produkte auf dem Markt zu Neuwied, Sandsteinhauen, Flößerei und Fischerei (Anmerkung: Bei den Sandsteinen handelt es sich um Steinblöcke, die man damals schon mit Flachbeilen aus der im Bims eingelagerten Britzschicht herausschlug.)
Eingeäscherte Gebäude
Aufstellung vermutlich aus dem Jahre 1783
Auf Befehl des Herrn Amtsverwalters Flieg haben wir zu Endes unterschriebene Gerichtsschöffen und Gemeindevorsteher des Fleckens Engers die im Jahre 1778 den 14. August durch die entstandene Feuersbrunst eingeäscherten Häuser, Scheunen und Stallungen ästimiret und geschätzet wie folgt als:
| Einwohner bzw. Gebäude | Häuser | Scheuren Ställe | Wert in Taler | |
| Mathias Linnen Ww. | 1 | ½ | 1 | 350 |
| Anton Königsfeld | 1 | ½ | - | 300 |
| Mathias Goergen Ww. | 1 | - | - | 150 |
| Georg Kutschen Kinder | 1 | - | - | 250 |
| Simon Schunkert, Junior | 1 | - | - | 100 |
| Hm Hauptmann Schlosser v.Coblenz | 1 | - | - | 125 |
| Weinert Urbach | 1 | - | - | 60 |
| Henricus Böhmer | 1 | - | - | 60 |
| Simon Schmitts Ww | 1 | 1 | - | 300 |
| Servas Rosbach | 1 | 1 | 2 | 300 |
| Jakob Girzen | 1 | 1 | 1 | 600 |
| Lorenz Schmenn | 1 | - | 1 | 100 |
| Johann Peter Löhner | ½ | - | - | 130 |
| Leonard Schüler | 1 | - | 1 | 300 |
| Joannes Zils | 1 | - | 1 | 125 |
| Stopffer Brach | 1 | 1 | 1 | 300 |
| Joannes Rosbach | 1 | 1 | - | 250 |
| Joann Millers Ww | 1 | 1 | 3 | 550 |
| Hannß Georg Millers Ww | 1 | - | 1 | 200 |
| Sebastian Menn | 1 | 1 | - | 175 |
| Simon Schunkert | 2 | 1 | 6 | 750 |
| Georg Hausmann | 1 | 2 | 2 | 550 |
| Jakob Schunkert | 1 | 1 | 1 | 350 |
| Joseph Gilberg | 1 | - | 1 | 125 |
| Johann Jakob Krieger | 1 | 1 | 1 | 475 |
| Anton Scheidweiler | 1 | - | - | 180 |
| Friderich Böhmers Ww | 1 | 2 | 2 | 575 |
| Mathias Beckers Kinder | 1 | - | 1 | 525 |
| Henricus Becker | 1 | - | 1 | 250 |
| Joannes Eiskirch | - | 1 | 1 | 130 |
| Rath- und Gemeindehauß | 1 | - | - | 600 |
| Theodorf Schuhmann | 1 | 1 | - | 250 |
| Peter Mölbert | 1 | 1 | 1 | 250 |
| Johann Balthasar Kellers | 1 | 1 | 2 | 600 |
| Peter Brauns Ws | 1 | - | - | 150 |
| Christian Distelkamp | 1 | - | - | 100 |
| Franz Brink | 1 | 1 | 2 | 500 |
| Stefan Di... |
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- 11 Jahre auf das Wiedersehen gewartet
- Als Engers Kriegsgut wurde und an Kurtrier fiel
- Auszüge aus der Familiengeschichte Lüssem
- Belegte Brötchen
- Caesars zweiter Rheinübergang
- Das Amt Engers vor 100 Jahren
- Das Engerser Schloss als Amtssitz des Staatskanzlers Hardenberg 1817/18
- Das glückliche Mädchen von Engers
- Das Recht der Sieger
- Der Franz, der Fritz und das Brausen
- Die große Feuersbrunst in Engers im Jahre 1778
- Die Neuwieder Räuberbande und der Dugges in Engers
- Die Schunkerts als Inhaber der Rheinfähre zu Engers
- Viele Namen für ein verschwundenes Bauwerk
- Ein fast vergessenes Denkmal
- Kriegerdenkmal-Einweihung in Engers
- Ein Gedicht für die 38er zum 70sten
- Ein Kriegserlebnis
- Engers im Lichte der Geschichte
- Engers und sein römisches Erbe
- Erinnerungen
- Internationaler Bahnhof Engers
- Uns ‚Alt Engersch’
- Impressum
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