
- 116 Seiten
- German
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Abbey Road, das letzte Meisterwerk der Beatles! Something, Come Together oder Here Comes the Sun wurden Klassiker. Volker Schoßwald erzählt Hintergründe und gibt Antwort auf Fragen, die man sich vorher nie stellte: Was machte Yokos Bett im Studio? Wer spielte bei den Beatles Ambos? Was bedeutet pataphysical? Der Autor meint: Abbey Road ist ein dadaistisches Kunstwerk. Das Überqueren der Straße interpretiert er als Passage-Ritus: Übergang von der Identifikation mit der Band zu vier Individualisten. Nach der Lektüre hört man die besonderen Feinheiten der 'Abbey Road'. Wunderbar.
Häufig gestellte Fragen
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Information
1 Auf der Suche nach einer Identität
Als sich die Beatles 1967 nach dem Ende ihrer Karriere als Tourneeband auf die Suche nach einer neuen Identität machten, wählten sie als Pseudonym „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“.4
Die Platte firmiert als Markenzeichen für die Beatles als Leitstern einer neuen Pop-Musik-Kultur. Aber mit dem Pseudonym schufen sie sich keine Identität. Das zeigte das Folgealbum „The Beatles“, das zum einen nur aus dem Bandnamen bestand, zum anderen einen krassen Pepper-Kontrast-Cover aufwies: Weiß, kein Bild.
Oder bedeutete der Titel, dass die Beatles zu ihrer Identität zurückkehrten, vom Kunstprodukt Sgt. Pepper in ihre musikalische Realität? Tatsächlich ist „The Beatles“ bodenständiger als Sgt. Pepper. Oft genug klingt es, als bildete dreiviertel der Gruppe nur den Hintergrund für den Hauptakteur des Songs. Doch den Session-Aufnahmen hört man an, wie die Band gemeinsam an den Liedern arbeitete.
„The Beatles“, meistens „White Album“ genannt, wirkte nicht als Werk der Gruppe, sondern als Werk der einzelnen Musiker, die ihre Stücke miteinander aufnahmen und dies auch nicht immer als Band, sondern in verschiedenen Besetzungen. Die neue Identität hieß nun: „Wir“ sind vier Individuen.
Das Nachfolgeprojekt „Get back“, verbunden mit dem Anliegen, wieder einen Film zu produzieren, endete in Versuchen. Dass daraus später doch Film und Album „Let it be“ wurde, verdankt sich nicht dem Engagement der Band.
Für George Martin schien mit dem verstörenden Projekt „Get Back“ das Ende der Beatles gekommen. Umso überraschter war er, als die Band ihn anfragte, ob er ein neues Album mit ihnen produzieren würde. Seine Zusage knüpfte er an ein paar Bedingungen, die den chaotischen und lieblosen Umgang miteinander eindämmen sollten. Seiner späteren Einschätzung nach gelang dies auch.
So machten sich alle Fünf auf den Weg in die „Abbey Road“. Die Abbey-Road Studios erlebte die Band wie eine zweite Heimat. Im Studio konnten sie sich verwirklichen. Gelang es, nach dem White Album und dem missglückten Film wieder zusammen kommen? Das schien die große Frage.
Das Album demonstriert eine überzeugende Band-Identität. Es klingt bei aller Verschiedenheit, Vielfältigkeit und Komplexität homogen, wie vielleicht kein anderes ihrer Werke einschließlich des „Konzeptalbums“ Sgt. Pepper.
Nachdem sie ihre neue Identität mit „Abbey Road“ gefunden hatten, konnten sie ihre Beatles-Existenz beenden. LP wie Film „Let it be“ hatten nur noch dokumentarischen Wert, unbeschadet der Qualität des Titelsongs. Wir erlebten also mit „Abbey Road“ die Inkarnation der Beatles.
Wenn wir Gitarristen ein Lied nachspielten, war dies nicht immer einfach. Die Harmonien boten Überraschungen. Meist begleiteten wir uns auf der akustischen Gitarre und sangen dazu. Mit dem Singen, dem wiederholten Singen kommen einem die Texte nahe und näher. Die lyrischen Momente erschließen sich oft erst durch die Verinnerlichung.
Auf „Abbey-Road“ erzählten die Beatles viele Geschichten. Ihre narrative Stärke deuteten sie schon in früheren Alben an.
„Penny Lane“ oder „Norwegian Wood“ gehören zu den klassischen Beatles-Geschichten und demonstrieren, dass die beiden Front-Männer John und Paul wunderbar erzählen konnten, nicht nur in ihrem witzigen gemeinsamen Werk „The Ballad of John and Yoko“.
4 Siehe auch V. Schoßwald, Die Sgt. Pepper Generation, 2017
2 „Get back“: Geh zurück!
Vor einem neuen Album brauchte man wieder einen Hit. Wie schon bei Sgt. Pepper warf EMI eine Platte auf den Markt, die es in sich hatte und eher auf die nächste LP, auf „Abbey Road“ gehörte.5
„Get back“ entwickelte sich unter verschiedenen Arbeitstiteln. Paul sang sogar eine quere deutsche Version: „Geh raus!“ Dabei warf er deutsche Wörter zusammen, die keinen Sinn ergaben. Aus der Erinnerung an die Hamburger Zeit griff er Satzfetzen. Aus seinem Deutschunterricht stammt der Text bestimmt nicht. Die Erwähnung von Fräulein Martin lässt den irritierten Fan fragen, wer das wo sei. Einer der unzähligen Flirts von der Reeperbahn? „Bill, sei mein Häuptling…“ radebrecht der Liverpooler.
Im Kontrast zu dieser Version verstören Frühversionen von „Get back“ wie: Die Pakistanis, Einwanderer aus der ehemaligen Kronkolonie Indien, von denen eine vergleichsweise hohe Anzahl in London wohnte, sollen raus, am besten nach Hause. Ist das faschistisch oder eine Satire auf fremdenfeindliche Aktionen in London, in England. Die Interpretationen sehr widersprüchlich. Es liegt sehr viel „im Auge des Betrachters“.
Paul startete Anfang 1969 ein Lied mit dem Titel „Commonwealth“, in dem er das britische Weltreich verbal durchquerte. Seine Gesprächspartnerin Yoko Ono kommentierte ihn mit einem penetranten „Yes“– manchmal schaltete sich auch John ein. Im Schatten des „Brexit“ wirkt dieser Song heute sehr skurril. Den Kontext bildete nicht der Rückzug auf die Insel, sondern die Kontakte zu den Kolonien. Queen und Union-Jack gehörten in Kanada und Australien zur Grundausstattung.
1980 behauptete John, während er „Get back to where you once belonged“ sang, hätte Paul anzüglich zu Yoko geschaut, als wollte er sie rauswerfen. Das passte zwar in Fan-Feinbilder, aber als zentrales Motiv erscheint es angesichts dessen, was sich sonst so im Studio abspielte, unwahrscheinlich.
In einer frühen Version während der Let-It-Be-Sessions scherzt John: "Sweet Loretta Fart”, she thought she was a cleaner, but she was a frying pan." Hier bricht wieder die Dada-Grundstimmung durch. Sie hielt sich für eine Putzfrau, oder vielleicht härter: für ein Putzmittel, aber sie war eine Bratpfanne. Mit einer Bratpfanne schlägt einer dem anderen über den Schädel. Manche verwendeten den Begriff auch für ein Mädchen, das mit jedem schläft, jeden „brät“. Im „Urban Dictonary“ wird es auch als Metapher für „pansexual“ geführt, was zu Schlussversion „Sweet Loretta Martin thought, she was a woman, but she was another man“ passen würde.
Irritierend experimentierte Paul bei einer anderen Session mit „White Power“. John kommentierte minutenlang „Get off“! Schwer zu sagen, auf wen sich das bezieht. Paul rief immer wieder Namen von schwarzen Künstlern.6 Daraus entwickelte sich dann der „Song“ „Dig it“. Das wirkt wie ein musikalisch-textliches Brainstorming.
In der veröffentlichten Version spielte John die Sologitarre, da George am 10. Januar aus der Gruppe ausgestiegen war.7 Als er wieder dazu stieß, hatte John ein Solo ausgearbeitet und brachte es dann auch. Als George Martin bei den Aufnahmen am 22. Januar im Apple-House nach dem ersten Take Paul nach dem Titel fragte, antwortete dieser: „‘Shit‘! ‚Shit‘ Take One.“8
Um „Get back“ kreiste das letzte Live-Konzert, das berühmte Roof-Top-Concert der „Fab Four“. Sie erklommen das Dach mitten im Winter, am 30. Januar und trugen dicke Jacken. Die Kälte forderte die Gitarristen ziemlich heraus. Die skurrile Szene spielte sich auf dem Apple Studios, 3 Savile Row, in London ab. Der Act dauerte etwa so lange wie die spätere Abbey-Road-LP und damit ein bisschen länger als die ersten LPs.
Dass der Auftritt von der Polizei beendet wurde, ist ein typisches Beatlesmärchen. Die Kameraleute filmten das Eintreffen der Polizei begeistert, in der Hoffnung, den hoffnungslos drögen Film dramatisch aufzupeppen. Dazu passen die anderen Filmaufnahmen, bei denen distinguierte Londoner mit Anzug, Aktentasche und Schirm Feuerleitern erklimmen, um das Konzert mit zu erleben. Die Bobbys sahen lediglich nach dem Rechten, da die Aktion viel Bewegung auf den umliegenden Straßen geschaffen hatte.
Anschließend ging es wieder ins Studio zur oft genug wenig inspirierenden Arbeit. Paul war die treibende Kraft, er wollte etwas schaffen. Angeblich zeigte er tyrannische Züge. Aber er hatte auch einen guten Blick auf das, was geschah. So unterbrach er im Januar eine „Get-back“ Probe mit den Worten: „Just what a solo. This get’s us to the Top Ten, sissors!“ und dann spielt die Band nahtlos weiter. Mühsam war es jedoch, aus den endlosen Proben etwas Brauchbares zusammen zu stellen. Dazu fehlte dem Quartett letztlich das Interesse und sie überließen es einem „Fachmann“. Das war bestimmt gut, denn so konnten sie dieses Experiment hinter sich lassen und quasi bei Null, ohne Ballast mit dem neuen Projekt beginnen, für das sie freilich bereits etlichen Stoff hatten. Nur das Konzept sollte sich ändern: Wir machen ein Album wie früher; aus einem Guss, direkt eingespielt.

Ein Fan verewigt sich an der Mauer des Abbey-Road-Studios
5 Nach Möglichkeit organisierten die Beatles es so, dass ihre Singles nicht auf den LPs erschienen, weil sie das unfair gegenüber den Käufern fanden.
6 1982 produzierte er mit Stevie Wonder „Ebony and Ivory“ und verglich Klaviertasten mit den Hautfarben, die sich wunderbar ergänzen würden.
7 Er blieb 12 Tage weg und schrieb Wah- Wah, es steht für Kopfschmerzen. Als George am 3. Januar 1970 mit Paul und Ringo I Me Mine aufnahm, wurde dies zur letzten offiziellen Aufnahmesession der Beatles.
8 Lewinson Recording Sessions S.166
3 Die Ballade der Publicity-Freaks
„Get back“ und „The Ballad Of John And Yoko“ fungieren praktisch als Vorwort zu Abbey-Road, „Let It Be“ als eine Art Anhang. Die „Ballad“ stellt ein Zeitzeugnis dar, ein Blitzlicht.
Beziehungen sind komplex. Sie auf BILD-Zeitungsbalken zu reduzieren trifft nie die Wirklichkeit. Gerade John und Paul, die sich angeblich so spinnefeind waren, stellten an einem einzigen Tag zu zweit einen Beatles-Nr.1-Titel fertig: „The Ballad Of John And Yoko“, also auch noch mit Yoko, dem angeblichen Trennungsgrund, in der Zeile.
John hatte es eilig – wenn er mal etwas im Kopf hatte, wollte er es auch ganz schnell umsetzen. Von seinen Kollegen befand aber nur Paul in London. So setzten sich die beiden zusammen und produzierten ein Lied, das - obwohl das Werk eines Duos - unter „The Beatles“ firmiert.
Später erzählte John: "It's something I wrote, and it's like an oldtime ballad. It's the story of us going along getting married, going to Paris, going to Amsterdam, all that. It's 'Johnny B. Paperback Writer.' The story came out that only Paul and I were on the record, but I wouldn't have bothered publicizing that. It doesn't mean anything. It just so happened that there were only two of us there -- George was abroad and Ringo was on the film and he couldn't come that night. Because of that, it was a choice of either re-mixing or doing a new song -- and you always go for doing a new one instead of fiddling about with an old one. So we did and it turned out well."9
Der Song fasziniert aufnahmetechnisch wie musikalisch. John drängte auf die Umsetzung, Paul trieb John musikalisch an. So produzierten sie ein schnelleres Lied als vorgesehen.
„The Ballad...
Inhaltsverzeichnis
- Danksagung
- Inhaltsverzeichnis
- Die Straße der Abtei
- 1. Auf der Suche nach einer Identität
- 2. „Get back“: Geh zurück!
- 3. Die Ballade der Publicity-Freaks
- 4. Come Together
- 5. „Something“ ist nicht irgendwas
- 6. Der Globus dreht sich
- 7. Maxwell’s Silver Hammer und Pataphysik
- 8. O Darling
- 9. Octopus’s Garden
- 10. “I Want You”
- 11. Wir werden älter
- 12. Der Zebrastreifen
- 13. Die Rückseite
- 14. Here comes the sun
- 15. Because
- 16. You never give me your money
- 17. Sun King
- 18. Mean Mr Mustard
- 19. Polythene Pam
- 20. Beatles go Dada
- 21. She Came In Through The Bathroom Window
- 22. Golden Slumbers
- 23. Carry that weight
- 24. Where Fab Four Ends meet
- 25. Zum Ende: Stimmen aller vier
- 26. Ende oder Pause
- 27. Her Majesty
- 28. Letztes Kapitel
- Literatur und Quellen
- Impressum