Die veränderten Inhalte der Qualifizierungsmaßnahmen stellen Personalverantwortliche, Manager, Trainer und Lehrer ebenfalls vor veränderte Herausforderungen. Mehr denn je werden Anleitung und Hilfe zum Selbstlernen im Mittelpunkt stehen: der Trainer übernimmt die Rolle des Moderators, Tutors oder Coaches. Wenn die Qualifizierungsmaßnahmen durch die betrieblichen Abläufe und Erfordernisse gestaltet werden und im Rahmen dieses Prozesses Training, Personal- und Organisationsentwicklung immer stärker verschmelzen, muss der Trainer gleichzeitig auch Personal- und Organisationsentwickler sein. In Verbindung damit kommen auch auf jeden Einzelnen neue Anforderungen zu. Als besonders wichtige Qualifikationen werden immer das "Denken in Zusammenhängen" und die "Gruppenorientierung/ Teamfähigkeit verlangt. Managementthemen gewinnen für die Weiterbildung in Zukunft weiter an Bedeutung. Da zu den Prinzipien der lernenden Organisation die Integration und Verknüpfung von Prozessen gehört, müssen sich auch die Methoden der Weiterbildung und die Formen des Lernens wandeln. So werden das kunden- und projektorientierte Lernen sowie das Coaching zu wichtigen Qualifizierungsformen der Zukunft gehören. Im Vordergrund stehen Fragen nach der Qualifizierung für die Informationsgesellschaft, der didaktischen Gestaltung der lernenden Organisation und Qualitätsstandards sowie nach einer effizienteren Umsetzung vorhandener Qualifikationen in Wettbewerbsvorteile.

eBook - ePub
Personalbilanz Lesebogen 29 Wissensmanagement und Humanfaktoren
Weiterbildung und Qualifizierung
- 37 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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Personalbilanz Lesebogen 29 Wissensmanagement und Humanfaktoren
Weiterbildung und Qualifizierung
Über dieses Buch
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Information
1 Wissensgesellschaften verlangen Lernfähigkeit
Die Entwicklung hin zur Wissensgesellschaft sorgt nicht nur für
partielle Veränderungen, sondern kündigt bereits die künftige
Gesellschaft an. Die Halbwertzeit des Wissens sinkt dramatisch ab.
D.h. ohne regelmäßiges Aktualisieren und Auffrischen ist Knowhow in
kürzester Zeit nur noch die Hälfte wert. Bei immer kürzeren
Innovationszyklen wird die Qualifizierung der Mitarbeiter zum
strategischen Erfolgsfaktor. D.h. die Wettbewerbsfähigkeit eines
Unternehmens hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit der Mitarbeiter
ab, wie schnell diese auf neue Entwicklungen zu reagieren in der
Lage sind. Für die heutige „Lerngesellschaft“ ist es daher
unzeitgemäß, Bildung in erster Linie als Kostenbelastung und nicht
als Investitionschance zu begreifen. Vor dem Hintergrund der
Globalisierung wird Bildung zu einer Muss-Investition. In diesem
Sinne besteht die Aufgabe des Bildungscontrolling darin, Prozesse
für die Qualifizierung bereitzustellen. Hierzu zählen u.a.:
Planung, Analyse, Steuerung und
Koordination der Bildungsmaßnahmen
Ermittlung der aktuellen
Bildungskosten in Relation zum Bildungsnutzen
Organisation und Konzeption
unternehmensinterner Weiterbildungsmaßnahmen
Lernberatung und Coaching von
Mitarbeitern und deren direkten Vorgesetzten
Entwicklung von transferfördernden
Maßnahmen
Marktbeobachtung von externen
Dienstleistern im Bereich Weiterbildung
Bereitstellung von
Lernmaterialien
Auswertung von
Seminarbeurteilungen
Ganz wichtig ist die Einbindung von praxisrelevanten Fragen, die
den realen Bezug zum Arbeitsplatz herstellen. Dringend benötigte
Spezialisten sind über eine standardisierte Ausbildung jedoch kaum
noch heranzuziehen. Das Konzept hierfür heißt flexible
Handlungskompetenz. Mit herkömmlicher Wissensvermittlung hat dieses
Lernen nur noch wenig zu tun, u.a. wird vortragender Unterricht
immer seltener. D.h. der Auszubildende muss sich einen zunehmenden
Teil seines Wissens selbst aneignen und muss Strategien im Team
entwickeln. Die Ausbildung setzt dabei verstärkt auf den direkten
Bezug zur Praxis, d.h. die Auszubildenden sollen weniger Zeit in
den Lernstätten und mehr Zeit in den Betrieben verbringen.
Deshalb achten auch Einsteiger bei der Wahl des Arbeitgebers
darauf, welche Möglichkeiten zur weiteren Qualifizierung geboten
werden.
2 Mit effizienten Lernkulturen Wissen fördern
Insbesondere geht es darum, überkommene Hierarchien ab- und
dafür eine effiziente Lernkultur aufzubauen. Potentielle Stärken
lassen sich gezielter entwickeln, indem das vorhandene Wissen und
die Ideen der Mitarbeiter schneller und effizienter in die tägliche
Betriebspraxis umgesetzt werden: nach dem Beispiel des
amerikanischen Silicon Valley, wo die Unternehmen hauptsächlich
aufgrund der Kreativität der Mitarbeiter florierten. Immer mehr
Betriebe gehen dazu über, ihre Struktur von einer
Funktionsorientierung hin zu einer lernenden Organisation
umzubauen. Generelles Ziel für das Weiterbildungsmanagement ist die
Sicherung eines qualifizierten Mitarbeiterstammes durch
Nachwuchssicherung: Verbesserung der Qualifikation zur kompetenten
Aufgabenerfüllung und Erhöhung des Qualifikationspotentials
In der nachfolgenden Grafik wird dieses Ziel weiter in
einzelne Komponenten aufgegliedert:

In Verbindung damit kommen auf die
Mitarbeiter neue Anforderungen zu. Als besonders wichtige
Qualifikationen werden von den Unternehmen das „Denken in
Zusammenhängen“ und die „Gruppenorientierung/Teamfähigkeit
angesehen. Managementthemen gewinnen für die Weiterbildung in
Zukunft weiter an Bedeutung.
Da zu den Prinzipien der lernenden Organisation die Integration
und Verknüpfung von Prozessen gehört, müssen sich auch die Methoden
der Weiterbildung und die Formen des Lernens wandeln. So werden das
kunden- und projektorientierte Lernen sowie das Coaching zu
wichtigen Qualifizierungsformen der Zukunft gehören. Im Vordergrund
stehen Fragen nach der Qualifizierung für die
Informationsgesellschaft, der didaktischen Gestaltung der lernenden
Organisation und Qualitätsstandards sowie nach einer effizienteren
Umsetzung vorhandener Qualifikationen in Wettbewerbsvorteile.

Nachfolgende Maßnahmenbeispiele werden einheitlich nach
folgendem Schema beschrieben:

3 Kernkompetenzen und Personalauswahl
Ziel, Ergebnis: Man muss kontinuierlich prüfen, welche Kompetenzen man selbst "besitzen" muss und welche man von außen einkaufen kann/muss.
Vorgehen: Es muss ein systematisches Verzeichnis darüber angelegt werden, welches Fachwissen bereits intern verfügbar ist. Vom aktuellen Fachwissen ausgehend muss analysiert werden, welches Fachwissen zukünftig erforderlich ist, um die Existenz des Unternehmens sicherzustellen und neue Marktchancen rechtzeitig nutzen zu können. Es muss festgestellt werden, welche Ausbildungs- und Trainingsprogramme aufgesetzt werden müssen, um den Bestand an Kernkompetenzen zu erhalten und/oder auszubauen. Kein Unternehmen kann sich in Zukunft in diesem Bereich Unwissen leisten.
Wirkungsprognose: Die Kompetenzen bestimmen das Ausmaß der in Mitarbeiter zu tätigenden Investitionen. D.h. Investitionen in die Kernbelegschaft, in Lernprozesse und hierzu benötigte Technologien.
Ziel, Ergebnis: Aufgabe der Personalauswahl ist, das Eignungspotential von Bewerbern festzustellen, um diejenigen auszusuchen, die die Anforderungen der zu besetzenden Stelle bestmöglich erfüllen. Grundlage für Geschäftserfolge ist vor allem auch die Selektion der richtigen Mitarbeiter, primär über soziale Kontrolle und weniger über Top-Down-Führung. Das Unternehmen sollte darauf achten, stets mehr Arbeit als Köpfe zu haben.
Vorgehen: Intoleranz gegenüber Schlechtleistung ist notweniger Bestandteil einer leistungsorientierten Kultur. D.h.: hohe Leistung erfordert Intoleranz gegenüber Drückebergerei und frühe Trennung von Mitarbeitern, die nicht bereit sind im Sinne der Vision/Ziele des Unternehmens mitzuziehen (die verbleibenden Mitarbeiter bedanken sich mit Hochleistung). Für das Personalcontrolling wichtig sind u.a. Effizienz-Kennzahlen zur Personalwerbung. Anzahl Bewerber pro angebotene Stelle: eine im Verhältnis zu vergleichbaren Betrieben niedrigere Anzahl von Bewerbern kann auf eine niedrigere Attraktivität des Unternehmens oder einen zu niedrigen Bekanntheitsgrad zurückzuführen sein. Niedrige Vorstellungsquoten können auf Nichtbeachtung klar definierter Selektionskriterien durch die Bewerber oder auf Fehler beim Einsatz des Selektionsmix durch die personalsuchende Stelle verursacht sein. Die Effizienz der einzelnen Beschaffungswege lässt sich durch Anzahl der Bewerbungen bzw. Vorstellungen bzw. Einstellungen pro Beschaffungsweg ausdrücken. Durch permanente Überwachung des Bewerbungseingangs lässt sich feststellen, wo es sich lohnt, Suchmaßnahmen zu ergreifen und wo nicht. Weitere Einflussfaktoren für den Erfolg der Personalwerbung sind die Gestaltung der Anzeige, die Arbeitsmarktsituation, Ruf des Unternehmens...
Inhaltsverzeichnis
- 1 Wissensgesellschaften verlangen Lernfähigkeit
- 2 Mit effizienten Lernkulturen Wissen fördern
- 3 Kernkompetenzen und Personalauswahl
- 4 Chefkennzahlen optimieren
- 5 Professional Development und Leadership
- 6 Managementtechniken der Entscheidungsfindung
- 7 Business Intelligence und Personalcontrolling
- 8 Zielführendes Zeitmanagement
- 9 Fachqualifikation ausbauen
- 10 Bewertung Weiterbildung-Output
- 11 Analyse Qualifikationsbedarf
- 12 Employer Branding
- 13 Effektives Teamworking
- 14 Mitarbeiterbefragung durchführen
- 15 Analyse Fehl- und Ausfallzeiten
- 16 Fluktuationsanalyse
- 17 Diversity Management
- 18 Wissensmanagement einführen und umsetzen
- 19 Ideenmanagement
- 20 Wissen erwerben
- 21 Wissen schützen
- 22 Qualifizierung und Inhalte
- 23 Man braucht eine praktikable Wissensbewertung
- 24 Wissen entwickeln heißt Fähigkeiten entwickeln
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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