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Der geheimnisvolle Mord im Thale von Boscombe
Eine Sherlock Holmes-Kurzgeschichte
- 34 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Über dieses Buch
Sherlock Holmes ist eine vom britischen Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geschaffene Kunstfigur, die in seinen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert spielenden Romanen als Detektiv tätig ist.Besondere Bedeutung für die Kriminalliteratur erlangte Holmes durch seine neuartige forensische Arbeitsmethode, die ausschließlich auf detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung beruht. Er gilt bis heute weithin als Symbol des erfolgreichen, analytisch-rationalen Denkers und als Stereotyp des Privatdetektivs. Der Kanon um den Detektiv umfasst 56 Kurzgeschichten und vier Romane.
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Information
Der geheimnisvolle Mord im Thale von Boscombe
Wir saßen eines Morgens beim Frühstück, meine Frau und ich, als uns das Dienstmädchen eine Depesche hereinbrachte. Sherlock Holmes telegraphierte folgendes:
»Hast du zwei Tage frei? Werde soeben telegraphisch nach Westengland gerufen wegen des Mordes im Thale von Boscombe. Freute mich, wenn du mitkämest. Luft und Gegend köstlich. Ab Paddington 11:15.«
»Was meinst du, lieber Mann, fährst du mit?« fragte meine Frau zu mir herüberblickend.
»Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll; meine Krankenliste ist eben jetzt ziemlich lang.«
»Ach was, Anstruther wird dich vertreten. Du siehst in letzter Zeit etwas angegriffen aus und ein Ausspannen thut dir gut; überdies interessieren dich ja Sherlock Holmes' Rechtsfälle stets ganz besonders.«
»Wie sollten sie auch nicht, da ich ja einem derselben deine Bekanntschaft verdanke. Soll ich aber wirklich mit, so muß ich mich beeilen, es bleibt mir ja nur eine halbe Stunde.«
Das Lagerleben in Afghanistan hatte wenigstens den Vorteil gehabt, aus mir einen jederzeit fix und fertigen Reisenden zu machen. Watsons Vorgeschichte ist in Band 10 »Späte Rache« erzählt. Ich brauchte nicht viel unterwegs, saß deshalb bald mit meiner Reisetasche im Wagen und rollte dem Bahnhof von Paddington zu. Sherlock Holmes schritt bereits dort auf und ab; seine hohe, hagere Gestalt erschien im langen, grauen Reisemantel und in der knappen Tuchmütze noch größer und abgemagerter als sonst.
»Das ist wirklich hübsch von dir, daß du kommst, Watson,« sagte er. »Für mich ist's ein großer Vorteil, einen ganz zuverlässigen Begleiter bei mir zu haben. Hilfe am Ort ist stets entweder wertlos oder parteiisch. Willst du zwei Eckplätze belegen, so hole ich die Fahrkarten.«
Wir blieben allein im Wagen mit einem ganzen Stoß Zeitungen und Papieren, die Holmes mitgebracht hatte.
Bis zur Station Reading blätterte er hin und her, las, schrieb Notizen auf und dachte dazwischen nach. Dann raffte er plötzlich alles zusammen und warf es oben in das Gepäcknetz.
»Hast du schon von dem Fall gehört?« fragte er.
»Kein Wort; ich las in den letzten Tagen keine Zeitung.«
»Die Londoner Presse brachte wenig ausführliche Berichte. Ich sah soeben die neuesten Zeitungen durch, um die Einzelheiten zu überblicken. Wie mir scheint, ist es einer jener ganz einfachen Fälle, die so außerordentlich schwierig sind.«
»Das lautet etwas widersprechend.«
»Und doch liegt tiefe Wahrheit darin. Je gestaltloser und gewöhnlicher ein Verbrechen ist, desto schwieriger läßt es sich entdecken. In diesem Fall liegt eine schwere Anklage gegen den Sohn des Ermordeten vor.«
»Also handelt es sich um einen Mord?«
»Wenigstens nimmt man einen solchen an. Ich aber nehme nichts an, ehe ich nicht die Sache persönlich geprüft habe. Ich will dir kurz erzählen, um was es sich handelt, soweit ich es selbst verstehen kann:
»Das Thal von Boscombe ist ein Landbezirk, nicht gar weit von Roß in Herefordshire gelegen. Der größte Landbesitzer dort ist ein Herr John Turner, der in Australien reich wurde und vor Jahren in die alte Heimat zurückkehrte. Eines seiner Güter, es heißt Hatherley, war an Herrn Charles Mc. Carthy verpachtet – gleichfalls ein ehemaliger Australier. Die Männer hatten sich in den Kolonien kennen gelernt und so war es begreiflich, daß sie sich möglichst nahe beisammen niederließen. Turner war offenbar der reichere von beiden, deshalb wurde Mc. Carthy sein Pächter, was ihn jedoch nicht abgehalten zu haben scheint, auf völlig gleichem Fuße mit jenem zu verkehren. Mc. Carthy hatte einen Sohn von achtzehn Jahren, Turner eine Tochter im gleichen Alter, und beide waren Witwer. Sie scheinen jeden Verkehr mit den englischen Familien der Umgegend gemieden zu haben und lebten sehr zurückgezogen, obwohl Vater und Sohn Mc. Carthy den Sport liebten und sich oft bei den Pferderennen der Nachbarschaft einfanden. Mc. Carthy hielt zwei Dienstboten, einen Diener und eine Köchin, während Turner deren weit mehr, wenigstens ein halbes Dutzend, im Hause hatte. Das ist so ziemlich alles, was ich über die Familien zu erfahren vermochte. Und nun zu den Thatsachen:
»Am 3ten Juni – also vorigen Montag – verließ Mc. Carthy sein Haus in Hatherley, ungefähr um 3 Uhr nachmittags, und ging hinab nach dem Boscombe-Teich, einem kleinen See, der durch die plötzliche Verbreiterung des Flusses unten im Thal entsteht. Am Morgen war er mit seinem Diener in Roß gewesen und hatte sich diesem gegenüber geäußert, er müsse sich beeilen, weil er sich für 3 Uhr zu einer wichtigen Besprechung verabredet habe; von dieser kehrte er nicht mehr lebendig zurück.
»Das Pachthaus Hatherley liegt eine Viertelmeile vom Teich entfernt und auf dem Wege dahin wurde Mc. Carthy von zwei Personen gesehen: von einer alten Frau, deren Name nicht genannt wird, und von William Crowder, einem Wildhüter im Dienste Herrn Turners. Beide Zeugen sagen aus, daß Mc. Carthy allein ging. Der Wildhüter fügt hinzu, er habe, wenige Minuten nachdem Mc. Carthy vorübergegangen, auch dessen Sohn, John Mc. Carthy, mit einer Flinte unterm Arm, auf demselben Wege begegnet, und er glaubt gewiß, der Vater müsse noch in Sicht gewesen sein, als ihm der Sohn folgte.
»Er habe nicht weiter an die Sache gedacht, bis er abends von dem schrecklichen Ereignis hörte.
»Auch noch später wurden die beiden Mc. Carthy gesehen, nachdem sie der Wildhüter aus den Augen verloren hatte. Der Boscombe-Teich ist rings von dichtem Wald umgeben, nur hart am Ufer wächst ein Streifen Gras und Rohr. Patience Woran, die Tochter des Gutsaufs...
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