Der Reha-Markt befindet sich aktuell in einem massiven Umbruch und einer Phase nachhaltiger Konsolidierung. Zugleich steigt die Relevanz der medizinischen Rehabilitation für die Menschen, die deutsche Wirtschaft und die Gesellschaft. Der rasante medizinische Fortschritt, die Chancen und Risiken der Digitalisierung sowie die Alterung der Gesellschaft machen eine Neuorientierung der Reha zwingend erforderlich. Neue, innovative Formen der Reha wie ambulante, mobile und Tele-Reha entstehen. Sektorübergreifende Vernetzung, stärkere Spezialisierung und Individualisierung der Behandlung sowie systematisches Controlling und kreative Formen der Finanzierung entscheiden zunehmend über den wirtschaftlichen Erfolg und den Bestand von Reha-Anbietern.Wie funktioniert in diesen Zeiten des Umbruchs erfolgreiches Management in der Rehabilitation? Dieses Praxishandbuch gibt darauf erstmals umfassend Antworten. Wissenschaftlich fundiert, ausgerichtet an der Praxis, vermittelt von weit über zwanzig der besten Manager aus der Reha-Branche. Es deckt die relevanten Bereiche moderner Rehabilitation ab, zeigt Handlungsfelder auf, stellt Management-Instrumentarien vor und vermittelt Anstöße für strategische Konzepte.Kurzum: Ein Praxisleitfaden von Managern für Manager sowie für alle Mitarbeiter mit Führungsaufgaben in der Rehabilitation und solche, die sich darauf vorbereiten.

eBook - ePub
Erfolgreiches Rehabilitationsmanagement
Ein Leitfaden für die Praxis
- 334 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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Erfolgreiches Rehabilitationsmanagement
Ein Leitfaden für die Praxis
Über dieses Buch
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Information
Geleitwort 1
Thomas Bublitz
Zukunft der Rehabilitation: Situation, Handlungsbedarf, Chancen und Risiken
Die Gesundheitsversorgung in Deutschland befindet sich massiv im Umbruch. Das Lebensalter der Menschen steigt, chronische Krankheiten nehmen zu, bei einem sich gleichzeitig rasant entwickelnden medizinischen Fortschritt – Faktoren, die die Patientenversorgung maßgeblich mit beeinflussen. Schwere Erkrankungen sind heute immer besser behandelbar, wobei das Alter der Patienten zunehmend eine geringere Rolle spielt. Die medizinische Versorgung kranker Menschen durch Spezialisten rückt mehr und mehr in den Vordergrund. Stationäre Krankenhausbehandlungen verkürzen sich, so dass sich die Verweildauer im Krankenhaus seit dem Jahr 2000 auf sieben Tage nahezu halbiert hat. Aber auch gesellschaftliche Entwicklungen, wie eine ständig steigende Zahl von Singlehaushalten, verändern die Anforderung an unser Gesundheitswesen. Aus diesen Gründen wird es immer wichtiger, Patienten im Anschluss an die Akutbehandlung Hilfestellungen zu geben, um ihnen die Rückkehr in Alltag, Familie und Beruf zu erleichtern. Die medizinische Rehabilitation wird also immer wichtiger: Sie steigert die Lebensqualität vieler Menschen, verhindert Frühverrentung, vermeidet Pflegebedürftigkeit.
Und – Reha besitzt einen nachweislich hohen Nutzen für die deutsche Volkswirtschaft. Mit rund 500 Millionen Euro entlastet beispielsweise die orthopädische Reha bei Rückenschmerzen die Volkswirtschaft und damit die Steuer- und Beitragszahler in Deutschland. Das belegt eine aktuelle Studie der AOK Baden-Württemberg, der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV) und des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm (IFR Ulm).
Voraussetzung für eine gut funktionierende Rehabilitation ist ein bedarfsgerechter und frühzeitiger Zugang zu diesen Leistungen. Diese Anforderung ist bis heute nicht erfüllt. Die Kriterien, nach denen Patienten Rehabilitationsleistungen erhalten, sind zu wenig transparent und erfolgen teilweise kosten- oder budgetgesteuert. Dabei ist ein unkomplizierter Zugang zur Reha für viele Menschen eine wirksame Hilfe, wenn sie von Pflegebedürftigkeit oder Frühberentung bedroht sind. Nach wie vor haben Hausärzte mit erheblichen Barrieren zu kämpfen, damit diese Versicherten notwendige Reha-Leistungen erhalten. Die Krankenkassen lehnen knapp 40% der Anträge auf medizinische Rehabilitationsleistungen aus dem niedergelassenen Bereich ab. Der gesetzlich verankerte Grundsatz »Reha vor Pflege« wird insofern nicht bedarfsgerecht umgesetzt und ist damit nach wie vor ein wichtiges gesundheitspolitisches Handlungsfeld.
Ein weiterer Schwerpunkt muss auf die Qualitätsorientierung, insbesondere mit Fokus auf die Ergebnisqualität, gelegt werden. Reha-Kliniken, die den Behandlungserfolg ihrer akut- oder rehabilitationsmedizinischen Behandlungen belegen können, müssen dafür auch belohnt werden – durch eine bevorzugte Belegung mit Patienten und eine leistungsgerechte Vergütung der erbrachten Reha-Maßnahmen. Der aktuell bestehenden Unterfinanzierung in der Rehabilitation muss dringend entgegengewirkt werden, um eine qualitativ hochwertige Rehabilitationsversorgung auch langfristig sichern zu können. So belegt das aktuelle Gutachten der aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH »Was kostet die Rehabilitationsleistung? – Kostenberechnung auf Basis struktureller Anforderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung« erneut, dass eine leistungsgerechte Vergütung bei stetig wachsenden Qualitätsanforderungen in der Reha nach wie vor zu den drängenden aktuellen Aufgaben gehört. Es kann nicht sein, dass die Preisentwicklung in der medizinischen Reha den ständig wachsenden Leistungserfordernissen diametral gegenüberstehen. Nach wie vor tut Gesundheitspolitik zu wenig, um daran etwas zu ändern. Der aktuelle Gesetzgebungsprozess des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes ist dafür der beste Beleg. Die Refinanzierung der steigenden Pflegekosten und die weiteren vorgesehenen Förderungen zur Stärkung der Pflege betreffen allein Akut-Krankenhäuser und die Altenpflege. Die 30.000 Pflegekräfte in Reha-Kliniken wurden per Gesetz zu Fachkräften 2. Klasse degradiert: Reha-Kliniken erhalten keine Refinanzierung der Pflegekosten sowie keine Unterstützung in der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Die Gesundheitspolitik liefert damit per Gesetz eine Steilvorlage zur Verschlechterung der Pflegesituation in der medizinischen Reha und gefährdet u. a. die wichtige Anschlussversorgung von Patienten beispielsweise nach Schlaganfall, Herzinfarkt, Hüftoperationen oder Krebsbehandlungen. Denn gut ausgebildete Pflegekräfte werden in den Akutbereich abwandern, weil sie dort als dringend benötigte Fachkräfte mehr Geld verdienen werden. Rehabilitationseinrichtungen geraten so unter enormen Druck. Wollen sie Pflegekräfte halten, werden sie die Gehälter anheben müssen. Eine Finanzierungsmöglichkeit für steigende Personalkosten haben sie jedoch de facto nicht. Die Grundlohnrate nach § 71 SGB V verhindert, dass sich die Preise an stärker steigende Kosten beispielsweise für das Personal anpassen können.
Die Herausforderungen für die Reha werden deutlich: Der Gesetzgeber muss handeln und für sinnvolle und zukunftsfeste Rahmenbedingungen in der Reha sorgen. Für den »Rest« einer modernen, effizienten und qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung stehen das Management, die Ärzte, die Pflegekräfte und die Therapeuten gerade. Deshalb ist die Lektüre dieses Buches oberste Pflicht.
Thomas Bublitz
Hauptgeschäftsführer des BDPK e. V.
Vorstandsmitglied der Deutschen Krankenhausgesellschaft e. V,
Geschäftsführer des Institutes für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen GmbH und der 4QD – Qualitätskliniken.de GmbH
Mitglied im Unterausschuss Veranlasste Leistungen des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Geleitwort 2
Jens Scholz und Matthias Köhler
Vision Rehabilitation 2030: Einflussfaktoren, Handlungsbedarf, innovative Versorgungsansätze
In den vergangenen 20 Jahren wurde wiederholt der Untergang der Rehabilitation prophezeit. Vermutlich wird es Rehabilitation in Deutschland auch 2030 noch geben – aber sie wird anders aussehen als heute. Verschiedene Einflussfaktoren spielen hierbei eine Rolle.
Angesichts des demografischen Wandels ändern sich Patientenstrukturen: Es wird weniger jüngere erwerbstätige Menschen geben, deren berufliche Tätigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigungen gefährdet ist. Daher wird die Nachfrage nach Heilverfahren sinken. Dafür werden vermehrt ältere multimorbide Patienten mit hochgradigen gesundheitlichen Einschränkungen nach vorangegangenen Akutereignissen in Reha-Einrichtungen drängen. Diese heute oft als »noch nicht rehafähig« abgelehnten Patienten kommen angesichts der zunehmend kürzeren Verweildauern immer früher aus den Akutkliniken. Das ist im Prinzip auch sinnvoll, denn frühzeitige Mobilisierung, Vermeidung von Infektionen mit multiresistenten Erregern und Einsparung unnötiger Kosten im Gesundheitswesen sind wichtige und richtige Ziele. Sind aber Rehakliniken in landschaftlich attraktiver Lage und somit weit entfernt von zuweisenden Akutkliniken auch entsprechend ausgestattet für die Versorgung dieser kranken Patienten – gerade vor dem Hintergrund des sich in den nächsten Jahren weiter verstärkenden Fachkräftemangels? Ist der Transport über viele Kilometer von der Akut- in die Rehaklinik wirklich sinnvoll und widerspricht er nicht dem überwiegenden Wunsch nach wohnortnaher Versorgung? Das Modell einer »Campus-Reha«, in der Patienten auf dem Campus der Akutklinik in enger Kooperation von Akut- und Rehamedizinern nach ihrem Akutaufenthalt rehabilitiert werden, ist eine vielversprechende Alternative für künftige Herausforderungen. Erste erfolgreiche Modellprojekte existieren und weisen den Weg in eine künftige flächendeckende Umsetzung.
Die finanziellen Rahmenbedingungen für die Gesundheitsversorgung werden sich angesichts der demografischen Entwicklung verschlechtern. Angebote werden bzgl. ihrer Evidenz noch stärker auf den Prüfstand gestellt. Der Sachverständigenrat sieht in der mangelnden Evidenzbasierung das Kernproblem des gesamten Reha-Sektors. Bis 2030 werden daher nur Rehakliniken überleben, die auf internationalen Expertenempfehlungen basierende Qualitätssicherungssysteme vorweisen können, welche die medizinische Ergebnisqualität ihrer Einrichtungen transparent darstellen. Erste Ansätze, die das trägerübergreifende Ausrollen eines solchen Systems zur Erfassung und Darstellung medizinischer Ergebnisqualität in der Rehabilitation in den nächsten Jahren in Aussicht stellen, existieren.
Weiterhin werden digitale Interventionsangebote die Rehabilitation in absehbarer Zeit maßgeblich verändern. 2030 werden sich die Menschen Rehaeinrichtungen aussuchen, die ihnen individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote mit flexiblem Tagesablauf ermöglichen. Im Fokus wird nicht mehr der mindestens drei-wöchige Aufenthalt fern ab der eigenen Lebenswelt mit dann abruptem Ende stehen. Stattdessen werden Patienten die Möglichkeit erhalten, nach einer (kürzeren) Reha im Idealfall lebenslang mit digitaler Unterstützung – wo und wann immer sie möchten – auf ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende Informationen und Beratungen zuzugreifen. KI-basierte Plattformen werden die Menschen befähigen, sich selbst über Ihre Gesundheit noch besser zu informieren. Rehaeinrichtungen sollten daher ihre gemeinsame Chance mit Akut- und Praxis-Einrichtungen nutzen: Die in den multiprofessionellen Teams vorhandene Expertise ist eine ideale Voraussetzung zur Entwicklung nachhaltiger Angebote einer ganzheitlichen patientenzentrierten Betreuung chronisch kranker Menschen mit ihren meist vielschichtigen krankheitsbedingten Herausforderungen.
Prof. Dr. Jens Scholz
Vorstandsvorsitzender Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)
Prof. Dr. Matthias Köhler
Geschäftsführer Medizin
VAMED Kliniken Deutschland GmbH
Inhalt
- Geleitwort 1
- Thomas Bublitz
- Zukunft der Rehabilitation: Situation, Handlungsbedarf, Chancen und Risiken
- Geleitwort 2
- Jens Scholz und Matthias Köhler
- Vision Rehabilitation 2030: Einflussfaktoren, Handlungsbedarf, innovative Versorgungsansätze
- Vorwort der Herausgeber: Den Wandel gestalten
- 1 Rehabilitation in Deutschland: Die neue Marktdynamik im Rehabilitationssektor
- 1.1 Der Reha-Markt
- Peter Borges und Agnes Zimolong
- 1.1.1 Zweck und Funktion der Rehabilitation
- 1.1.2 Grundsätze der Finanzierung der Rehabilitation
- 1.1.3 Eckdaten Reha-Markt
- 1.1.4 Eckdaten stationärer Reha-Markt
- 1.1.5 Eckdaten ambulanter Reha-Markt
- 1.1.6 Markt im Umbruch – ein Überblick
- 1.1.7 Auswirkungen aus Sicht von Kunden, Kostenträgern und Trägern
- 1.2 Patienten werden auch Konsumenten: Markenmedizin in der Reha?
- Heinz Lohmann, Ines Kehrein und Konrad Rippmann
- 1....
Inhaltsverzeichnis
- Deckblatt
- Titelseite
- Impressum
- Geleitwort 1
- Geleitwort 2
- Inhalt
- Vorwort der Herausgeber: Den Wandel gestalten
- 1 Rehabilitation in Deutschland: Die neue Marktdynamik im Rehabilitationssektor
- 2 Medizinische Versorgungsansätze im Wandel – Auswirkungen auf den Reha-Markt in ausgewählten Bereichen
- 3 Führungs- und Personalmanagement
- 4 IT-Management und Digitalisierung in der Rehabilitation
- 5 Lean- und Qualitätsmanagement in der Reha
- 6 Vertriebsmanagement und Marketing im Reha-Markt
- 7 Corporate Finance – Steuerung und Finanzierung des Reha-Betriebes
- 8 Fusionen und Übernahmen: Strategische Optionen für Unternehmenswachstum
- 9 Forschung und Lehre in der Reha-Wissenschaft
- 10 Neuere Formen der Rehabilitation: Trends und Perspektiven für das Continuum of Care
- 11 Rehabilitation im internationalen Vergleich
- Agenda Rehabilitation 2025
- Autorenverzeichnis
- Stichwortverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
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