Money For Nothing...
eBook - ePub

Money For Nothing...

... ein Insider erzählt

  1. 60 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Money For Nothing...

... ein Insider erzählt

Über dieses Buch

Die Geschichte eines Immobilienimperiums aus den Jahren 1987 bis 1992. Geschrieben aus der Sicht eines "Insiders", der Alles selbst miterlebt hat und der ausdrücklich davor warnt, diese Vorgehensweise zu kopieren.

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Information

Jahr
2020
ISBN drucken
9783750405844
eBook-ISBN:
9783750458123

Überkochen

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt konnte Krüger gar nicht genug Objekte zum Ankauf heranschaffen. Deshalb wurde auch auf andere Makler oder Immobilienhändler zurückgegriffen. Nun kam es aber dazu, dass die Banken immer neue Mieter und Garanten für die Mieten brauchten, und so wurde flugs ein weiterer Generalmieter für diverse Flächen durch einen anderen „Immobilienhändler“ gesucht und gefunden.
Hier sei insbesondere ein Makler aus einer Nachbarhansestadt genannt, der es satt hatte einen ständig betrunkenen, sehr bekannten, deutschen Sänger zu managen, und der deshalb mit der SMP zusammen eine neue Firma gründete, über die man die benötigten Generalmietverträge bekommen konnte. Auch dieser Makler war wohl mehr in dem Büro der SMP als in seinem Eigenen.
Durch die Immobilienmakler, die für den An- oder Verkauf mit ins Boot gezogen wurden, konnte man jedoch eine weitere Einkommensquelle auftun, die gerade bei großen Gewerbeimmobilien nicht außer Acht zu lassen war. Die Makler bekamen nämlich nur den Auftrag zum Ausmieten oder zum Verkauf, wenn eine Courtageteilung (mit der SMP) erfolgte. Das ergab dann jedes mal mindestens eine volle Portokasse extra. Auch beim Ankauf konnte die Courtage meistens deutlich reduziert werden und kaum ein Makler bekam zu dieser Zeit noch seine Provision vollständig durchgesetzt.
Damit die Mietverträge nicht alle gleich aussahen, hatte Krüger eine Schreibmaschine auf Anweisung von Schulz gekauft, die zusätzlich noch ca. 12 verschiedene Typenräder hatte. In die Computer konnte man die Formularmietverträge nicht einspannen und drucken, weil sie zu dick waren, so musste man sich trotz modernster Technologie, der guten alten Schreibmaschine bedienen, das gab den Mietverträgen aber jeweils einen individuellen Eindruck, was die Banken bezüglich der Kreditzusagen begeisterte. Ach ja… und bei dem Ausstellen der Mietverträge musste man natürlich darauf achten, dass der angebliche Mietvertragsbeginn nicht vor dem Drucken des Formulars des Mietvertrages liegt, die haben nämlich immer ein eingedrucktes Datum.
Der Generalmieter sollte die Mieten nicht wirklich bezahlen, sondern nur seinen Namen geben. Unterschüsse wurden weiterhin aus den Kickbacks bezahlt und man fuhr gut damit. Nachdem man durch die intensiven Bemühungen neue Objekte zu finden, auch an andere „Immobiliendreher“ gekommen war, verkaufte man sich gegenseitig das eine oder andere Objekt, zu einem für beide Seiten akzeptablen Preis / Kickback Verhältnis. Hier sei insbesondere eine Vermögensverwaltung aus der Nähe von Bremen genannt, mit der man schon fast brüderschaftliche Verbindungen pflegte. Das freute wieder die Banken und man konnte so ein neues Objekt in den Pool aufnehmen oder gleichzeitig auch wieder ein Objekt aus dem Bestand ausbuchen. Das schaffte wieder Platz für mindestens zwei neue Objekte - und bewies den Banken, dass die vorher zugesagten Gewinne dann auch tatsächlich eintrafen, allerdings nur, um sie sich mit dem Geschäftspartner hinterher brüderlich zu teilen. Nach kurzer Zeit reichte ein Generalmieter jedoch nicht mehr aus und es wurde in der Nähe von Köln ein weiterer Generalmieter gefunden, der gegen Zahlung von „einer Jahresmiete in Tüte“ jeden Mietvertrag ohne Nachfrage unterschrieb.
Immer wenn ein gutes Geschäft abgewickelt wurde, und die Auszahlungsreife gegeben war, erschien der inzwischen zum festen Inventar gehörende Notar mit einem langen grünen Lodenmantel und sah aus wie das Michelin - Männchen. In den Innentaschen waren dann Dutzende von Banknotenbündeln, die er mit breitem Grinsen auf den Beurkundungstisch entleerte. Hierbei waren nur die zwei bis vier führende Personen anwesend und es wurden jedes Mal mehrere zig - Tausend bis zu mehreren Hundert - Tausend - Mark in bar vom Notaranderkonto verteilt. Wenn der Notar das Haus wieder verließ, war er sichtlich abgemagert. Selbstverständlich hatten sowohl Schulz wie auch Meyer inzwischen massive Geldschränke in ihren Büros stehen - was nun auch wieder die Zuversicht der Bänker steigerte, wenn sie zu Besuch kamen. Das strahlte Solidität und Sicherheit aus, und das kannten die Bänker schließlich aus ihren eigenen Geschäftsräumen.
Krüger wurde in dieser Zeit als Fahrer für Schulz tätig, der sich, während man mit ca. 230 km/h Reisegeschwindigkeit über die Autobahnen donnerte, darauf spezialisiert hatte, die Banken gegeneinander auszuspielen. Wollte er zum Beispiel einen Bankkredit über DM 18 Millionen, so ging es ihm nicht so sehr um den Zinssatz - was die Banken begeisterte - sondern darum, möglichst eben eine runde Summe wie zum Beispiel 20 Millionen zu finanzieren (... Sie wissen schon >>> 2 Mio. DM Liquidität), und die Banken gaben gern und schnell und gegebenenfalls auch mehr!
Darlehensverträge bzw. Zusagen wurden direkt in den BMW 750iL mit drei Antennen auf dem Dach, den man zum mobilen Büro hatte umbauen lassen, gefaxt. Bedenke: Dies geschah 1990 bis 1991 als noch niemand an eine Kommunikationsgesellschaft mit Internet und Online - Banking glaubte. Mit diesen beiden Sachen, wäre das Wachstum der SMP und das Volumen wesentlich schneller und einfacher von statten gegangen.
Man kann schon sagen, dass bei der Bonität der SMP, die Banken sich darum drängelten, eine Darlehenszusage zu schicken und auch die Finanzierung zu übernehmen. Auch in den Zinssätzen unterboten sich die Banken ständig und hofften dadurch, eine Zusage von Schulz zu erhalten. Doch wie erwähnt lagen die Prämissen von Schulz in den „Über - den - Kaufpreis - hinaus - Finanzierungen“ und die Bank mit dem höchsten Finanzierungsvolumen bekam den Zuschlag.
Ein weiteres Projekt betraf eine Wiese, die für einen Preis von DM 90.000,-- von einem Tiefbauer erworben wurde, in der Hansestadt lag und ca. -3,5- ha groß war. Das Gebiet, welches sehr feucht und eige...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. Warmwerden
  4. Das Prinzip
  5. Heißlaufen
  6. „Butter schmiert am Besten...“
  7. Kochen
  8. Überkochen
  9. Sicherung
  10. Erkalten
  11. Nachtisch
  12. Epilog
  13. Impressum

Häufig gestellte Fragen

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