Ihr Angehöriger hat Demenz - und nun?Dieses Buch bietet Ihnen praktische Tipps für den alltäglichen Umgang, um Ihnen und Ihrem Angehörigen das Leben so einfach wie möglich zu machen.Was mache ich, wenn der Erkrankte sich zu Hause nicht mehr zurecht findet?Was tun, wenn er weg läuft?Wie kann ich ihn beschäftigen?Und warum ist er oft so schlecht gelaunt und was hilft dagegen?Auf diese Fragen und noch viele weitere liefert dieses Buch Antworten. Und zwar nicht in der Theorie, sondern praktisch erprobte und leicht umsetzbare Tipps.Über 30 konkrete Situationen mit Lösungsideen werden auch Ihnen helfen, einen entspannteren Umgang mit Ihrem erkrankten Angehörigen zu etablieren.Probieren Sie es aus!

- 43 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
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Information
Thema
Social SciencesThema
Sociology1. Vorwort
Demenz ist vielfältig, genau wie die Herausforderungen, vor denen
Angehörige tagtäglich stehen.
Nur diejenigen, die selbst einen ähnlichen Weg gegangen sind,
können die Probleme im Alltag wirklich begreifen, ebenso wie die
Gefühle, mit denen man sich als Angehöriger auseinander setzen
muss.
Doch wie verschieden auch die einzelnen Situationen sind, es zeigt sich immer wieder, dass es auch viele Gemeinsamkeiten gibt. In Foren, Selbsthilfegruppen und Gesprächen tauschen sich Angehörige aus und bemerken schnell, dass sie mit ihren Problemen doch nicht so allein sind, wie häufig angenommen.
Dieses Buch soll Erfahrungen sammeln, die Angehörigen wie Ihnen in schwierigen Situationen konkret weiter helfen.
Natürlich kann nicht jede mögliche Situation beschrieben werden, aber oft helfen auch neue Impulse für andere Problemstellungen, einen neuen Blick auf die eigene Herausforderung zu erlangen.
Im ersten Teil finden Sie einige allgemeine Tipps, während sich der zweite Teil mit konkreten Situationen und Lösungsideen befasst.
Ich wünsche Ihnen viele hilfreiche Erkenntnisse mit diesem Buch!
Im Text wird der Lesbarkeit halber durchgehend die männliche Form
(Bsp. der Erkrankte) verwendet. Natürlich gelten die Aussagen und
Tipps unabhängig vom Geschlecht.
2. Teil 1: Allgemeine Tipps
1. Akzeptieren Sie die Krankheit
Es ist hart, sich damit abzufinden, dass ein geliebter Mensch mehr und mehr sein Gedächtnis und seine Persönlichkeit verliert. Doch da es für die meisten Demenzerkrankungen keine Heilung gibt, müssen Sie sich klar machen, dass Ihr Angehöriger nie mehr so sein wird wie vorher. Das kann Ihnen helfen, in schwierigen Situationen besser zu reagieren.
Halten Sie also nicht an Ihrem alten Bild der Person fest. Behalten Sie die tollen gemeinsamen Zeiten in guter Erinnerung, aber lernen Sie Ihren Angehörigen mit der Krankheit neu kennen. Vorlieben werden geändert, Gewohnheiten aufgegeben und Ansichten drehen sich plötzlich um 180 Grad. Manche Dinge ändern sich vielleicht sogar täglich, wenn nicht minütlich!
Es ist eine Herausforderung, aber versuchen Sie, ihrem Angehörigen so oft es geht mit Neugier zu begegnen. Lernen Sie ihn neu kennen, wenn nötig auch mehrmals täglich!
2. Entwickeln Sie einen bewussten Umgang
Nehmen Sie sich etwas mehr Zeit für den Umgang mit Ihrem Angehörigen und schauen Sie, was funktioniert und wie seine Reaktionen aussehen.
Halten Sie Blickkontakt, wenn Sie miteinander reden und sprechen Sie langsam und deutlich.
Erzählen Sie in einfachen Worten und wechseln Sie nicht zu schnell das Thema. Lassen Sie dem Erkrankten Zeit, auf das Gesagte zu reagieren und zu antworten.
Gehen Sie auf seine Themen ein und stellen Sie möglichst einfache Fragen. Erklären Sie gegebenenfalls, was Sie tun und warum, wenn der Erkrankte verwirrt über Ihr Auftreten ist.
3. Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein
Nüchtern betrachtet ist es allen Beteiligten klar, dass man mit einer dementen Person keine rationale Diskussion mehr führen kann. Trotzdem lässt man sich als Angehöriger allzu schnell dazu herab, in eine solche Diskussion einzusteigen. Sei es, um zu bestreiten, die verlegte Brille versteckt zu haben oder um dem Angehörigen klar zu machen, dass heute nicht Montag ist. Das einzige Resultat davon ist meist, dass alle Beteiligten mit den Nerven am Ende sind.
Dabei ist es egal, in welchem Stadium der Demenz der Betroffene ist. Diskussionen rufen schon bei geistig völlig gesunden Menschen Widerstände hervor, bei Menschen mit Demenz ist es oft noch viel stärker ausgeprägt.
Was also tun?
Fragen Sie sich jedes Mal, bevor Sie Ihrem Angehörigen widersprechen wollen, ob es das wert ist.
Natürlich gibt es Situationen, in denen Sie beispielsweise gefährliches Verhalten verhindern müssen, aber meistens sind es doch eher Kleinigkeiten, über die man streitet.
Wenn ihr Angehöriger partout der Meinung ist, heute sei Ostern, dann lassen Sie ihn. Es ist gerade am Anfang schwer, solche Verhaltensweisen von einem nahe stehenden Menschen zu akzeptieren, besonders wenn es jemand ist, mit dem man immer offen reden konnte. Aber es wird Ihnen viel Ärger ersparen, wenn Sie Harmonie über Wahrheit und Rechthaben stellen.
4. Folgen Sie dem Erkrankten in seine Welt
Oft machen Menschen mit Demenz Gedankensprünge oder glauben sich in Situationen, die von außen völlig unverständlich erscheinen. Ob sich der Betroffene in seiner Kindheit wähnt, sich im Januar über den miesen Sommer beschwert oder seine Tochter mit seiner Großmutter verwechselt, eine Sache sollten Sie sich immer wieder bewusst machen:
Der Erkrankte lebt in seiner Welt, für ihn ist es die einzige, die er hat und damit seine Realität.
Sie als gesunder Angehöriger können ihm in seine Welt folgen. Er kann das andersrum aber nicht mehr.
Folgen Sie dem Erkrankten daher in seine Welt, anstatt zu versuchen, sie ihm auszureden. Gehen Sie mit in die Kindheit, machen Sie Zeitreisen und Ortssprünge mit, wenn es geht und finden Sie heraus, wo Ihr Angehöriger sich gerade befindet und was ihn bewegt.
Will er in die Schule gehen, sagen Sie ihm, es wären Ferien.
Spielen Sie das Spiel mit und Sie werden nicht nur mehr schöne Momente mit Ihrem Angehörigen haben, sondern wahrscheinlich auch noch viel Interessantes über sein Leben erfahren.
5. Hinterfragen Sie merkwürdige Verhaltensweisen
Einige Verhaltensweisen treten bei sehr vielen Demenzkranken in ähnlicher Form auf und viele davon lassen sich auf einer gewissen Ebene sogar rational erklären. Beispielsweise berichten Angehörige häufig davon, dass Essen versteckt und gebunkert wird. Auf Nachfrage kann es dann oft sein, dass der Betroffene immer wieder in die Kriegs- oder Nachkriegszeit zurückspringt und demnach dann nachvollziehbar handelt. Ebenso scheint das Weglaufen oft unverständlich, dabei ist der Erkrankte nur der Meinung, er müsse pünktlich zur Arbeit.
Hinterfragen Sie also bei neuen Verhaltensweisen, was dahinter stecken könnte. Eine pl...
Inhaltsverzeichnis
- Demenz im Alltag
- 1. Vorwort
- 2. Teil 1: Allgemeine Tipps
- 3. Teil 2: Konkrete Situationen mit Lösungesideen
- 3.1 Aggressives Verhalten
- 3.2 Allgemeine Unzufriedenheit
- 3.3 Auto fahren
- 3.4 Beschäftigungen
- 3.5 Bevorstehende Ereignisse
- 3.6 "Das ist nicht meins"
- 3.7 Entscheidungsschwierigkeiten
- 3.8 Gefährliches Verhalten
- 3.9 Geschmacksveränderung
- 3.10 Halluzinationen
- 3.11 Hilfsmittel
- 3.12 Inkontinenz
- 3.13 Krankenhausaufenthalte
- 3.14 Mangelndes Einfühlungsvermögen
- 3.15 Nächtliche Unruhe
- 3.16 Nicht-Erkennen von Personen
- 3.17 Ständiges Rufen
- 3.18 Umgebung sinnvoll gestalten
- 3.19 Umzug ins Heim/Veränderung der Wohnsituation
- 3.20 Unterstützung in rechtlichen Angelegenheiten
- 3.21 Verlaufen
- 3.22 Verwechseln von Gegenständen und Funktionen
- 3.23 Verweigern von Arztbesuchen
- 3.24 Verweigern von Getränken
- 3.25 Verweigern von Medikamenten
- 3.26 Verweigern von Nahrung
- 3.27 Vorwürfe
- 3.28 Wärme/Kälteempfinden
- 3.29 Weglaufen
- 3.30 Werteverschiebung
- 3.31 Zerstörungswahn
- 4. Schlusswort
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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