Der Eilenburger Schlossberg - die Geburtsstätte Sachsens
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Der Eilenburger Schlossberg - die Geburtsstätte Sachsens

  1. 64 Seiten
  2. German
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Der Eilenburger Schlossberg - die Geburtsstätte Sachsens

Über dieses Buch

Der Eilenburger Burgberg zählt als die Geburtsstätte Sachsens. Es wird die Geschichte des Burgberges, seiner Bewohner und der Gebäude von den Anfängen der Besiedlung bis heute dargestellt.

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Information

Jahr
2020
ISBN drucken
9783751901512
eBook-ISBN:
9783751909532
Auflage
1
Thema
History

Das neue Schloss

Der Wiederaufbau des Schlosses erfolgte ganz nach den Wünschen Wilhelm I. des Einäugigen. Aus diesem Anlass war er in den Jahren 1394/95 dreimal mit seiner Gemahlin in Ileburg. Aber auch in den weiteren Jahren hat er den Schlossaufbau nicht aus den Augen verloren. Bis zu 1200 Bauarbeiter waren am Schlossaufbau und den Wassermühlen im Einsatz. Aus den vorliegenden Unterlagen ist ersichtlich woher die Arbeitskräfte kamen.
Die Bauarbeiter kamen aus 25 Dörfern der Delitzsch und Eilenburger Region, aus 28 Dörfern der Ämter Torgau, Grimma und Wurzen und 14 Ortschaften des Stiftes zu Meißen.
Das Holz für die Wasserbauten am neuen Mühlgraben wurde die Mulde abwärts aus Grimma geflößt. Für die Bauarbeiten am Schloss wurde das Holz in der Nähe von Sprotta geschlagen.
Bauen hieß, wie es heute auch noch ist, transportieren. Bis zu 2000 Gespanne waren in den sechs Jahren der Bauarbeiten notwendig um alle erforderlichen Materialien heranzuschaffen.
Der Baukalk wurde aus Tautenhain bei Geithain, in Halle und in Aken/Elbe geholt. Die Ziegelsteine wurden in unmittelbarer Nähe von der Schlossaue über Hainichen, Zschepplin bis Hohenprießnitz gepresst, getrocknet und gebrannt.
Die Ziegeleien in unserer Gegend brachten auf Grund des eisenoxydhaltigen Lehms rote Ziegelsteine aus den Brennöfen.
Wilhelm hielt zwar an der Dreiteilung des Schlosses fest, aber mit dem Unterschied, dass alle drei Schlossgebäude einschließlich der nicht zerstörten Petruskapelle eine Einheit bildeten.
Um den Innenhof größer zu gestalten, wurde das Vorderhaus nicht wieder auf den alten Keller gebaut, sondern weiter südlich neu errichtet. Dadurch haben wir heute die zwei Kellersysteme.
Der fensterlose Keller des Schlosses bereitete bis zum Umbau des alten Gefängnises zur Pension im Jahre 2015 in Bezug auf Nässeschäden große Probleme. Da nur Erdaufschüttungen das Gewölbe des Kellers überdeckten, waren im Zeitraum von 14 Tagen die zur Beleuchtung notwendigen Kerzen mit Wasser vollgelaufen. Eine Stahlbetondecke zur Aufnahme der Freifläche vor der Pension hat dieses Übel beseitigt. Dazu kamen zwei Entlüftungsschächte, die nicht nur ein angenehmes Klima im Keller verbreiten, sondern auch das angegriffene Mauerwerk trocken legen.

Die alte Kapelle

Bei der Erstürmung des Schlosses im Jahr 1386 wurde die Kapelle vor der Zerstörung bewahrt. Im Katholizismus achtete man immer darauf, die Kirchen nicht zu zerstören. Im 19. Jahrhundert stellte man an den noch erkennbaren Grundmauern fest, dass die Längsachse der Kapelle nicht genau west-östlich war und die Apsis einige Grad nach Süden abwich. Bereits im XII. Jahrhundert gab es durch den Papst eine Anordnung der Ost-Westachse bei Kirchenbauten. Der Turm zeigt dabei immer nach Osten. Die nach Osten liegende Apsis nahm den unteren Teil eines halbkreisförmigen Turmes auf der Außenseite des Schlosses ein und trat aus der Wandfläche zwischen dem Vorderschloss und dem Mittelschloss hervor. Hier befand sich der Schnitzaltar, der durch zwei kleine Fenster in der Apsis nur spärlich beleuchtet wurde. Auf der Hofseite gelangte man durch zwei Spitzbogenöffnungen in den schmalen Vorraum. Dieser Eingangsbereich, von einer Mittelsäule getragen, bot einen vornehmen Anblick. Eine kleine Tür im Vorraum führte in das eigentliche Kirchenschiff.
Eingang zur alten Kapelle
Die Orgelempore mit einem Fenster in den Hof, befand sich über dem Vorraum. Zwei weitere Emporen auf den Längsseiten ließen das ziemlich hohe Kirchenschiff wesentlich kleiner erscheinen.
Das massive Gotteshaus hatte eine gewölbte Decke. Eine linksseitige Tür führte in die Sakristei, die sich im Mittelhaus befand. Das Obergeschoss war nur vom Mittelhaus zu erreichen. Zwei Fenster in der Apsis waren zur Stadtseite sichtbar. Auch hofseitig spendeten zwei kleine Fenster das notwendige Tageslicht.
Die Glocke befand sich stadtseitig im Dachgeschoss unterhalb des spitzen Turmes. Der Turm selbst könnte eine geschätzte Höhe von rund 3 m über Firsthöhe gehabt haben. Hohe und steile Türme der Gotik sollten den Machtanspruch der herrschenden Klasse einschließlich der Kirche symbolisieren. Kreuzrippengewölbe, gleichfalls ein typisches Bauelement der Gotik, ist uns im Original im Schlosskeller der Ileburger erhalten geblieben. Aber auch im Mauerturm sind zwei derartig kostbare Gewölbe noch vorhanden.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass beide Schlösser in der Gotik erbaut wurden. Wie man aus uns vorliegenden Unterlagen entnehmen kann, wurde die Petruskapelle bereits 1161 durch den sächsischen Markgrafen dem heiligen Petrus geweiht. Hier drängt sich die Frage auf, wo hat dieses kleine Kirchlein gestanden. Die Ileburger, später Eulenburger, waren seit 1170 auf dem Schlossberg und die Bauarbeiten am ersten Schloss begannen erst Anfang des 13. Jahrhunderts. Damit ist anzunehmen, dass im Bereich der Wallburganlage im nördlichen Bereich dieses Kirchlein gestanden hat. Aus Unterlagen unbekannter Eilenburger, die Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts die Staatlichen Archive mit den Eilenburger Schlossunterlagen der Wettiner bearbeitet haben, sind uns Details erst bekannt geworden.
Ein Teil ist 1945 abhandengekommen und der Rest wird im Museum als Zeugen vergangener Pracht gesichert aufbewahrt.
So ist uns auch bekannt, dass unmittelbar rechtsseitig neben dem Sorbenturm vor der Umfassungsmauer eine Ziegelscheune stand. Wann diese Ziegelscheune erbaut wurde, werden wohl erst archäologische Untersuchungen ans Tageslicht fördern. So besteht die Vermutung, dass sie bereits mit dem Sorbenturm als erste Kapelle auf dem Burggelände erbaut wurde.
Auf dem beigefügten Bild könnte man ein massives Gebäude vermuten. Ein weiteres massives Gebäude befand sich außerhalb der Umfassungsmauer in Höhe des verfüllten Wassergrabens an der Ostseite. Von diesem Gebäude wissen wir, dass es in der zweiten Bauphase durch die Wettiner errichtet wurde. Dieses Objekt wurde als Kornhaus bezeichnet und könnte auch der Beginn des Wassergrabens sein, da eine Sicherung gegenüber dem steil abfallenden Hang notwendig war. Da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kartoffeln gab, war das Korn neben dem Bier eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Beide genannten Gebäude der Eulenburger und der Wettiner sind zum Teil spekulative Gedankengänge die von der Nachwelt durch Grabungen ans Licht gebracht werden könnten.
Überblick über das Schlossgelände etwa um 1450

Schlossrundgang

Die Baumaßnahmen am Schloss waren 1403 im Wesentlichen abgeschlossen. Zwei äußere und ein inneres Tor waren die einzigen Zugänge in das Schlossareal. Der Haupteingang, der bis heute mit seinem Spitzbogen erhalten blieb, gilt als zentrales Element der Gotik.
Begleiten Sie mich nun auf einem fiktiven Rundgang durch das prachtvolle Wettiner Schloss:
Von der Marienkirche kommend überschreiten wir auf der heruntergelassenen Zugbrücke eine ca. 4 m tiefe Schlucht und gelangen in den äußeren Schlosshof. Der Torwächter beobachtet uns durch einen Fensterschlitz des Torhauses. Wir stehen vor dem mit Eisenblech beschlagenen schweren Holztor.
Das Torwächterhaus befindet sich rechts neben dem Tor und ist mit dem Mauergang verbunden. Die Torwächterwohnung besteht aus zwei Kammern und ist Tag und Nacht besetzt. Wir gehen durch den offenen Mauergang. Dieser ist mit Eichenbohlen belegt und umspannt die gesamte Schutzmauer. So konnte man im Schutz der massiven, rund 4,5 m hohen Mauer, in sicherer Deckung den Feind bekämpfen. Nun überqueren wir einen 4 m tiefen Wassergraben und gelangen zum inneren Tor, welches sich an der Grundstücksecke des heute nicht schön anzusehenden weißen Hauses befindet. Eine heruntergelassene Zugbrücke gibt uns den Blick in den Schlosshof frei. (Reste des Wassergrabens sind noch heute hinter dem roten Klinkerbau sichtbar.)
Haupteingang mit Blick zur Marienkirche (2019)
Die Türme sind nur über die zweiten Obergeschosse erreichbar. Jeweils von der dem Feind abgewandten Seite waren die Zugänge mit Anlege- bzw. Strickleitern besteigbar.
Die Folterkammer mit einer Größe von etwa 10m2ist an der Nordseite des Bergfrieds angebaut.
In der großen Küche zwischen dem Bergfried und dem Hinterhaus herrscht geschäftiges Treiben. Der Fußboden ist mit roten Ziegelsteinen gepflastert und die mit Lehmmörtel geputzten Wände sind weiß gestrichen. Von der Küche aus können wir in eine der beiden Speisekammern oder in eine Kammer für die Aufbewahrung des Geschirrs gelangen. Eine massive Holzdecke trennt den Küchenbereich vom darüber liegenden Kornboden. Von der Küche in östlicher Richtung führt eine weitere Tür in die Silberkammer, dem ersten Raum im Hinterschloss. Mittels einer kleinen Wendeltreppe an der Südwestseite der Silberkammer erreichen wir das nächste Stockwerk. Diese Wendeltreppe wird hauptsächlich bei Festlichkeiten vom Küchenpersonal benutzt.
Der Durchgang an der östlichen Wand (2019)
Von der Silberkammer gelangen wir in das Mittelgewölbe. Von hier führt eine Tür in einen Gang. Durch die erste massive Eichentür gelangt man wieder in den Hof. Die nächste Tür ist der Zugang zu einem Treppenhaus, welches das Hinterhaus mit dem Mittelhaus verbindet.
Dieses Treppenhaus ist wie eine Apsis angelegt und so könnten wir die nächsten Geschosse über die Wendeltreppe erreichen. Wir gehen jedoch geradeaus und gelangen in die Herzogenstube. Am Ostgiebel der Herzogenstube führt eine Tür in einen überdachten Gang zur Sommerlaube. (Dieser Durchgang zur Sommerlaube ist au...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vor langer Zeit…
  3. Die Sorben
  4. Die Wettiner
  5. Die Herren von Eulenburg
  6. Die Entwicklung der Burganlage
  7. Verkauf des Schlosses
  8. Zerstörung und Rückkauf des Schlosses
  9. Das neue Schloss
  10. Luther in Eilenburg
  11. Der weitere Ausbau des Eilenburger Schlosses
  12. Der Dreißigjährige Krieg
  13. Nach dem Krieg
  14. Die Heinzelmännchen
  15. Der Einsturz des Bergfrieds
  16. Eilenburg wird preußisch
  17. Der Brand des Amtshauses
  18. Anhang
  19. Impressum