Bewegungsabläufe auf der E-Gitarre verstehen
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Bewegungsabläufe auf der E-Gitarre verstehen

Virtuose Spieltechnik in detaillierten Beschreibungen und Übungen für linke Hand und rechte Hand - Hohes Tempo mit Leichtigkeit

  1. 80 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Bewegungsabläufe auf der E-Gitarre verstehen

Virtuose Spieltechnik in detaillierten Beschreibungen und Übungen für linke Hand und rechte Hand - Hohes Tempo mit Leichtigkeit

Über dieses Buch

Dieses Buch bietet in bislang einzigartiger Weise umfassende Einblicke in die Bewegungsabläufe der Finger, Hände und Arme beim Spielen auf der E-Gitarre in hohem Tempo.Schwerpunkte sind: Detaillierte Beschreibungen der Haltungen und Bewegungen für linke Hand (!) und rechte Hand zum effektiven, ergonomischen und schnellen Spiel von Tonleitern (Shredding), Arpeggien und komplexen Linien (Jazz, Fusion) mittels Alternate Picking, Crosspicking, Sweeping, Legatotechnik und Tapping. Dazu jeweils passende Übungen. Außerdem: Tipps zu verschiedenen Möglichkeiten des effektiven Übens. Es ergänzt bestehende Unterrichtswerke durch genauere, umfassendere Darstellungen der Spieltechniken.Zielgruppe: Ambitionierte Gitarrenspieler/-innen, die ihre Spieltechnik verbessern oder erweitern wollen.Dieses Buch ermöglicht ein tieferes Verständnis der Bewegungsabläufe beider Hände. Dabei wird auch auf folgende Fragen eingegangen: · Wie funktioniert 'lockeres' Spielen?· Wie meistere ich Skalen mit Fingerspreizungen, ohne mich zu verkrampfen?· Wie meistere ich das Timing beim Sweeping?· Wie meistere ich komplexe, schnelle Linien (Fusion, Jazz) mit linker Hand und rechter Hand?· Welche Haltung erlaubt mir, leichter und schneller zu spielen?

Häufig gestellte Fragen

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Information

Teil 1: Der 'blinde Fleck' der E-Gitarrenliteratur und -videos: Der linke Arm!

1. Was braucht meine Hand? Experimente

Es gibt einige 'Grundregeln' zur Haltung der LH2 die man im Hinterkopf behalten sollte, auch wenn wir im folgenden einige 'Experimente' durchführen werden:
  1. Linker Arm und Ellbogen sollten beweglich bleiben, um der jeweiligen Spielsituation dienen zu können, und nicht blockiert werden.
  2. Das Handgelenk der LH sollte stets gerade oder nur minimal gebeugt sein, niemals stark gebeugt. Unterarm und Handgelenk bilden (einigermaßen) eine Linie. (Im Spiegel kontrollieren, immer wieder...)
  3. Der Daumen muss frei beweglich bleiben, darf kaum Druck ausüben.
  4. Es wird immer möglichst nahe am Bundstäbchen gegriffen, da es hier am leichtesten geht.
Es reicht aber keineswegs, allgemeine 'Regeln' zu kennen, um erfolgreich Gitarre zu lernen, sondern die eigenen Hände sind es, die man kennenlernen muss!
Der berühmte Klavierpädagoge und Pianist Heinrich Neuhaus, aus dessen Klavierklasse zahlreiche Pianisten von Weltrang hervorgegangen sind, schreibt hierzu einleitend zu seinem Werk 'Die Kunst des Klavierspiels'3:
„Je besser ein Pianist die drei Komponenten Musik, sich selbst (den Interpreten) und das Klavier kennt, desto sicherer wird er ein Meister und kein Dilettant.“
In diesem Heft wird es im wesentlichen um die zweite Komponente und ein Stück weit um die dritte (hier: Gitarre) gehen. Jener Satz von Neuhaus wird von mir als ernst gemeinte Aufforderung verstanden, sich intensiv mit den eigenen Händen und allem, was noch als 'Interpret' körperlich und geistig am Gitarrenspiel beteiligt ist, vertraut zu machen (= zweite Komponente), bezogen auf die Möglichkeiten des Instruments (= dritte Komponente). Die musikalische Seite wird in diesem Heft bewusst außen vor gelassen.4
Bevor wir mit Übungen auf der Gitarre beginnen, widmen wir uns daher zunächst dem Kennenlernen der linken Hand. Denn ein ganz wesentlicher 'Trick' beim Gitarre spielen besteht darin, unsere physiologischen Gegebenheiten bewusst zu spüren und zu nutzen: Es kommt darauf an, dass wir von der Hand möglichst nur das verlangen, was sie tendenziell gut kann. Zu Spielsituationen, die darüber hinaus zu gehen scheinen, kommen wir später (Unterstützung durch den Arm).
Ziel ist in jedem Falle, auch wenn hier das Wort „Kraft“ benutzt wird, möglichst wenig hiervon zu verwenden, indem der Finger jeweils richtig positioniert wird.
Dabei ist klar, dass jeder Finger eine andere Länge hat, und die Hand insgesamt kein rechtwinkliges Gebilde ist, also ganz anders, als die Saiten und Bünde zueinander angeordnet sind. Dem ist nicht entgegenzuwirken durch Zwang, sondern vielmehr Rechnung zu tragen – die Hand mit ihrer komplexen Form ist gut, so wie sie ist.
Anstatt die Finger mit irgendwelchen Trainingsgeräten zwecks Kraftsteigerung zu quälen, von denen ich abrate, wollen wir nun ausprobieren, worin eigentlich die Stärke und Stabilität unserer Hand bereits liegt, bzw. wie sie zu nutzen ist. Alle, die am liebsten direkt am Griffbrett loslegen würden, bitte ich um Geduld und wohlwollende Aufmerksamkeit für die eigene linke Hand. Es lohnt sich!
Erstes Experiment: Stabilität der Hand
Zuerst halten wir den linken Arm vor uns in die Luft und lassen die linke Hand, der Schwerkraft folgend, locker hängen (Abb. 1). Dann behalten wir diese Handeinstellung bei, und stellen Hand mit den Fingerspitzen auf den Tisch. Die Form der Hand und der Finger stellt nun eine Art Gewölbe dar (Abb. 2). Wir klopfen zart mit allen Fingern und dem Daumen gleichzeitig auf den Tisch, und halten dafür eine leichte Spannung in den Fingern, sodass die Form der 'Kathedrale' in Gewölbebauweise erhalten bleibt, und spüren die Stabilität des Ganzen, die aber nicht in Muskelkraft, sondern in der 'Bauweise' gründet. Die Bewegung kommt ausschließlich aus dem Arm und dem Handgelenk (Abb. 2 und 3).
Abbildung 1
Abbildung 2
Abbildung 3
Zum Vergleich ein zweites Experiment, das eine ungünstige (!) Haltung verdeutlicht:
Wir legen zunächst eine Unterlage auf den Tisch, z. B. ein etwa daumendickes Buch oder die andere Hand. Dann legen wir die linke Hand mit der Handinnenseite nach unten darauf, sodass die Finger gerade so mit dem mittleren Gelenk über das Buch hinaus ragen. Das Fingergrundgelenk, das die Finger mit der Handfläche verbindet, liegt auf dem Buch und wird nicht bewegt. Wir klopfen nun mit Bewegungen der mittleren und äußeren Fingergelenke auf den Tisch. Dabei bleibt der Rest der Hand fixiert auf dem Buch (Abbildungen 4 und 5). Wie fühlt sich das im Vergleich mit dem ersten Experiment an? Wenn nun die ganze 'Klopfarbeit' von den letzten beiden Fingergelenken geleistet werden muss: Deutlich anstrengender, weniger 'stabil'.
Abb. 4 ungünstige Bewegung
Abb. 5 ungünstige Bewegung
Was lernen wir daraus für das Gitarrenspiel? Die Kraft sollte stets vom großen, starken Gelenk / Körperteil ausgehen. Je kleiner und schwächer, desto weniger sollte ein Bereich beansprucht werden. Der international erfolgreiche klassische Gitarrist Jens Wagner beschreibt diesen Zusammenhang in einem Aufsatz zur Haltungs- und Bewegungslehre für Gitarristen mit den prägnanten Worten: „Vom Großen zum Kleinen“5.
Zunächst für die Hand und Finger am Griffbrett lässt sich in diesem Sinne festhalten:
Die Hand möglichst immer wieder so in Position bringen, dass die Finger bogenförmig stabil und mühelos über ihr Grundgelenk greifend Kraft auf die Saiten übertragen können. Dabei wird allerdings aufgrund der Position der Hand am Griffbrett erforderlich, diese Bogenform gegenüber unserem Experiment noch etwas anzupassen, indem das Fingermittelgelenk stärker gebeugt wird (siehe unten), sodass Stabilität und Kraft 'umgeleitet' werden.
Drittes Experiment: Die Schwerkraft aus dem Arm
  1. Wir formen den Zeigefinger der linken Hand wie im Experiment bogenförmig, dann noch stärker gebeugt wie einen Haken (Abb. 6) und hängen diesen am Griffbrett an (Abb. 7), sodass er mit der Spitze im 5. Bund der g-Saite greift. Man versuche dabei, das Gewicht des Armes für den Druck auf die Saite zu nutzen, sodass die Muskeln des Fingers und des Arms weniger leisten müssen. Der Daumen befindet sich in seiner üblichen Position, übt aber keinen Druck aus. Eventuell hilft es im Rahmen dieses Experiments, die Gitarre ein wenig zu sich hin zu kippen, sodass der Finger etwas mehr 'von oben' und nicht nur seitlich an das Griffbrett gelangt.
    Abb. 6
    Abb. 7
  2. Jetzt probieren wir, diese Schwerkraft für einen Barrégriff zu nutzen:
    Wie viel können wir beim G-Dur-Barrégriff in der 3. Lage, anstatt nur mit den Fingern zu drücken, durch die Übertragung des Armgewichts auf den Barréfinger an Krafteinsatz einsparen?
  3. Wir spi...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Einführung
  3. Teil 1: Der 'blinde Fleck' der E-Gitarrenliteratur und -videos: Der linke Arm!
  4. Teil 2: Alternate Picking und Sweeping
  5. Teil 3: Hammer-on, Pull-off (Bindungen), Tapping
  6. Teil 4: Üben
  7. Anhang
  8. Literatur
  9. Impressum