Abhandlung über die Pest
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Abhandlung über die Pest

Mit hundertzwanzig Krankengeschichten

  1. 624 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Abhandlung über die Pest

Mit hundertzwanzig Krankengeschichten

Über dieses Buch

Mit seiner umfangreichen "Abhandlung über die Pest" legte Patrick Russell seinerzeit ein regelrechtes Opus Magnum über die Erkrankung vor. Neben einer ausführlichen Beschreibung der Pestsymptome und der verschiedenen Therapiemethoden legt der Autor ein besonderes Augenmerk auf die zu seiner Zeit erfolgten Vorsichts- und Quarantänemaßnahmen. Einzigartig unter allen erschienenen Büchern über die Pest dürften jedoch hundertzwanzig teils sehr detailliert beschriebene Krankengeschichten sein, die das Werk vervollkommnen.Weitere ausführliche Kapitel über die Geschichte der Pest und über die begleitenden klimatischen Verhältnisse eines exemplarischen Pestlaufes runden das Werk ab.

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Patrick Russell’s
der Arzneiwissenschaft Doktors und ehemaligen Arztes bei der englischen
Faktorei zu Aleppo,
Abhandlung
über
die Pest,
nebst einem
Anhange,
welcher
Krankengeschichten und meteorologische Beobachtungen
während der Pestzeit enthält.

Vorrede des Verfassers.

WENN das gegenwärtige Werk über die medizinische Geschichte der Pest einigermaßen neues Licht verbreitet, und wirksamere Mittel an die Hand gibt, der Einführung des Pestgiftes aus fremden Ländern vorzubeugen, oder die Verbreitung desselben, im Fall es eingeführt worden, zu verhindern, besonders aber diejenigen, welche Irrtümer verbessern und Mängeln abhelfen können, veranlaßt, einige Aufmerksamkeit auf die Sicherungsmaßnahmen zu verwenden, welche der gesetzgebenden Macht zu verschiedenen Zeiten vorgeschlagen, und von ihr zum Teil angenommen worden sind: so reut es mich nicht, beim Sammeln eines Teils der Materialien manche Gefahr ausgestanden, und auf die Ausarbeitung des Werks selbst viel Zeit verwandt zu haben.
Die Hoffnung, mich in diesen Erwartungen nicht ganz getäuscht zu sehen, hat mich bewogen, die Menge der über die Pest bereits geschriebenen Bücher mit einem neuen zu vermehren, und meine Gedanken über Quarantänen und andere Polizeimaßnahmen zur Pestzeit mitzuteilen, wo ungewöhnlich strenger Zwang unumgänglich notwendig wird, und die menschenfreundlichsten Handlungen der Obrigkeit das öffentliche Elend zu vermehren scheinen.
Ich bin weit entfernt, grundlose Furcht vor ungewissen Übeln erregen zu wollen, wodurch die öffentliche Ruhe mutwilliger Weise gestört werden würde. Es sind über 125 Jahre verflossen, seitdem England das letzte Mal von der Pest heimgesucht worden ist, und die Veränderung der Lebensart sowohl als die Verbesserungen der Straßen und Wohnhäuser, welche seit der Zeit fast allgemein geworden, kann man als Umstände betrachten, welche der Fortpflanzung ansteckender Krankheiten nichts weniger als günstig sind. Allein gibt man zu, daß die Pest England wieder heimsuchen kann, und daß man darauf bedacht sein muß, einem so fürchterlichen Übel auf das kräftigste vorzubeugen, so wird man schwerlich in Abrede sein, daß dahin abzweckende Maßregeln am besten in ruhigen Zeiten, da man Muße hat, über die Sache ungestört nachzudenken, ergriffen werden können.
Selten hat man in England dergleichen Zeitpunkte zu dieser Absicht benutzt. Gewöhnlich hat die Gesetzgebung diesen Gegenstand nur dann ihrer Aufmerksamkeit gewürdigt, wenn die Gefahr nahe zu sein schien, da es folglich, weil man sich ohne Verzug entschließen mußte, gewissermaßen unmöglich war, die Sache reiflich zu erwägen. Ich habe mir Mühe gegeben, diese Tatsache durch verschiedene Beispiele zu erläutern; wiewohl sie jedem, welcher den Gang der Quarantänegesetze von 1710 an untersucht, von selbst einleuchten muß.
Folgender Abriß des Planes, welchen ich auszuführen gesucht habe, kann den Leser mit dem Inhalte dieses Werkes vorläufig bekannt machen.
Das erste Buch enthält ein historisches Tagebuch über die Pest in Aleppo drei Jahre hintereinander. Voran geht eine kurze Nachricht vom Gange der Pest in Ägypten, Zypern und einigen syrischen Städten, ehe sie Aleppo erreichte. Das Verfahren in der Levante zur Pestzeit ist oftmals in England ganz falsch dargestellt worden; da es nun in Rücksicht der Quarantänen eine Sache von großer Wichtigkeit ist, genau zu wissen, wie dort Europäer so wohl als Einheimische während einer Pest zu handeln pflegen, so habe ich mich hierüber weitläufiger ausgelassen, als es mein verstorbener Bruder in seiner Naturgeschichte von Aleppo, da wo er von der vorletzten Pest in Aleppo spricht, für nötig fand.1
Im zweiten Buch findet sich eine aus meinen Erfahrungen und Beobachtungen hergeleitete medizinische Beschreibung der Seuche. In untergelegten Noten habe ich gelegentlich einige Bemerkungen über die von anderen gegebenen Beschreibungen der Pest und über die Kurmethoden einiger älterer Ärzte, besonders der Provenzalen von den Jahren 1720 und 1721, beigefügt.
Um meine Beschreibung der Pest zu erläutern, und den Erfolg meiner Heilart zu zeigen, teile ich im Anhange eine beträchtliche Anzahl Krankengeschichten mit, auf die ich im Werke selbst oftmals verweise. Die Schwierigkeiten, auf die man stößt, wenn man in der Levante zur Pestzeit Tagebücher regelmäßig halten will, und die Ursachen, warum so viele von diesen Krankengeschichten weit unvollständiger sind, als ich wünschte, habe ich an den gehörigen Stellen angegeben.
In den Krankengeschichten stelle ich die Sachen genau so dar, wie sie mir damals vorgekommen sind, und da ich keiner Hypothese folge, so fürchte ich um so weniger, in den Verdacht zu kommen, als ob ich dieselben, um sie einer Theorie anzupassen, oder mir aus meiner Heilart ein besonderes Verdienst zu machen, entstellt hätte.
Das zweite Buch schließt mit einem Kapitel über Wiederansteckung (Re-Infektion) und Rückfall in der Pest. Die Verwechslung zweier ganz verschiedener Dinge, der Wiederansteckung und des Rückfalls, hat nicht wenig dazu beigetragen, fast alle mir bekannt gewordene Schriftsteller, welche davon gehandelt haben, irrezuführen, und in keinem derselben habe ich die Menge der Beispiele von Wiederansteckung, welche ihnen in ihrer Praxis vorgekommen sind, angegeben gefunden. Da dies also eine Lücke in der Geschichte der Pest war, habe ich das Verhältnis der von mir unter einer großen Anzahl von Pestkranken bemerkten Beispiele bekannt gemacht, und einige praktische Erinnerungen über die Schwierigkeit, Rückfall von Wiederansteckung in gewissen Fällen zu unterscheiden, beigefügt.
Das dritte Buch handelt von der Ansteckung der Pest, das ist, von den in die Sinne fallenden Eigenschaften derselben, wiefern sie durch die Erfahrung außer Zweifel gesetzt zu sein scheinen. Was die verborgene Natur der ansteckenden Miasmen, die Art und Weise, wie sie auf den menschlichen Körper wirken, und andere verwandte theoretische Materien betrifft, so habe ich sie ganz mit Stillschweigen übergangen. Auch habe ich mich bei der Streitfrage, ob die Pest eine ansteckende Krankheit sei, kurz gefaßt, weil es mir ratsamer schien, auf einige von den Schriftstellern zu verweisen, welche die Frage, meines Erachtens, auf eine befriedigende Weise entschieden haben. Bevor ich indessen von den Quarantänen handelte, hielt ich es für nötig, auf die Gründe, welche D. Meads Gegner wider die ansteckende Natur der Pest 1720 vorgebracht haben, besondere Rücksicht zu nehmen. Da man viele dieser Gründe hauptsächlich vom Gange der letzten Pest in Marseille hat herleiten wollen, so habe ich, vermittelst einer genauen Prüfung der authentischen Nachrichten von dieser Pest, die ansteckende Natur der Seuche eben durch die Zeugnisse darzutun gesucht, welche von der Gegenpartei als Belege ihrer Behauptung angeführt worden sind.
Die Mühe, welche ich mir gegeben habe, eine Tatsache darzutun, welche jetzt von so wenigen bezweifelt wird, scheint vielleicht beim ersten Anblick ganz überflüssig. Allein so sehr auch neuere Ärzte davon überzeugt sein mögen, so ist doch zu bemerken, daß man diesem Faktum heftig widersprochen hat, so oft über die Quarantänen im Parlament debattiert worden ist. Es ist immer bei solchen Gelegenheiten eine Flut von Broschüren zum Vorschein gekommen, deren Verfasser, ohne etwas Neues zu lehren, längst widerlegte Behauptungen wieder aufwärmten.
Indem ich dem Gange der Pest in Marseille nachforschte, habe ich besondere Aufmerksamkeit auf die Abnahme derselben verwendet. Vergleicht man das Resultat dieser Untersuchung mit den in Ägypten, Syrien und Großbritannien angestellten Beobachtungen, so zeigt sich in der Abnahme der Pest unter übrigens sehr verschiedenen Umständen eine auffallende Übereinstimmung. Mit diesem Teile unsers Gegenstandes stehen die Reinigung angesteckter Häuser und andere Maßnahmen in der letzten Periode der Pestzeit in Verbindung.
Die Meinung, die ich angenommen habe, daß eine gewisse Konstitution der Luft sich zu der Einführung des Pestgiftes gesellen muß, wenn sich die Pest fortpflanzen soll, könnte wohl irrig sein. Allein daß die Pest zu gewissen Zeiten vermittelst des Verkehrs mit angesteckten, Orten eingeführt wird, zu anderen Zeiten aber derselbe Verkehr keine schlimmen Folgen hat, das sind, dünkt mich, ausgemachte Tatsachen, und von diesen weiß ich keine Rechenschaft zu geben, wenn ich nicht annehme, daß dabei eine Veränderung in der Beschaffenheit der atmosphärischen Luft mit im Spiele sei.
Im letzten Jahrhundert herrschte die Meinung, England sei einer periodischen Rückkehr der Pest unterworfen, und Sydenham wird (meines Erachtens jedoch zu Unrecht) beschuldigt, er habe behauptet, diese periodische Rückkehr müsse notwendig erfolgen. Seine Meinung war, die Pest erzeuge sich nie ursprünglich in England, und wenn das Pestgift aus anderen Ländern eingeführt worden wäre, so könne es sich nicht ausbreiten, wenn nicht zugleich eine gewisse der Fortpflanzung desselben günstige Konstitution der Luft eintrete. s.
Die oftmalige Wiederkunft der Pest in London in früheren Zeiten setzt die Rückkehr der Konstitution der Luft voraus, ohne welche, nach Sydenham, die Verbreitung des Pestgiftes nicht stattfinden kann. Um aber zu erklären, warum England einen so langen Zeitraum von der Pest verschont geblieben ist, obgleich der britische Handel in die Levante zugenommen hat, braucht man gar nicht anzunehmen, daß das Klima von England der Rückkehr jener pestilenzialischen Konstitution der Luft, welche sonst stattgefunden haben soll, nicht mehr unterworfen ist; die Sache ist vielmehr daraus zu erklären, daß bessere Maßregeln, als sonst, getroffen worden sind, und daß es, so oft das Pestgift eingeführt worden war, an der pestilenzialischen Konstitution der Luft gefehlt hat.
Das vierte Buch handelt von Quarantänen. In diesem habe ich die wichtigsten Einwendungen dagegen, welche sich auf die Voraussetzung gründen, daß die Pest durch Waren nicht eingeführt werden könne, vorgetragen und geprüft, und die falschen Vorstellungen, welche man sich vom Verfahren der Europäer in der Türkei zur Pestzeit macht, berichtigt. Um noch mehr darzutun, daß das Pestgift durch Kaufmannsgüter wirklich eingeführt werden kann, habe ich eine Nachricht von der Entstehung der Pest in Messina 1743 beigefügt.
Der verstorbene Jakob Porter hat sich in seinem Werke über die Gesetze, Religion usw. der Türken2, da wo er von Quarantänen spricht, verschiedene Irrtümer, besonders in Rücksicht Syriens, zu Schulden kommen lassen. Ich habe daher gezeigt, worin er falsch unterrichtet worden ist, und mit Aufmerksamkeit geprüft, was er von Quarantänen gesagt hat. Und weil er den in der Türkei beim Einschiffen der Güter für England nach Vorschrift der Levantischen Gesellschaft beobachteten Sicherungsregeln viel zutraut, habe ich der Verordnungen dieser Gesellschaft besonders gedacht, und das jetzige Verfahren in der Levante genau beschrieben.
Ich wende mich hierauf zu den Gesundheitspässen, von welchen ich zu zeigen gesucht habe, daß man sich auf sie, wie sie jetzt beschaffen sind, weit weniger, als man gewöhnlich denkt, verlassen kann. Ob die vorgeschlagenen Veränderungen derselben Beifall finden werden, weiß ich nicht; das aber, dünkt mich, ist ausgemacht, daß Änderungen unumgänglich notwendig sind.
Unter der Voraussetzung, daß das jetzt gewöhnliche Verfahren in der Türkei die Ausführung des Pestgiftes nur sehr unvollkommen verhindert, habe ich einige neue Einrichtungen vorgeschlagen; weil ich aber die vielen Hindernisse, welche sich der Ausführung solcher Einrichtungen in jenen Ländern entgegenstellen dürften, voraussah, habe ich ohne Zurückhaltung erklärt, daß, obgleich Vorsichtsregeln in der Türkei nic...

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