Der Harzwald - Ein Ökosystem stellt sich vor
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Der Harzwald - Ein Ökosystem stellt sich vor

Wald: Ein Lösungsbaustein für die Abschwächung des Klimawandels

  1. 164 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Der Harzwald - Ein Ökosystem stellt sich vor

Wald: Ein Lösungsbaustein für die Abschwächung des Klimawandels

Über dieses Buch

Der Wald ist wohl das Ökosystem auf unserem Planeten, das Klima, Wetter und Natur am stärksten beeinflusst. Daher sollten wir den Wald schätzen, achten und vor allem erhalten. Wir kommen in unserem Leben nicht ohne Holz aus, und das wird uns von den Waldbäumen geliefert. Dennoch sollten wir mit dem Holz und somit auch den Bäumen und dem Wald pfleglicher und nachhaltiger als bisher umgehen. Denn Wald ist nur im Gesamtkontext zu sehen: Wird ein Waldstück gerodet, so sterben nicht nur die Bäume: Auch das Leben vieler Pflanzen, Tiere und Pilze wird vernichtet. Viele der ökologischen Zusammenhänge im Wald sind uns nur ansatzweise bekannt. Wir können jedoch davon ausgehen, dass jedes einzelne Lebewesen in der Natur seine Daseinsberechtigung hat und zudem seinen ganz speziellen Zweck erfüllt, auch wen wir diesen noch nicht erkannt haben sollen. Meine Ausführungen in diesem Buch sollten dazu beitragen, den Wald als Ökosystem etwas besser zu verstehen und ihn mehr zu schätzen, wie wir es derzeit tun.Im Buch finden Sie 32 farbige und 6 schwarz-weiße Zeichnungen, 39 farbige und 10 schwarz-weiße Fotos, 3 Karten sowie 33 weitere Abbildungen zu den einzelnen Themen.

Häufig gestellte Fragen

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Information

1. Die Waldgeschichte des Harzes nach der letzten Kaltzeit

Nach dem Rückgang des Eises und einer Klimaerwärmung begann sich in der Harzregion sowie auch in anderen mittel- und nordeuropäischen Regionen langsam wieder eine Flora zu entwickeln. Diese hatte gute Entwicklungsvoraussetzungen, denn auch die Fauna war zunächst noch recht spärlich.
Zunächst entwickelte sich in der „Jüngeren-Tundra-Zeit“ eine baumlose Moos- und Gras-Tundra, die geprägt wurde durch eine Zwergstrauch-Vegetation aus Zwergbirken und Polarweiden. Zudem entstanden die Voraussetzungen für die Harzer Hochmoore.
Vor etwa 9.000 Jahren setzte die sogenannte Birken-Kiefern-Zeit ein. Diese zeichnete sich durch eine Baumvegetation aus Birken, Kiefern und Ulmen aus, so wie man sie heute noch im nördlichen Skandinavien vorfindet.
Der Harz und sein Vorland in der vorletzten Eiszeit (Saale). Von Norden brandeten wieder die nord. Eismassen bis an den nördlichen Harzrand. Der Ostharz blieb diesesmal aber eisfrei. Im Harz hatte sich wieder ein kleiner Eigengletscher gebildet. Auch in dieser Eiszeit waren der unvergtetscherte Harz und sein südliches Vorland nahezu vegetationsfrei, von Dr. Ludger Feldmann
Die Birken bilden geflügelte Nussfrüchte, die dann vom Wind sowie im Fell von Tieren Verbreitung finden. Die Weiden entwickeln Kapselfrüchte, die ebenfalls vom Wind sowie von Tieren verbreitet werden und sich dann, als sogenannte Streufrüchte, öffnen und ihre Samen freigeben. Auch die Samen der Kiefern haben häutige Flügel und werden durch den Wind sowie das Fell von Tieren in die Ferne getragen.
Tausend Jahre später, eine weitere Klimaerwärmung hatte inzwischen eingesetzt, begann die Hasel-Zeit die Region zu prägen. Begünstigt durch eine Erwärmung breiteten sich auch in höheren Gebieten Haseln und Ulmen sowie Eichen und Linden aus.
Die Samen von Hasel und Eiche sind Nussfrüchte. Sie können daher nicht vom Wind verbreitet werden, sondern ausschließlich durch mechanisches Rollen auf dem Boden oder durch Aktivitäten von Tieren (z. B. legen sich Eichhörnchen gern Wintervorräte in der Umgebung ihres Nestes an, die sie dann vergessen oder nicht benötigen). Nussfrüchte haben daher einen sehr geringen und langsamen Verbreitungskreis, was sie nicht als Pionierpflanzen prädestiniert.
Langsam entwickelte sich der Laubwald weiter, was durch eine weitere Temperaturzunahme gefördert wurde. Vor etwa 6.000 bis 7.000 Jahren setzte die Eichenmischwald-Zeit ein, die geprägt war von Laubbäumen wie Eichen, Ulmen, Erlen und Haseln.
Vor 5.000 Jahren nahm eine erneute langsame Klimaabkühlung ihren Anfang. Wir sehen, das Klima hat sich schon immer in die eine oder andere Richtung verändert: Einer Erwärmung folgte eine Abkühlung und umgekehrt. Es setzte die sogenannte Eichenmischwald-(Fichten-)Zeit ein und unser Wald war geprägt von Eichen, Fichten, Ulmen, Erlen und Haseln. Ein erster Nadelbaum hatte sich also erneut im Wald ausgebreitet.
Es folgte ein weiterer Temperaturrückgang, der die Ausbreitung der Fichten zusätzlich beförderte. Die sogenannte Eichenmischwald-Fichten-Zeit nahm ihren Anfang und die Fichte entwickelte sich vor den Eichen, Erlen und Linden zur dominierenden Baumart.
Dann, vor etwa 3.000 Jahren, hatte die Fichte die Vorherrschaft übernommen. Die Wissenschaft spricht von der Fichten-Eichenmischwald-Buchen-Zeit. Durch zunehmend feuchter werdendes Klima beginnt die Buche, den Eichenmischwald zu verdrängen. Zu jener Zeit bot der Harzwald ein mit heute vergleichbares Bild, jedoch war dieses auf natürlichem Wege entstanden.
Etwa tausend Jahre später nahm die Buchen-Zeit ihren Anfang. Das feuchte Klima hatte weiter zugenommen und den Buchen ideale Verbreitungsbedingungen geschaffen. Die Buchen begannen zu dominieren und zudem setzte die weitflächige Hochmoorbildung ein.
Die Waldgeschichte des Harzes in den letzten 11 000 Jahren
Siedlungszeit
- 1 000
Jahre
vor
heute
Die Entwicklung der Vegetation im Harz in historischer Zeit ist in hohem Maße von menschlichen Eingriffen geprägt. Waldrohdung, Bergbau, Besiedlung, forst- und landwirtschaftliche Nutzung bestimmen das Landschaftsbild.
Buchen-Zeit
- 2 000 Durch weiter zunehmende Feuchtigkeit dominieren nun die Buchen. Zu
dieser Zeit begann die weitflächige Hochmoorbildung.
(Fichten – Eichenmischwald) – Buchen-Zeit
- 3 000 Durch zunehmende Feuchtigkeit wird der Eichenmischwald durch Buchen verdrängt. Vor etwa 3 000 Jahren bot der Harz ein mit heute vergleichbares Bild.
- 4 000 Eichenmischwald – Fichten-Zeit Vor etwa 5 000 Jahren führte ein allmählicher Temperaturrückgang zur Ausbreitung von Fichten neben Eichen, Erlen und Linden.
- 5 000 Eichenmischwald – (Fichten)-Zeit Eine langsame Abkühlung bestimmt in dieser Zeit das Waldbild aus Eichen, Fichten, Ulmen, Erlen und Haseln.
- 6 000 Eichenmischwald-Zeit
Jahre vor...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. 1. Die Waldgeschichte des Harzes nach der letzten Kaltzeit
  4. 2. Der Beginn des Untergangs des Harzer Urwalds
  5. 3. Waldschäden durch Reparationsleistungen
  6. 4. Waldschäden durch ein falsches Forstwirtschaftsverständnis
  7. 5. Was den Wald von der Feldflur unterscheidet
  8. 6. Wie alt können Bäume werden?
  9. 7. CO2, der Wald und die zahlreichen Missverständnisse und Fehlinformationen
  10. 8. Wald – der beste CO2 Speicher, der denkbar ist
  11. 9. Symbiose – ungleiche Partner gehen eine Lebensgemeinschaft ein
  12. 10. Die Kommunikation im Wald und die Abwehrsysteme der Bäume
  13. 11. Mastjahre und was dahintersteckt
  14. 12. Wie ein gesunder Baum aussehen sollte
  15. 13. Wasser, das Lebenselixier
  16. 14. Unsere heimischen Bäume
  17. 15. Die Gliederfüßer des Waldes
  18. 16. Weitere Insekten, die als Kerfe des Waldes bekannt sind
  19. 17. Bodenbakterien
  20. 18. Von Pilzen und Bäumen
  21. 19. Weitere Pilzbesonderheiten
  22. 20. Die Säugetiere im Harz
  23. 21. Die Vögel im Harz
  24. 22. Reptilien und Amphibien im Harz
  25. 23. Auch im Wald findet Einwanderung statt
  26. 24. Von Wetter und Klima
  27. 25. Holz – ein Wirtschaftsfaktor
  28. 26. Naturhistorische Ereignisse
  29. Literaturverzeichnis
  30. Bildnachweis
  31. Weitere Informationen
  32. Impressum