Das gemeinsame Singen in einem Raum wurde im Jahr 2020 zu einem Risikofaktor und damit kaum noch möglich. Das gemeinsame Singen ist aber weiterhin möglich in virtuellen Räumen im Internet. Wie Vokal-Ensembles und kleine Chöre dies bewerkstelligen können, wird in 14 Kapiteln detailliert und praxisnah beschrieben und erläutert. Der Auter hat das wochenlang zusammen mit einem Vokal-Ensemble erprobt und getestet und seine Resultate hier zusammengafaßt.

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Gemeinsam Singen im Netz
Eine Anleitung für Vokal-Gruppen und kleine Chöre
- 37 Seiten
- German
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- Über iOS und Android verfügbar
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Über dieses Buch
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Information
Thema
Musik1 Neue Bedingungen
Im Jahr 2020 sind infolge der Risiken durch Covid-19 die
Bedingungen für gemeinsames Singen und andere Arten des
Musizierens radikal geändert. Ein zuvor erfreuliches und
lustvolles Zusammensein ist zum Risikofaktor geworden.
Schauen wir und ganz kurz die einzelnen Infektions-Risiken und
ihre Auswirkungen aufs gemeinsame Singen oder Musizieren an:
• Das Risiko der Infektion durch Kontakt läßt
sich vermeiden, indem man auf direkten Körperkontakt
verzichtet. Das schließt zwar Begrüßungs- und
Abschieds-Rituale vom Händedruck bis zur Umarmung aus, jedoch
nicht gemeinsames Singen. Auch eine indirekte Kontakt-Infektion
läßt sich mit einfachen Hygiene-Maßnahmen verhindern.
• Das Risiko durch Tröpfchen-Emisssion beim
Niesen, Husten, feuchter Aussprache und eben Singen ist auf
einen kleinen Radius um die jeweilige Person herum begrenzt, da
diese Tröpfchen wie Miniatur-Kanonenkugeln 'ballistisch'
fliegen, zusätzlich von der Luft abgebremst werden, und infolge
der Erdanziehung zu Boden sinken, wo sie keinen Schaden mehr
anrichten können. Höchstwahrscheinlich ist dieses Risiko
bereits bei einem 'Sicherheitsabstand' von einem Meter seitlich
und in Sing-Richtung etwas mehr vernachlässigbar gering. Auch
dies ist also kein Grund gegen gemeinsames Singen mit etwas
Vorsicht.
• Einzig das von jedem Menschen ständig mit der
Luft ausgeatmete Aerosol, feinste Tröpfchen, die bei
infizierten Personen Viren enthalten können, ist wirklich
problematisch. Denn diese Partikel mit Durchmessern im Bereich
weniger Mikro-Meter sind mit weniger als einem Nano-Gramm so
leicht, daß sie von jeder kleinsten Luftbewegung mitgeführt
werden, sich ähnlich wie Zigaretten-Rauch in kurzer Zeit im
gesamten Raum verteilen und sich mit der Zeit anreichern,
soweit sie nicht durch gutes Lüften weggespült werden. Falls sich
eine infizierte Person im Raum befindet, kann also die gesamte
Raumluft mehr oder weniger infektiös werden. Dieses Risiko läßt
sich nicht durch Kontakt- und Abstands-Regeln ausschließen,
sondern nur durch dreierlei Empfehlungen verringern.
1. Ungelüftete Räume sind sehr riskant. Das Risiko wird
umso kleiner, je besser gelüftet wird.
2. Das Risiko steigt mit der zeitlichen Dauer des
gemeinsamen Aufenthalts im Raum an.
3. Bei großen Räumen erfolgt dieser Risiko-Anstieg
langsamer als in kleinen Räumen. Gemeinsames Singen in einem
ungelüfteten Wohnzimmer ist daher überhaupt nicht zu empfehlen.
Leider fehlte zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Textes
verläßliche und vor allem quantitative Information, unter
welchen Umständen dieses Risiko vernachlässigbar klein wird.
Deshalb kann dieses Risiko vorerst nur beim gemeinsamen
Aufenthalt im freien Außenraum (mit 'Sicherheitsabstand') so
gut wie ausgeschlossen werden.
Solange keine bessere Information verfügbar ist, als bislang,
kann die eindeutige Empfehlung also nur lauten: Wenn
gemeinsames Singen, dann draußen und mit Vorsicht.
2 Singen drinnen und draußen
Um eine 'herkömmliche' Proben-Situation zu rekonstruieren, stellen
wir in Gedanken einen 20-köpfigen Chor im Kreis von 8 m
Durchmesser in seinen Proberaum. Wenn der Proberaum akustisch
gut für diesen Zweck geeignet ist, können die Chor-Mitglieder
einander in dieser Formation gegenseitig gut hören.

Nun begibt sich unser Chor nach draußen auf eine große Wiese und
stellt sich dort in der gleichen Kreis-Formation von 8 m
Durchmesser auf.

Die Chor-Mitglieder werden schnell merken, daß nun die anderen -
mit Ausnahme der direkten Nachbarn im Kreis - viel leiser zu
hören sind als im Proberaum. Es fehlen die umschließenden
Flächen wie die Wände und die Decke, die einen großen Teil des
auftreffenden Schalls zurück in den Raum reflektieren. Der
Schall erreicht im Raum die hörenden Ohren nicht nur auf direktem,
sondern auch auf einer Vielzahl weiterer Wege, was zu einer höheren
resultierenden Lautstärke führt.
Im Freien fallen alle an Wänden und Decke reflektierten
Schallwege weg. Lediglich die Reflektion am Boden bleibt.

Da im Jahr 2020 bei Zusammenkünften größere Abstände geboten sind,
muß der Kreis erweitert werden. Mit den größeren Abständen wird
das 'einander-nicht-hören'-Problem verschärft und eine Probe ist in
dieser Konstellation praktisch unmöglich geworden. Es wird
allenfalls eine Sing-Runde, die infolge geringen gegenseitigen
Hör-Kontakts zu 'zerfallen' droht.
Im freien Außenraum kommen noch die Einflüsse des Wetters und
eventuell störende Schallquellen hinzu. Insgesamt werden beim
Versuch im Freien zu singen schnell die Vorzüge von Innenräumen
deutlich.
Unter insgesamt günstigen Bedingungen ist das gemeinsame Singen
draußen in kleinen Gruppen möglich, aber durch die jeweiligen
äußeren Umstände wie Wetter und Lärmquellen stark eingeschränkt.
Für größere Gruppen wie Chöre ist das gegenseitige Hören im
Freien bereits bei enger Aufstellung nicht einfach, bei weiter
Aufstellung äußerst schlecht.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Neue Bedingungen
- 2 Singen drinnen und draußen
- 3 Singen übers Netz
- 4 Latenzen
- 5 Audio und Video
- 6 Übertragungswege und Laufzeiten
- 7 Die Komponenten eines Übertragungswegs
- 8 Geräte-Auswahl
- 9 Software
- 10 Start einer Internet-Session
- 11 Mono und Stereo
- 12 Räumliche Anordnung
- 13 Ein luxuriöser Netz-Raum
- 14 Ein Netzwerk auf der Wiese
- Anhang
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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