Lebendiger Glaube
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Lebendiger Glaube

gelebt von Manfred Kerner, einem bekennenden neuapostolischen Christen

  1. 52 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Lebendiger Glaube

gelebt von Manfred Kerner, einem bekennenden neuapostolischen Christen

Über dieses Buch

Das vorliegende Bändchen zum Lebendigen Glauben ist im Rahmen meines Lehrforschungsseminars im Institut für Religionswissenschaft / Religionspädagogik der Universität Bremen entstanden. Studierende lernen hier religionsbezogen wie auch, wie das Bändchen in sehr gelungener Weise zeigt, religiöse Daten und Mitteilungen religionswissenschaftlich aufzubereiten und darzulegen. Dabei geht es nicht darum, den wissenschaftlichen Außenblick als kritischen im Sinne einer Religions-kritik walten zu lassen, sondern eine konzentrierte und klare Betrachtung der wesentlichen Merkmale, hier des religiösen Lebens und Erlebens eines Mitgliedes einer Religionsgemeinschaft, zu analysieren und zu dokumentieren.Vor dem Hintergrund einer zunehmend pluralen Gesellschaft christlichen Ausdrucks in unserer Gesellschaft wird die Beachtung und Kenntnis konkret gelebter Religion immer wichtiger neben den Kenntnissen zu dogmatischen Inhalten unterschiedlicher christlicher wie insgesamt religiöser Strömungen. Denn der gelebte Glaube, die gelebte Religion ist es, mit der man es bei Fragen von Integration, Toleranz und Miteinander zu tun hat. Verkennt man deren Dimension und bleibt allein im Dogmatischen verhaftet, so hilft dies, so wenig wie meist im Leben, auch in der Wissenschaft nicht weiter.Insofern leistet die vorliegende Studie von Holger Hespen viel, auch über die wissenschaftliche Brauchbarkeit hinaus. Sie trägt zum gegenseitigen Verständnis bei und hilft grundsätzlich, die Dimension gelebten Glaubens nicht zu vergessen.Herausgeber: Hans-Jürgen Sträter, Adlerstein Verlag

Häufig gestellte Fragen

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Information

1. Einleitung

Die Neuapostolische Kirche ist in Deutschland die drittgrößte christliche Religionsgemeinschaft. Sie hat rund 380.000 Mitglieder, die in etwa 2.600 Gemeinden organisiert sind.1Vielerorts findet man Kirchen der NAK.
Trotz dieser großen Präsenz der Glaubensgemeinschaft scheint diese aber für viele Menschen weitgehend unbekannt zu sein. Man kennt vielleicht den ein oder anderen neuapostolischen Christen, aber was es mit dem Glauben genau auf sich hat, das wissen nur die wenigsten. Dies hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die Kirche lange Zeit bemüht war, sich von der Öffentlichkeit abzuschotten.
Dies hat sich vor allem seit den 1990er Jahren verändert. Mittlerweile bedarf es keiner besonders intensiven Recherche mehr, um herauszufinden, in welchen Punkten sich die Lehre der Neuapostolischen Kirche von den anderen christlichen Gemeinschaften unterscheidet.
Allerdings geben abstrakte Begriffe wie Versiegelung, Apostelamt oder Entschlafenenwesen nur wenig Auskunft darüber, wie sich das Leben eines neuapostolischen Christen konkret gestaltet.
Wie lebt ein Mitglied der NAK seine Religiösität aus, wie erlebt er seinen Glauben? Welche Auswirkungen haben die Glaubenslehren der NAK auf das Handeln der Gläubigen? Und wie wirkt sich der Glaube der NAK auf den Umgang mit anderen (nichtneuapostolischen) Menschen aus? Diese Fragen widmet sich die vorliegende Arbeit im Rahmen einer Einzelfallanalyse narrativer Interviews.
Bei dem Befragten handelt es sich um Manfred Kerner2, einen Anfang Fünfzigjährigen ehrenamtlichen Priester der NAK, der bereits seinem sechsten Lebensjahr der Gemeinschaft angehört.
Sein Glaubensleben soll in diesem Rahmen exemplarisch untersucht werden.
Im ersten Teil der Arbeit sollen kurz Geschichte, Struktur und Glaubenslehre der NAK dargestellt werden, um die Rahmenbedingungen von Manfred Kerners Glauben klarzumachen. Anschließend werden Methodik der Arbeit vorgestellt. Es folgt die Analyse des Interviews. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung des für Kerner so bedeutsamen lebendigen Glaubens. Dieser manifestiert sich für ihn vor allem in der neuapostolischen Predigt und in sog. „Glaubenserlebnissen“.
In einem zweiten Teil der Interviewanalyse wird Kerners Umgang mit Mitgliedern anderer christlichen Gemeinschaften untersucht, der aus seiner Sicht ebenfalls zu einem lebendigen Glauben dazu gehört. Zunächst geht es hierbei um ökumenische Bestrebungen, dann folgt ein Abschnitt zur neuapostolischen Öffentlichkeitsarbeit und Mission.
Die Literatur zur neuapostolischen Kirche ist recht überschaubar. Die meisten Monographien sind entweder aus einer theologischapologetischen Perspektive verfasst oder fallen unter die Rubrik „Aussteigerliteratur“.
Zur Geschichte der NAK ist das Buch „Apostel und Propheten der Neuzeit“ von Helmut Obst zu empfehlen.3
An aktueller religionswissenschaftlicher Literatur hervorzuheben ist die Veröffentlichung Katja Ratkows4, die sich schwerpunktmäßig mit neueren Entwicklungen in der NAK auseinandersetzt.

1 Vgl. www.nak.de, Stand 20.09.07
2 Der Name des Interviewpartners wurde anonymisiert.
3 Helmut Obst, Apostel und Propheten der Neuzeit. Gründer christlicher Religionsgemeinschaften des 19. Jahrhunderts, 4., erweiterte Auflage, Göttingen 2000.
4 Katja Rakow, Neuere Entwicklungen in der Neuapostolischen Kirche. Eine Dokumentation des Öffnungsprozesses, Berlin 2004

2. Die Neuapostolische Kirche

Bevor näher auf Manfred Kerners und seinen persönlichen Glauben eingegangen wird, sollen im Folgenden zusammenfassend Geschichte, Struktur und wesentliche Glaubenslehren der Neuapostolischen Kirche dargestellt werden.5 Schließlich bildet die Kirche die Rahmenbedingungen, in denen sich Kerners Glauben abspielt.
Die Ursprünge der Neuapostolischen Kirche liegen in den katholischapostolischen Gemeinden, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts in England konstituierten. Ab 1826 trafen sich auf dem englischen Landsitz Albury regelmäßig Christen verschiedener Konfessionen, die Kritik an den etablierten Kirchen übten und an ein unmittelbar bevorstehendes Weltende glaubten, das mit der Wiederkunft Christi verknüpft war. Im Rahmen dieser Versammlungen wurden durch Weissagung zwölf Apostel berufen.
In Deutschland aber, wo sich auch katholisch-apostolische Gemeinden gebildet hatten, nahm der Prophet der Berliner Gemeinde, Heinrich Geyer, weitere Apostelberufungen vor.
Deswegen wurde er im Jahr 1863 aus der katholisch-apostolischen Bewegung ausgeschlossen. Dieses Jahr wird in der neuapostolischen Geschichtsschreibung als der eigentliche Beginn der NAK verstanden.
Unter Geyer und seinen neu berufenen Aposteln entstanden in Hamburg und Umgebung die „Allgemeine Christliche Apostolische Mission“ (ACAM) und in Holland die „Apostolische Zending“.
Als es nach dem Tod eines Apostels zu Nachfolgestreitigkeiten kam, trennten sich die „apostolischen Gemeinden“6 unter der Leitung des Apostels Friedrich Wilhelm Schwarz von der ACAM.
Aus diesen Gemeinden entwickelten entwickelte sich die Neuapostolische Kirche.
Bedeutsamste Figur der neuen Bewegung war der junge Apostel Friedrich Krebs. Er sorgte dafür, dass die Lehre stärker vereinheitlicht wurde und die zuvor locker verbundenen Apostelbezirke zentralistisch organisiert wurden. Außerdem führte er das Amt des Stammapostels ein, das nun über den anderen Aposteln stand.
Krebs übernahm dieses Amt selber und veränderte seine Bedeutung. Die Apostel, die nur noch vom Stammapostel berufen werden konnten, wurden nun neben der Bibel zu einem weiteren Offenbarungsträger. Wegen all dieser Veränderungen wird von manchen Autoren auch Krebs als der eigentliche Begründer und Organisator der neuapostolischen Gemeinschaft angesehen.7
Sein Nachfolger ab 1905 als Stammapostel war Hermann Niehaus, der die Macht seines Amtes noch weiter vergrößerte. Als Mittler zwischen Gott und der Gemeinde wurde das Amt des Stammapostels unter ihm zu einer Position, die letztlich außerhalb jeglicher Kritikmöglichkeit liegt. Ab 1930 übernahm Johann Gottfried Bischoff das Stammapostelamt. Er führte die NAK auch zur Zeit des NS-Regimes.8
In den 1950er Jahren verkündete er, dass die Wiederkunft Jesu noch zu seinen Lebzeiten stattfinden würde. Nach seinem Tod wurde das Ausbleiben der Endzeit durch einen veränderten Ratschluss Gottes erklärt.9
1975 wurde unter Stammapostel Ernst Streckeisen der Sitz der NAK nach Zürich verlagert. Von 1988 bis 2005 übernahm Richard Fehr das Amt des Stammapos...

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweise
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorwort
  4. 1. Einleitung
  5. 2. Die Neuapostolische Kirche
  6. 3. Methodik
  7. 4. Die Interviews
  8. 5. Ergebnis
  9. Literaturverzeichnis/Websites
  10. Nachwort
  11. Zum Verfasser
  12. Weitere Informationen
  13. Impressum