Handbuch der Multifamilientherapie
eBook - ePub

Handbuch der Multifamilientherapie

  1. 448 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Handbuch der Multifamilientherapie

Über dieses Buch

"Es ist eine allgemeine Erkenntnis, dass Menschen in Konfliktsituationen für das eigene Problem meist eine eingeengte Sichtweise haben, aber eine hohe Sensibilität für ähnliche Probleme anderer." Diese Einsicht stand am Anfang der Multifamilientherapie (MFT), die in den USA und Großbritannien entstanden ist und zuletzt im deutschsprachigen Raum ganz neue Anwendungsbereiche erobert hat, so etwa in der Schul-, der Kinder- und Jugendsozialarbeit.Eia Asen und Michael Scholz, Pioniere der MFT, haben mit ihrem "Handbuch der Multifamilientherapie" eine seit Langem überfällige Ergänzung zu ihrem Grundlagenwerk "Praxis der Multifamilientherapie" vorgelegt. Gemeinsam bilden beide den State of the Art der modernen Multifamilientherapie ab und spiegeln zugleich den aktuellen Forschungsstand wider.Das neue "Handbuch" versammelt Fachbeiträge der renommiertesten Vertreter der MFT. Damit ist das Wissen über multidimensionale Therapieansätze in einer bisher unerreichten Dichte von inhalts- und prozessorientierten Darstellungen, Übungen und Reflexionen erstmals in einem Werk verfügbar. Es bietet eine Vielzahl von Methoden und Techniken, schulenübergreifend, hoch anschlussfähig an verschiedene Therapiefelder und mit teilweise überraschenden Kombinationsangeboten.

Häufig gestellte Fragen

Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst.
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Weitere Informationen hier.
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
  • Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
  • Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Beide Abopläne sind mit monatlichen, halbjährlichen oder jährlichen Abrechnungszyklen verfügbar.
Wir sind ein Online-Abodienst für Lehrbücher, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 1.000 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Weitere Informationen hier.
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Weitere Informationen hier.
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Ja, du hast Zugang zu Handbuch der Multifamilientherapie von Eia Asen,Michael Scholz im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten Büchern aus Psychologie & Angewandte Psychologie. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.

Information

1 Allgemeiner Teil

Einführende Bemerkungen

In diesem Teil des Buches werden die Entwicklung der Multifamilientherapie (MFT) wie auch prinzipielle Techniken und Haltungen der MFT-Fachkräfte dargestellt, die für die praktische Umsetzung dieses Behandlungskonzepts erforderlich sind. Das vorgestellte Londoner »Marlborough-Modells« hat wenig Platz für formale Psychoedukation, wohlgemeinte Belehrungen und Ratschläge von Profis. Stattdessen soll Familien geholfen werden, selbst Lösungen für ihre Beziehungsproblematiken zu finden und auszuprobieren – unter Einbeziehung der gesamten Gruppe.
In Kapitel 1.1 wird die Entwicklung des Marlborough-Modells der MFT mit Kindern und ihren Familien dargestellt. Dabei werden die verschiedenen Quellen beschrieben, aus denen diese Arbeit vor nun fast 4 Jahrzehnten in London entsprang. Sie liegen vor allem in der Antipsychiatrie, der psychodynamischen Gruppentherapie und der systemischen Einzelfamilientherapie. Wie diese Quellen sich zu einem Strom entwickelten, der jetzt durch viele Länder und Kontinente fließt, wird detailliert dargestellt.
Wie Kapitel 1.2 verdeutlicht, beinhaltet Multifamilientherapie einen massiven Paradigmenwechsel in der Therapeutenrolle weg von der traditionellen therapeutischen Helferposition und hin zu der Haltung, Familien nicht zu entmündigen, sondern dazu zu befähigen, anderen und sich selbst zu helfen. Bei Familien mit minderjährigen Kindern bedeutet das eine spezifische und oft nicht leichte Übergabe der Verantwortung: Nicht die Helfer haben während der MFT Verantwortung für die Kinder und ihr Wohlbefinden, sondern die Eltern. Rituale können das sichtbar und erlebbar machen.
Eine der Basistechniken bei der Multifamilienarbeit ist das Fünfschrittemodell, auf das Kapitel 1.3 eingeht. Es hilft MFT-Fachkräften, Ratschläge strikt zu vermeiden und den Familien zu helfen, selbstständig eigene Lösungen zu finden. Die beschriebenen drei zusätzlichen Schritte dienen dazu, die erbrachten Leistungen der Familienmitglieder angemessen zu würdigen, die Reflexion der Betroffenen anzuregen und zum Transfer in Alltagssituationen zu befähigen (Kapitel 1.3.1).
Eine andere Basistechnik, ja vielleicht sogar eine Grundhaltung, ist das sog. Mentalisieren, das im letzten Jahrzehnt zunehmend an Popularität und Relevanz für verschiedene Psychotherapien gewonnen hat (Kapitel 1.4). Ein Hauptziel der mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) besteht darin, intrafamiliäre Bindungen zu stärken. Der Gruppenkontext hilft dabei, das auch im Austausch mit anderen Familien zu üben, was oft leichter fällt als mit den eigenen Familienmitgliedern. In Abschn. 1.4.12 und 1.4.13 wird auf die Besonderheiten des Mentalisierens in einem Gruppensetting eingegangen, in dem sowohl Eltern als auch Kinder unterschiedlicher Altersgruppen zu berücksichtigen sind.

1.1 Entwicklung der Multifamilientherapie

Eia Asen

1.1.1 Die Reise zum Marlborough-Modell

Dieses Kapitel hat nicht den Anspruch, die MFT-Entwicklung seit den 1940er Jahren umfassend zu beschreiben, dies ist anderswo besser nachzulesen (Cook-Darzens 2007, Asen u. Scholz 2012). Es beschränkt sich bewusst auf die entscheidenden Einflüsse der Multifamilienarbeit mit Kindern und Jugendlichen und deren Familien. Dieser Ansatz wurde bekannt als Marlborough-Modell (Asen et al. 2001) – er entstand Anfang der 1980er Jahre in London und hat von dort aus langsam und allmählich verschiedene Länder des europäischen Kontinents, einschließlich Deutschland, »erobert«. Das war keineswegs ein Kreuzzug oder gar eine bequeme Reise. Hier soll aufgezeigt werden, wie das alles über viele Jahre an Momentum gewann.
Es ist schwer zu sagen, wann genau diese Reise begann. Es war jedenfalls irgendwann Mitte der 1970er Jahre in London, wo damals die »Antipsychiatrie« (Cooper 1971) voll im Schwung war und sogar im britischen nationalen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) kleine Nischen fand. R. D. Laing (1994), bei dem ich ein Jahr lang (1976) in Supervision war, wie auch seine Mitstreiter und Kollegen David Cooper und Aaron Esterson (Laing a. Cooper 1964), waren damals unsere Helden. Erving Goffmans Kritik der »Asyle« (Goffman 1993) und Thomas Szaszs Attacke auf das medizinische Modell sowie seine totalen Zweifel an der Existenz von »Geisteskrankheiten« (Szasz 1974, dt. 2013) waren weitere wichtige Einflüsse. Sie überzeugten uns damals, dass es für psychiatrische Diagnosen keine objektiven klinischen Kriterien gab und gibt und dass psychische »Krankheiten« verstehbare Versuche sind, unter unerträglichen Familienbedingungen und kapitalistischen Ausbeutungsverhältnissen zu überleben. Psychiater und Psychotherapeuten konnten so nur »Techniker der Repression und Wiederanpassung« sein. Psychiatrische Patienten wurden als »Opfer« des Systems gesehen und vielleicht sogar als die eigentlichen »Normalen« in unserer Gesellschaft (Basaglia 1973), sie waren die »identifizierten« Symptomträger eines korrupten Sozialsystems. Was diese »Antipsychiater«, aus heutiger Sicht, verband, war ihre Kritik an der Medizinalisierung von abweichendem Verhalten: »Störendem« Verhalten wurden innerpsychische Gründe zugesprochen, angeblich diagnostizierbar, obschon sie doch oft »eigentlich« soziale oder politische Probleme darstellten. Franco Basaglias radikale Ideen und therapeutische Praktiken, in Nordostitalien entwickelt, schienen sehr einleuchtend, doch schwer übertragbar zu sein. So sahen wir uns nach implementierbaren therapeutischen Modellen um, die unserem sozialpolitischen Verständnis nahelagen und dennoch im National Health Service akzeptabel sein konnten. Dabei stießen wir auf das Modell der »therapeutischen Gemeinschaft«, man könnte es auch als »Multipatiententherapie« bezeichnen, das stark von Prinzipien der klassischen Gruppentherapie beeinflusst war (Foulkes 1964), mit Wirkfaktoren wie gegenseitiger Unterstützung, konstruktiver Kritik, Modelllernen und gemeinsamem Erfahrungsaustausch (Yalom 2010).
Begriff und Konzept der »therapeutischen Gemeinschaft« wurden von Tom Main (1981) und Maxwell Jones (1976) geprägt. Sie hielten die bisherigen Konzepte psychiatrischer Krankenhäuser für unzureichend und forderten (Main 1981): »Die Institution selbst muss therapeutisch werden.« Sie wollten vor allem das therapeutische Potenzial der Patienten bestätigt und gefördert sehen und ihnen ermöglichen, für sich selbst und füreinander therapeutische Funktionen zu übernehmen. Jones (1976) postulierte als Grundlage gemeinschaftstherapeutischer Arbeit solle freie Kommunikation zwischen allen Beteiligten entstehen und bestehen, mit Informationsfluss von unten nach oben wie auch umgekehrt, also die Aufhebung traditioneller Berufshierarchien und stattdessen die gleichberechtigte Mitbeteiligung der Patienten. Transparente und regelmäßige Reflexion aller Prozesse in der Gemeinschaft, mit allen Beteiligten, galt als wichtiges therapeutisches Prinzip und als Grundlage des sozialen Lernens. Da sich die therapeutische Gemeinschaft als »offenes System« verstand, im stetigen Austausch mit der Umwelt, sollten auch Angehörige in den therapeutischen Prozess einbezogen werden.
Die »Zeitgenossen« Antipsychiatrie und therapeutische Gemeinschaft waren typische Produkte der liberalen 1960er und 1970er Jahre, in denen Innovation und Experimentierfreudigkeit nicht nur geduldet, sondern sogar erwünscht waren, vor allem im National Health Service. So gelang es Alan Cooklin, einem Kinder- und Jugendpsychiater, der 1975 klinischer Direktor des Londoner »Marlborough Day Hospitals« wurde, die zu dem Zeitpunkt doch recht unerprobte systemische Familientherapie als Hauptbehandlungsmodell einzuführen. Die Klinik wurde schnell umgetauft in »Marlborough Family Service«, eben ein »Familiendienst«, ein Name, der bei vielen Zuweisenden Kopfschütteln auslöste. Es gab dann auch viel Kritik, vor allem von arrivierten Kinder- und Jugendpsychiatern, die »unsere« Klinik speziell und Familientherapie generell schlichthin für unseriös erklärten. Mehr Unterstützung fanden wir bei Jugendämtern und auch einigen Schulen, die beklagten, die traditionellen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Einrichtungen hätten schwer emotional oder verhaltensgestörten Kindern und Schülern sowie deren »Multiproblemfamilien« wenig anzubieten. So konzentrierten wir uns vor allem auf schwer misshandelte oder vernachlässigte Kinder und deren Familien sowie auf Schüler, die in keine Regelschule zu passen schienen. Allerdings mussten wir erst einmal diverse Erfahrungen sammeln, um ein neues Konzept zu entwerfen.

1.1.2 Die frühe systemische Szene

Systemische Familientherapie war in den 1970er Jahren in Großbritannien noch in einem relativ frühen Entwicklungsstadium. Zwar kamen die Stars der »Szene« zu regelmäßigen Workshops und Show-Konferenzen nach London und in unsere klinische Einrichtung – z. B. Minuchin, Whitaker, Selvini Palazzoli, Boscolo, Cecchin, Watzlawick, de Shazer und andere – aber diesen kurzen »Highs« folgten dann oft lange »Lows«, wenn es darum ging, die innovativen therapeutischen Manöver und Techniken in den klinischen Alltag zu übersetzen.
Hilfe kam dann in Person von Salvador Minuchin, einem der vielen »Urväter« der Familientherapiebewegung, der 1979 und 1981 jeweils für viele Monate an unserer Klinik zusammen mit uns arbeitete und uns inspirierte. Die bahnbrechende Arbeit seines Teams mit Unterschichtfamilien und Slumbewohnern (Minuchin et al. 1967) schien besonders relevant, da es sich um Multiproblemfamilien handelte, sehr ähnlich denen, die auch unser Hauptklientel darstellten. Diese Familien schienen strukturschwach, wenn nicht gar »chaotisch« zu sein in Bezug auf ihre Grenzziehungen, Hierarchien, Entscheidungsprozesse, mit einem charakteristischen »Bindungs-Ausstoßung-Zyklus« (Schweitzer 1997), also Beziehungsmustern, die zwischen intensivem Bindungsverhalten (Verstrickung, übermäßige Kontrolle) und starken Ausstoßdynamiken (Desinteresse, mangelnde Kontrolle, Vernachlässigung) schwanken. Minuchins normatives Modell beschäftigte sich mit Beziehungsstrukturen und versuchte die Komplexität von Systemen möglichst realistisch abzubilden und sie dadurch steuerbar und planbar zu machen (Schwing u. Fryszer 2009). Minuchins struktureller Ansatz erforderte eine detaillierte Analyse des »Systems Familie«, um dessen Funktionsweise und »dysfunktionale« Interaktionen und Kommunikationen auszumachen und die dadurch entstandenen Symptomatiken zu beseitigen (Minuchin, Colapinto a. Minuchin 2000).
Ein anderer wichtiger Einfluss auf das »Marlborough-Modell« war die Arbeit von Ross Speck, einem kanadischen Psychiater. Er interessierte sich für das soziale Netzwerk von Familien, einschließlich deren Freunden und Nachbarn. Es ging ihm und seinen Mitarbeitern um den Aufbau und das Nutzen sozialer Beziehungen. Sie entwickelten einen Ansatz, um die Ressourcen sozialer Netze miteinander zu verknüpfen, und nannten ihn »Netzwerktherapie« (Speck a. Attneave 1972). An den Netzwerktreffen, die in akuten Krisensituationen ad hoc stattfinden, manchmal innerhalb von 24–48 Stunden, nehmen bis zu 40 Personen teil, um ihre Ideen und Energien zusammenzubringen. Sie sollen das soziale System der Familie mobilisieren, um mit der Krise fertig zu werden und weiteren möglichen Krisen vorzubeugen. Die Teilnehmer werden in Absprache mit den Therapeuten von der Familie bestimmt. Netzwerktherapie ist kurz und intensiv, mit dem Ziel, ein aktives Unterstützungssystem aufzubauen, das der Familie helfen kann, lange nachdem die Therapeuten nicht mehr involviert sind. Die Therapeuten sind also eine Art Katalysator, der etwas in Gang bringt, aber dann die weiteren Aktionen und »Reaktionen« sich selbst überlässt. Netzwerke sollen flexibel sein und die verschiedensten Aufgaben wahrnehmen – einschließlich praktischer Hilfestellungen, z. B. ein Drop-in-Babysitting-Dienst, Arbeitsberatung, Unterstützung bei Transportproblemen sowie Rat und Tat, wie man einen rebellierenden Jugendlichen kurz bei Freunden oder Bekannten unterbringen kann.
In den 1980 und 1990er Jahren wirkten viele neue Ideen und Einflüsse auf uns ein. Vor allem die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit L. Boscolo und G. Cecchin half unseren bis dahin doch sehr normativ ausgerichteten strukturellen Ansatz zu modernisieren. Diese Mailänder Kollegen schienen jedes normative Vorgehen total abzulehnen. Ihr therapeutisches Ziel bestand meist darin, den (»dysfunktionalen«) Gleichgewichtszustand des Systems zu verstören – dabei handelt es sich nicht nur um die Kernfamilie, sondern auch um das erweiterte System, einschließlich des Helfernetzwerks (Selvini Palazzoli et al. 1983). Dieser Ansatz war ergebnisneutral: Darin gab es keine Expertenvision von dem, was »besser« für Familien sein mochte. Stattdessen sollte es dem System selbst überlassen werden herauszufinden, wie ein neues Gleichgewicht, ein neuer Modus Vivendi für die Familie, aussehen sollte. Das erforderte den Glauben an die ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Geleitwort
  6. Vorwort
  7. 1 Allgemeiner Teil
  8. 2 Multifamilientherapie im klinischen Kontext
  9. 3 Multifamilienarbeit in der Jugendhilfe
  10. 4 Familienklassenzimmer und Familienschule
  11. 5 Forschung
  12. 6 Vernetzung und Finanzierung
  13. Anhang
  14. Register
  15. Über die Autoren
  16. Über die Herausgeber