"Perspektiven für Mint-Frauen" ist ein praxisnaher Karriereratgeber für Mathematikerinnen, Informatikerinnen, Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen. Praktikerinnen aus 14 verschiedenen Branchen stellen ihren Wirtschaftszweig vor. Sie beantworten unter anderem die Fragen, welche Jobs es für Absolventinnen ihres Fachs gibt, wie frauenfreundlich die Branche ist und worauf es bei Einstieg und Aufstieg ankommt. Erfahrungsberichte geben Einblick in die Lebensläufe erfolgreicher MINT-Frauen. Auch die wichtigsten Fragen rund um Einstieg und Karriere sowie Beruf und Familie werden beantwortet: Wie erkenne ich frauenfreundliche Unternehmen? Warum lohnt sich Networking, und welche branchen- oder fachspezifischen Netzwerke gibt es? Wie teile ich Vorgesetzten mit, dass ich schwanger bin? Wie gelingt der Wiedereinstieg nach der Elternzeit? Das vorliegende Buch informiert umfassend über Karrierechancen für MINTlerinnen und hilft bei der persönlichen Entscheidungsfindung.

- 228 Seiten
- German
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- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
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Information
Thema
Karriere1. Arbeitsmarkt und Jobaussichten für MINT-Frauen
Rosige Aussichten!? Der Arbeitsmarkt für MINT-Absolventinnen
von Dr. Ulrike Struwe
Die Digitalisierung und die damit verbundenen Umstrukturierungsprozesse in Unternehmen verändern den Arbeitsmarkt – heute und in Zukunft. Wer als Global Player vorne mitspielen will, benötigt hervorragend ausgebildete Fachkräfte in MINT-Berufen, denn gerade die technisierten Arbeitsbereiche sind mit der Innovationskraft und dem Wachstum deutscher Unternehmen eng verknüpft.
So verwundert es nicht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikerinnen und -Akademikern kontinuierlich zunimmt. Um 10,6 Prozent und von 2.366.000 auf rund 2.617.000 Personen ist die Zahl in diesem Berufssegment allein in den Jahren zwischen 2011 und 2014 angestiegen. Erfreulicherweise profitieren auch Frauen von dem Aufwärtstrend: Ihre Teilhabe ist durch ein Plus von 16,4 Prozent für diesen Zeitraum gekennzeichnet.
MINT-Frauen holen somit auf, und ihr Know-how ist gefragt wie nie.1 Wer heute nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium im MINT-Bereich beginnt, kann in einigen Jahren gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt erwarten. Doch noch immer sind es viel zu wenige Frauen, die sich für naturwissenschaftliche und technische Jobs begeistern. Dies wird spätestens in der Studienabschlussphase sichtbar.
Zwar steht es um den akademischen MINT-Nachwuchs insgesamt positiv, die Nachfrage nach Akademikerinnen und Akademikern ist, wie gesagt, hoch, doch von der MINT-interessierten Schülerin zur Fachkraft, zur Spezialistin und Expertin ist es ein weiter Weg.
So gibt es zwar immer mehr Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen mit MINT-Abschlüssen – die Gesamtanzahl stieg zwischen 2008 und 2016 von rund 102.000 auf 182.000: Das ist ein Plus von 78 Prozent. MINT-Absolventinnen aber bleiben, im selben Zeitraum, trotz der positiven Entwicklung mit nur 70 Prozent Zuwachs hinter ihren Kommilitonen zurück (2008: 33.500; 2016: 55.400). Der Unterschied wirkt gering, doch um den Anteil weiblicher Fachkräfte im Berufsleben signifikant zu steigern, müssten noch deutlich mehr Frauen ein MINT-Studium abschließen.2
Bachelor, Master oder Promotion?
Ein Blick auf die Art der Abschlüsse verdeutlicht die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in den MINT-Studiengängen. Nachfolgend ausgewählt sind die MINT-Fächergruppen Mathematik und Naturwissenschaften einerseits und Ingenieurwissenschaften andererseits. Sie unterscheiden sich markant im Hinblick auf die Orientierungen von Frauen und Männern.

Abschlüsse im MINT-Bereich 2016 (Quelle: Statistisches Bundesamt 2017, Fachserie 11 Reihe 4.2 und eigene Berechnungen)
Sichtbar wird: Der Frauenanteil im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften ist relativ hoch, und zwar bei allen Abschlüssen. Bei den weiblichen Studierenden gibt es einen starken Trend zum Lehramtsstudium, der Frauenanteil bei diesen Abschlüssen beträgt 63,5 Prozent. Bei den wenigen Absolventinnen der Ingenieurwissenschaften sieht es tendenziell ähnlich aus: Mit 35,7 Prozent ist der Lehramtsabschluss der am häufigsten angestrebte.
Schöne neue Arbeitswelt? MINT-Branchen – von angesagt bis zukunftsfähig
Im Gesundheits- und Sozialwesen sind Frauen mit einem Anteil von 77 Prozent noch immer Spitzenreiter bei den Beschäftigungsanteilen aller Branchen des deutschen Arbeitsmarktes.3 Dass dies weniger den Talenten von Frauen als einem traditionell geprägten Berufswahlprozess geschuldet ist, steht außer Frage. Die zu erwartenden erheblichen Umstrukturierungen von Branchen und Arbeitsprozessen im Zuge der Digitalisierung werden die Nachfrage nach Kenntnissen im MINT-Bereich in den nächsten Jahren noch deutlich verstärken.
Doch hilft der Arbeitsmarkt 4.0 Frauen, ihre fachlichen Potenziale zu entfalten? Gibt es gleiche Chancen für alle? Wo findet sich das fachliche Know-how von Frauen in den Beschäftigungszahlen wieder? Den zahlenmäßigen Unterschieden von Männern und Frauen auf dem Bewerbungsmarkt bzw. den niedrigeren Absolventinnenzahlen nach der MINT-Ausbildungsphase stehen die Arbeitsplätze in Wirtschaft und Wissenschaft gegenüber. MINT-Berufe verzeichnen im April 2017 erneut ein Rekordhoch: 430.400 freie Stellen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen stehen zur Verfügung.
Zu den bevorzugten Wirtschaftszweigen für MINT-Einsteigerinnen zählen zurzeit die Automobilindustrie, ihre Zulieferer und das Ingenieurwesen. Zu verzeichnen ist laut aktuellen Beschäftigungszahlen ebenso ein überproportionaler Anstieg von Arbeitsplätzen in den Fächern Medizin, Informatik, Textil- und im Ingenieurwesen.4

Die beliebtesten MINT-Berufsfelder von Frauen (Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SvB) am Arbeitsort (AO) | Datenstand September 2017)
Über 150.000 Frauen sind in Berufen aus Maschinenbau- und Betriebstechnik beschäftigt – mit etwa 1,3 Mio. Beschäftigten insgesamt eines der größten Berufsfelder. Auch für die Berufsgruppe Ingenieurwesen stellt sich eine gute Arbeitsmarktsituation dar. Die Erwerbstätigkeit in diesem Bereich ist insgesamt stark gestiegen. Überdurchschnittliche Vakanzzeiten sind hier als ein Indikator für einen Engpass zu bewerten. Allerdings kann aktuell noch nicht von einem generellen Ingenieurmangel gesprochen werden. Weitere Expertinnen und Experten werden in den Berufsfeldern Fahrzeugtechnik, Automatisierungstechnik sowie in der Metallbautechnik benötigt. Hier sind Frauen weiterhin stark unterrepräsentiert. Ein Anstieg des Anteils von Frauen in ingenieurwissenschaftlichen Fächern ist jedoch notwendig, um zukünftig die offenen Stellen für Ingenieurinnen und Ingenieure decken zu können.
„In den technischen Berufen zeigt sich ein Expertenmangel in der Fahrzeugtechnik sowie in der Softwareentwicklung und Programmierung. Eine Mangelsituation gibt es ebenfalls bei Experten in der Metallbau- und Schweißtechnik sowie in der Mechatronik und Automatisierungstechnik. Zudem gibt es einen Mangel an Experten im Bereich Konstruktion und Gerätebau.“5 Die MINT-Arbeitskräftelücke kann IT-Expertinnen und -Experten besonders positiv stimmen: „Der Lückenanteil der IT-Expertenberufe an allen MINT-Expertenberufen ist von 25,9 Prozent im April 2011 kontinuierlich auf 38,1 Prozent im April 2017 gestiegen. Die Binnenstruktur der MINT-(Experten-)Arbeitskräftelücke ist folglich in den letzten Jahren IT-lastiger geworden.“6
Zu den branchenbedingten Unterschieden im Verhältnis von Angebot und Nachfrage an MINT-Frauen kommen regionale hinzu: So werden Expertinnen und Experten für Softwareentwicklung und Programmierung vor allem in Süddeutschland gesucht. In Baden-Württemberg und Bayern beispielsweise können Absolventinnen und Ab...
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- 1. Arbeitsmarkt und Jobaussichten für MINT-Frauen
- 2. Branchenüberblick – Perspektiven für MINT-Frauen
- 3. Erfahrungsberichte
- 4. Einstieg und Karriere
- 5. Beruf und Familie
- 6. Unternehmensporträts
- Weitere Titel aus der Reihe e-fellows.net wissen
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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