Der Kelch
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Der Kelch

Eine Predigt über den Kelch von Jonathan Edwards

  1. 72 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Der Kelch

Eine Predigt über den Kelch von Jonathan Edwards

Über dieses Buch

Edwards beschreibt in seiner Predigt Jesus während Seines Gebets in Gethsemane. Von allen Gebeten Jesu untersuchte er das Gebet am gründlichsten, in dem Jesus seinen Vater bittet, diesen bitteren Kelch von ihm zu nehmen. Nie zuvor habe ich so eine brillante Predigt gehört. Es kam mir so vor, als ob sich die Ereignisse in Gethsemane wie in Zeitlupe vor meinem inneren Auge abgespielt hatten. Edwards gelang es, wie Paulus und Petrus und vielen anderen Predigern, das Wort Gottes förmlich auf eine Leinwand zu projizieren und anschaulich dem Zuhörer zu präsentieren.

Häufig gestellte Fragen

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Information

II. Der Todeskampf in der Seele Christi

Nachdem ich versucht habe, einen der beiden Sätze zu erklären, die ich zu Beginn dieses Diskurses erwähnte, werde ich jetzt fortfahren, um zu zeigen, dass die Seele Christi während Seines Todeskampfes im Garten in einem großen und ernsten Kampf im Gebet vor Gott war.
Das Abmühen und das Kämpfen der Seele Christi im Gebet war ein Teil Seines Todeskampfes. Wir haben gezeigt, dass das Wort „agony“ an anderen Stellen in der Heiligen Schrift für das Kämpfen oder Ringen im Gebet mit Gott verwendet wird. Aufgrund dieser Tatsache, und weil der Evangelist im selben Satz sowohl den Todeskampf Christi als auch Sein heftiges Ringen im Gebet zu Gott beschreibt, können wir gut verstehen, dass Sein Gebetskampf Teil Seines Todeskampfes war. Die Worte des Textes betonen besonders, dass Christus in Seinem Gebet mit dem Tode rang: „Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.“ (LÜ) Dies scheint auf die Heftigkeit hinzudeuten, mit der die Seele Christi im Gebet mit Gott gerungen hat, und dass Er solche Todesängste hatte, dass Er am ganzen Körper mit Schweiß und Blut bedeckt wurde.
Ich schlage jetzt vor, diesen zweiten Satz, den Teil von Christi Todeskampf, der in dem quälenden Ringen Seiner Seele im Gebet bestand, mit Hilfe Gottes zu erklären. Das ist eine besondere Untersuchung wert, weil es bisher kaum verstanden wurde. Das richtige Verständnis ist von großem Nutzen und hat auch theologische Auswirkungen.
Es wird üblicherweise nicht richtig verstanden, was gemeint ist, wenn es in dem Text heißt, dass Christus noch heftiger gebetet hat, oder was es bedeutete, dass Er mit Gott gerungen hat, oder was der Inhalt dieses inständigen Gebets war, oder was der Grund Seines inständigen Gebets zu diesem Zeitpunkt war. Um dies alles ganz klar zu verdeutlichen, möchte ich folgende Punkte genauer untersuchen:
  1. Was war die Besonderheit dieses Gebets?
  2. Was war der Inhalt dieses inständigen Gebets Christi vor dem Vater?
  3. In welcher Funktion brachte Christus dieses Gebet zu Gott?
  4. Warum betete er so inständig?
  5. Was war das Ergebnis seines heftigen Ringens mit Gott im Gebet?

1. Die Besonderheit dieses Gebets Christi

Gebete zu Gott können ganz unterschiedlich sein. Einige sind persönliche Geständnisse oder Ausdruck der eigenen Unwürdigkeit vor Gott und somit Bußgebete. Andere sind Lobgesänge und Gebete, durch die die Person Gottes Größe und Herrlichkeit zum Ausdruck bringt. Dazu gehören viele der Psalmen Davids.
Andere sind Ausdruck des Dankes und Lobes für empfangene Barmherzigkeit. Andere sind demütige Gebete oder Ausdruck des Gehorsams und der Ergebenheit unter den Willen Gottes, bei denen man das Gebet an die Majestät des Himmels richtet, seinen eigenen Willen dem souveränen Willen Gottes unterordnet und sagt: „Dein Wille, o Herr, geschehe!“ David sagt in 2. Samuel 15,26: „Wenn Er aber so spricht: Ich habe keinen Gefallen an dir – hier bin ich, Er mag mit mir tun, wie es gut ist in Seinen Augen!“ Andere sind Gesuche oder Flehen, wobei die Person, die betet, zu Gott fleht und schreit, um von Ihm etwas Ersehntes zu empfangen.
Somit untersuchen wir nun, bezogen auf diesen Text: Welcher dieser Arten entsprach das Gebet Christi? Die Antwort lautet:
Es war vor allem flehend. Es war nicht Buße oder Beichte, denn Christus hatte keine Sünde und Unwürdigkeit zu bekennen.
Es war auch kein Lobgesang, keine Danksagung und kein Ausdruck des Gehorsams, denn keines von diesen stimmt mit dem überein, was im Text steht, nämlich, dass Er noch heftiger gebetet hat. Wenn man zu jemandem sagt, dass Er heftig beten soll, bedeutet dies eine inständige Bitte für den eigenen Vorteil oder für die Erfüllung eines Wunsches. Es ist nicht nur ein Bekenntnis oder ein Gehorsamsschritt.
Der Apostel sagt über dieses Gebet in Hebräer 5,7:
Der hat in den Tagen Seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der Ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden.
Dies zeigt, dass es eine Bitte war oder ein inständiges Flehen für ein tiefes Anliegen. „Flehen“ und „lautes Schreien“ sind keine Bekenntnisse, Lobgesänge oder Danksagungen. Sie sind Bitten für ein Anliegen, das inständig begehrt wird.

2. Der Inhalt des Gebets

Nachdem die erste Frage geklärt ist und sich gezeigt hat, dass dieses heftige Gebet Christi von der Art her eine Bitte für ein Anliegen war, das Christus sich inständig wünschte, komme ich nun zu der Frage: Was war der Inhalt dieses Flehens? Welches Anliegen war es, für das Er so inständig in Seinem Gebet flehte?
Der Text sagt darüber nichts aus. Es heißt nur: „Und er rang mit dem Tode und betete heftiger.“ (LÜ) Aber es wird nicht gesagt, wofür Er so heftig gebetet hat, und hier liegt die größte Schwierigkeit in diesem Bericht. Wonach hatte sich Christus so sehr gesehnt, dass Er zu diesem Zeitpunkt mit Gott gerungen hat? Und obwohl es nicht ausdrücklich im Text steht, gibt uns die Schrift dennoch Klarheit in diesem Punkt.
Um Fehler zu vermeiden, würde ich antworten, dass der Wunsch, um den Christus so inständig zu dieser Zeit gebetet hat, nicht war, dass der bittere Kelch, den Er zu trinken hatte, an Ihm vorübergehen sollte. Christus hatte zuvor schon dafür gebetet, wie es der diesem Text vorausgehende Vers sagt: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Direkt danach wird berichtet, dass Christus im Todeskampf war und noch heftiger gebetet hat.
Dieses zweite Gebet begann, nachdem der Engel Ihm vom Himmel erschienen war und Ihn gestärkt hatte, um den Kelch freudiger nehmen und trinken zu können. Die Evangelisten sagen uns, dass Christus, als Er in den Garten kam, anfing, betrübt und sehr beschwert zu werden, und dass Er sagte, dass Seine Seele überaus betrübt war, sogar bis zum Tode. Dies war der Zeitpunkt, als Er ging und zu Gott betete, dass, wenn es möglich wäre, der Kelch an Ihm vorübergehen sollte. Lukas sagt im 41. und 42. Vers:
Und Er zog sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen zurück und kniete nieder, betete und sprach: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir weg – doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!
Und direkt danach wird im folgenden Vers gesagt, dass Ihm ein Engel vom Himmel erschien und Ihn stärkte.
Das kann nicht anders zu verstehen sein, als dass der Engel Ihm erschien und Ihn stärkte und Ihn ermutigte, Seine große und schwierige Aufgabe durchzustehen, den Kelch zu nehmen und ihn zu trinken. Demzufolge müssen wir annehmen, dass Christus jetzt gestärkt und ermutigt war, diese Leiden durchzustehen, und deshalb können wir nicht annehmen, dass Er danach inständiger als zuvor dafür gebetet hat, von den Leiden befreit zu werden.
Es war also etwas anderes, wofür Christus nach dieser Stärkung des Engels inständiger betete, und nicht, dass der Kelch an Ihm vorübergehen sollte. Obwohl es so aussieht, als ob Christus nach der Stärkung durch den Engel eine tiefere Einsicht in Seine Leiden bekam, die diesen Todeskampf in Ihm verursachten, war Er doch sehr gestärkt worden, um eine noch größere Vorausschau von ihnen ertragen zu können. Er hatte mehr Kraft und Mut als vorher, um sich mit diesen schrecklichen Vorahnungen auseinanderzusetzen. Seine Kraft, Leiden zu ertragen, wuchs mit der Vorahnung von Seinen Leiden.
Zweitens hatte Er vor Seinem zweiten Gebet eine Vorahnung vom Vater bekommen, dass es nicht Sein Wille sei, dass der Kelch an Ihm vorübergehen sollte.
Dass der Engel vom Himmel kam, um Ihn zu stärken, lässt uns dies vermuten. Christus betete zuerst, dass, wenn es der Wille des Vaters wäre, der Kelch an Ihm vorübergehen solle, aber nicht, wenn es nicht Sein Wille wäre. Gott sandte sofort nach dem ersten Gebet einen Engel, um Ihn zu stärken und zu ermutigen, den Kelch zu nehmen.
Die eindeutige Schlussfolgerung für Christus war, dass es der Wille des Vaters sei, ihn zu nehmen, und dass er nicht an Ihm vorübergehen sollte. Und so nahm Christus ihn an, wie Matthäus in diesem zweiten Gebet berichtet: „Wiederum zum zweiten Mal, ging Er hin und betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!(Matthäus 26,42)
Er spricht wie einer, der nun eine Vorahnung von Gott bekommen hatte, seit Er zuvor gebetet hatte, dass es nicht der Wille Gottes sein möge.
Lukas erzählt uns, wie Gott einen Engel sendet. Matthäus berichtet uns, genau wie Lukas, dass Er in Seinem ersten Gebet betete, dass, wenn es möglich wäre, der Kelch an Ihm vorübergehen solle, aber dann sendet Gott einen Engel, um Ihn erkennen zu lassen, dass es nicht Sein Wille ist, und um Ihn zu ermutigen, den Kelch zu nehmen.
Nachdem Christus diese eindeutigen Zeichen erhalten hatte, dass es nicht der Wille Gottes sei, dass der Kelch an Ihm vorübergeht, willigte Er in die erhaltene Botschaft ein. Er sagte: „Mein Vater, wenn es so ist, wie du jetzt gezeigt hast, dann geschehe dein Wille.“ Daraus können wir mit Gewissheit folgern, dass das, wofür Christus danach inständig betete, nicht war, dass der Kelch an Ihm vorübergehen solle, sondern etwas anderes.
Er würde nicht gehen, um noch heftiger dafür zu beten, dass der Kelch an Ihm vorübergehen solle, nachdem Gott Ihm gezeigt hatte, dass es nicht Sein Wille war. Das anzunehmen wäre Blasphemie.
Die Ausdrucksweise des zweiten Gebets nach Matthäus: „Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.“, zeigt, dass Christus danach nicht betete, dass der Kelch an Ihm vorübergehen solle.
Das bedeutet sicher nicht, noch heftiger zu beten, dass der Kelch vorübergehen möge: Es bedeutet eher, in diesen Punkt einzuwilligen und sich unterzuordnen unter das, was von Gott festgelegt und durch den Engel bekannt gemacht wurde.
Die Beschreibung des Gebets durch den Apostel steht im 5. Kapitel des Hebräerbriefes:
Der hat in den Tagen Seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der Ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um Seiner Gottesfurcht willen erhört worden.
Das starke Schreien und die Tränen, von denen der Apostel spricht, sind zweifellos dieselben, von denen Lukas spricht, wenn er sagt, dass „er mit dem Tode rang und heftiger betete“. Dies war das heftigste und inständigste Schreien Christi, von dem jemals berichtet wurde.
Aber gemäß dem Bericht des Apostels, war das, was Christus fürchtete und war...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Textbeginn
  3. I. Der innere Zwiespalt Christi
  4. II. Der Todeskampf in der Seele Christi
  5. Weitere Buchempfehlungen …
  6. Impressum