Die Akte Scientology
eBook - ePub

Die Akte Scientology

Die geheimen Dokumente der Bundesregierung

  1. 260 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Die Akte Scientology

Die geheimen Dokumente der Bundesregierung

Über dieses Buch

Scientology: In Deutschland seit vielen Jahren ein kontroverses Thema.Wie kommt es, dass Scientology in vielen Ländern als Religion anerkannt ist, in Deutschland aber seit den 70er Jahren für harte Diskussionen sorgt?Was steckt dahinter?Ein ungeschminkter Bericht über die Geschichte der Scientology im deutschsprachigen Raum. Exklusiv konnte Einsicht genommen werden in bisher vertrauliche Unterlagen der Bundesregierung, die erst nach jahrelangen Gerichtsverfahren zugänglich wurden und hier zum ersten Mal öffentlich gemacht werden.Fakten statt Meinungen machen dieses Buch zu einem "Muss" für jeden, der sich mit diesem Thema befasst.

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Kapitel 1: Scientology im Jahr 2017

Scientology – eine Annäherung

Als ich das erste Mal einen Scientologen traf – ich glaube, es war im Jahr 2001 –, hatte ich furchtbare Angst. Von Scientology wusste ich nur aus Büchern oder Erzählungen von Sektenbeauftragten, was die alles mit unschuldigen Menschen angestellt und wie sie diese schlagartig verändert hätten. „Experten“ bezeichneten Scientology als Virus, vor dem sich die Menschen schützen sollten; andernfalls würden sie zu willenlosen Zombies. In der Sektenberaterszene wurde diskutiert, ob man sich überhaupt mit einem Scientologen unterhalten solle oder ihm zuhören dürfe. Denn die würden doch sowieso alle das Gleiche erzählen. Auch lernte ich Menschen kennen, die Angst davor hatte, einem Scientologen die Hand zu reichen, weil sie befürchteten, dass sich dann schlagartig ihre Persönlichkeit verändern würde.
All diese Berichte prägen einen, und wenn man mit negativen Statements über Scientology überhäuft wird, beginnt man sie zu verinnerlichen, und es wird schwer, seine Meinung zu überdenken. Das ist eigentlich die wirkliche Indoktrinierung, von der alle sprechen, wenn es um das Thema „Sekten“ geht. Man könnte es auch als „Gehirnwäsche durch Desinformation“ bezeichnen.
Erst als ich anfing, über meine Gedanken und mein Handeln nachzudenken, erkannte ich das Ausmaß der Beeinflussung, die schon stattgefunden hatte. Unter Zuhilfenahme von Supervision versuchte ich, Beratungsfälle aus meiner täglichen Berufspraxis zu analysieren und die tiefere Dimension der Anfragen zu erfassen. Ich versuchte die tiefere Bedeutung der Anfragen, die an mich gestellt wurden, zu ergründen und herauszufinden, welche Antworten ich darauf gab.
Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass ich immer mehr zum Werkzeug verschiedener Interessensgruppen wurde und dass Fragen nach Ursachen und Hintergründen diverser Anfragen immer stärker in den Hintergrund traten. Ich sollte ein Bekämpfer der „Sekten“ werden, einer, der sich furchtlos dem Bösen entgegenstellt, egal ob dies berechtigt ist oder nicht. Für Politiker galt es, nach außen zu demonstrieren, dass es eine Stelle gibt, an die sich besorgte Eltern, Großeltern, Verwandte, Bekannte und Freunde wenden können, wenn es um Fragen zu sogenannten Sekten geht. Für Multiplikatoren wie Lehrer und Pädagogen, aber auch für Justiz und Polizei war ich eine wichtige Ansprechperson. Ich musste nicht auf alle Fragen eine Antwort parat haben es reichte, wenn ich so tat, als hätte ich sie. Das Schlimmste für mich waren Podiumsdiskussionen zum Thema „Sekten“. Dort ging es nur darum, vorgefasste Meinungen zu bestätigen. Man wollte Brot und Spiele – und die Schuldigen, die es abzuurteilen galt. Irgendwann zog ich die Reißleine. Meine Selbstachtung war mir lieber als ein Leben voller Lügen. Meine Haltung änderte sich, als ich mich über alle Bedenken hinwegsetzte und das machte, was für einen soziologischen Feldforscher das Selbstverständlichste von der Welt ist: Ich machte mir ein eigenes Bild von der Lage. Ich fragte nicht mehr, ob etwas moralisch richtig oder falsch ist, sondern ich wollte den Ursachen nachgehen: Warum ist das Bild von Scientology so, wie es ist?
Meine erste Begegnung mit Scientology war der Besuch einer Scientology-Einrichtung. Land, Ort, Einrichtung oder Namen tun hier nichts zur Sache. Es war ein nettes Gespräch mit der Einrichtungsleitung, und die Offenheit mir gegenüber war mehr als entwaffnend. Danach besuchte ich eine größere Kirche und stellte fest, dass Scientologen auch nur Menschen sind, mit individuellen Zugängen und Intentionen. Hinter ihrer Religion verbargen sich – wie in jeder anderen Religion – Menschen mit Gefühlen und ganz persönlichen Lebensgeschichten. Das mag heute ein wenig klischeehaft und kitschig klingen, doch die Leserschaft sollte sich immer wieder vor Augen führen, dass Scientology bis heute dämonisiert wird und dass es Gruppen gibt, die ein Interesse daran haben, dass dieses Bild aufrechterhalten bleibt.
Wie dem auch sei, meine Begegnungen mit Funktionsträgern und Anhängern von Scientol...

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Kapitel 1: Scientology im Jahr 2017
  3. Kapitel 3: Agitation gegen Scientology
  4. Kapitel 4: Scientology und die Beobachtung durch den deutschen Verfassungsschutz
  5. Kapitel 5: Wissenschaftliche Analyse
  6. Abkürzungsverzeichnis
  7. Literaturverzeichnis
  8. Anmerkungen