Gegen die seit Adam festzustellende Unvernunft der Menschen kam selbst Gott nicht gegen an, was die im Alten Testament geschilderten Ereignisse eindrucksvoll belegen. Jetzt sind wir sogar dabei, mit unserem eigenen Zutun zu dem bevorstehenden Klimachaos unsere Existenz und die unserer Kinder zu gefährden. Haben wir bei aller Warnung durch die Wissenschaft überhaupt die Ernsthaftigkeit des Problems erkannt und sind wir wirklich bereit, unsereLebensgewohnheiten einzuschränken, um der Bedrohung mit Vernunft zu begegnen? Lässt sich das, was wir im Laufe unserer Geschichte nicht haben lernen wollen, noch ändern oder halten wir auch weiterhin an unserem selbstbezogenen Denken fest?Gottes Hilfe zu erbitten, ist nicht jedermanns Sache. Eine Denkungsart, auf unsere Natur und unsere Mitmenschen Rücksicht zu nehmen, kann aber auch denen nicht schaden.

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Was ist nur aus Adam geworden!!
Über die Unvernunft der Menschen damals, heute und in Zukunft
- 264 Seiten
- German
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Was ist nur aus Adam geworden!!
Über die Unvernunft der Menschen damals, heute und in Zukunft
Über dieses Buch
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Information
Aller Anfang
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Erde vor mehreren Milliarden Jahren entstanden ist und seitdem bereits mehrere Umweltkatastrophen überstehen musste. Nach Aussagen der Propheten des Alten Testaments ist Gott ewig, müsste demnach mindestens das gleiche Alter wie die Erde haben und könnte durchaus an deren Entstehung mitgewirkt haben. Die Geschichte der Menschheit kann über etwa fünfhunderttausend Jahre zurückverfolgt werden. Nun berichtet die Bibel aber, dass Adam vor etwa sechstausend Jahren der erste Mensch war und Himmel und Erde mit allem, was das Leben Adams und seiner Nachkommen überhaupt möglich machte, kurz vorher geschaffen wurden. Wissenschaftler haben dagegen feststellen können, dass Adam und Eva nicht die »Urmenschen« waren, aber diejenigen, deren biblisch dokumentierte Linie bis heute reicht. Welch ein Trost, wenn wir uns darauf berufen könnten, dass unser unvernünftiges Verhalten schon seit Urzeiten erblich bedingt ist.
Um eine gewisse Ordnung in die biblische Zeitrechnung zu bringen, gehen die Juden davon aus, dass ein Menschenjahr einer göttlichen Sekunde entspricht. Damit würden sich natürlich die angegebenen Zeitangaben fast unermesslich vergrößern und manchen Widerspruch erklären. Abgesehen davon sollte man die Übertreibungen der biblischen Autoren nicht für bare Münze nehmen, handelte es sich doch in der Regel nicht um zeitgenössische Berichterstatter, die darüber hinaus noch auf mündlich überlieferte Quellen angewiesen waren.
Vielleicht hatte Gott schon vor Adam und Eva Menschen geschaffen, die ihn, aus welchen Gründen auch immer, in irgendeiner Weise enttäuscht haben müssen, weswegen er Moses nichts davon berichtete. Deshalb erschuf er sich Neue nur ihm Unterstehende und erklärte diese zu seinen ihm gehörenden Geschöpfen, über die denn Moses berichten durfte. Wie jemand, der nach dem käuflichen Erwerb seiner Mietwohnung strebt, um das alleinige Sagen über sein Eigentum zu haben, hatte auch Gott sich bei der Renovierung der Menschheit zu einem solchen Schritt entschlossen. Allerdings dauerte es nicht lange, bis er feststellen musste, dass das anscheinend gar nicht so einfach war, von dem ihm unterstehenden Gefolge als die über allem stehende Obrigkeit anerkannt zu werden.
Nun wissen wir, dass die frühzeitlichen Homo Sapiens- Menschen anders aussahen als wir heutzutage und wir uns als deren Evolutionsergebnis betrachten können. In der Bibel heißt es, dass Gott Adam nach seinem Ebenbild schuf. Edler geht es nicht. Damit kann aber sicherlich nicht gemeint sein, dass Gott und Adam die gleiche Gestalt gehabt hätten, sondern dieses »Ebenbild« entstanden ist als Gott seinen Atem Adam in die Nase blies und damit zum Leben erweckte. Erklärlich wäre das vielleicht, wenn Adam Gott nicht körperlich sondern eher in mentaler Sicht geglichen hätte. So scheint es nicht verwunderlich, dass die anderen Menschen, mit denen Gottes Volk später zu tun haben sollte, seinen Geschöpfen zumindest im Aussehen gleich waren. Deren Damen galten bei den Männern des Volkes teilweise sogar noch attraktiver als die eigenen, was später noch zu wiederholtem Ärger zwischen Gott und seinen Untertanen führen sollte.
Der Naturforscher Charles Darwin hatte zum damaligen Entsetzen der Kirche herausgefunden, dass der Mensch eine Weiterentwicklung des Affen ist und wir wie alles Leben auf der Erde ein Ergebnis der Evolution sind. Sollten wir denn tatsächlich vom Affen abstammen, wäre das allerdings immer noch besser, als wenn wir uns umgekehrt im Zuge der weiteren Evolution selbst zum Affen entwickeln würden. Das wäre fatal, müssten wir uns dann in unserer Entwicklung doch als auf dem Wege zum Affen betrachten. Eine solche Überlegung würde allerdings in der Tat manches menschliche Verhalten erklären.
Viel später hatte Gott Moses den Auftrag erteilt, Buch über seine Werke und die Entwicklung seines Volkes zu führen. Moses hatte als vermeintlicher ägyptischer Prinz eine besondere Ausbildung am Hofe des Pharaos genossen und beherrschte folglich die Hieroglyphen und andere gängige Schriften. So war er prädestiniert für diese Aufgabe und schrieb mit Hilfe weiterer Autoren ein Buch zu diesem ihm vorgegebenen Thema. Dieses Buch berichtet allerdings zum Teil von einer Zeit, in der Moses noch gar nicht lebte und somit nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen konnte. Auch könnte die Verwirrung bezüglich der Schöpfung darauf zurückzuführen sein, dass Moses Gott bei dessen Schilderungen nicht richtig verstanden hat oder es nicht wagte, Gott auf mögliche zeitliche Ungereimtheiten aufmerksam zu machen. Vielleicht hatte er durch die Bürde seiner Aufgaben als Führer des Volkes auch nicht die nötige Muße, um sich nähere Gedanken in dieser Richtung zu machen. Zumal er seine Israeliten nicht zu lange allein lassen durfte, was ihm keine Zeit ließ, sich intensiv mit anderen Dingen zu beschäftigen.
Nach Moses’ Tod übernahmen spätere Zeitgenossen die Fortsetzung der Berichterstattung und schrieben unter seinem Namen weitere Bücher. Unter Missachtung aller Autorenrechte nannten sie ihre Werke »Bücher Mose«, obwohl Moses schon lange vorher verstorben war und an den Büchern gar nicht mitgearbeitet haben konnte. Wegen des Bekanntheitsgrades Moses spielten wohl Überlegungen hinsichtlich späterer Vermarktung eine Rolle, denn diese Bücher gehören auch heute noch zu den Bestsellern der christlichen Literatur. Dabei kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass bei der Gelegenheit eine gewisse Überarbeitung auch des ersten Buches Moses erfolgte, wodurch uns verschiedene Aussagen irreführend erscheinen. Wir sind trotz endloser Versuche ohnehin nicht in der Lage, solchen Überarbeitungen auf die Spur zu kommen und fahren am besten mit dem fort, was (angeblich) Moses uns überliefert hat. Wenn er schon Gottes besonderer Vertrauensmann war, warum sollten wir denn die von ihm wiedergegebenen Anweisungen Gottes anzweifeln? Außerdem geht es in dem vorliegenden Buch nicht darum, irgendwelche Beweise zu erbringen, sondern vielmehr aufzuzeigen, wie die Menschen mit den ihnen von Gott gegebenen Fähigkeiten umgegangen sind.
Die Diskussion um die Existenz Gottes erinnert an einen Artikel, der vor vielen Jahren in der Zeitschrift »New York Sun« erschien. Darin beantwortet der Redakteur die Frage eines kleinen Mädchens, ob es den Weihnachtsmann gäbe, da ihn noch niemand je gesehen hätte. Man könne alles, so der Redakteur, naturwissenschaftlich begründen und nur an das glauben was man sieht. Daneben aber gäbe es eine unsichtbare Welt, die unser Leben erst lebenswert macht. Auch der Weihnachtsmann ist Teil dieser unsichtbaren Welt.
Warum also nicht auch Gott? Etwas nicht zu sehen, heißt doch nicht, etwas nicht glauben zu können. Wenn wir nur das sehen, was wir sehen wollen, wird uns vieles entgehen. Gott hatte sich entschlossen, sich nicht in Persona zu zeigen. Selbst seinem getreuen Moses zeigte er nur seinen Rücken oder sich als brennender Dornbusch und den wandernden Israeliten während des Tages als Wolke und als Feuerschein während der Nacht. Selbst, wenn er bei Jacob oder Abraham eine Ausnahme gemacht haben sollte, gilt das nicht für uns normale Menschen. Moses hat das einmal klargestellt, indem er verbot, Gott in Bildern darzustellen. Trotzdem haben Christen sich in ihren Vorstellungen ein bestimmtes Bild von ihm als »Alter Mann mit Bart und weißem Haar« gemacht. Diese höchst menschliche Verbildlichung hängt wohl damit zusammen, dass Adam angeblich nach Gottes Ebenbild geschaffen wurde, beide sich folglich ähnlich sahen und wir als Adams Nachkommen ebenfalls deren Aussehen haben müssten. Eine solche Vermessenheit zeigt, dass wir bei unserer Selbsteinschätzung offensichtlich keine Grenzen kennen. Es bleibt jedem von uns überlassen, ob wir unsere Existenz nach wissenschaftlichen Naturgesetzen oder an einer höheren Instanz ausrichten. Unsere Einstellung zu Gott ist ohnehin eine rein persönliche Angelegenheit eines jeden Einzelnen. Egal wie, wir Menschen brauchen für unser Zusammenleben eine Grundordnung und die ist für viele nun einmal mit dem Glauben an das Wirken einer ordnenden Macht auf der Grundlage der zehn Gebote untrennbar verbunden. Auch Gemeinschaften anderen Glaubens haben ihrem Zusammenleben eine ähnliche Struktur zugrunde gelegt.
Frühere Umweltkatastrophen hatten die Erde weitgehend oder gänzlich unbewohnbar gemacht, was nicht nur die Dinosaurier zu spüren bekamen. Bereits zu dieser Zeit muss Gott sich über den chaotischen Zustand des Universums gewaltig geärgert haben. Eines Tages platzte ihm daher der Kragen, als er sich wegen der Dunkelheit in der Welt nur schwer zurechtfinden konnte. Er beschloss daher, diese Wüstenei bewohnbar zu machen und so eine ausreichende Lebensgrundlage für ihre zukünftigen Bewohner zu schaffen. Das war schwer genug, wie sich später herausstellte. Immerhin hatte Gott, der bekanntlich alles kann, sechs ganze Tage dazu gebraucht und musste den siebenten Tag dazu verwenden, um sich nach den Strapazen wieder auszuruhen. Den Himmel ließ er in weiser Voraussicht für die Menschen nicht zugänglich, um diese seine Wohnstätte, als Rückzugsort für sich auch zukünftig zu sichern. Ob er sich schon damals entschloss, zumindest ehemaligen irdischen Geschöpfen den Aufenthalt im Himmel zu erlauben, wird nicht berichtet. Obwohl uns das Privileg Gottes hinreichend bekannt sein dürfte, versprechen wir in unserer Vermessenheit unseren Damen spätestens bei dem Vorbringen eines Hochzeitsantrages den Himmel, zumindest den Himmel auf Erden. Anlässlich der Hochzeit wird dann gar von einem siebenten Himmel gesprochen, der sich Erzählungen zufolge am äußersten Rand des Universums befinden soll; also mehr geht nicht! Die so angebeteten Damen sind jedoch in der Regel von diesem Versprechen so gerührt, dass dessen Unwahrheit keine Rolle spielt.
Nachdem somit das »Warum« der Schöpfung geklärt ist, stellt sich nun die Frage nach dem »Wie«. Die Überlegung hierüber zeigt uns deutlich die Fähigkeiten Gottes und vor allem sein kluges und strategisch durchdachtes Vorgehen. Sehr praktisch schuf er zunächst einmal das Tageslicht und die Nacht. So konnte er seine Arbeit besser übersehen und anschließend beruhigt schlafen gehen. Soweit können wir noch folgen. Auch noch, wie er es schaffte, das Wasser vom Land zu trennen. Da haben die Küstenbewohner und insbesondere die Holländer es zu einem erstaunlichen Können gebracht, wenn auch in wesentlich kleinerem Umfang. Nun war der Anblick, der sich Gott jetzt bot, allerdings nicht besonders erfreulich, sodass er beschloss, die Erde zu begrünen. Leider reichte die Saat nicht für die ganze Erde aus, weswegen einige Teile auch heute noch Wüsten sind. Auch mit der Begrünung der Berge und der Polkappen gab es Probleme. Dennoch kann diese gärtnerische Arbeit als gelungen bezeichnet werden.
Um das Ganze auch außerhalb der Erde attraktiv zu machen, schuf Gott die Himmelskörper. Dieses führt unter Wissenschaftlern zu Überlegungen, ob er bei dieser Gelegenheit auch auf anderen Gestirnen uns gleichende Lebewesen geschaffen haben könnte, vorausgesetzt, dass Gott überhaupt dergestalt tätig gewesen ist. Seit vielen Jahren und mit einem unerhörten Aufwand wird danach gesucht und sei es, dass es sich möglicherweise um ganz andere Lebewesen handeln könnte. So bescheiden sind wir Menschen bei der Suche nach Unseresgleichen geworden. Vielleicht wäre es ohnehin nicht gerade vorteilhaft, tatsächlich auf solche zu stoßen, die für uns Erdenbewohner zu einer Gefahr werden könnten.
Gott hatte bei seiner Schöpfung vermutlich die Erde als Experimentsobjekt gewählt. Wir Menschen verwechseln diese kleine Erde gerne mit der Welt, wenn wir die Erde meinen. Es gibt das weltliche Leben, Weltrekorde, Weltkriege und noch viele weitere Begebenheiten, die sich auf der Erde abspielen, in unserem Sprachgebrauch jedoch mit »Welt« bezeichnet werden. Eine solche Vermessenheit scheint den Menschen eigen zu sein, obwohl jeder die Widersprüchlichkeit solcher Behauptungen erkennen müsste.
Wenn es einem Sportler zum Beispiel gelingt, einen neuen Rekord im Hochsprung aufzustellen, heißt es, er hätte einen »Weltrekord« aufgestellt. Wo doch jeder weiß, dass auf dem Mond wesentlich höhere Sprünge möglich sind. Aber hat trotz dieses Wissens einmal jemand von einem Erd- oder einen Mondrekord gesprochen? Nein, uns als Mittelpunkt des Universums zu sehen, erhöht unser eigenes Wertgefühl.
Als nächstes kamen bei Gottes Schöpfungsaktivitäten die Fische und Vögel an die Reihe. Auch dieses ist eine strategische Meisterleistung. Man stelle sich nur vor, diese Schaffensperiode hätte vor der Entstehung von Erde und Wasser gelegen. Die ganze Arbeit wäre umsonst gewesen. Nachdem die Erde nun entsprechend zubereitet war, konnte Gott dann auch mit der Schöpfung der Tiere und Pflanzen beginnen.
Ob er sich als Höhepunkt seines Schaffens, oder, weil er die Menschen zunächst schlicht vergessen hatte, an deren Herstellung machte, ist uns nicht bekannt. Auf jeden Fall stellte sich die Schaffung von Adam und seiner Frau als nicht besonders gelungen heraus, wie sich im Folgenden schnell zeigen sollte. Das begann mit der Wahl des Materials, aus dem Gott Adam schuf. Vielleicht reichten seine praktischen Fähigkeiten im Gegensatz zu seinen gestalterischen nur aus, um aus dem Lehm einen Menschen zu schaffen, über dessen Unvollkommenheit und die seiner Nachkommen er sich später noch ständig ärgern musste.
Also schuf Gott Adam! Das soll, wie bei Wikipedia nachzulesen am 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung gewesen sein, wie der mathematisch begabte irische Bischoff Ussher in seiner vermutlichen Einsamkeit auf einer abgeschiedenen Insel errechnet hatte. Eine solche Einsamkeit war nichts für Adam. Außerdem bedurfte es auch für ihn eines Zweiten, um als Erster gelten zu können. Das erkannte auch Adam und so entwickelte er sehr schnell das bis heute bei Männern vererbte Verlangen nach einer Frau. Ohne diese war Adams Meinung nach selbst ein Aufenthalt im Paradies nicht lebenswert. Was die Bibel nicht berichtet, ist der für Adam ärgerliche Umstand, dass Eva offensichtlich bereits eine Vorgängerin hatte. Nach jüdischem Glauben nahm sich Gott wie bei Adam einen weiteren Klumpen Lehm und formte daraus eine Frau. Lilith, über die in dem jüdischen Talmud berichtet wird, war eine Frau, die Adam insbesondere auf sexuellem Gebiet alles abverlangte. So in seiner paradiesischen Ruhe gestört, beklagte er sich nach einiger Zeit solange bei Gott, bis dieser ein Einsehen hatte und Lilith aus dem Paradies verbannte. Seitdem irrt diese arme Frau als Dämon durch die Welt. Die Lehre daraus für uns Menschen: lieber etwas enthaltsamer sein, dafür aber entspannter leben!
Mit den Beschwerden über seine Exfrau gab sich Adam allerdings nicht zufrieden und forderte Ersatz. So schuf Gott ihm eine neue, nämlich die uns aus der Bibel bekannte Eva. Damit diese nicht behaupten konnte, aus demselben Lehmmaterial wie Adam zu stammen, bot dieser ihm als Material eine seiner Rippen an. Das war klug gedacht, denn so konnte er der von Lilith damals beanspruchten Gleichberechtigung entgehen. Das machte für Gott die Herstellung zwar etwas schwieriger, aber dennoch mit einem für ihn zufriedenstellenden Ergebnis. Zum Leidwesen von Eva war sie damit allerdings aufgrund dieser ausgeklügelten Taktik Adam untertan. Dass Adam trotz seiner Erfahrung mit Lilith mit den Vorzügen der Weiblichkeit noch nicht besonders vertraut war, zeigt sein Wunsch an Gott, die neue Gefährtin »Männin« nennen zu dürfen. Gott jedoch bestand darauf, dass Adam nun nicht übertreiben solle und die von ihm gewollte Geschlechterordnung zu beachten hätte. Seine Nachfolger nahmen diese Festlegung gern auf, und legten den Wert eines Mannes auf das Doppelte des Wertes einer Frau fest. Allerdings bedeutete das für die Männer, dass von dieser Werteinschätzung auch die Höhe ihrer jeweiligen Opfergaben abhing.
Als die Griechen sich eines Tages mit der Entstehung von Eva beschäftigten, sahen sie sich in ihrem ästhetischen Empfinden verletzt. Eine aus einer Rippe geformte Frau entsprach nicht unbedingt ihrem Schönheitsideal. Dem kam die aus dem Meeresschaum entstiegene Aphrodite schon deutlich näher. So statteten sie diese mit einer alles überstrahlenden Schönheit aus. Auch konnte es aus ihrer Sicht nicht angehen, dass Aphrodite sich einem Mann unterordnen sollte. Also wurde sie zusätzlich zu einer Göttin befördert. Unsere Damen heutzutage versuchen, der Schönheit Aphrodites nachzueifern, was der Kosmetikindustrie zu einem wirtschaftlichen Erfolg verhilft, den Herstellern von Spiegeln und Waagen jedoch Probleme bereitet. Auch wird nicht berichtet, ob die Schönheit Aphrodites ihr wie ihrer biblischen Konkurrentin Eva den Weg in das Paradies ermöglicht hätte. Auf jeden Fall erhielt sie das Privileg von Zeus, als dessen Verwandte im Olymp wohnen zu dürfen, was auch nicht ganz schlecht war.
Als Gott nun mit seiner Arbeit fertig war, besah er sich noch einmal sein Gesamtwerk und befand, dass es gut geraten sei und er sich nun zunächst einmal von der Schöpfungsarbeit erholen könne. Diese muss doch ziemlich anstrengend gewesen sein, weil er als Ersatz für Lilith Evas wegen noch eine Sonderschicht einlegen musste. Um Adam und Eva nicht gleich mit den Widrigkeiten eines irdischen Lebens zu konfrontieren, schuf Gott ihnen mit dem Paradies einen in jeder Hinsicht erfreulichen Aufenthaltsort. Dieser Garten bot ihnen alles, was sie zu einem sorglosen Leben brauchten. Kleidung war wegen des stets schönen Wetters nicht nötig und Nahrung gab es genug. So stellt man sich heute ein sorgloses Leben vor. Während Gott sich von seiner Arbeit erholte, musste er leider seine Aufsicht über Adam und Eva vernachlässigen, was zu Evas Ungehorsam führte. So kam es, wie es kommen musste, wenn Übermut und Unvernunft das Leben bestimmen: eine Erkenntnis, die leider auch noch im heutigen Leben gilt.
In Marc Twains »Adams Tagebuch« kann nachgelesen werden, dass Adam, der eigentlich nur seine Ruhe haben wollte, sich beklagte, dass er und alle anderen im Paradies anwesenden Lebewesen ständig von Eva bevormundet würden. So dauerte es nicht lange, bis Eva vollends übermütig wurde und gegen ein ausdrückliches Verbot Gottes verstieß. Und das alles nur wegen eines Apfels! Da kann es nicht trösten, dass die Schlange als verführende Übeltäterin auch heute noch zur Strafe auf dem Bauch kriechen muss. Wie dem auch sei, das schöne Leben war vorbei, und Adam und Eva wurden nun sittlich in Kleider gesteckt und mit dem Auftrag »Seid fruchtbar und mehret euch!« zur »Zwangsarbeit« aus dem Paradies verbannt. Bei dieser Gelegenheit erteilte Gott ihnen den von uns Menschen häufig missverstandenen Auftrag, sich alles auf der Erde untertan zu machen. Ob Adam sich bei Gott über die Strafe beklagte, weil er doch eigentlich unschuldig sei, oder ob er darauf verzichtete, weil Eva ihm mittlerweile so ans Herz gewachsen war, dass er nicht ohne sie sein konnte, wird nicht berichtet. Letzteres wäre ein schönes Zeichen von Treue gewesen.
So mussten beide das Paradies verlassen und sich von ihrer Hände Arbeit ernähren. Bei der Gelegenheit beschloss Gott, dass auch deren Nachkommen die begangene Sünde zu büßen hätten. So hat Gott auch für uns Menschen die Arbeit erfunden, was doch eine sehr harte Strafe nur wegen eines lang verjährten Diebstahls eines einzigen Apfels darstellt. Man kann diese Strafe für uns Menschen durchaus als lebenslänglich bezeichnen, beginnt sie doch schon mit der erzieherischen Vorbereitung im Kindergarten und endet erst, wenn wir das Rentenalter erreicht haben.
Wir Menschen haben zumindest zu Lebzeiten keine Chance, wieder ins Paradies zu kommen, weil Gott eine strenge Bewachung davor gesetzt hat. Als Trost für uns Menschen möge Jesus’ Zusage gelten, dass uns am Ende aller Tage bei entsprechendem Verhalten doch noch die Gelegenheit zur Rückkehr in das Paradies gegeben werden soll. Nur heißt es, solange durchzuhalten. Sollten wir anlässlich des Jüngsten Gerichts auch Adam und Eva begegnen, wäre das eine gute Gelegenheit, deren Vergehen und die Folgen für uns noch einmal anzusprechen.
Offensichtlich gilt dieses Paradiesverbot nicht für Moslems, die in dieser Beziehung eine Sonderrolle zu spielen scheinen. Wie soll man sich sonst erklären, dass ein islamistischer Selbstmordattentäter angeblich für seine Tat mit der Gesellschaft von zweiundsiebzig Jungfrauen im Paradies belohnt werden soll? Sollte Gott etwa vergessen haben, dass er das Paradies als einen Ort der Harmonie geschaffen hatte? Oder war er etwa der Meinung, dass die ehemaligen Terroristen nach Erledigung ihrer Mordtaten zu lammfrommen Wesen mutieren würden? Um eine gewisse Ordnung einzuhalten, sind Cherubine von Gott als Wache vor dem Paradiestor platziert. Vom Eingangstor aus dem Treiben im Garten tatenlos zuzusehen, muss für diese eine besonders anstrengende Aufgabe gewesen sein. Wenn Gott seinen Engeln gegenüber nicht so streng gewesen wäre, hätte er ih...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Motto
- Einleitung
- Das Verhalten zu biblischen Zeiten
- Das Verhalten danach
- Das Verhalten heute
- Das Verhalten In Zukunft
- Anlage: Handelnde Personen
- Danksagung
- Der Autor
- Weitere Informationen
- Impressum
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