102 Gedichte und Lieder von 30 verschiedenen Autoren/-innen in einem Buch, das kommt nicht alle Tage vor. Wenn auch noch alle Texte das gemeinsame Ziel haben, aufzudecken, aufzurütteln, zum Nachdenken und zum Handeln anzuregen, dann können nur Rote Socken dahinter stecken.So ist es bei der vorliegenden ersten Ausgabe der Edition American Rebel, die wie die gleichnamige Online-Zeitung, ihren Namen vom amerikanischen Rebell Dean Reed hat.Die 30 Autoren/-innen sind so verschieden wie ihre Themen. Da findet sich der Lehrer mit Berufsverbot neben dem österreichischen Komponisten und Liedtexter - die 93-jährige brandenburgische Kommunistin neben dem persischen Poeten, der seit drei Jahren in Deutschland lebt - und die Hamburger Mutter von drei Kindern, die in ihrer kleinen Küche für Obdachlose kocht neben dem ehemaligen NVA-Soldaten aus dem Gänseblümchenland.Profis und Laien spendeten für dieses Buch ihre Texte. Der Reinerlös aus dem Verkauf der Sammlung wird ausschließlich für die Arbeit des Dean-Reed-Archivs Berlin und der Online-Zeitung American Rebel verwendet.

- 140 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
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Information
Anders Mærsk
Erzählst du von der Anders Mærsk
Dann nenne sie nie Unglückschiff
Weil der Tod von 28 Kollegen
Kein unglücklicher Zufall ist.
Es ist der 13. Januar,
Zu Beginn der zweiten Schicht
Die Turbine dröhnt beim Probelauf
70 Mann sind auf dem Schiff.
Erst volle Kraft dann Überdruck
Keiner weiß ob der Kessel hält
Doch alle Arbeit an Bord muss weiter gehen
Denn Zeit ist ja bekanntlich Geld.
Dann platzt ein Rohr, 2000 Grad
Der Überdruck wird frei
Ich spüre die Glut, wer nicht fliehen kann
Wird gekocht beim lebendigen Leib.
Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern
Auch du kannst so verkochen, du kannst ebenso krepiern
Sie reden stets von Sicherheit und meinen nur ihr Geld
Weil ein Arbeiterleben für sie gar nicht zählt.
Gesicht und Hände nur rohes Fleisch
So trägt man mich auf den Kai
Es liegen schon zwanzig andere dort
Bei Stöhnen und Schmerzensgeschrei.
Nach der Blaulichtjagd durch die kalte Nacht
Wird uns die letzte Chance verwehrt
Kein Platz auf der Intensivstation
Ein alter Saal wird nur aufgesperrt.
Die Schwestern und Ärzte kämpfen noch
Doch Hoffnung ist gering
Einer nach dem anderen stirbt im Saal
Bis auch ich an der Reihe bin.
Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern
Auch dich lässt man so sterben, es wird sie nicht interessiern
Sie reden stets von deinem Wohl und meinen nur ihr Geld
Weil ein Arbeiterleben für sie gar nicht zählt.
Meine Frau will mich noch einmal sehn
Ein Gesicht habe ich nicht mehr
Sie kann nicht fassen, dass ich hier lieg
Ihre Augen sind tränenleer.
Die Kollegen stehn an meinem Grab
Sie bringen kein Wort heraus
Nur die hohen Herrn können das Maul aufsperrn
Das macht ihnen selbst hier nichts aus.
Meine Frau bekommt für meinen Tod
Vom Werk ein paar tausend Mark
So wird das Verbrechen von Bloom und Voss
Mit einem Kopfgeld abbezahlt.
Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern.
Auch an deinem Grabe werden sie sich nicht genieren
Sie halten Trauerreden und denken nur ans Geld
Weil ein Arbeiterleben für sie gar nicht zählt.
Erzählst du von der Anders Maersk
Dann nenne sie nie Unglückschiff
Weil der Tod von 28 Kollegen
Kein unglücklicher Zufall ist.
Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern
Auch du kannst so verkochen, du kannst ebenso krepiern
Sie reden stets von Sicherheit und meinen nur ihr Geld
Weil ein Arbeiterleben für sie gar nicht zählt.
Elbe 1, 1977
Die AdS-Stadtrundfahrt
Für 20 Euro gebucht und am Postplatz angetreten, begann die geführte Stadtrundfahrt zu Dresdens historischen Orten. Die Begleiterin im Bus erzählte uns, dass August der Starke (AdS) ein gaaaaanz toller Bursche war und dass Dresden ihm sooooooo viel zu verdanken hat. AdS erbaute diesen Park - AdS erbaute dieses prächtige Barockschloss - AdS schenkte den Bürgern Dresdens diese Glocke - AdS baute dieses Palais - AdS baute den Zwinger - AdS hat diese Prachtstraße errichtet - AdS speiste die Armen - AdS baute die Hofkirche - AdS baute dieses Museum - er erbaute das Schloss Pillnitz und das Jagdschloss Moritzburg - AdS - AdS - AdS.
Nach der Fahrt sprach ich die Reiseleiterin, vom Alter und vom Dialekt her zu urteilen eindeutig in der DDR zur Schule gegangen, an und fragte sie: „Und wohin gingen die Bauleute als die chinesische Mauer fertig war?“ Sie antwortete mit dem sächsischen Wort für „Wie bitte“: „Häääää?“ Ich sagte: „Na, der liebe August wird doch all diese Gebäude nicht selber gebaut haben, da gab es doch noch Maurer, Maler, Steineschlepper, Gärtner, Tischler, Dachdecker und Hilfsarbeiter – die haben doch die Arbeit getan...“Sie überlegte kurz und sagte: „Ein interessanter Aspekt, ich werde meinen Chef mal ansprechen und vorschlagen, ihn mit in die Erklärung einzubauen.“
Ich kreuzigte mich symbolisch vor Mitleid und ging.
Fiete Jensen, 2017
Einmal mehr nachgedacht
Unser Land ist reich...
Ein Land voller Fortschritt und Blüte...
Doch die Menschen sind arm... warum?
Unser Land kennt Kriege...
Zwei große hat es verloren...
Doch statt Frieden zu schaffen, liefert es Waffen
Dahin, wo schon Krieg tobt...
Und das wird gelobt?
Unser Land,
Ein Land der Poeten und Erfinder
Überall für seiner Hände Arbeit geschätzt
Und nun ist man entsetzt,
denn im Elend lebt jedes vierte seiner Kinder...
Unser Land kennt jeder:
Pünktlich, fleißig, wortgewandt.
Und nun: Verfall, Verfall auf ganzer Linie, scheint es
mir...
Wer spricht noch mit dem ander’n?
Wer sorgt sich noch um Menschen aus seiner Mitte?
Sollte nicht Zusammenstehen Gebot der Stunde sein?
Hat mancher noch immer nicht die Zeichen der Zeit erkannt?
Blind laufen junge Menschen durch den Tag
Gleichgültig wie nur irgendwas,
Hauptsache Spaß, Freizeit und Konsum...
und nebenbei ein wenig Rowdytum...
Ich frag mich denkt ihr nach?
Der Geist steht auf Genuss,
Die Augen auf Haben statt S...
Inhaltsverzeichnis
- Widmung
- Hinweise
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort: Nico Diener
- Rezension, Vorwort für die 2. Auflage: bebe
- Man müsste...: malcom.z
- Während ich lebe: Susanne Fiebig
- Klage: Antje Potratz
- Der Demokrat: Rene Wolf
- Politiker, die Staaten lenken: Werner Hüper
- Politiker, die Staaten lenken: Rene Wolf
- Kurzer Besuch: Wilfried Bergholz
- Unterwegs: Emko
- Danke, Ernst: Fiete Jensen
- Helden: Klaus Meier
- Der weite Weg zum Kommunismus: Elisabeth Monsig
- Das lächelnde Gesicht: Matthias Wolf
- Solang: Frank Viehweg
- Das Problem: Frank Viehweg
- Die andere Seite vom Schreibtisch: Klaus Meier
- Unsere Angst sind ihre Freunde: Klaus Meier
- Darf man darüber nachdenken?: Elisabeth Monsig
- Deutsche und Griechen: Elisabeth Monsig
- Nicht mehr als: Frank Viehweg
- „Moralpredig“ (Der Hilfeschrei einer Toten): Norbert van Tiggelen
- Die Würde des Menschen: Karl-Heinz Schulze
- El Cantor: Dean Reed
- Kein Alien: Chris Trubartic
- Anders Mærsk: Elbe 1
- Die AdS-Stadtrundfahrt: Fiete Jensen
- Einmal mehr nachgedacht: Matthias Wolf
- Israel: Werner Hüper
- Gegen die Angst: Matthias Wolf
- Schlachthof: Elisabeth Monsig
- Herrlich ist das heutzutage: Elisabeth Monsig
- Der Markt: Elisabeth Monsig
- Einzug ins Paradies: Frank Viehweg
- Brokdorf - Spottlied gegen Stoltenberg: Rotes Sprachrohr, Kiel
- Das Lied der WIBAUerINNEN: Hartmut Barth-Enbelbart
- In mich hineingehört: Matthias Wolf
- Linksradikaldemokratischbolschewis...: malcom.z
- Vaterland: Gerald Schwember
- Kündigung: Norbert van Tiggelen
- Ich möchte nicht mehr zwanzig sein: Elisabeth Monsig
- Soziale Marktwirtschaft: Elisabeth Monsig
- Karl Marx: Elisabeth Monsig
- Land zwischen den Flüssen: Emko
- Wo Freundschaften wachsen: Ilga Röder
- Deutschland und die NSA: Werner Hüper
- Ich möchte...: Susanne Fiebig
- Altersarmut: Norbert van Tiggelen
- Mir ist kalt: Susanne Fiebig
- Letztlich: Frank Viehweg
- Staat und Kirche: Werner Hüper
- Frauentag: Elisabeth Monsig
- Generationskonflikt: Ilga Röder
- Der Bluthund des Kapitalismus: Klaus Meier
- Pessimistische Hoffnung: Bahman Warsdasbi
- Das Wichtigste in dieser Zeit: Elisabeth Monsig
- 15. Januar: Abel Doering
- Das Wahljahr 2017: Elisabeth Monsig
- Die hohen Politiker: Elisabeth Monsig
- Der kleine Erdogan: Ronja Rouge
- Vaterstaat: Elisabeth Monsig
- Bundeswehr: Elisabeth Monsig
- Zweibeinige „Schnüffelschweine“: Elisabeth Monsig
- Wir sind genug für alle: Rene Wolf
- Kirschbaum: Emko
- Du Arschloch Berlin: Ronja Rouge
- Ich träume: Tobias Thiele
- So ist das Ministerleben: Hermann Palmer
- Unerhört: Tobias Thiele
- Man möchte: Max Wolf
- Farewell: Emko
- Wir sind wieder mal Weltmeister: Klaus Meier
- Donald Trump: Werner Hüper
- Glyphosat: Werner Hüper
- Don Quichotte: Frank Viehweg
- Reformen, Reformen: Elisabeth Monsig
- Der goldene Westen: Elisabeth Monsig
- Aus dem Alltag: Susanne Fiebig
- Bush und Trump: Werner Hüper
- Chile: Tommy Sands
- Philosophisches Märchen: Jürgen Eger
- Trump und der Klimawandel: Werner Hüper
- Kohl wird der Kanzler der Einheit gen.: Elisabeth Monsig
- Türken, die in Deutschland leben: Werner Hüper
- Das Gesundheitswesen: Elisabeth Monsig
- Demokratie in Deutschland: Werner Hüper
- Innere VerFührung der Ratten ...: Hartmut Barth-Engelbart
- Nachruf auf Helmut Kohl: Werner Hüper
- Freiheit, lyrisch: Rene Wolf
- Der Wahlkampf hat begonnen: Werner Hüper
- Solidarität: Miclas Lacorn
- Schäubles Haushalt: Werner Hüper
- Die Moritat von Frau von Strolch: Chris Trubatic
- Spitzenreiter: Elisabeth Monsig
- Die Interbanale: Rene Wolf
- Cool und Uncool: Norbert van Tiggelen
- Schöne Frohe Botschaft, frohes Herz: Hartmut Barth-Engelbart
- Das Wohl unserer Kindeskinder: Elisabeth Monsig
- Frühling 2017: Lutz Kaminsky
- Die Lebensmittelindustrie: Werner Hüper
- Alptraum: Norbert van Tiggelen
- Verträglicher Kapitalismus?: Elisabeth Monsig
- Ich wünschte, ich wäre unsterblich: Klaus Meier
- Das letzte Lied: Heinz R. Unger
- Die Autorinnen und Autoren
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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