Ihre Expeditionsreise
Stellen Sie sich ein komfortables Hotel vor, mit beeindruckenden Ausblicken von jedem Fenster, einer hervorragenden Küche, und einer Vielzahl von Einrichtungen, wie einer gut ausgestatteten Bibliothek und einem grosszügigen Vortragsraum. Dann bewegen Sie dieses Hotel jeden Tag zu einem neuen, interessanten Ort, fügen ein Team erfahrener Experten aus der ganzen Welt hinzu, stellen sich aufregende Erlebnisse vor, wie die Begegnung mit Walen und Robben, oder Ausflüge mit Schlauchbooten - und Sie bekommen eine erste Idee Ihrer Expeditionsreise in die Arktis.
Zugegeben, eine solche Expeditionsreise kann eine gewisse Herausforderung sein. Eines der Probleme im Mittsommer der Polargebiete ist zum Beispiel ständiges Tageslicht. Nicht, dass Sie nicht schlafen könnten – vielmehr ist die Frage, ob Sie schlafen wollen. Selbst nach einem Tag voller aufregender Erlebnisse, während sich das Schiff auf dem Weg zu seinem nächsten Ziel befindet, haben Sie das Gefühl, Sie könnten etwas verpassen: noch ein Eisberg, noch ein letztes Foto von der atemberaubenden Szenerie, oder noch einmal auf der offenen Brücke vorbeischauen…
Ein typischer Tag Ihrer Erlebnisreise – wenn es so etwas überhaupt gibt – beginnt mit einer freundlichen Durchsage Ihres Expeditionsleiters und dem Frühstück. Am Abend vorher wurden die Pläne des heutigen Tages besprochen, und ein schriftliches Programm auf die Kabinen verteilt. Kurz nach dem Frühstück könnte ein erster Vortrag stattfinden, oder aber Sie nutzen die Gelegenheit, Ihr schwimmendes Zuhause dabei zu beobachten, wie es sich seinen Weg zum nächsten Ziel bahnt. Dann kommt die Durchsage, sich bereit zu machen – Parka, Gummistiefel, wasserdichte Hose - Ihre Ausrüstung liegt bereit, und die erste Anlandung Ihrer Erlebnisreise kann beginnen!
Ihr Schiff hat eine Anzahl von Schlauchbooten, so genannte Zodiacs, mit denen jeder schnell und sicher an Land gebracht werden kann. Zunächst sind Sie vielleicht noch ein wenig skeptisch und fürchten um Ihre Kamera, aber bald werden diese Anlandungen zur Selbstverständlichkeit.
Viele Ihrer Mitreisenden bleiben für die ganze Zeit an Land – je nach Fahrplan und Wetter zwischen zwei und fünf Stunden – andere kehren bereits früher zum Schiff zurück. Oft werden unterschiedliche Programme angeboten: lange und kürzere Wanderungen, Zodiacrundfahrten und Anlandungen. Alle Aktivitäten in der Arktis sind abhängig von den Wetter- und Eisverhältnissen, die sich schnell ändern können.
Vor dem Mittagessen haben Sie Zeit zum Umziehen, vielleicht aber unterbrochen von einigen Walen oder einem besonders grossen Eisberg. Komfortables Reisen mit einem Hauch von Abenteuer – eine Erlebnisreise in die Arktis verbindet beides in idealer Weise.
Am Nachmittag könnte es eine zweite Anlandung geben, oder eine weitere Zodiacrundfahrt, vorbei an Eisbergen und Robben. Wie auch immer – beim Abendessen herrscht mit Sicherheit kein Mangel an Gesprächsstoff. Gemütlich trifft man sich ohne feste Tischordnung mit Reisenden aus aller Welt.
Die Abende sind zum Ausruhen da. Aber nicht immer. Natürlich kann man sich ein gutes Buch nehmen, noch ein wenig mit den Mitreisenden in der Bar sitzen, oder einen Film ansehen. Aber es gibt Alternativen: wie wäre es mit einem Besuch auf der Brücke, einem Spaziergang an Deck, oder noch einem Foto? Eine Expeditionsreise in die Arktis bleibt ein unvergessliches Erlebnis.
Longyearbyen
Die einzige grössere Ansiedlung auf Spitzbergen ist auch das administrative Zentrum des gesamten Svalbard Archipels.
Von hier beginnt Ihre Expeditionsreise in dieser Region.
Franz Josef Land
Diese zu Russland gehörende Inselgruppe ist eine kaum erforschte Welt aus steil aufragenden Bergen, riesigen Gletschern und sich endlos ausdehnendem Packeis. Der Archipel wurde erst 1873 durch die berühmte Tegetthof Expedition unter Weyprecht und Payer entdeckt und nach Kaiser Franz Josef I von Österreich benannt.
Bis heute ist die Inselgruppe ein sehr selten besuchtes Reiseziel.
Tipps für bessere Bilder
In den abgelegenen Polargebieten ist Fotografieren eine ganz besondere Herausforderung. Prüfen Sie Ihre Ausrüstung vor Abreise, und machen Sie sich mit allen Funktionen vertraut. Nehmen Sie immer zusätzliche Batterien mit, und doppelt so viele Speicherkarten oder Filme wie ursprünglich geplant. Schützen Sie Ihre Ausrüstung gegen die Witterung, und vor allem gegen Spritzwasser. Reinigen Sie Kamera und Objektive nach Gebrauch sorgfältig, und achten Sie auf Kondensation, wenn Sie von der Kälte zurück in die Wärme kommen.
Mehrere Objektive von ca. 35–300mm Brennweite geben Ihnen grössere Flexibilität bei Landschafts- und Tieraufnahmen. Wenn Sie oft mit Teleobjektiven fotografieren, sollten Sie zudem die Verwendung eines Stativs in Erwägung ziehen. Zoomobjektive gibt es mittlerweile in sehr guter Qualität, z.T. mit Bildstabilisatoren, so dass meist die Verwendung eines Weitwinkel-Zooms und eines Tele-Zooms praktischer ist als die Mitnahme vieler einzelner Objektive. Vermeiden Sie zu schwere und sperrige Ausrüstung die Sie letztlich beim Fotografieren nur behindert.
Moderne Digitalkameras mit Wechselobjektiven bieten heute fast alle Vorteile einer analogen Spiegelreflexkamera, zudem haben Sie die Möglichkeit, Ihre Bilder sofort zu betrachten. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihre Speicherkarten genügend Kapazität haben, bzw. dass Sie die Bilder regelmässig auf Ihren Computer oder Speichermedium herunterladen können.
Fotografieren im Eis: Jeder Belichtungsmesser ist auf ein sog. «Allgemein-Motiv» mit einem durchschnittlichen Reflexionswert von ca. 18% des einfallenden Lichtes geeicht. Sollte das Motiv gänzlich von Schnee und Eis ausgefüllt sein, dann werden bis zu 90% des einfallenden Lichtes reflektiert. Deshalb müssen Sie eine Belichtungskorrektur vornehmen, um den viel höheren Reflexionsgrad (insbesondere bei Sonne) im Vergleich zur Eichung Ihres Belichtungsmessers auszugleichen.
Um also keine unterbelichteten Bilder aufgrund einer zu weit geschlossenen Blende entstehen zu lassen, sollten Sie die Blende und/oder Verschlusszeit korrigieren. Probieren Sie es aus, aber denken Sie daran die Korrektur anschliessend wieder herauszunehmen!
Achten Sie immer darauf, sich Tieren nicht in einer Weise zu nähern oder zu fotografieren welche diese zu einer Änderung ihres natürlichen Verhaltens veranlasst. Halten Sie also immer die vorgegebenen Abstände ein, umringen Sie die Tiere nicht, und versperrren Sie niemals den Fluchtweg zum Wasser. Ein ausreichender Abstand dient auch Ihrer eigenen Sicherheit!
Begeben Sie sich beim Fotografieren von kleineren Tieren am besten auf gleiche Höhe, und benutzen Sie ein Teleobjektiv in Kombination mit einem Stativ. Sie erhalten damit nicht nur eine bessere Perspektive, sondern vermeiden auch eine mögliche Störung. Verschaffen Sie sich bei grösseren Brutkolonien zunächst einen Überblick über das Geschehen und mögliche Motive, statt einfach in die Tiere hinein zu fotografieren. Verlassen Sie sich auch hier nicht alleine auf die automatische Belichtungsmessung sondern experimentieren Sie mit Blende und Verschluss.
Einer der wichtigsten Fototipps: Lassen Sie sich Zeit, und bringen Sie viel Geduld mit. Fotografieren ist letztlich nichts anderes als Arbeiten mit Motiven und Licht - und die ideale Kombination von beidem braucht Zeit. Die beste Ausrüstung hilft nichts, wenn Ihnen die nötige Geduld fehlt, auf den passenden Moment zu warten. Dies gilt insbesondere für die Polargebiete mit ihren plötzlichen Wetteränderungen.
In der Arktis ist es empfehlenswert, wenn vorhanden, ein Makro-Objektiv mit auf die Reise zu nehmen. Sie werden überrascht sein, wie vielfältig die Flora sich in dieser Region zeigt. Nur ist alles sehr klein und Sie müssen vor dieser Pracht mindestens «auf die Knie gehn». Belohnt werde Sie mit schönen Fotos, die in Ihrem Album für Abwechslung sorgen.
Liebe Gäste der Arktis
Die „Association of Arctic Expedition Cruise Operators“ (AECO) ist ein internationaler Zusammenschluss von Veranstaltern von Expeditionskreuzfahrten in arktische Gebiete. Unser Ziel ist es, Expeditionsreisen in der Arktis unter grösstmöglicher Berücksichtigung der sensiblen Umwelt, heimischen Kultur und historischen Stätten durchzuführen, sowie Sicherheit auf See und an Land zu gewährleisten.
Bleiben Sie fit und gesund
Bedenken Sie die üblichen Probleme, die eine Reise mit sich bringt, wie eine Umstellung der Ernährung, Sonnenbrand oder Seekrankheit. Wenn Sie regelmässig bestimmte Medikamente einnehmen müssen, packen Sie diese in ausreichender Menge ein und nehmen Sie einen Brief ihres Hausarztes mit, der diese Gesundheitsprobleme beschreibt, damit der Arzt an Bord des Schiffes im Notfall schnell richtig reagieren kann. Am besten packen Sie wichtige Medikamente doppelt in verschiedene Handgepäckstücke. Lebenswichtige Medikamente gehören auch auf jeden Landgang, verpackt in einem Beutel.
Impfungen
Im Moment sind keine speziellen Impfungen für die Länder nötig, die Sie auf Ihrer Expeditionsreise besuchen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, um sicher zu stellen, dass Standardimpfungen, wie z.B. gegen Tetanus, Hepatitis A und auch Grippe, wirksam sind.
Seekrankheit
Rechnen Sie immer mit rauher See. Sollten Sie anfällig für die Seekrankheit sein, sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Arzt über eine mögliche medikamentöse Behandlung und deren Nebenwirkungen. Um die Seekrankheit zu lindern, vermeiden Sie Alkohol, Zigaretten und enge Räume. Sie werden sich auch besser fühlen, wenn Sie eine Kleinigkeit, wie Crackers oder Toast, gegessen haben. Wenn Sie einmal seekrank sind, werden Tabletten nur noch von geringem Nutzen sein. Der Schiffsarzt kann Ihnen dann eine Injektion geben.
Am besten beginnen Sie mit der Einnahme der Tabletten am Abend vor der Schiffsreise. Nach ein paar Tagen hat sich der Gleichgewichtssinn an die Bewegung des Schiffes gewöhnt und weitere Tabletten sind meist nur noch bei hohem Seegang nötig. Auch die Tropenwurzel Ingwer soll bei manchen Wunder bewirken.
Was auf einem Expeditionsschiff oft nicht vorhanden ist
- Röntgenstation
- Zahnarzt
- Anästhesie
- Bluttransfusion
- Chirurgie
Muss ich in guter gesundheitlicher Verfassung sein?
Ja. Arktis-Reiseveranstalter werden Ihnen ein Formular geben, das über Ihren gesundheitlichen Zustand informieren soll, und das Ihr Hausarzt unterschreiben muss. Da Sie in ein abgelegenes Gebiet mit ein...