Lied der Jahreszeiten
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Lied der Jahreszeiten

Sonettenkranz

  1. 72 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Lied der Jahreszeiten

Sonettenkranz

Über dieses Buch

Wie die Erde um die Sonne kreist, wie es Tag und wieder Nacht wird, wie der Winter dem Frühling weicht - so liest sich der Sonettenkranz. Aus der Starre des Winters entsteht neues Leben, das dort reifen kann, wo es geschützt und liebend erwartet wird. Vom Aufbrechen des Eises, von der Gefühlskälte, die das Sterben in sich trägt, von tröstender Wärme und dem alles verzehrenden Feuer eines heißen Sommertages bis hin zur Ernte, die auch der Schnitter hält, erzählen die 60 Sonette. In vier Abschnitten mit je einem Meistersonett zu einem Kranz gebunden, geben sie wieder, was uns im Jahreskreislauf begleitet; wiederkehrend, erneuernd, auftrumpfend, streitbar, versöhnlich, vergänglich.

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Information

Jahr
2019
ISBN drucken
9783749432431
eBook-ISBN:
9783749457984
Auflage
3
Thema
Poesie

Herbst

Die Spinnen sind es,
die sich treiben lassen, die Brut
war ganz in Seide eingesponnen
I
Des Südens Sonne wird nun weichen müssen,
sie, die im Überfluss uns Lebenswärme schenkte,
das Spiel, das Wachsen, Werden lange lenkte
mit ihren überhitzten tollen Liebesküssen.
Als Abschiedsgruß winkt noch ihr goldner Schein,
der übertüncht das Land mit warmen Streifen,
in denen Korn und Früchte vollends reifen;
die hohe Zeit, sie wird uns unvergessen sein.
Noch scheint ihr Licht durch dichtes Laub,
doch hier und da setzt schon die Färbung ein.
Der Schrei der wilden Gänse macht uns taub.
Hagebutten leuchten fett in ihren Hecken,
Stechäpfel stehen prall am Wiesenrain
und Igel fressen wohlgenährte Schnecken.
II
Letzte Strahlen versüßen uns die Trauben,
sie hängen weiß und blau an dünnen Stielen.
Die frühen Pflaumen wurden reif und fielen
in die flammend orangen Kapuzinerhauben.
Zur Reifung braucht ein jedes seine eigne Zeit.
Solange noch das Füchslein an Mamas Zitze hängt,
wird keiner Gans von ihm ein Federchen verrenkt.
Und der Winterapfel ist lang noch nicht so weit.
Unreifes wird oft zum Zeitvertreib gepflückt,
des Spielens überdrüssig liegts am Wegesrand
im Staub der Straße, vergessen und zerdrückt.
Dem man die Kinderschuhe zu früh entrissen hat,
der wird bei der Suche nach seinem Lebensband
alleine von den Mühen dieser Suche matt.
III
Wein rankt sich purpurrot um Gartenlauben,
ein Pärchen hat sich dort heimlich eingeschlichen.
Kommt der Abenddämmer, ist der Tag gewichen.
Der kühle Wein soll ihre Sinne rauben.
Sie heben ihre Gläser, trinken auf das, was war:
Ein Leben voller Leben; und nichts davon bereut.
Ins Klirren der Kristalle dringt fernes Abendgeläut;
die Liebe währt schon bald an die sechzig Jahr.
Der Laube gegenüber steht ein bewohntes Haus;
die darin heute wohnen, brauchen sie nicht mehr.
Das Licht in allen Fenstern sieht so lebendig aus.
Jetzt legen sie sich Decken auf die Laubenbank,
er nimmt sie in die Arme und zieht sie zu sich her;
gemeinsam trinken sie den letzten goldnen Trank.
IV
Eichhörnchen suchen überall nach Nüssen,
die reif und schwer vom Baum gefallen sind;
erfolgreich wehrten sie sich, bis der Wind
vom Zweig sie riss mit seinen rauen Küssen.
Für viele ist die Schonzeit jetzt vorbei.
Im Morgennebel stehen graue Schatten,
die sich des Nachts sehr gut verborgen hatten.
Das Fieber auf dem Hochsitz macht sich frei.
Was eben noch mit stolz-geweihtem Haupt
die Luft nach Fremdgeruch in seine Sinne sog,
ist bald des eignen Herzschlags ganz beraubt.
Wohl können Hände noch letzte Wärme spüren,
die Seele ahnen, die keine Waage wog -
doch dieser Hirsch wird nie ein Rudel führen.
V
Silbrig zieht ein Hauch durch Gras und Zweige,
die Abendnässe gleicht dem Morgentau,
jetzt suchen alle in dem späten Himmelsblau
ein Dach, ein warmes, in des Tages Neige.
Wohl dem, der zeitig umsichtig gehandelt,
er hat für sich und das ihm anvertraute Leben
mit seinem Willen, seiner Stärke, seinem Streben
den Lebenstraum zur festen Bleibe umgewandelt.
Ein eignes Heim, ein Obdach, wie auch immer,
ein Schutz für eine Zeit, die kalt sein wird und lang.
Es nicht zu haben – ach, was wäre schlimmer?
Allein zu sein. In langen Abenden und Nächten
kein Wort zu hören, keinen vertrauten Klang,
allein nur mit den eignen dunklen Mächten.
VI
Es sind die Spinnen, die sich treiben lassen.
Die Brut war ganz in Seide eingesponnen.
In ihren feinen Fäden glänzen silbern Sonnen,
während die Farben rings um sie verblas...

Inhaltsverzeichnis

  1. Motto
  2. Widmung
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Winter
  5. Frühling
  6. Sommer
  7. Herbst
  8. Anhang
  9. Impressum